Huffington Post: Meinungsbeitrag von Dieter Scholl

Die deutsche Ausgabe der Online-Zeitung Huffington Post mit einem Kommentar von Dieter Scholl zu Ungarn:

http://www.huffingtonpost.de/dieter-scholl/ungarn—die-vergessenen-rechtspopulisten_b_5469656.html?utm_hp_ref=politik

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9 Kommentare zu “Huffington Post: Meinungsbeitrag von Dieter Scholl

  1. „Es wird zugesehen wie versucht wird ein freiheitliches Land in ein autokratisches und nationalistisches System zu überführen.“
    Wo war der Kollege eigentlich in den letzten 4 Jahren? Im Grunde könnte jetzt das passieren, wovor die Kritiker der Kritiker jahrelang gewarnt haben: nachdem endlos grundlos Alarm geschlagen wurde, glaubt nun, wo es tatsächlich Probleme gibt, niemand mehr den Berichten…

    „Herr Orban, der Premierminister, hat sich dazu nicht geäußert. Dafür hat er nach seiner neuerlichen Vereidigung zum Premier die Autonomie der ungarischen Minderheit in der Ukraine gefordert.“
    Schon mal von kultureller Autonomie gehört?

    „Zum einen scheint es noch eine große Kluft zwischen den alten Staaten und denjenigen, die mit der Osterweiterung im Jahre 2004 beigetreten sind, zu geben, obwohl dies eine Erfolgsgeschichte für diese Länder, zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht, war. Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese Länder immer noch als die armen Verwandten angesehen werden.“
    Ich finde nicht, dass das so eine große Erfolgsgeschichte war: die Inflation stieg, die Nebenkosten waren hoch, Fremdwaährungskredite bdrohen die Volkswirtschaft, die Bauern kämpfen um ihre Existenz oder geben ihren eigentlichen Beruf auf um in irgendeiner Fabrik zu arbeiten… Tolles Ding, danke EU. Die vielen Fördermittel für Infrastruktur sind schön und gut, aber diese Gelder sind falsch investiert. Um sie richtig zu investieren, müsste man sie zweckentfremden, aber das ist unzulässig.

    „Zum anderen versucht man diese Ansätze von Nationalismus und Intoleranz totzuschweigen statt sich offensiv damit auseinanderzusetzen. Dies gilt ja genauso für die populistischen Bewegungen in den alten Ländern der EU.“
    Richtig, aber da müsste man sich auch damit auseinandersetzen, dass es ein katastrophaler Fehler der traditionellen Parteien war, Neoliberalismus hemmungslos zu oktroyieren, während patriotische Einstellungen geächtet wurden. Ich denke das ist ein Hauptgrund für die Entfremdung zwischen Wahlvolk und den genannten Parteien.

    „Und dieser Machterhalt ist wichtiger als die Botschaft von Frieden, Freiheit und Wohlstand, die die EU ausmacht. Diesem Machterhalt opfert man diese Werte und wundert sich, wenn in den westlichen Ländern ebenfalls populistische Bewegungen Aufwind bekommen, denen diese Werte nichts gelten.“
    Wenn sich die EU um Frieden drehen würde, dann würde man sich um Minderheitenprobleme kümmern. Dass diese Probleme heutzutage zu den – wenn nicht dem! – wichtigsten Hindernis auf dem Weg zum Frieden darstellen, beweist gerade die Ukrainekrise. In Rumänien brodelt es, man muss nur hinsehen, in der Slowakei geht es auch bergab – und dabei spielt ein Orbán so gut wie gar keine Rolle.

    Es sind gerade solche kritikunfähigen Herrschaften wie Herr Scholl, die diese Probleme heraufbeschworen haben.

    • Lieber Palóc, ich denke, Sie gehen mit diesem Ungarnexperten zu hart ins Gericht. Er hat doch nur geäußert, was etablierte öffentliche Meinung ist. Klar, er ist kein Jürgen Habermas und schon gar nicht ein Diskursethiker. Ich vermute, er streicht samstags sogar auf dem Gutenbergplatz herum, streicht sich Karlsruher Biomus aus entkernten Bühler Pflaumen aufs Brot und hat noch nie Kognitivismus gegessen. Mas oder Habermus, es gibt Normen mit objektiver Geltung. Daran führt auch für Ungarn kein Weg vorbei. Was die Normen für die Ungarnberichterstattung angeht, so gilt eine Bedingung: Das Mus, das über Ungarn verbreitet wird, muss moussieren. Ohne Heller, Konrád und Szigetvárys Fußballultras geht da gar nichts. Habermas z.B., der kürzlich in Budapest weilte, ist auch erst in einem Prozess eines praktischen, realen Diskurses mit den von der Orbán- Beschneidung Betrofffenen erhellert worden, ehe er als Europäischer Denker vor seine Hörerschaft an der Eötvös Loránd Universität trat und in der Aula Magna moussierte.
      Sie gehen mit diesem Ungarnexperten zu scharf ins Gericht. In Sachen Ungarn gilt der kategorische Imperativ schon lange nicht mehr. Anzunehmen ist, was von allen zwanglos angenommen werden kann, weil es in die Welt gesetzt worden ist. Deshalb sollten es alle allen gleichtun und akzeptieren, was über Ungarn in der Regel gesagt wird. Sie werden den Setzern der Regel nicht einmal performative Widersprüche nachweisen können. Eine der Regeln heißt, jeder Ungarnexperte darf nur behaupten, was er auch wirklich glaubt.
      Sie greifen die Norm an, wenn sie die Glaubensinhalte in dem Meinungsbeitrag von Dieter Scholl hinterfragen. Damit beschneiden Sie die Meinungsfreiheit. Letztendlich ist Ihr Kommentar doch nur ein Anschlag auf die Pressefreiheit. Sie zerstören Europa. Sie rühren den Schmerz der Freiheitsbeschnittenen auf, denn Sie greifen die Norm an!

  2. Zufälligerweise hab ich mir mal den Artikel vom Scholl zugemutet.
    einfach genial der Mann!!
    und ich hab ne Menge dabei gelernt.
    Man nehme 4 Artikel von Verseck, einen von Schinwald und etwas heiße Luft schüttele das einmal gut durch und schon hat man einen neuen Experten-Artikel für die Zeitung !!

  3. Ehe hier böse Missverständnisse aufkommen, die Informationen über den schändlichen deutschen Bundespräsidenten habe ich mir hart erguhgelt. Eigentlich wollte ich nur wissen, wen – außer halász und Boris Kálnoky – unsere(r) liebe(r) kultur.krampf noch mit ihrem Charme betören kann. Beim guhgeln bin ich auf Hans Georg gestoßen (und dann auf Manfred Hegner) gestoßen. Also Hans Georg hat in der Neue Rheinische Zeitung über die Orbán induzierten Spannungen geschrieben, die es zwischen den Polen „Kiewer Umsturzregierung“ und „völkischer Minderheit“ aus Hans Georgs Feder strömen lässt. Und Manfred Hegner hat sich schon 2009 bei Erwin Sellerings Parteigenossen über den Gebrauch des Begriffs „DDR-Unrechtsstaat“ beschwert.
    Nichts böses ahnend, habe ich einfach mal antizipiert, was noch alles kommen wird, wenn die strategischen Verbündeten Ungarn endlich seine Minderwertigkeitskomplexe austreibt. Und bin im falschen Lager gelandet. Was zu bösen Missverständnissen führen könnte, weil die tatsächlich was gegen Ungarn und Europa tun und dabei nicht nur Erfolg, sondern auch viel Anerkennung einheimsen. Und deshalb halte ich hier fest, ich will nicht ins Lager für Minderwertige. Aber auch wenn das nur ein Komplex ist, denn wirklich bedrückend sind nujr die Missverständnisse, die die aufkommen lassen, die Lagerbedrückten.

    Bedrückendes:
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20371
    http://www.okv-ev.de/Dokumente/Leserbriefe/Brief%20an%20BM%20Steinmeier%20_Unrechtsstaat_2.pdf
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20462

    • „die strategischen Verbündeten“ ist ein Singularetantum, wie Hunger oder wie Terror oder eben Singularität, was von jeglicher grammatischen Kongruenzpflicht entbindet, vorläufig.

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