Sziget: Ein Bericht der TAZ

Die TAZ war beim Sziget-Festival – ausweislich der Zeilen weniger, um über eines der besten und erfolgreichsten Musikfestivals in Europa zu berichten, sondern um Regierungsgegner zu finden. Unpolitisch feiern? Das Placebo-Konzert genießen? Party machen? Seine politischen Ansichten gar für sich behalten? Auf keinen!

Die TAZ sucht nach ausgemergelten, von rechtskonservativen Polizisten drangsalierten Festivalbesuchern, die sich nach dem ersten „Borsodi“ über die ungarische Diktatur auslassen. Diesmal ohne durchschlagenden Erfolg, wie es scheint. Nachdem sogar der journalistische „Angriff“ auf den Roma-Musiker eine unerwartete, ja unerhörte Antwort brachte, ein Trost: Immerhin wurde die TAZ im heurigen Motto „Island of Freedom“ fündig. Bravo und weiter so. Such! 🙂

http://www.taz.de/!144323/

Vielleicht muss man ja nicht alles mit Politik in Verbindung bringen….

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6 Kommentare zu “Sziget: Ein Bericht der TAZ

  1. „Halten Sie mich bitte nicht für ein Fidesz-Sprachrohr, aber unsere Regierung wurde schon ein zweites Mal demokratisch gewählt, und das sollte man respektieren“, lautet die Reaktion von Misi Rosonczy-Kovács, Geiger in der Roma-Band Romengo.

    Dieser Satz spricht Bände. Aber die arroganten ahnungslosen TAZ-Schreiber haben hier ein Werk hinterlassen, mit dem sie sich in die dümmste Ecke stellen. Ich wünsche diesen Deppen ein paar Wochen in Ungarns Problemzonen. Dann könnten sie der Realität etwas näher kommern. Und dass Roma eher Fidesz denn MSZP wählen, ist diesen Hirnis bisher nicht bekannt.

  2. Zitat TAZ:
    „……war die Roma-Bühne dem Fidesz-Bürgermeister István Tarlós, der in Budapest seit 2010 regiert, aber ein Dorn im Auge. Die Stadt hatte dem Festival sogar Geld angeboten, wenn man dafür die Roma-Bühne abschaffe, aber das Sziget, das sich komplett privat finanziert, hat das entrüstet abgelehnt“
    Tja,sollte man da annehmen das Fruzsina Szép zur folgenden Aussage gezwungen wurde? die da lautet:“Das geschah jedoch nicht auf politischen Druck erklärt die Programmleiterin von Sziget Fruzsina Szép “
    Zwang kann aber nicht sein, denn im Artikel heißt es weiter : Aber noch gibt es Meinungs- und Pressefreiheit. „(doch noch? echt?)
    Aber es ist wirklich eine Schande, dass Orban vom Szigetfestival nix wissen will.
    Wo doch Merkel regelmässig in Wacken ist 😉
    und “ Seit der Amtszeit von Budapests Bürgermeister Tarlós erhebt die Stadt für die achttägige Nutzung der Donauinsel, auf der sich ein alter, etwas heruntergekommener Park befindet, eine Miete von umgerechnet rund 400.000 Euro.“
    Ach, ist es biliger geworden? Toll!! imvergangenem Jahr waren es (lt.Deutschlandfunk) noch 500000 Euro.

    http://www.deutschlandradiokultur.de/sziget-das-andere-ungarn.1013.de.html?dram%3Aarticle_id=294813
    Wenn das keine Meinungsvielfalt ist!!!

  3. Haha, der Artikel ist wirklich unsäglich! Iván Vitáris ist übrigens mein Cousin und wie ich ihn kenne, würde er sich NIE den Mund verbieten lassen, wie es im Artikel dargestellt wird. Wahrscheinlich hat er einfach – wie viele hier – einfach keine Lust mehr, auf diese bescheuerten Fragen von Journalisten. Wahrscheinlich fand er es schade, dass es nicht um Musik ging – dadrum geht´s ihm nämlich. 🙂

  4. Eine amüsante Geschichte. Deutscher Journalist fährt voller Voreingenommenheit nach Ungarn. Seine Vorurteile werden durch die Gesprächspartnern nicht bestätigt. Durch die Nichtbestätigung der Vorurteile sieht er sich erst richtig bestätigt. „Az a gyanús, ami nem gyanús”.

    OB Tarlós hatte tatsächlich Auseinandersetzungen mit dem Festival. Allerdings nicht in den letzten Jahren, als OB, sondern vor vielen Jahren, als er noch Bezirksbürgermeister im benachbarten Viertel Óbuda war. Es ging um Lärmbelästigung und Jugendschutz (letzteres im Jahre 2001 um das Schwulenberatungszelt „Magic Mirror“). Dass Tarlós das Roma Zelt schliessen lassen wollte halte ich für sehr unwahrscheinlich. Eine Google Suche nach Tarlós, Roma Zelt und Sziget ergibt auch kein Ergebnis. Seit Tarlós OB ist, müssen die Veranstalter für das Gelände Miete Zahlen. In einem Interview vor einigen Tagen bewertete Sziget-Chef Károly Gerendai die Miethöhe als akzeptabel. Gerendai meint: die Zeiten, in denen das Sziget-Festival politischen Angriffen ausgesetzt war sind längst vorbei. Aus dem Interview geht auch hervor, dass manche Programme, die sich selbst nicht tragen könnten staatlich gefördert werden. Und noch etwas Interessantes aus dem Gespräch: die Tochter des Ministerpräsidenten Ráhel Orbán – damals Wirtschaftsstudentin – machte Praktikum bei den Sziget-Veranstaltern und schrieb ihre Diplomarbeit über das Thema.

    Das Leben ist halt nicht nur schwarz-weiß. Mein Ratschlag an den TAZ-Journalisten: beim nächsten Mal etwas entspannter nach Budapest fahren. Und wenn er nach dem ersten „Borsodi“ mit den Leuten über Politik reden will, sollte er vielleicht verschweigen, dass er deutscher Journalist ist. Die Ungarn sind nämlich gegenüber deutschen Journalisten auch voreingenommen.

    Das Interview mit Gerendai:
    http://nepszava.hu/cikk/1029770-gerendai-karoly-honnan-tudjam-elszalltam-e

  5. Nicht nur Szigetfestival !

    Die Lustigste „Diktatur“ im Osten als Ausflugsziel:

    Heute gabs wieder ein Schmankerl in der deutschen Presse:
    http://www.focus.de/familie/erziehung/familie/studie-zu-staedtetrips-ranking-berlin-familienfreundlichste-stadt-europas_id_4090995.html

    Das beliebte Ranking geht weiter. Diesmal: Welches ist die familienfreundlichste Stadt in Eropa
    Natürlich Berlin auf Platz Nr.1 (Seit Wowi weg ist)

    „Die ungarische Hauptstadt Budapest sieht das Ranking auf Platz drei der familienfreundlichsten Städte Europas. Die Stadt konnte besonders mit den niedrigen Lebenshaltungskosten punkten: Eine Mahlzeit in einem preiswerten Restaurant kostet im Durchschnitt 4,80 Euro. Berlin hatte dafür den zweitniedrigsten Grad an Umweltverschmutzung.“

    Wahrscheinlich sind nur Familien gemeint, die Ihr Geld im Westen verdienen.

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