Süddeutsche Zeitung: Catrin Kahlweit über die Durchsuchung bei Ökotárs

Catrin Kahlweit kommentiert in der Süddeutschen Zeitung die Durchsuchug der ungarischen Ermittlungsbehörden bei der Ökotárs-Stiftung:

http://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-viktor-orbns-streitlust-1.2124023

Advertisements

2 Kommentare zu “Süddeutsche Zeitung: Catrin Kahlweit über die Durchsuchung bei Ökotárs

  1. Einige Anmerkungen zum SZ-Artikel:

    „Polizisten stürmten am Montag das Büro der Umweltorganisation Ökotárs“
    Ein „Stürmen“ fand nicht statt. Es handelte sich um eine Hausdurchsuchung. Das Verhalten der Beamten in den Büroräumen von Ökotárs wird von den Betroffenen nicht beanstandet, wird sogar als höflich und korrekt beschrieben. In der öffentlichen Diskussion in Ungarn geht es darum, ob die polizeiliche Maßnahme notwendig und verhältnismäßig war. Die Hausdurchsuchung mit vielen Polizisten wird bis ins nationalkonservative Lager als unverhältnismäßig und übertrieben angesehen. Veronika Móra, die Direktorin von Ökotárs hat im ATV erzählt, wie die Durchsuchung abgelaufen ist:
    http://www.atv.hu/videok/video-20140909-rendorok-szalltak-meg-az-okotars-alapitvanyt

    Noch eine interessante Fernsehdebatte zum Thema:
    http://www.atv.hu/videok/video-20140910-hirvita-2014-09-10

    „Im Inland gab es Ärger mit Kulturschaffenden wegen der Vereinnahmung von Kunst und Kultur durch Fidezs-nahe Organisationen“
    So sehen das die „Linksliberalen“ in Ungarn. Die Nationalkonservativen würden sagen, dass die linksliberale Dominanz in Kunst und Kultur endlich vorbei ist.

    „Unterwerfung von Schulen und Hochschulen unter ein Staatsmonopol“
    Das bedeutet nichts anderes, als das, was in Bayern selbstverständlich ist: staatliche Schulen werden vom Staat unterhalten, die Lehrer sind im staatlichen Dienst. Bis vor kurzem war das in Ungarn anders. Und wenn ich mich nicht irre, gibt es in Ungarn auch weiterhin nicht staatliche Schulträger.

    „Gleichzeitig aber zeigte sich der Premier als Mann des Volkes, indem er einmal mehr die Großbanken herausforderte: Diese müssen nun, einem neuen Gesetz entsprechend, Kreditnehmern auf Wunsch deren teure Fremdwährungskredite in Forint umwandeln. Ausländische Banken, so der Tenor, hätten genug verdient an Ungarn, nun gehe es ans Zurückzahlen. “
    Die Banken werden nicht zur Kasse gebeten, weil sie zu viel verdient haben, sondern weil sie Schuld an einer Kreditkrise tragen. Und nicht nur ausländische Banken müssen sich an der Schadenbeseitigung beteiligen, alle Banken, die durch ihr Verhalten Schaden verursacht haben.

    „Der ungarische Staat wird sich nicht weiter an liberale Werte halten.“
    Wieder mal ein falscher Zitat aus der „Tusnádfürdő-Rede”. Den Satz hat Orbán definitiv nicht gesagt.

    Dieser Artikel steht im Kontrast zum Artikel zum gleichen Thema in der NZZ. Meret Baumann in der NZZ gelingt es, gleichzeitig kritisch und korrekt zu sein. Cathrin Kahlweit schafft den dazu notwendigen Abstand nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s