WELT: Interview mit dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth

Die Tageszeitung WELT veröffentlicht in ihrer Online-Ausgabe ein Interview mit dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth.

http://www.welt.de/politik/ausland/article134062677/Ungarn-sind-enttaeuscht-ueber-Zurueckhaltung-der-EU.html

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9 Kommentare zu “WELT: Interview mit dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth

  1. „Die öffentliche Meinung in Deutschland arrangiert sich mehrheitlich leichter mit dem linken politischen Spektrum als mit dem rechten“, lese ich heute in einem Artikel der FOCUS-Online-Korrespondentin Martina Fietz. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen.
    Solange Rot(h) im Fieber phantasiert, kann es die öffentliche Aufmerksamkeit wecken und wachhalten. Man arrangiert sich. Als Seehofer diese Woche Orbán empfing, hagelte es Kritik. So ist das halt.
    Was mich an den Rot(h)en stört, ist nicht, dass Sie sich in der Öffentlichkeit als Kirchgänger gerieren. Mich stört auch nicht, dass – laut Duden – „der Schwule“ wie „der Abgeordnete“ dekliniert werden muss. Meine Toleranzschwelle ist höher. Gebeugt nehme ich es hint, wenn sich „der Abgeordnete“ und „der Schwule“ in der Stiftskirche in Rotenburg an der Fulda unter der Leitung von Prälatin Maria Natt, der stellvertretenden Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, in einem Segnungsgottesdienst verpartnern.
    Aber wenn Roth posaunt: „Wir führen derzeit eine intensive Debatte über Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und die Bedeutung unserer Werte in der EU“ und damit Strafaktionen gegen Ungarn meint, dann reibe ich mir die Hände und freu mich auf den Ausgang der Rot-Roth-Grünen Verpartnerung in Erfurt und den Ausgang der nächsten Bundestagswahl.
    Wenn uns nach der nächsten Wahl der Staatsminister Roth überhaupt noch einfallen sollte, werden wir uns zugleich an Wolf Biermanns Auftritt im Bundestag erinnern: „Der elende Rest dessen, was überwunden wurde“

    http://www.schwaebische.de/region/bayern_artikel,-Seehofer-empfaengt-Orban-und-wehrt-sich-gegen-Kritik-_arid,10116066.html

    http://www.focus.de/politik/videos/angriff-auf-die-linke-eklat-video-in-voller-laenge-hier-wuetet-wolf-biermann-im-bundestag_id_4256990.html

  2. „Unsere Demokratie baut auf den Entfaltungsmöglichkeiten für freie Individuen auf.“

    bei diesem satz dürften doch sicher bei einigen hier sich wahlweise angstschweiß oder allergiepickel gebildet haben, oder?
    ——-
    „Wie aber erklären Sie den Schulterschluss Ungarns mit Russland?“

    dazu würde mich die meinung der hier anwesenden interessieren…

    spontan würde ich einen hang zum fatalismus unterstellen. ist da jmd anderer meinung?

    • “Wie aber erklären Sie den Schulterschluss Ungarns mit Russland?” dazu würde mich die meinung der hier anwesenden interessieren…

      Kultur.krampf, wenn die ungarisch-russischen Beziehungen als Schulterschluss bezeichnet werden, dann gibt es auch den russisch-finnischen, russisch-österreichischen, russisch-slowakischen, russisch-deutschen usw. Schulterschluss. Vom russisch-französischen nicht zu sprechen. Was Schalke 04 darf, warum dürfen die Ungarn nicht? Was Deutschland darf, nämlich eine eigene Pipeline aus Russland zu haben, warum dürfen die Ungarn nicht? Besonders, wenn die Pipeline in Österreich enden würde? Überhaupt, die „Putinisierung Ungarns“ findet in den Köpfen ungarischer Oppositionellen und in der ausländischen Presse statt. Eine Entputinisierung Ungarns kann daher auch nur dort stattfinden. Ich denke, wenn der Konflikt mit der Ukraine nicht gekommen wäre, dann hätten die Propagandisten etwas anderes erfunden. Hugo Chavez war schon im Spiel, Kádár wurde in dem Zusammenhang auch schon erwähnt. Aber keine Frage, in der aktuellen Lage war Putin die beste Wahl.

      Während ich diese Zeilen schreibe ist es angenehm warm hier in der Wohnung. Ich habe Gasheizung. Da ein erheblicher Teil der Gasversorgung Deutschlands mit russischem Gas erfolgt, ist es nicht unwahrscheinlich, das in meinem Ofen auch russisches Gas verbrennt. Aber doch nicht im Interesse Moskaus, ich will es einfach warm haben.

      Das Roth-Interview fängt gleich so an, dass der Leser den Eindruck hat, in Ungarn wären Freiheitsrechte eingeschränkt. Ich habe mir überlegt, was damit wohl gemeint ist, ist mir aber nichts eingefallen. Vielleicht kann kultur.krampf hier helfen. Ich wäre für die Liste eingeschränkter Freiheitsrechte dankbar.

      • Orbán sagte in München: Russland sei weder Vorbild, noch wolle man eine russlandfreundliche Politik machen. Man vertrete die Interessen Ungarns. Und er sagte, Russland breche in der Ukraine das Völkerrecht – die Sanktionen halte man dennoch für falsch.
        Wie Sie richtig schreiben, halász, gibt es jenseits der politischen Statements übrigens EU-weit Zeichen für eine Vertiefung der Energiekooperation mit Russland (oder, aus deutscher Sicht, “Abhängigkeit”): Gazprom übernimmt z.B. gerade den wichtigsten deutschen Gasspeicher von der BASF-Tochter Wintershall. Der Anteil der Gazprom an den deutschen Lagerkapazitäten liegt damit bei 20%, ebenso der im Gashandel. Was soll also das naive Gerede vom russisch-ungarischen Schulterschluss?
        Gazprom könnte auch in Österreich durch Einstieg bei der OMV in der EU weiter Fuß fassen (auf die Haltung der ÖIAG bin iich gespannt). Man kooperiert ja bereits bei South-Stream.
        Vor dem Hintergrund der Existenz der North-Stream Pipeline finde ich das Theater um geplante, in Österreich endende South-Stream übrigens reichlich doppelzüngig. Man sehe sich zudem die internationale Reihe (auch deutscher) Beteiligter an.
        Fakt ist: Europa hängt wie ein Junkie am Tropf der Gazprom. Das zu ändern, geht nur über erneuerbare Energien. Die Aussage Orbáns (im Zusammenhang mit Paks), Ungarn fehle für regenerative Energie das Geld, halte ich übrigens a) für falsch und b) für perspektivisch katastrophal. Wenn Orbán (richtig) sagt, man müsse unbequemen Wahrheiten ins Auge sehen, so sollte er das i.S. Energiepolitik vorrangig tun. In Ungarn betrifft das z.B. die Windkraft, Biomasse und Solar. Die Donau will er nicht für Wasserkraft nutzen, was ich in Anbetracht von Gabcikovo umweltpolitisch sogar verstehe (er sprach in München von einem “heiligen Fluss”, na ja…).

        Ganz und gar bemerkenswert ist übrigens auch ein Vergleich der Berichterstattung des Pester Lloyd zu South Stream zu Zeiten des MP Gyurcsány im Vergleich zum jetzt und heute. Zwei Beispiele:

        März 2009: http://www.pesterlloyd.net/2009_10/0911putin/0911putin.html

        Oktober 2014: http://www.pesterlloyd.net/html/1443soindergesetzsouthstream.html

    • Der narancs Artikel ist eine der Erklärungen, warum die SzDSz in der Bedeutungslosigkeit gelandet ist und wieso sie heute noch da verweilt.

    • Nur weiter so, Frau F. aus Stuttgart & Co.:

      Orbán braucht Dampf für den nächsten, triumphalen Wahlerfolg im Jahre 2018.

      Je niveauloser die Kritik, desto größer sein Erfolg (war bisher immer so).

      In diesem Sinne gilt:

      danke Frau F. aus Stuttgart, danke Népszabadság, danke ATV, danke HVG usw.

      Es grüßt: P

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