In memoriam Miklós Radnóti

Heute vor 70 Jahren, am 9. November 1944, wurde einer der größten ungarischen Dichter, Miklós Radnóti, von ungarischen Nazis auf einem Gewaltmarsch in Westungarn ermordet.

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Nem Tudhatom

Nem tudhatom, hogy másnak e tájék mit jelent,
nekem szülőhazám itt e lángoktól ölelt
kis ország, messzeringó gyerekkorom világa.
Belőle nőttem én, mint fatörzsből gyönge ága
s remélem, testem is majd e földbe süpped el.
Itthon vagyok. S ha néha lábamhoz térdepel
egy-egy bokor, nevét is, virágát is tudom,
tudom, hogy merre mennek, kik mennek az uton,
s tudom, hogy mit jelenthet egy nyári alkonyon
a házfalakról csorgó, vöröslő fájdalom.
Ki gépen száll fölébe, annak térkép e táj,
s nem tudja, hol lakott itt Vörösmarty Mihály,
annak mit rejt e térkép? gyárat s vad laktanyát,
de nékem szöcskét, ökröt, tornyot, szelíd tanyát,
az gyárat lát a látcsőn és szántóföldeket,
míg én a dolgozót is, ki dolgáért remeg,
erdőt, füttyös gyümölcsöst, szöllőt és sírokat,
a sírok közt anyókát, ki halkan sírogat,
s mi föntről pusztitandó vasút, vagy gyárüzem,
az bakterház s a bakter előtte áll s üzen,
piros zászló kezében, körötte sok gyerek,
s a gyárak udvarában komondor hempereg;
és ott a park, a régi szerelmek lábnyoma,
a csókok íze számban hol méz, hol áfonya,
s az iskolába menvén, a járda peremén,
hogy ne feleljek aznap, egy kőre léptem én,
ím itt e kő, de föntről e kő se látható,
nincs műszer, mellyel mindez jól megmutatható.
Hisz bűnösök vagyunk mi, akár a többi nép,
s tudjuk miben vétkeztünk, mikor, hol és mikép,
de élnek dolgozók itt, költők is bűntelen,
és csecsszopók, akikben megnő az értelem,
világít bennük, őrzik, sötét pincékbe bújva,
míg jelt nem ír hazánkra újból a béke ujja,
s fojtott szavunkra majdan friss szóval ők felelnek.

Nagy szárnyadat borítsd ránk virrasztó éji felleg.

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9 Kommentare zu “In memoriam Miklós Radnóti

    • Gehöre zu denen die Emotionen nicht gern an dem Tag legen. Muss aber gestehen das es mir nicht einfach ist ein Radnoti Gedicht mit Trockenen Augen zu ende lesen.

      • „Muss aber gestehen das es mir nicht einfach ist ein Radnoti Gedicht mit Trockenen Augen zu ende lesen.“

        Ich habe es diesmal nicht geschafft.

  1. Ich will als Deutscher nicht gemein sein, ich bin es, weil der Mauerfall „echt Gänsehaut“, „Gänsehaut pur“ ist . Ich habe das am 9. November ferngesehen, also im Fernsehen gehört.
    Seit den Reichsparteitagen des Deutschen Volkes, wir Deutsche feierten 1933 den Sieg, 1934 Einheit und Stärke, 1935 die Freiheit, 1936 die deutsche Ehre, 1937 die Verringerung der Arbeitslosigkeit und 1938, auf dem Reichsparteitag Großdeutschland, die Wiedervereinigung mit Österreich, nur der Reichsparteitag „Frieden“ wurde wegen des Überfalls auf Polen abgesagt, wir Deutsches Volk haben seit Albert Speer nie mehr soviel Inszenierung bekommen.
    Eine dunkle Wolke stand nach dem großen Feuerwerk über Berlin.

    Weil, wer noch was fühlt, Wahnsinn spürte, weil dem, der sich am 9. November erinnert, es vor Angst und Entsetzen schaudern lässt.

    … vagyok. tudom, hogy merre mennek, kik mennek itt az uton.
    S tudom, hogy mit jelent a házfalakról csorgó, vöröslő fájdalom.

    • Mir fiel folgendes auf:
      In meiner Schulzeit, im Grunde sogar bis zur Jahrtausendwende, war der 9. November ganz wesentlich von der Erinnerung an die Reichpogromnacht 1938 geprägt. Am 9. November 2014 hörte ich dazu kaum etwas, dieser Aspekt des 9. November ging irgendwie in der großen Feier unter. Bedauerlich! Der 9. November in seiner Widersprüchlichkeit (er brachte in der deutschen Geschichte Positives als auch Grausames) erschließt sich erst durch Bezugnahme auf unterschiedliche Aspekte. Haben wir Deutschen unser Erinnerungssoll erfüllt? Wohl kaum…

      Das von Peter Herche eingestellte Bild ist mir persönlich ein wenig zu großdeutsch. Dabei bin ich keiner, der sich über schwarz-rot-goldene Fahnenmeere aufregt, ganz im Gegenteil. Der Adler und die Scheinwerfer sind’s eher…

      • Es geht auch weniger kryptisch. Bei aller Freude über die Öffnung der Mauer im Jahr 1989 sehe ich die Gedenkfeier vom 9. November am Brandenburger Tor kritisch. Über den Nationalsozialismus lese ich in dem von Uwe Puschner und Clemens Vollnhals herausgegebenen Sammelband „Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus : eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte.“ (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht)
        „Massenveranstaltungen vermittelten das Gefühl, Glied einer großen Gemeinschaft Gleichgläubiger“ zu sein.
        Ich bin Protestant und verachte die kollektive Freude, die auf Massenfeiern zelebriert wird. Ich sehe es kritisch, dass die Zelebranten der Deutschen Einheit am 9. November auf ein Propagandamittel zurückgegriffen haben, das erstmals in der Zeit des Nationalsozialismus, wegen seiner beeindruckenden Wirkung auf die Massen, eingesetzt wurde. Es war Albert Speer, der als erster elektrisches Licht auf diese Weise als eigenständiges, raumschaffendes Gestaltungsmittel nutzte, um damit die Teilnehmer an den nationalsozialistischen Massenveranstaltungen in eine feierliche Stimmung zu versetzen und sie wie eine Gemeinde gegen die Dunkelheit hin abzugrenzen. (Quelle: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/4903/2/Teil_2.pdf )

        Man kann den Vergleich der Lichtinszenierung des 9. November am Brandenburger Tor mit dem Großen Appell der Politischen Leiter auf der von Scheinwerfern bestrahlten Zeppelinwiese in Nürnberg auf dem Reichsparteitag 1937 für total überzogen halten. 2014 war Berlin bunter, vielfältiger, nicht so monumental wie das Nürnberg Hitlers im Jahr 1937, beeindruckend waren beide politischen Ereignisse allemal. Was Nürnberg noch nicht hatte, Berlin war abgeschmackt. Als ob es nicht genug gewesen wäre, dass die Wunden dieser Stadt, deren Himmel schon vor der Zerstörung Nacht für Nacht von den Lichtkegeln der Flak-Scheinwerfer zerschnitten wurde, die nach dem Zusammenbruch für Jahrzehnte in Sektoren zerlegt und seit 1961 auch noch durch einen antifaschistischen Schutzwall geschändet worden war, seit 1989 endlich heilen. Bei diesem Theaterdonner am 9. November ist Skepsis wirklich angesagt.

        Wenn am 9. November wieder Lichtkegel den Himmel zerschnitten haben, war das mehr als eine Geschmacklosigkeit.
        Mein Vater, geboren 1927, wuchs in Potsdam auf. Mit Fünfzehn wurden die Oberschüler seines Jahrgangs zum Kriegshilfsdienst ausgehoben. Als Luftwaffenhelfer trugen sie zur „Ausgehuniform“ die HJ-Armbinde. Ihren Schulunterricht begrenzte der Führer, an den sie glaubten, auf drei Stunden pro Tag. Sie lebten in den Flakstellungen wie Soldaten und bedienten Flak-Scheinwerfer.

        Deutschland ließ den Himmel über Berlin von Kindersoldaten zerschneiden.

        bei aller Freude über das Ende der Spaltung Europas habe ich doch viele Gründe, Miklós Radnóti am 9. November kleinlaut um Verzeihung zu bitten. In alle Ewigkeit. Auch wenn er von einem Ungarn getötet worden ist, wir waren es, die den Wahnsinn, den das Gefühl, Glied einer großen Gemeinschaft Gleichgläubiger zu sein, stiften kann, unter die anderen Nationen getragen haben.

        So umstritten die These auch sein mag, der ungarische Nationalismus in seiner antisemitischen Form lässt sich ohne die Rezeption Herders Volks- und Nationsverständnisses nicht erklären.

        Es heute am Brandenburger Tor knallen zu lassen, und zugleich mit allen deutschen Pressefreiheitsfingern auf Ungarn zu zeigen, das beweist deutsche Geschichtsvergessenheit und -versessenheit. Mahlzeit, wer sich da noch über den Mauerfall freuen kann.

      • Die Veranstaltung vom 9. November stört mich eigentlich weniger. Man sollte nicht vergessen, dass wir dieses Jahr ein mehr oder weniger rundes Jubiläum haben, da darf es auch mal etwas mehr sein. Was das Datum angeht, auch das sehe ich nicht so problematisch. Würde man danach gehen, dann bräuchte man gar nicht erst übers feiern nachdenken, denn irgendwas war ja immer. Wenn nicht im Nationalsozialismus, dann zu anderen Anlässen in der Geschichte. Nächstes Jahr wird man den 9. November dann sicherlich wieder anders begehen.

        Was mich eher nachdenklich stimmt, ist die deutsche Erinnerungskultur insgesamt. Einerseits wird der Mauerfall alljährlich von Politikern und Journalisten inszeniert (wenn auch in diesem Jahre verständlicherweise im besonderen Maße), andererseits scheint sich in der Bevölkerung kaum jemand dafür zu interessieren. Wenn ich den 3. Oktober in Deutschland mit dem 20. August in Ungarn (gewissermaßen der ungarische Feiertag, der dem Tag der deutschen Einheit am nähesten kommt) vergleicht, dann fällt mir ein großer Unterschied darin auf, wie sich die jeweilige Bevölkerung mit dem jeweiligen Feiertag identifiziert. Selbst im Fernsehen gibt es wenig Sonderprogramme. Den Vogel schießen dann Kommentar wie „Solange die Löhne nicht angeglichen sind, ist die Einheit nicht erreicht.“ ab. Solche Leute haben offensichtlich nicht verstanden, dass die Einheit ein Geschenk ist, für das man dankbar sein sollte, statt noch Bedingungen zu stellen. Eigentlich bedeutet der Kommentar nichts anderes als „Einheit? Ja, aber nur wenn die Kohle stimmt.“. Dabei bin ich durchaus für die Angleichung der Löhne, nur sollte man diese Dinge unabhängig voneinander betrachten.
        Auf der anderen Seite ist jedesmal Halligalli wenn Vatertag ist oder die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale einer Meisterschaft steht. Meiner Meinung nach hat es nichts mit Patriotismus zu tun, wenn man sich zur Weltmeisterschaft auf den Alex stellt und die Flagge schwenkt – eigentlich ist das bloß Partymachen.

        Insgesamt wirkt das eher verklemmt auf mich…

        Zur Abrundung des Themas vielleicht noch ein anderer Blickwinkel darauf: http://www.der-postillon.com/2014/11/deutschland-gedenkt-seines-letzten.html

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