Presseberichte zum Ungarn-Besuch der deutschen Bundeskanzlerin

Die Reaktionen zum heutigen Besuch Angela Merkels in Budapest sind gemischt. Einerseits scheint die Opposition, trotz einiger kritischer Andeutungen der deutschen Regierungschefin gegenüber Viktor Orbán, enttäuscht. Andererseits sind Äußerungen zu lesen, Merkel hätte demokratische Spielregeln und Respekt vor der Opposition angemahnt, sogar Orbán gerüffelt.

Hier der erste Pressespiegel:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/merkel-in-ungarn-verhaltene-kritik-und-undeutliche-worte-a-1016342.html

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-02/ungarn-besuch-angela-merkel-orban

http://www.sueddeutsche.de/politik/kanzlerin-in-ungarn-merkel-und-orban-streiten-ueber-demokratie-begriff-1.2331896

http://www.br.de/nachrichten/ungarn-merkel-orban-100.html

http://www.tagesschau.de/ausland/merkel-in-ungarn-101.html

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-02/ungarn-korruption-proteste-orban-besuch-merkel

http://www.tagesschau.de/ausland/merkel-in-ungarn-103.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article137009144/Merkel-und-Putin-buhlen-um-Ungarns-Premier.html

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article136996740/Orban-lupenreiner-Nationalist-und-Rechtspopulist.html

http://www.deutschlandfunk.de/ungarn-merkel-fordert-offeneren-umgang-mit-opposition.1818.de.mhtml?dram:article_id=310468

http://www.handelsblatt.com/politik/international/staatsbesuch-in-ungarn-merkel-fordert-respekt-der-opposition/11316436.html

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6082828/tausende-protestieren-gegen-viktor-orban.html

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4652878/Ungarn_Wenn-Tante-Angela-aus-Deutschland-zu-Besuch-kommt

http://kurier.at/politik/ausland/pro-europaeische-ungarn-rufen-nach-merkel/111.547.906/slideshow

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4653448/UngarnVisite-mit-deutlichen-Misstonen

http://index.hu/belfold/2015/02/02/angela_merkel_eltolt_nehany_orat_budapesten/

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46 Kommentare zu “Presseberichte zum Ungarn-Besuch der deutschen Bundeskanzlerin

  1. Merkel; „Ich habe darauf hingewiesen das auch wenn man eine sehr breite Mehrheit hat wie der ung. Minister- President, es sehr wichtig ist in einer Demokratie die Rolle der Opposition, die Rolle der Zivilgesellschaft,die Rolle der Medien zu schätzen;
    Eine ernstzunehmende Opposition, das müsste die Bundeskanzlerin wissen vorausgesetzt die Objektivität ihrer Berater, gibt es in Ungarn leider nicht.
    Die in Ungarn etablierte Zivilgesellschaften werden von USA (Soros) finanziert. Sie unterstützen (korrumpieren)einseitig
    linksliberale und finanzieren ihrer politische Aktionen. Polizeiliche Ermittlungen laufen bereits. In 61 Fällen von 68 Traten Unregelmäßigkeiten auf.
    Die Medien Gesetze tauchen immer wieder in den De. Medien wie eine Gehirnwäsche auf obwohl es mit der EU
    Kommission abgestimmt wurde und laut Spatzenzwitschern soll es auffällige parallele zur französischen M. Gesetz aufweisen.
    Liberale Demokratie USA Prägung lehnt Orban ab nachdem es in den vor FIDESZ Zeiten von den Linksliberalen praktiziert wurde und folge dessen 2/3 der Nationalvermögen außer Landes geriet (Weichgezeichnet ausgedrückt).
    Die Bundeskanstlerin kennt aber keine andere Demokratie. Könnte eben auf DDR Prägung hinweisen da gab es auch nur eine Volksdemokratie.
    Trotz dessen weist auf ihr Popularität Fr. Körmendis Bemerkung hin wonach „Die zersplitterte linksliberale sehnen sich nach Merkel wie im Herbst 56 die AVH (Stasi) sich nach den russische Panzern sehnten.

    http://mno.hu/vezercikk/merkel-jon-orban-marad-127052

    • „“Die zersplitterte linksliberale sehnen sich nach Merkel wie im Herbst 56 die AVH (Stasi) sich nach den russische Panzern sehnten.“

      die vorliebe für vergleiche ist auffällig. doch ist auch dieser mal wieder völlig absurd und geschmacklos, aber immerhin scheint er ihren geschmack getroffen zu haben…

      wenn ich keine eigenen maßstäbe setzen kann, muss ich eben vergleiche bemühen. ist das so bei ihnen?

      • Nun ja, man hat eben nicht die gleichen Vorlieben und Geschmäcke. Aber Maßstäbe setzen Sie doch auch nicht durch Ihrer kurzen Glossen aus den verborgenen.
        Der Vergleich ist aber gar nicht so abwegig wen man vor Augen hält das die Angesprochenen Liberale von heute die Söhne und Enkel der Angesprochenen avos von gestern sind.

      • (Nachtrag)
        Und die Heutigen genauso wie die von gestern um ausländische Hilfe buhlen um die Macht wieder zu ergattern.

  2. Wenn ich richtig gelesen habe, fehlt bei den Links zur Presseschau /Merkel noch der neuste Beitrag von B.Kalnoky. Ich musste ganz einfach darauf hinweisen, nach dem ich mir den Beitrag von P.L reingezwungen hatte und dann im Vergleich dazu diesen hier http://www.welt.de/politik/ausland/article137047531/Mit-Orbans-Demokratie-kann-Merkel-nichts-anfangen.html
    Gen.Lendvai hat aber alle Reste aus seiner Zauberküche wieder eindrucksvoll zu einer ungeniessbaren Kost zusammengerührt.Aber Hauptsache ihm schmeckt es.
    Darauf einen Pál inka!!

    Nachtrag:@ Herr Kalnoky, das mit dem MostMi! find ich gut, hat mich davor bewahrt aus dem Fenster zu springen nach dem ich das Lendvai’sche Machwerk gelesen hatte.

    • „bitte um ehrliche antworten, (…) “
      My blogbitch is horny for comments.
      (Don’t give me that shit!)

      Apropos, steht my blogbitch noch auf shit oder schon auf Kadaver?
      Was hält sie von mobilen Krematorien? Bitte um ehrliche Antworten.
      Wieviel zivile Opfer konnte der Stellvertreterkrieg der liberalen Demokratie schon verbuchen? Bitte um ehrliche Antworten.
      Werden Verbrannte mitgezählt? Bitte um ehrliche Antworten.

      Auf wieviel Beinen steht Dalos? Bitte um ehrliche Antworten.
      Defector. Auf welches Bein stellt sich ein Überläufer, wenn die Erde plötzlich ins Rutschen kommt? Auf das linke oder das rechte Bein? Bitte um ehrliche Antworten

      https://www.heavyairliftwing.org/news/building-c-17-size-hangar-commences-at-sac-home-base

    • @käse.krampf
      Ihre Wortwahl „propagandistisches Theater“ finde ich lustig. Sie liefern hier halt, was Sie drauf haben.
      Apropos Lieferungen, mit den Lieferungen letaler Kultur & Ihrem Stinkekäse ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. Das lassen die Nachrichten über den Ausbau der NATO-Militärbasis in Pápa zumindest ahnen. Auch wenn Sie den Bericht der New York Times über potentielle Waffenlieferungen der liberalen Demokratie in die europäische Kampfzone nicht zur Kenntnis nehmen, er hat seit Montag weltweit für einigen Gesprächsstoff gesorgt und Ihrer Redaktion die Show gestohlen. Mal ehrlich, wer hat sich am Montag noch für den Live-Ticker vom Schicker zum Besuch der Kanzlerin in Budapest interessiert? Angesichts der katastrophalen Lage der ukrainischen Armee fragen sich doch Diplomaten, Militärs und Experten verschiedener US Think-Tanks längst, ob der Ausbau des Versorgungsstützpunktes in Pápa termingemäß zu Stuhle kommt, um endlich auch letale Waffen von der Heimatbasis der liberalen Demokratie direkt bis in die Kampfzone transportieren zu können. Oder wollen Sie behaupten, dass mit den Boeing C-17 Globemaster III nur noch mehr Propaganda-Käse nach Pápa in Ungarn befördert werden soll?
      Fühlen Sie sich jetzt bloß nicht als Kriegstreiber ertappt. Bitte um ehrliche Antworten, my blogbitch.

    • Dalos ist ein typischer Vertreter der frustrierten liberalen ungarischen Intellektuellen, die zwar immer alles besser wissen, aber ihre Prophezeiungen sich nie bewahrheiten, ihre Ratschläge immer schön glänzen, aber nie was bringen.

      Müssen wir denen zuhören? Nein.

      Warum diese in den deutschen Medien eine Oberfläche bekommen ist einfach zu erklären: diese Menschen bedienen sich der wohlklingenden Slogans des liberalen Einheitskanons, das verstehen die Medienleute in Deutschland, und was anderes wollen sie auch nicht hören.

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Sie dürfen aber nicht vergessen, dass Viktor Orban sehr korrupt ist, genauso wie seine Vorgänger. Außerdem verstoßt er gegen EU-Recht, und in Ungarn gibt es KEINE Pressefreiheit mehr!!! Auch im Krankenhaus ist es üblich, daß man die Ärzte mit “ Dankbarkeitsgeld“ schmieren muss. So ein Land hat in der EU nichts verloren. Ich habe selbst zehn Jahre in Budapest gelebt.

    Mfg

    Matthias Elsser

      • Das sind doch Worte die begeistern:Es gibt keine Pressefreiheit mehr.
        Tja, da frag ich mich doch :wo werden nur Zeitungen wie hvg. oder Magyar Narancs (um nur 2 zu nennen) die ja sowas von regierungsfreundlich sind verlegt? Im Erzgebirge??
        und weil es üblich ist, die Ärzte im Krankenhaus mit hálakacsa zu schmieren, lässt dies natürlich sofort Rückschlüsse auf die derzeitige Führungsriege zu: Übrigens welche Ärzte? Wo doch täglich 3 davon Ungarn verlassen.
        aber halt stimmt, es gibt ja keine Pressefreiheit, also ist das demzufolge eine manipulierte Meldung der Regierung (oder wer sonst sollte da manipuliert haben?? http://www.hir24.hu/belfold/2014/09/18/naponta-harom-orvos-hagyja-el-magyarorszagot/

        Ich sitze da und grübel, wo mir dieser Text denn heute schon beggenet ist?

    • Bisher hatte ich das Glück, während meiner Aufenthalte in Ungarn nicht ins Krankenhaus zu müssen. Ich weiß aber, dass es in Ungarn üblich – aber keine Pflicht – ist, dem Arzt Trinkgeld zu geben. Vielleicht haben Sie da was falsch verstanden? Den ein oder anderen korrupten Arzt mag es geben, ich habe aber noch von keinem Fall gehört, dass ein Patient nicht behandelt worden wäre, weil er dem Arzt kein Trinkgeld gegeben hätte.

      • Ja Palóc, das ist das Problem, alles nur hörensagen. Selbst erlebt, weil nie bezahlt, werden Sie bei Nachuntersuchungen behandelt, wie Zigeuner behandelt werden. Da wollen Sie keine Nachuntersuchung mehr.

      • Dann halten wir also erstmal fest: Sie WERDEN behandelt, auch wenn Sie kein Trinkgeld geben. Die Sitte des Trinkgeldzahlens beim Arzt kann man durchaus kritisch sehen, dazu braucht es einen fesellschaftlichen Diskurs, gelöst muss das Problem dann auf anderer Ebene werden. Ich finde jedenfalls, dass es nicht an so einem integrationsunwilligen (siehe Sprachkenntnisse) Besserwessi wie Ihnen ist, ungarische Sitten zu ändern. Sie sind eingewandert, Sie müssen sich den Gepflogenheiten fügen. Zumindest brauchen Sie sich nicht wundern, dass sich jemand, dem Sie kein Trinkgeld geben, ans Bein gepinkelt fühlt. Versuchen Sie das mal in Deutschland in einer Gaststätte – würde mich wundern wenn Sie beim Kellner noch auf Gegenliebe stoßen würden. Naja, jetzt, wo die Zahlen der Einwanderer stramm nach oben gegangen sind, muss die Situation ohnehin neu bewertet werden. Es ist zwar hart, aber vielleicht trifft es ja wenigstens den richtigen…

      • Lieber Palóc, der Vergleich zur Gastronomie hinkt. Das hálapénz ist eine der größten Unsitten in Ungarn. Erfunden von Ärzten, die den Hals nicht voll kriegen. Das sollte man nicht mit Gepflogenheiten verwechseln. Und auch nicht mit Trinkgeld.

      • Der Arzt fühlte sich ans Bein gepisst, weil ich nicht machte, was ich nicht muss? Auf wie-viel arme und Zigeuner wird der wohl pissen? „Sie sind eingewandert, Sie müssen sich den Gepflogenheiten fügen.“ Meinen Sie damit übervorteilen und fluchen, saufen und in den Hintern kriechen, Palóc? Oder meinten Sie, ich soll wie Sie werden und andere als Fehltritt betrachten?

      • palóc, nehmen sie doch endlich mal ihre rosarote ungarnbrille ab. das ist ja nicht mehr zum aushalten mit ihnen, sie troll…

      • „Es ist zwar hart, aber vielleicht trifft es ja wenigstens den richtigen…“, hart.käse, ist das ein wahrer Akt des „Patriotismus“ oder ist das schon Hass, was meinen Sie?

      • @HV: Meines Wissens reicht das Trinkgeld für Ärzte zurück bis in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg als Bauern Ärzte mit Naturalien bezahlten (ein paar Eier, Wurst, etc.). Diese Gewohnheit wurde beibehalten, selbst als in Zeiten des Sozialismus die Behandlung kostenlos wurde. Zu diesem Zeitpunkt soll die Höhe des Trinkgelds weiterhin niedrig gewesen sein und war damit durchaus vergleichbar mit Trinkgeld in der Gastronomie. Bis zu diesem Punkt rücke ich von meiner Meinung nicht ab: es ist eine Sitte, nichts dramatisches, wenn man sie auch nicht gut finden muss. Die Probleme fingen wohl erst ab der Wende an als das Trinkgeld in die Höhe schoss. Diese Sachlage ist freilich anders zu bewerten, deshalb mein Verweis auf gesellschaftliche Diskussionen und Lösung des Problems auf anderer Ebene (Politik). Nichtsdestotrotz leisten auch ungarische Ärzte einen Eid und ich bin mir sicher, dass Verletzung selbigens wegen Nichtbehandlung geahndet werden würde. Nichts da also mit keine Behandlung ohne Trinkgeld wie das hier zuvor suggeriert wurde.

        @Don Kichote: http://www.fluentin3months.com/hungarian-is-easy/

        @kultur.krampf: Gerade Sie sollten mal lieber die Gusche halten. Sie hatten hier bisher kaum was besseres zu tun als die Leute anzufeinden, sie zu beleidigen, über „die Ungarn“ herzuziehen. Verkapter Nazi, Sie. Sie haben nicht mal den Anstand unter Ihrem bisherigen Namen weiterzuschreiben, offenbar ist Ihnen Ihr bisheriges Wirken hier peinlich.

      • Diese Sachlage ist freilich anders zu bewerten, deshalb mein Verweis auf gesellschaftliche Diskussionen und Lösung des Problems auf anderer Ebene (Politik).

        … mein Verweis auf gesellschaftlichen Diskussionen …

        Naja, jetzt, wo die Zahlen der Einwanderer stramm nach oben gegangen sind, muss die Situation ohnehin neu bewertet werden. Es ist zwar hart, aber vielleicht trifft es ja wenigstens den richtigen…

      • @Don Kichote: Wieso Hass? Ich will Ihnen doch bloß helfen. Sie leben offenbar in einem Land in dem es von Nazis und anderen Unmenschen nur so wimmelt. Über die QUalität des Trinkwassers haben wir seinerzeit auch schon diskutiert. Das will ich Ihnen nicht länger zumuten, sondern Ihnen so schnell wie möglich aus diesem Elend raushelfen 😉

  4. Don Kichote! Scher dich davon, hier hast du nichts zu suchen, Giftspucker! Klar, muss man bei grösseren Eingriffen den Ärzten oder Krankenschwestern was geben. Das ist halt eine hässliche aber unvermeidliche Sache, die sich aber im Sozialismus eingebürgert hat, und immer noch existiert. In Deutschland läuft dasselbe unter dem Namen „private Krankenversicherung“.

    • „Scher dich davon, hier hast du nichts zu suchen, Giftspucker!“

      prima bsp für glück, harmonie u ausgeglichenheit (auf ungarisch?)

      p.s.: lieber hv, wie ist eigtl ihre haltung zu solchen wortmeldungen? oder soll das hier ein panoptikum des asozialen werden?

      vorbei die schönen zeiten als noch karl pfeifer u ungarnfreund u andere gemässigte hier geschrieben haben…und leider sind sie daran nicht ganz unschuldig.

  5. „….vorbei die schönen zeiten als noch karl pfeifer u ungarnfreund u andere gemässigte hier geschrieben haben…und leider sind sie daran nicht ganz unschuldig.“

    Lacht Euch unschuldig und unverkrampft kaputt.

      • Es ist noch nicht einmal klar was l.hofer gemeint hat, hart.käse. Meinte er den Kommentar oder J.M.. Ich habe schon nach dem ersten Absatz aufgehört zu lesen. Die übliche Sülze, linksliberale schüren, vor diesem Hintergrund … Kanzlerin nicht erlauben können … Flieger zu besteigen?, mit der Überschrift „Dialog statt Belehrung“ was für ein Schmarren. Meinte er eventuell dies, ich will es gar nicht wissen.

  6. Na ja sagen wir mal so: erfunden wurde das keinesfalls von den Ärzten.Es ist auch kein Zufall, dass es im Volksmund hálakacsa heisst. Es ist nämlich wirklich so entstanden, dass es anfangs überhaupt nicht um Geld ging, sondern, dass es ein Dankschön war, welches sich in Naturalien ausdrückte.Das war dann schon mal eine lebende Ente, eine Gans oder Eier etcpp.Wie das so ist hat sich dann die Spirale immer weiter gedreht .In den 70-er Jahren waren es z.B. Präsentkörbe mit Luxus-Lebensmitteln und seit einigen Jahren ist man eben beim Geld gelandet und das Ganze ist wohl bis jetzt etwas ausgeufert.
    In den 70-er Jahren war es sogar so, dass nicht nur zwischen Patient-Arzt Dankesgaben gab, sondern auch von Arzt zu Arzt.Allerdings muss gesagt werden, dass es momentan wirklich schon sehr viele Mediziner gibt, die ein Dankesgeld verweigern.

    PS , die super Nicknamen haben mich doch total inspiriert

  7. Vielleicht kann noch jemand aus erster Hand berichten? Ich kann als Mitglied einer ungarischen Familie, die in mehreren Generationen einige Ärzte und noch mehr im Freundeskreis aufzuweisen hat, Folgendes berichten: ich habe noch keine einzige Person kennengelernt, die das System des hálapénz, auch „para“ (Parasolvenz) genannt, gut findet. Die Ärzte am wenigsten. Sie kalkulieren das Geld jedoch für den Monat ein und, sollten die Einnahmen nicht stimmen, muss manche kinderreiche Ärztefamilie, die vielleicht auch einen Kredit zu bedienen hat, auch mal wochenlang Schmalzbrot essen, ob Sie es glauben oder nicht! Die meisten Patienten machen trotz Beigeschmack je nach Leistungsfähigkeit mit: mal ist es Geld, mal eine Wurst oder ein Glas Honig, Spirituosen oder auch mal Blumensamen oder Serviettenbastelei. Ich musste dem Arzt meiner Mutter in den Achtzigern Schallplatten vorbeibringen… Ich kenne Einige, die sich auch weigern. Im Erwachsenenalter (bin in meinen Vierzigern) habe ich auch nur ein einziges Mal – bei einer Krebserkrankung in der Familie – Geld im Umschlag übergeben wollen, was vom jungen Arzt abgelehnt wurde. Für mich selbst als Patient habe ich bisher die Zahlung aus Prinzip verweigert, musste deshalb auch schon mal länger warten, aber Nichtbehandlung? Gibt’s vielleicht auch, aber sicherlich absolut vereinzelt. Dass ein Arzt Roma-Patienten nicht behandelt, kann ich mir kaum vorstellen, eher, dass manche auch sonst nicht zimperliche Pfleger und einige Mitpatienten in den typischen Mehrbettzimmern nicht mit allem Respekt mit dem Kranken und seiner Familie umgehen…Dass es schroffe und abgestumpfte Ärzte gibt, ist natürlich wahr. Aber für die meisten Ärzte gibt es nicht den linearen Zusammenhang mit dem Geldbeutel. Die zahlenden Patienten sind nicht gleichzeitig die beliebtesten. An diesem Punkt juckt es übrigens auch in meinen Fingern, eine besonders schlimme Erfahrung als ungarischer Patient in Deutschland zu schildern, mit rassistischen Bemerkungen inklusive sehr stark beleidigender Kommentare des Arztes in Richtung der ungarischen Kollegen, aber es wäre unfair, weil es nicht die Regel ist… Genauso unfair, wie verallgemeinert zu behaupten, dass sich die unverschämten ungarischen Ärzte eine goldene Nase an der Parasolvenz verdienen.

    • Jachan Sie erzählen etwas. Ärzte und noch mehr im Freundeskreis aufzuweisen hat, Folgendes berichten: halten Sie die Menschen für dumm?

    • Lieber Jachan,
      zunächst muss man sich die Frage stellen, wie es sein kann, dass die Parasolvenz noch so weit verbreitet ist. Seit 2012 ist sie nämlich strafbar, wenn der Arbeitgeber nicht damit einverstanden ist.

      Da ich nicht unterstelle, dass ungarische Ärzte reihenweise vorsätzlich gegen das Strafrecht verstoßen, muss ich also ausgehen, dass die Arbeitgeber (d.h. auch staatliche Kliniken) die Annahme billigen. Ich halte das, mit Verlaub, für einen Skandal: Staatliche Krankenhäuser, finanziert vom Steuerzahler, genehmigen ihren Angestellten einen „Bonus“…eventuell weil sie die Ärzte nicht anständig zahlen wollen? Ich meine, da ist der Wurm drin. Und ich bezweifle, dass man das System/das Verhalten damit rechtfertigen sollte, dass die Ärzte auf das Geld angewiesen sind…die Zahler sind es nämlich auch.

      Auch wenn man die Situation deutscher und ungarischer Ärzte nicht vergleichen kann, fällt mir hier das Jammern der deutschen Ärzte ein. Die weinen auch regelmäßig, sie würden zu wenig verdienen. Der Höhepunkt war, als ein Arzt im ARD-Magazin Plusminus gezeigt wurde, der aus seinem Auto ausstieg und nach der Einnahmesituation gefragt wurde. „Schlimm, man kommt kaum über die Runden!“ Sprach es und drückte auf den Schließknopf seines 911er :-)…

      Zurück zu Ungarn: 30.000 – 50.000 Forint werden angeblich im Schnitt für eine OP bezahlt. 40.000-300.000 für eine Geburt. Und pro Woche 1.000 für die Pflegerin. Ich denke, das ist sehr viel Geld.

      http://www.haszon.hu/archivum/3802-mennyi-ma-a-halapenz.html

      Und bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Im bestehenden System rechne ich es jedem Arzt hoch an, der die Annahme verweigert.

      • „mit rassistischen Bemerkungen inklusive sehr stark beleidigender Kommentare des Arztes in Richtung der ungarischen Kollegen,“ mit rassistischen Bemerkungen inklusive sehr stark beleidigender …

        “Schlimm, man kommt kaum über die Runden!” haben Sie dafür einen Beleg?

  8. Ja, u.a. zwei enge Familienmitglieder. Eins hat das Klinikwesen vor zwei Monaten wieder – nun endgültig nach zwei langen Versuchen in Abständen – das Klinikwesen verlassen. Kam über die Runden, aber eben so gerade und nicht erhobenen Hauptes. Parasolvenz ist ja das eine Problem, das feudale System das andere. Und ja, auch ich verurteile, ja verabscheue das System, ich glaube, das war klar. Aber: auch wenn HV-s Zahlen in manchen Bereichen stimmen können: 1. nicht jeder Arzt operiert und nicht jeder Fachbereich ist/war „bepreist“ 2. auch bei den OP-s gibt’s eine Hierarchie, was die Sache noch schlimmer macht. Ich bleibe dabei: der Spruch mit der goldenen Nase ist eine grobe Verallgemeinerung. Und Ungarns Ärzte sind nicht unanständiger als andere. Das System ist ein Skandal, auch heute noch. Übrigens: was halten Sie von Apothekern und PTA-s? Bestimmt schwebt dem Publikum auch kein Hungertuch vor beim Gedanken an diese Weißkittel. Aber: bei dieser Berufsgruppe kann man mit Ausnahmen (die Nicht-Angestellten) fast wortwörtlich darüber reden. Absoluter Skandal.
    Zum Beispiel des deutschen Arztes: ja sicher habe ich einen Beleg, hab’s selber erlebt. Wollte es allerdings zuerst gar nicht glauben. War eine Praxis im tiefen Westen. Es ging darum, dass ich ein unter Bezugnahme auf eine vorherige erfolgreiche Behandlung und Allergien ein anderes Medikament haben wollte. War aber – in jeder Hinsicht 😊- ein einmaliges Erlebnis.
    Übrigens: seit der genannten Zeit steht Schmalzbrot bei meinen Kindern hoch im Kurs als Geschmackerlebnis und Sparmaßnahme ungarischer Art. 😊 Sie kennen den Hintergrund nicht: dass Lebensmittel einen so viel größeren Anteil am Monatseinkommen in Ungarn ausmachen als in Deutschland, dass man so in paar Monaten erhebliche Ausgaben einsparen kann.

    • Was Sie nicht sagen, wie kommen Sie darauf, dass ich Sie meinte? Tatsächlich enge Familienmitglieder, waren die stark eng, weil die noch nicht vom Klinikwesen gefressen worden sind? Na da schau hin, skandalös, es liegt an der Ernährung. Die gefährliche Praxis tief im Westen, ich nehme mal an in Europa, da sitzen einfach so, zwei uno solo Ärzte herum und hauen sich sehr stark tiefe beleidigende rassistische Bemerkungen um die Ohren, aber erst wenn Sie kommen, einmalig. Wussten Sie, dass Sie in Ungarn den Einlauf um sonst bekommen und es kostet nichts? Sie müssen nicht einmal zum Arzt das macht hier jeder, quasi wie eine tägliche Hausschlachtung. Was halten Sie von einem Schmalzubrot mit anschließendem Einlauft, so könnten Sie sich die Verdauung sparen. Jaja bei den Ungarn können Sie sparen lernen, die sparen sogar an der Wahrheit.

      • „… die [Ungarn] sparen sogar an der Wahrheit.“

        Na sowas! Und für diese Erkenntnis soll mer deiⁿ G’sull brauche?
        Apropos „Schmalzubrot“ mit Einlauf. Die ganze Wahrheit ist, dass das Zubrot, das die liberale Regierungsorganisation zur Wahrheitsfindung zu den Schlägen in den Unterleib reichte, gar keine Schmalkost war. Die Palette der Nahrungsmittel, die den mit dem Kopf nach unten Gefesselten ins Rektum geschoben wurde, reichte von Hummus über Pasta mit Sauce bis hin zu Nüssen und Rosinen. «Lunch tray» nannten das die liberalen Folterer.

        Die ganze Wahrheit ist doch, dass Hausschlachtung und rektale Rehydration, ja wohl das ganze liberale Arsenal, noch unter das fällt, was man hierzulande unter Meinungsfreiheit praktiziert. Aber mal ganz ehrlich, wem geht Euer „Erweitertes Sudelwerk“ nicht auf den Sack und voll am Arsch vorbei?

      • Peter ich grüße Sie, natürlich ohne ein u zuviel. Dafür „mer deiⁿ G’sull“ wahrscheinlich ein Gesülze ist, aber das sparen Sie sich oder wir uns, wie echte Ungarn. Zu ihrem „Hummus“ der ist gerade wieder aktuell, allerdings braunschwarz, wie es sein muss und alleine übrig bleibt. Weil man sich die Palette an Nahrung und auch Mittel heute sparen will. Die ganze Wahrheit ist doch wohl, das in ferner Zukunft sogar Ihr „Hummus“ gespart wird, obwohl es immer mehr davon gibt.

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