Quaestor-Gruppe: Weiterer Brokerskandal erschüttert den ungarischen Finanzmarkt

Nach dem Wertpapierborker Buda-Cash (HV berichtete) erschüttert ein weiterer Skandal um ein Wertpapierhandelshaus den ungarischen Finanzmarkt. Nachdem die Anleihe-Emmissionstochter der Quaestor Wertpapierhandels- und Investitions-AG (Quaestor Értékpapírkereskedelmi és Befektetési Zrt.), das Unternehmen Quaestor Financial Hrurira, sich für insolvent erklärt hatte, führt ein von der Ungarischen Nationalbank (MNB) eingesetzter Kommissar die Quaestor-Gruppe weiter (hier die offizielle Meldung auf der Webseite des Unternehmens). Die Banklizenz der Quaestor-Gruppe wurde teilweise suspendiert.

Die Quaestor-Emissionstochter soll 150 Mrd. Forint (knapp 500 Mio. EUR) an Anleihen begeben haben, ohne über eine ausreichende Deckung verfügt zu haben. Nach Angaben der Quaestor-Tochter sollte der Insolvenzantrag die Refinanzierung der Anleihen lösen, die Gruppe beteuerte, über ausreichendes Vermögen zu verfügen, um alle Anlagen zu decken. Nachdem Offizielle der Ungarischen Nationalbank jedoch betont haten, dass Quaestor Anleihen im Wert von 210 Mrd. Forint ausstehen hatte, von denen 150 Mrd. Forint ohne Genehmigung erfolgt sein dürften, platzte die Bombe und die MNB übernahm vorläufig das Ruder.

Sollten sich die aktuellen Annahmen bestätigen (ale Vorzeichen sprechen derzeit dafür), handelt es sich beim Quaestor-Skandal nunmehr um den größten Finanzmarktskandal in der Geschichte Ungarns.

In Anbetracht der Nähe der Quaestor-Führung zur amtierenden ungarischen Regierung – der Chef des Unternehmens gilt als guter Freund von Außenminister Péter Szijjártó und als bestens mit der Regierungspartei Fidesz vernetzt- hat Fidesz nun einen Finanzmarktskandal „im eigenen Spielfeld“: Die linke und liberale Opposition versuchte umgehend, aus diesem Umstand politisches Kapital zu schlagen, etwa durch die Forderung, die MNB solle – statt Schlösser und Luxusimmobilien zu kaufen – lieber ihren Aufsichtsverpflichtungen nachkommen und sich um die ENtschädigung der geprellten Anlager kümmern. Umgekehrt hatte die Regierung beim Buda-Cash-Skandal umgehend die politische Nähe der dortigen Führung zur heutigen Opposition ins Feld geführt.

Ein ausführlicher Bericht zur Chronologie erschien bei Portfolio.hu:

http://www.portfolio.hu/en/equity/this_is_why_hungarys_quaestor_is_in_huge_trouble.29279.html

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Ein Kommentar zu “Quaestor-Gruppe: Weiterer Brokerskandal erschüttert den ungarischen Finanzmarkt

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