Paul Lendvai: Quaestor pfui, Buda-Cash hui?

Der Standard publiziert heute einen Kommentar des „Doyen“ der Ungarn-Berichterstattung, Paul Lendvai. Thema ist das Versagen der Regierung und ihre Verquickungen im Skandal um das zusammengebrochene Brokerhaus Quaestor. Verschleuderte Millionen, vermutete Insidergeschäfte, Kontakte zum – auch ohne Quaestor – Zweifel an seiner Kompetenz und Redlichkeit aufwerfenden Außenminister Péter Szijjártó. Viel berechtigte Kritik ist zu lesen, aber was ist mit Lendvais Rundumblick? Ist Quaestor etwa der einzige oder vielleicht doch eher einer von drei Brokerskandalen in Ungarn seit Februar 2015? 

Nun, wie auch immer, der Zeitlich erste Zusammenbruch, jener des der linksliberalen Machtelite Ungarns nahestehenden Firma Buda-Cash, scheint Lendvai keinen Nebensatz der Erwähnung wert. Ein Schelm, der böses dabei denkt, ein System dahinter vermutet. Fidesz pfui, Gyurcsány-Bajnai hui. Der Sumpf in Ungarn ist tiefer und ausgedehnter, als Lendvai seinen Lesern vermitteln will. 

http://derstandard.at/2000013921833/Der-Sumpf-in-Ungarn