Zeit: Klaus Harpprecht fordert „Einschreiten der EU“ gegen Ungarn

Der Journalist und Autor Klaus Harpprecht fordert in der Zeit ein Einschreiten gegen Ungarn durch die Europäische Union. Er sieht eine „systematische“ und alltägliche Diskriminierung der Roma-Minderheit. Als Beleg für diese landesweite „Systematik“ führt Harpprecht einen einzigen Ort an: „Erpatek“ (sic!), das eigentlich Érpatak heißt und dessen offen nazistischer Bürgermeister der rechtsradikalen Oppositionspartei Jobbik angehört und durch sein „Érpataker Modell“ landesweit Diskussionen ausgelöst hat: Mihály Zoltán Orosz, der die Welt in „Erbauer und Zerstörer“ teilt, mit Vorliebe in einer angeblichen „traditionellen Landestracht“ herumrennt, die an den bayerischen Wolpertinger erinnert und offene Sympathien für Nazideutschland hegt. 

Ein „Modell“ jedoch, das trotz offensiver Eigenwerbung Orosz‘ für seine Idee aber kein geeigneter Beleg für den Umgang mit der Roma-Minderheit ist – und auch niemals werden wird. Ein wildgewordener Bürgermeister als Grund für die Sanktionierung oder den Ausschluss eines Mitgliedstaats aus der EU? Viel Glück, Herr Harpprecht!

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/ungarn-orban-roma-menschenrechte-europa