Son of Saul gewinnt Golden Globe

Das ungarische Holocaust-Drama „Saul fia“ (Son of Saul) wurde gestern in Los Angeles mit einem Golden Globe als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Der Film von László Nemes gilt auch als einer der Top-Favoriten für die Oscar-Kategorie „Bester ausländischer Film“. Gratulation!

http://tablet.hvg.hu/kultura/20160111_Golden_Globe_gala_2016_Saul_fia

Das Drama handelt von dem Juden Saul, der Häftling im KZ Auschwitz ist und als Angehöriger eines der sog. „Sonderkommandos“ für die Einäscherung der ermordeten Mitinsassen Sorge zu tragen hat. Als er eines Tages einen Ermordeten entdeckt, den er für seinen Sohn hält, verfolgt er nur noch ein Ziel: Ihm ein würdiges Begräbnis zu verschaffen.

Die Freude über den großen Erfolg wird indes leider nicht von allen Ungarn geteilt. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook wird, ebenso wie in Zuschriften an die Redaktion von Index.hu, von einem „jüdischen Propagandafilm“ schwadroniert, die Frage aufgeworfen, was an dem Werk „ungarisch“ sei, und schlimmeres. Die untersten Instinkte des „Ungarn vs. Juden“ Denkmusters kommen hierbei zum Vorschein und sorgen dafür, dass selbst ein großer Freudentag gleich wieder zu einem Moment der Scham und Schande verkommt. 

http://index.hu/mindekozben/poszt/2016/01/11/reg_indult_be_akkora_ossznep_zsidozas_mint_most_a_saul_fia_sikere_utan/

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13 Kommentare zu “Son of Saul gewinnt Golden Globe

  1. Teil II: Unfassbar, aber leider „deja vu“ – frei assoziiert mit der mangelnden Aufarbeitung von Schuld und Sühne, Opferkomplexen und Vergangenheitsbewältigung in meiner österreichischen Geburtsheimat. Bloss kommt in Ungarn diktaturbedingt das Unverdaute noch später an die Oberfläche?!

  2. Interessant ist aber auch, dass der Film, obwohl mit dem Golden Globe ausgezeichnet, nicht halb so viel Aufsehen in der (deutschsprachigen) Presse erregte, wie der Fliegauf Film „Csak a szél“ Ob das damit zusammenhängt, dass es kein reines ungarisches Thema ist oder dass Nemes sich öffentlich bei der ung.Filmförderung für den Zuschuss von 321,6 Millionen Forint bedankte?

  3. So bekloppt äußert sich also der Regisseur des Films „Sauls Sohn“, László Nemes:

    „Viele würden die Konzentrationslager eher gestern als heute wieder öffnen, wenn sie könnten.“

    Jaja, Herr Nemes.

    Dumme, unüberlegte Aussagen wie diese sind Schuld daran, dass Holocaust-Filme heute generell nicht mehr gut aufgenommen werden in Ungarn.

    Quelle des obigen Zitats:
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24546

  4. „A Saul fia rendezője és producerei döbbenten értesültek a Juedische Allgemeine cikkének tartalmáról. »Rágalom minden nekem tulajdonított szó« – nyilatkozta Nemes Jeles László rendező. Az idézett mondatok nem hangzottak el az interjúban, ezért a film producerei azonnal megindítják a német lap ellen a szükséges jogi lépéseket.”

    Oh wie schön! Der Meister auch…
    „“A berlini Tagesspiegel online kiadásában 2011. február 20-án megjelent interjútól kénytelen vagyok elhatárolódni“ ( Tarr Béla )

    • Ich hab gestern, den Originaltext gelesen , aber leider hab ich vergessen ihn auszudrucken. Heute hab ich den „Nach Rücksprache und Übersetzungsabstimmung mit den Produzenten des Filmes veröffentlichen wir ein im Wortlaut verändertes Interview.“-Text gelesen . Na, aber hallo, wer hat hier wohl gemogelt? Lustig ist auch das Wort „Übersetzungsabstimmung“

  5. Dank „Übersetzungsabstimmung“ sind in der korrigierten Version Sätze, wie “Viele würden die Konzentrationslager eher gestern als heute wieder öffnen, wenn sie könnten” nicht mer zu finden. Dafür neue Sätze, die in der ursprünglichen Version gefehlt haben, wie z. B.:

    „In Ungarn entwickelt sich der Film zu einem der populärsten und meistgesehenen der letzten Jahre.“

    „Andererseits, und das ist paradox, war nur Ungarn bereit, diesen Film zu finanzieren, durch den Ungarischen Filmfonds. Weder in Deutschland noch in Österreich, Frankreich und Israel ist es uns gelungen, Fördermittel zu beschaffen oder auch nur Koproduzenten zu finden.“

    Ein Vergleich der zwei Versionen des gleichen Interviews ist bei atv zu lesen:
    http://www.atv.hu/belfold/20160129-kijavitottak-a-saul-fia-rendezojevel-keszult-interjut

  6. Ich habe soeben von der „Jüdischen Allgemeine“ auf hir-tv gehört und war schockiert – und bin doch nicht überrascht. Ein neuer Tiefschlag gegen Verstand und Wahrhaftigkeit, wenn wahr ist, was berichtet und diskutiert wird.

    http://hirtv.hu/magyarorszageloben/figyelem-1326261

    Wie gut wäre es, wenn man das verbogene und verlogene Interview, so wie es von der „Jüdischen Allgemeine“ zuerst veröffentlicht wurde, bekommen könnte.

    Wird sicherlich als peinliche Angelegenheit totgeschwiegen, es sei denn, HV, Jan Mainka und einige andere berichten davon.
    Der deutsche Depp ist vom Nazi zum Narr zum NarziSSten geworden. Er braucht keine Informationen. Er weiß schon alles.

  7. Pingback: László Nemes, die Jüdische Allgemeine und der schmale Grat zwischen Dichtung und Wahrheit – Hungarian Voice – Ungarn News

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