András Simor wird Vizepräsident der EBRD

András Simor, der jüngst abgewählte Präsident der Ungarischen Notenbank (MNB), wird Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD).

http://www.portfolio.hu/gazdasag/simor_az_ebrd_alelnoke_lesz.181821.html?utm_source=index_main&utm_medium=portfolio_box&utm_campaign=portfoliobox

Matolcsy wird Notenbankpräsident

Wie die Tageszeitung Világgazdaság (Weltwirtschaft) soeben berichtete, soll Wirtschaftsminister György Matolcsy im März 2013 den Posten des scheidenden Notenbankpräsidenten András Simor übernehmen.

http://www.vg.hu/gazdasag/gazdasagi-hirek/megtudtuk-matolcsy-gyorgy-lesz-az-uj-jegybankelnok-397204

Über die Nachfolge Simors, dessen Verhältnis zur amtierenden Regierung insbesondere wegen grundlegender Meinungsverschiedenheiten in der Geldpolitik seit je her angespannt ist, wird seit Monaten spekuliert. Die Nominierung Matolcsys war in Fachkreisen ebenso erwartet worden wie der ebenfalls als wahrscheinlich geltende Wechsel von Mihály Varga auf den Posten des Wirtschaftsministers.

Erneut überraschende Zinssenkung durch Notenbank

Der Monetärrat der Ungarischen Notenbank hat in seiner Sitzung vom 25.09.2012  zum zweiten Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Dieser liegt fortan bei 6,50 Prozent.

Der Zinsschritt war – wie schon die Senkung vor zwei Wochen – von der Mehrheit der Analysten nicht erwartet worden. Die Entscheidung wurde abermals mit knapper Mehrheit getroffen, ein Zeichen dafür, dass Notenbankpräsident András Simor und seine beiden Stellvertreter erneut von den „externen Ratsmitgliedern“ überstimmt worden sind. Das Nachrichtenportal Index.hu spricht von einem „Kampf in der Nationalbank“. Die Fachabteilungen der Bank hatten sich aufgrund der Inflationsgefahr gegen einen Zinsschritt ausgesprochen.

 

Ungarische Notenbank: Pressemitteilung vom 6. Januar 2012

Pressemitteilung der Ungarischen Nationalbank nach einer Konsultation ihres Präsidenten András Simor mit MP Viktor Orbán und weiteren Regierungsmitgliedern:

In einem von Nationalbankpräsident András Simor vorgeschlagenen Treffen betrachteten MP Viktor Orbán, die anwesenden Regierungsmitglieder und András Simor die derzeitigen ökonomischen Abläufe und bewerteten zugleich die Lage der Wirtschaft.

Sie stimmten überein, dass der Wirtschaftsminister und der Notenbankchef sich laufend abstimmen werden und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Stabilität der ungarischen Wirtschaft sichern. Die Nationalbank beobachtet die Situation des heimischen Finanzsystems laufend und sorgfältig. Die Notenbank betont, dass das ungarischen Bankensystem stabil ist.“

http://www.mnb.hu/Sajtoszoba/mnbhu_pressreleases/mnbhu_pressreleases_2012/mnbhu_sajtokozlemeny_20120106

Orbán: Devisenreserven werden nicht verwendet – Banker: Ungarn nicht „am Rande der Zahlungsunfähigkeit“

Der Fernsehsender ATV berichtet über ein Gespräch zwischen Ministerpräsident Viktor Orbán, Notenbankchef András Simor, Wirtschaftsminister György Matolcsy, Staatssekretär Mihály Varga und den designierten Verhandlungsführer für die IWF-Gespräche, den früheren Entwicklungsminister Tamás Fellegi. Nach dem Gespräche habe Orbán (gegen 11:00 Uhr) klargestellt, dass weder die Ersparnisse der Bürger, noch die Devisenreserven von der Regierung verwendet würden, um der aktuellen Situation Herr zu werden.

Die Diskussion um die die Berufung mehrerer neuer Personen in das Führungsgremium der Notenbank hatte Spekulationen laut werden lassen,die Regierung sei auf die Devisenreserven der Ungarischen Nationalbank aus, um diese für die Schuldentilgung zu verwenden. Ebenso hatten oppsitionelle Kreise das Gerücht lanciert, die Einlagen der Sparer seien im Fokus der Regierung.

Orbán betonte, die unabhängige Notenbank werde weiterhin allein über die Verwendung der Währungsreserven bestimmen.

Die ATV-Meldung im Wortlaut:

A miniszterelnök a megbeszélések utáni sajtótájékoztatón többek között azt hangsúlyozta, hogy a kormány nem zárolja a bankbetéteket és nem használják fel a jegybank devizatartalékait. A kormányfő leszögezte: a december végén elfogadott jegybanktörvény több ponton is deklarálja a jegybank függetlenségét, „kiinduló pont a függetlenség“. Hozzátette: mindez azt is jelenti, hogy a jegybank továbbra is maga dönt az ország devizatartalékainak kezeléséről és felhasználásáról.“

http://atv.hu/belfold/20120105_ujabb_tortenelmi_rekordot_dontott_a_forint_mar_322_folott_az_euro

Der Forint bleibt nach einer kurzen Erholung am Morgen gegenüber den Tiefstständen vom Vortag weiter unter Druck, die Parität zum Euro liegt bei 1 EUR = 318 HUF. Der Budapester Aktieindex BUX liegt ca. 1% im Plus.

Timothy Ash, Analyst für Emerging Markets bei der Royal Bank of Scotland (RBS) bezeichnet die Marktreaktionen der vergangenen Tage als übertrieben. Ungarn könne, bei Gegenüberstellung des Finanzbedarfes und der zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel, kaum als ein Land bezeichnet werden, das sich „am Rande der Zahlungsunfähigkeit“ befinde.

Ungarische Notenbank erhöht Leitzinsen

Ungarns Notenbank versucht durch höhere Leitzinsen dem Kurs-Verfall der Landeswährung Forint entgegen zu wirken. Die Zentralbank erhöhte den Schlüsselzins um einen halben Prozentpunkt auf 6,5 Prozent. Zugleich stellte Notenbankchef Andras Simor eine weitere geldpolitische Straffung in Aussicht, sollte das osteuropäische Land die tiefe Vertrauenskrise nicht überwinden.

Die Geldpolitiker in Budapest reagierten damit auf den Anstieg der Renditen am Staatsanleihenmarkt und den Kursverfall des Forint, nachdem die Ratingagentur Moody’s die Bonität des Landes auf Ramschstatus gesetzt hatte.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Ungarn-zieht-die-Zuegel-an-article4890771.html

 

EZB-Rat Ewald Nowotny: Ungarn droht kein Griechenland-Szenario

Der österreichische Notenbankgouverneur Ewald Nowotny, zugleich Mitglied im EZB-Rat, hat auf dem Wirtschaftstreffen „Forum Alpbach“ in Tirol Parallelen zwischen der Situation Ungarns und Griechenlands zurückgewiesen. Die Kleine Zeitung berichtet:

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/eu/2822918/ezb-nowotny-fuer-ungarn-griechen-schicksal-zu-befuerchten.story

Nowotny bezog sich unter anderem auf ein Gespräch mit dem ungarischen Notenbankchef András Simor und betonte, die Situation Ungarns sei mit der Griechenlands nicht vergleichbar. Ministerpräsident Viktor Orbán habe mit seiner überspitzten Darstellung wohl nur seine Partei auf radikalen Schuldenabbau einschwören wollen.

 

Beschaffungswesen in Ungarn: „Brutstätte der Korruption“

Die österreichische Tageszeitung Die Presse berichtet in der Ausgabe vom 01.04.2010 (LINK) über Forderungen von Wirtschaftsakteuren an die neue Regierung, die in einem „Weißbuch“ zusammengefasst worden sind. Der Chef der Amerikanischen Handelskammer in Ungarn, Gusztáv Bienerth, kritisiert hierbei insbesondere das Ausmaß der Korruption im öffentlichen Beschaffungswesen. Bienerth führt zutreffend aus, dass es kein Land außer Ungarn gebe, in dem Offshore-Gesellschaften Ausschreibungen in Milliardengröße gewinnen könnten. Besonders die Undurchsichtigkeit der Eigentümerstruktur dieser Gesellschaften wird kritisiert: Gelder würden, so Bienerth, nicht selten an Anwälte in Budapest ausbezahlt, welche die undurchsichtigen Gebilde vertreten.

Hinter den Offshore-Gesellschaften stehen – so vermutet auch Bienerth – offenkundig finanzkräftige ungarische Geschäftsleute, die jedoch gerne anonym bleiben. Selbst der amtierende Nationalbankpräsident András Simor wurde in Verbindung mit einer zypriotischen Offshore-Gesellschaft gebracht. Das hierbei abgegebene Bild ist in Anbetracht der geringen Steuermoral in Ungarn fatal: Weshalb sollte sich ein ungarischer Arbeitnehmer oder Mittelständler zur Zahlung von Steuern verpflichtet fühlen, wenn ranghohe Politiker ihm das genaue Gegenteil vorexerzieren?

Besonders kritikwürdig scheint, dass selbst Beschaffungen mit Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und die öffentliche Gesundheit an nicht kontrollierbare Offshore-Gesellschaften vergeben wurden. Dies gilt namentlich für die ungarische Impfung gegen die sog. „Schweinegrippe“. Zudem macht die intransparente Struktur Interessenkonflikte möglich: Wer kann denn ausschließen, dass nicht auch solche Personen maßgeblich mit den Offshore-Gesellschaften verbunden sind, die für die Durchführung des Ausschreibungsverfahrens verantwortlich sind?