Versus: Die Standpunkte von Jan Mainka und Bernhard Odehnal

Das ungarische Portal vs.hu („versus“) hat dem Journalisten Bernhard Odehnal (Tagesanzeiger) und dem Herausgeber der Budapester Zeitung, Jan Mainka, die Möglichkeit gegeben, ihre Standpunkte zur Berichterstattung der westlichen Medien über Ungarn darzustellen.

http://vs.hu/versus/mit_tesz_a_nyugati_media/0/

Mainka sieht die Berichterstattung kritisch, bemängelt insbesondere, dass wichtige – insbesondere positive – Einzelaspekte ausgespart werden. Odehnal vertritt die Gegenposition, bemängelt u.a. die fehlende Gesprächsbereitschaft der ungarischen Regierung und berichtet über persönliche Erfahrungen (beleidigende Leserbriefe) sowie die „Überwachung“ durch die Machthaber.

Die Debatte auf dem Portal könnte in den folgenden Tagen durch Kommentare von Attila Mong (Átlátszó), Frédéric Pons (valeurs actuelles), Ralf Leonhard (TAZ), Lion Edler (freier Journalist) sowie Martin Bukovics (mandiner) und Péter Techet (vs.hu) um weitere interessante Sichtweisen ergänzt werden. Es lohnt sich wohl, dabei zu bleiben.

Nézöpont: Untersuchung zur Ungarn-Berichterstattung der internationalen Presse

Die Ungarn-Berichterstattung der ausländischen Presse war bereits in zahllosen Fällen Thema dieses Blogs. Nun hat sich das Meinungsforschungsinstitut Nézöpont die Arbeit gemacht, eine Analyse zu erstellen und zu veröffentlichen.

http://nezopontintezet.hu/files/2013/02/Nezopont_Mediamuhely_Elemzes.pdf

Interessante Ergebnisse:

– die Negativberichte über Ungarn in deutschen und österreichischen Publikationen sind deutlich stärker vertreten als z.B. in Großbritannien und den USA.
– zu den „neutraleren“ Nachrichtenquellen zählen die Agenturen Reuters und Bloomberg, die FAZ und auch das Wall Street Journal.
– beim Standard und der Süddeutschen Zeitung überwiegen die Negativberichte deutlich

Der Freitag: Kommentar von Peter Schuld zu Ungarn

Bereits Ende Januar brachte die Wochenzeitung Der Freitag einen Kommentar von Peter Schuld zur Presseberichterstattung über Ungarn.

http://www.freitag.de/community/blogs/freiheitsliebender/ungarn–faschistische-diktatur-oder-linke-verschwoerung-

„Ungarn – faschistische Diktatur oder linke Verschwörung?Wenn Ungarn hierzulande in den Medien auftaucht, dann fast ausschließlich mit negativen Schlagzeilen. Glaub man der allgemeinen Berichterstattung, so entwickelt sich dort eine totalitäre bis faschistische Diktatur. Glaub man der ungarischen Regierung, ist alles eine internationale Verschwörung linker und (ex-) kommunistischer Kräfte. Hierin liegt die Problematik: Glauben bedeutet nichts wissen. Beide Theorien sind nämlich gleichermaßen völliger Unsinn. Die internationale Debatte ist völlig überladen mit Polemik und Emotionen.“

Ein, wie ich finde, sehr lesenswerter Kommentar, der wichtige Punkte anspricht und auch richtige Schlussfolgerungen enthält.