DRadio: Das Wunder von Cserdi – reloaded

Der Deutschlandfunk bringt einen Beitrag von Stephan Ozsváth über die Gemeinde Cserdi nahe der Stadt Pécs. Ein Ort, in dem Sich seit dem Amtsantritt des Bürgermeisters László Bogdán, einem Rom, einiges getan hat. Der Titel: „Das Wunder von Cserdi“.

http://www.deutschlandfunk.de/ungarn-das-wunder-von-cserdi.795.de.html?dram:article_id=302208

Zufall oder nicht: Hungarianvoice brachte einen Beitrag über Bogdán und sein Wirken im Ort unter diesem Titel bereits im September 2013. Ich freue mich, dass das DRadio – wenn es auch mehr als ein Jahr dauerte – dieses positive Beispiel aufgreift.

https://hungarianvoice.wordpress.com/2013/09/13/das-wunder-von-cserdi/

DRadio Kultur: Krisztina Koenen über „Die permanente Revolution des Viktor Orbán“

Die bekennende Orbán-Gegnerin Krisztina Koenen beschert den Hörern von Deutschlandradio Kultur – kurz vor der ungarischen Kommunalwahl – ein echtes Schmankerl.

http://www.deutschlandradiokultur.de/ungarn-die-permanente-revolution-des-viktor-orban.1005.de.html?dram:article_id=298488

Koenen erklärt (die) Ungarn, so wie sie – und viele ihrer Mitstreiter(innen) – es (bzw. sie) sehen. Ein Land, in dem „Wahlen manipuliert“ würden, in denen die Medienfreiheit eingeschränkt und die Institutionen des Rechts ausgehöhlt seien. Ungarn als gekränktes Land, das sich anderen überlegen fühle und den Fehler immer bei den anderen suche.

Bereits in der Überschrift wird von der „Vorliebe des Ministerpräsidenten für Verhüllung und Lüge“ gesprochen. Starke Worte aus dem Mund Koenens, die vor einigen Jahren mit der Unwahrheit hausieren ging, im damaligen Ungarn würden Personen zu Verfassungsrichtern gewählt (gemeint waren die Richter Stumpf und Bihari, beide gewählt im Jahr 2010), die keinen juristischen Abschluss hätten.

Unvergessen auch das Stückchen „Zurück zu den Hunnen„, in dem Koenen den gescheiterten MSZP-Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány als „Reformer“ bezeichnete und jene pseudo-Analyse aus dem Jahr 2009, welche den Aufstieg der Rechtsradikalen thematisierte: Sei doch die „wirtschaftliche Lage“ Ungarns „besser denn je„, so Koenen. Das Standardrepertoire der damaligen Anhänger der (inhaltlich nicht vorhandenen) ungarischen Opposition, die die Ursache des Scheiterns der MSZP/SZDSZ (und des Aufstiegs der Rechtsradikalen) niemals bei sich, sondern ausschließlich bei den anderen suchten: Und hier scheint Koenen – was die oben von ihr geschilderten „Charakterzüge“ ihrer Landsleute angeht, ganz Ungarin zu sein.

In einem hat Koenen Recht: Ungarn braucht – wie jede Demokratie – eine funktionierende Opposition. Man darf aber bezweifeln, dass sie so aussehen kann, wie Koenen sie sich vorstellt.

Rudolf Ungváry: Interview im Deutschlandradio

Der ungarische Schriftsteller und Regierungskritiker Rudolf Ungváry hat dem Deutschlandradio ein Telefoninterview aus Anlass der bevorstehenden Parlamentswahlen am Sonntag gegeben.

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/04/04/drk_20140404_0748_891a5fc6.mp3

Wie immer, drückt sich Ungváry drastisch aus: Ungarn sei keine Demokratie mehr, man befinde sich in der Weimarer Republik und die Wahlen seien weder fair noch frei. FSK ab 18, Kinder bekommen schlaflose Nächte.

DRadio: Stephan Ozsváth meldet sich zurück

Der ARD-Korrespondent Stephan Ozsváth meldet sich, kurz vor der Wahl, mit einem längeren Beitrag für das Deutschlandradio auf der Bühne politischer Berichterstattung zurück. Es geht wieder um die „Räuberbande“ um Viktor Orbán, auch wenn die pfiffige Vokabel diesmal nicht genannt und durch das vornehmer klingende Wort des „Polypen“ – eine Erfindung aus einem pünktlich vor der Wahl erschienenen Buch bekannter Regierungskritiker – ersetzt wurde:

http://www.deutschlandfunk.de/parlamentswahlen-in-ungarn-frei-aber-nicht-fair.724.de.html?dram:article_id=281836

 

Ein weiterer Beitrag mit vergleichbarem Inhalt („Ministerpräsident Orbáns Clan plündert die Staatskassen„) von Keno Verseck wurde gestern bei Spiegel Online veröffentlicht:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-ministerpraesident-orban-und-sein-clan-a-959798.html

 

Man bleibt in seinen Vorwürfen allgemein. Die Überzeugung ist da, nur fehlt einem offenbar das Material, konkret zu werden (Rogán kam wohl zu spät…). Hingegen: Der sehr konkrete Fall Simon (Schwarzgelder des geschassten MSZP-Parteivize in EUR-Millionenhöhe) wird ausgespart (Verseck) oder zu einer Frage „ungeklärter Überweisungen“ heruntergespielt (Ozsváth).