Orbán denkt laut über Einkommensteuersatz von 9% nach

Laut einer heutigen Aussage des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán denkt die Regierung über die Absenkung des Einkommensteuersatzes von 16% auf 9% nach. Laut Orbán sei man hierfür jedoch noch nicht stark genug.

Der Steuerwettbewerb in der Region ist erheblich. Die Einkommensteuersätze in Ungarn und Rumänien liegen gleichauf bei (flat) 16%, Tschechien bei 15%, Russland liegt bei 13%, Montenegro gar bei 9%.

http://index.hu/chart/2013/05/30/szja/

Format.at: Echte flat tax in Ungarn, Superbrutto beendet

Format.at berichtet, dass Ungarn nun eine „echte“ flat tax mit 16% bei der Einkommensteuer hat.

Bereits seit 2011 betrug der Steuersatz zwar ebenfalls schon 16%, allerdings wurde die Bemessungsgrundlage der Steuer, soweit das Einkommen über 202.000 HUF lag, um 27% fiktiv erhöht. Diese als „szuperbruttósítás“ (Superbrutto) bezeichnete Anhebung der Bemessungsgrundlage – die deutliche Kritik ausgelöst hatte – lief nun aus. Das Superbrutto war noch in der Zeit der sozialistischen Regierung Bajnai 2009 eingeführt worden.

Format bezeichnet Ungarn als eines der steuerlich attraktivsten Nachbarländer Österreichs.

http://www.format.at/articles/1305/959/351257/ungarn-echte-flat-tax

Der Ansatz Ungarns ist, die direkten Steuern zu senken, so etwa die Arbeitnehmer und Unternehmen zu entlasten, dafür aber die indirekten Steuern zu erhöhen: Ungarn verfügt mit 27% daher auch über den höchsten Mehrwertsteuersatz in der EU, wobei ermäßigte Steuersätze von 5% (z.B. für Arzneimittel, Medizinprodukte) und 18% (für Milch- und Getreideprodukte sowie Fernwärme) existieren.

Parlament beschließt Steuerreform

Das Parlament hat am 16.11.2010 eine Reihe von Steuergesetzen beschlossen, die vom 1.1.2011 an in Kraft treten.

– Die Einkommensteuer wird auf einen einheitlichen Satz von 16% reduziert („flat tax“)
– Die Steuer für Wirtschaftsgesellschaften sinkt auf 10%
– Kinderfreibeträge werden bereits ab dem ersten Kind gewährt
– Steuerfreibeträge für die Bezieher von Mindesteinkommen fallen weg
– Der Rentenversicherungsbeitrag steigt um 0,5% auf 10%

Die Regelungen sind Teil eines Maßnahmenpakets zur Entlastung von „Normalverdienern“ und zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft. Durch den Wegfall der Freibeträge beim Mindestlohn, gekoppelt mit einem im regionalen Vergleich sehr günstigen Steuersatz von 16%, soll der ungarischen Unsitte, Arbeitnehmer offiziell zu Mindestlöhnen anzustellen und einen weiteren Teil „schwarz auf die Hand“ zu zahlen, ein Ende bereiten. Geplant ist auch eine Verschärfung der Strafbarkeit von Steuern- und Abgabenhinterziehung.

Auch die Steuererklärung soll vereinfacht werden. Entgegen der früheren, 32-seitigen Formulare, soll ab Januar ein Formular „von der Größe eines Bierdeckels“ genügen.