Wahl 2014: 2/3-Mehrheit für Fidesz/KDNP so gut wie sicher

Eine knappe Woche nach der Parlamentswahl 2014 steht so gut wie fest, dass die Regierungsparteien Fidesz/KDNP weiterhin mit einer 2/3- Mandatsmehrheit im Hohen Haus rechnen können. Einer der ausgesprochen knappen Direktwahlkreise, der XVIII. Budapester Stadtbezirk, ging nun an den Fidesz-Kandidaten László Kucsák. Die zweitplatzierte Kandidatin des Linksbündnisses „Regierungswechsel“, Ágnes Kunhalmi, lag nur 60 Stimmen hinter dem Sieger.

Die für die 2/3-Mandatsmehrheit erforderlichen 133 Sitze sind damit praktisch sicher, auch wenn in einigen wenigen Stimmkreisen die Auszählung noch nicht ganz beendet ist.

http://www.origo.hu/valasztas2014/20140412-a-fidesz-megnyerte-a-xviii-keruletet.html

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Zweiter Wahlgang in 57 Wahlkreisen

In 57 (von insgesamt 176) Wahlkreisen wird es einen zweiten Wahlgang geben, da keiner der dort augestellten Kandidaten konnte im ersten Wahlgang mehr als 50% der abgegebenen Simmen auf sich vereinigen.FIdesz liegt in 55 Wahlkreisen an Platz 1, MSZP führt in zwei Wahlkreisen.

Die bislang entschiedenen Wahlkreise gingen ausnahmslos an die Fidesz-Kandidaten.

Durch den zweiten Wahlgang könnte sich das Wahlergebnis von Jobbik noch etwas verschlechtern: Die Wähler tendieren im zweiten Wahlgang eher dazu, den „sicheren“ Kandidaten zu wählen. Wechsler von Jobbik zu Fidesz sind daher wahrscheinlich.

Da der Fidesz noch 52 Mandate zur 2/3-Mehrheit benötigt (258 von 286 Parlamentssitzen), scheint diese durch die Wahlkreise des 2. Wahlgangs gesichert. Die wohl eher zu Gunsten von Fidesz ausfallenden Ausgleichsmandate, die den Wahlsieger begünstigen und über landesweite Listen aufgefüllt werden, sind hierbei noch nicht berücksichtigt.

Wahlanalyse Budapest: LMP schlägt Jobbik

Die junge, grüne Partei LMP (Lehet más a politika = Politik kann anders sein) hat den EInzug in das Parlament geschafft. In der Hauptstadt Budapest konnte die erstmals bei den Europawahlen 2009 aufgetretene Gruppierung die rechtsradikale Partei Jobbik auf den 4. Platz verweisen (Fidesz: 46,24; MSZP: 25,52%; LMP: 12,75%; Jobbik: 10,79%; MDF: 4,70%).

Der aus dem Fernsehen bekannte Jobbik-Politiker Sándor Pörzse, der im I. Bezirk (Burgviertel) als Wahlkreiskandidat angetreten war, konnte lediglich 6,87% der Stimmen erlangen. Fidesz gewann den I. Bezirk souverän mit 53,04% (Dr. Gábor Tamás Nagy). Auch hier erlangte die LMP-Kandidatin fast dreimal so viele Stimmen (16,40%) wie Jobbik.

Der Jobbik-EU-Parlamentsabgeordnete Zoltán Balczó konnte im II. Bezirk ebenfalls nur weniger als 7% der Stimmen auf sich vereinigen. Auch hier lag LMP bei 12,41%.

Jobbik konnte LMP in einigen Stimmkreisen der Außenbezirke sowie in einem Stimmkreis des VIII. Stadtbezirkes schlagen.