Viktor Orbán besucht den Springer-Verlag

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat im Rahmen seines Besuchs in Berlin auch den Axel-Springer-Verlag besucht:

http://www.welt.de/politik/ausland/article109764847/Athen-kann-ohne-Reformen-nicht-in-Euro-Zone-bleiben.html

Ich bin gespannt, ob ein ausführliches Interview nachkommt.

Orbán: Interessante Punkte im Handelsblatt-Gespräch

Ministerpräsident Viktor Orbán hat im Handelsblatt-Gespräch deutlich gemacht, dass der Beitritt Ungarns zur Euro-Zone keine Verpflichtung sei und auch nicht automatisch erfolgen dürfe. Im gegenwärtigen Zeitpunkt wäre der Beitritt unverantwortlich – so Orbán.

Orbán sieht ein Andauern der Euro-Schuldenkrise für mindestens weitere fünf Jahre, befürchtet eine politische Führungskrise und hält – insoweit durchaus interessant im Hinblick auf die 2/3-Mehrheit im eigenen Land – ein Präsidialsystem für geeigneter, schwierige Reformen durchzusetzen.

Zugleich legt Orbán Wert auf Steuerwettbewerb an Stelle von -harmonisierung. Dies verwundert in Anbetracht der Politik Ungarns, die Einkommensteuerauf pauschal 16% zu senken, keineswegs.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/ungarn-praesident-orban-sieht-keine-pflicht-zum-euro-beitritt/7237152.html

Forint legt gegenüber EUR zu

Die ungarische Landeswährung befindet sich seit Beginn des Jahres im Aufwärtstrend gegenüber dem Euro. Während Anfang Dezember 2010 für einen Euro noch bis zu 280 Forint bezahlt werden mussten, wird der EUR augenblicklich mit ca. 267 HUF gehandelt. In der Spitze lag die EUR/HUF-Parität im Jahr 2010 bei 290.

Würde der Forint bis auf 262 pro EUR zulegen, wären die im Jahre 2010 eingetretenen Verluste fast vollständig ausgeglichen.

Gegenüber dem Schweizer Franken schwächelt die ungarische Währung weiterhin, was für die große Zahl ungarischer Bankkunden, die ihre Konsum- und Immobilienkredite auf Grundlage des Schweizer Franken aufgenommen hatten, weiterhin deutliche Mehrbelastungen bedeutet. DIe Regierung Orbán hatte im Jahr 2010 ein Moratorium beschlossen, um Zwangsversteigerungen selbstgenutzter Immobilien wegen der Überschuldung ihrer Eigentümer vorerst zu verhindern.

 

Kósa 2.0: Matolcsy kommentiert „Euro-Schwäche“

Es gibt Momente, in denen sollten amtierende Ratspräsidenten wissen, was man sagt – und was nicht. György Matolcsy, derzeit Vorsitzender im Rat der EU-Finanzminister, meldete sich heute im Kreise seiner Kollegen zu Wort: Die Hauptaufgabe der nächsten sechs Monate sei die Stärkung des Euro und die Verbesserung der Finanzstabilität. So weit, so gut. Immerhin ist Ungarn nicht Mitglied der Euro-Zone, was das Land im Hinblick auf die Euro-Rettung gewiss nicht zum „Berufenen“ werden lässt. Umso wichtiger ist da Gespür für Marktpsychologie und die Bedeutung von Worten.

Matolcsy ließ jedoch kurz nach seinem o.g. Statement die Bombe platzen: Man sehe für weitere zehn Jahre die Gefahr einer Euro-Schwäche. Man denkt, man habe sich verhört. Matolcsy ist schließlich nicht unabhängiger Finanzanalyst, der seinen Anlegern zu Spekulationen für oder gegen den Euro rät, sondern spricht für den Rat der Finanzminister – und sollte bei seiner Wortwahl darauf achten, die ohnehin nervösen Märkte nicht noch weiter zu beunruhigen. Die Lage ist – nicht zuletzt wegen Ländern wie Griechenland, Irland und auch Ungarn – ohnehin nicht „überstabil“. Kann man durch derartige Verlautbarungen das notwendige Marktvertrauen stärken? Fragen über Fragen. Man fühlt sich an die Zeiten des Lajos Kósa und Péter Szíjjártó erinnert, als – kurz nach der Wahl 2010 – in Pressemitteilungen die ungarische Staatspleite heraufbeschworen und das Land mit Griechenland verglichen wurde. Der Forint ging prompt für mehrere Wochen auf Talfahrt. Offenbar will Matolcsy nun testen, ob er mit dem Euro das Gleiche bewirken kann wie seine Parteifreunde mit dem Forint.

Herr Matolcsy, so stärkt man gewiss nicht das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung. Das mag ein Land, welches nicht Teil des Währungsraumes ist, ein wenig geringer betreffen. Dennoch, kein guter Stil. Oder einfach fehlende Professionalität. Beides ist schlecht.

http://www.news.at/articles/1103/30/286669/ungarischer-finanzminister-euro-jahrzehnt