„D-Day“: Demonstration gegen die Regierung Orbán in Budapest

Im Rahmen der von mehreren Gewerkschaften organisierten „D-Day“-Demonstration nahmen heute mehrere tausend Menschen (die Veranstalter sprachen von bis zu 50.000, die Polizei von 10.000 Teilnehmern) an Demonstrationen gegen die Regierung Orbán in der ungarischen Hauptstadt teil. Die Proteste richten sich schwerpunktmäßig gegen Änderungen des Arbeitsrechts und forderten die Rückkehr zum jüngst geänderten System der Altersrente. Zudem kritisieren die Demonstranten den aus ihrer Sicht laufenden Demokratieabbau.

Fotostrecke:

http://galeria.index.hu/belfold/2011/10/01/tobb_ezren_tuntetnek_a_kossuth_teren/

Der bekannte Politanalyst und Blogger Gábor Török schreibt heute:

Es dürfte nicht übertrieben sein zu behaupten, dass die heutige Demonstration und die Gründung der Bewegung „Solidarität“ der Regierung viel gefährlicher werden könnte als alle bisherigen Aktionen der Oppositionsparteien zusammen. Die Gewerkschaften haben – wie auch der Kollege Kumin schreibt – auf der Straße größtenteils die Rolle der Opposition übernommen, wobei nach meiner Auffassung von viel mehr die Rede ist als von reiner Interessenvertretung im Sinne eines „Wir erheben unsere Stimme für die Rechte der Arbeiter“ (…).“

Beiträge:

http://nol.hu/belfold/d-day__tobb_tizezer_ember_tuntet_orbanek_ellen

http://www.magyarhirlap.hu/online/a_kossuth_teren_tuntettek_a_szakszervezetek.html

http://net-tribune.de/nt/node/61307/news/Zehntausende-demonstrieren-gegen-Reformen-der-Regierung-Orban

http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=476822

http://www.168ora.hu/itthon/d-day-tobb-tizezren-tuntetnek-orbanek-ellen-83443.html

Proteste gegen Widerruf des Privilegs der Frührente

Die Tagesschau berichtet über Proteste gegen die ungarische Regierung. Tausende machten ihre Ablehnung gegen die Pläne der Regierung kund, die weitreichenden Frühverrentungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst rückwirkend zu entziehen. Die Regierung plant durch die umstrittenen Maßnahmen, die Beschäftigungsquote in Ungarn, die deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt, zu steigern.

http://www.tagesschau.de/ausland/ungarn258.html

An den Demonstrationen nahmen auch rechtsradikale Gruppen, die der Oppositionspartei „Jobbik“ (Bewegung für ein besseres/rechteres Ungarn) nahe sthen, teil. Die Organisatoren der Proteste hatten es abgelehnt, sich von rechtsradikalen Teilnehmern zu distanzieren.