NZZ bringt Beitrag von György Dalos zur deutschen Besetzung Ungarns vor 70 Jahren

Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlicht heute – zum 70. Jahrestag des Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Ungarn – einen Beitrag des ungarischen Schriftstellers und Historikers György Dalos zum Thema.

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/der-19-maerz-des-admirals-horthy-1.18265528

György Dalos zum WELT-Interview mit Krisztián Ungváry

Die WELT veröffentlich heute einen Beitrag des ungarischen Schriftstellers, Historikers und ehemaligen Dissidenten György Dalos, in dem sich dieser mit dem von Krisztián Ungváry verfassten Werk „Die Bilanz des Horthy-Systems“ und auch mit dem vor wenigen Tagen erschienenen Ungváry-Interview in der WELT befasst.

Dalos beginnt seine Ausführungen mit einer Vorstellung Ungvárys und seines Buches, dem er Fundiertheit und Quellenreichtum attestiert. Auch erwähnt er den Umstand, dass der – hierzulande wohl nicht jedem historischen Interessierten bekannte – Ungváry zu jenen gehört, die ein Erstarken rechtsradikaler Tendenzen in Ungarn beklagen und die Regierung dafür kritisieren, nicht ausreichend gegen diesen vorzugehen.

In seinem Beitrag setzt sich Dalos mit einzelnen Aspekten der Interview-Aussagen Ungváry auseinander, die er für missverständlich hält. Dabei fällt durchaus auf, dass Dalos sich nicht an der von Ungváry verwendeten Begrifflichkeit eines im Horthy-Ungarn vorherrschenden „rational“, mit wirtschaftlichen Argumenten zu begründenden (wenn auch nicht zu rechtfertigenden) Antisemitismus festbeißt, wie dies WELT-Herausgeber Thomas Schmid über viele Zeilen seiner „Erwiderung“ für notwendig empfand. Dalos verucht insbesondere nicht in der von Schmid gewählten Weise, das von Ungváry „nicht Gesagte“ einer subjektiven Deutung – freilich durchgängig zu Lasten Ungváry – zu unterziehen. Die Unterschiede in beiden Schriften sind insoweit bemerkenswert und werfen die Frage auf, ob und ggf. warum dasselbe Interview bei einem Deutschen (Schmid) und einem Ungarn (Dalos) zu unterschiedlicher Wahrnehmung geführt hat.

Dalos´Schrift wurde bereits vor derer Schmids eingereicht. Sie ist damit nicht als Replik auf Schmids Beitrag zu verstehen.

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article121346883/Die-Wege-der-Verduennten-trennen-sich.html

Zum Vergleich die Schrift des WELT-Herausgebers: http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article121266670/Antisemitismus-hat-keine-Ratio.html

Es wäre – vor dem Hintergrund beider Schriften – nunmehr interessant zu lesen, wie Ungváry auf die Vorwürfe Schmids reagiert.

György Dalos kommentiert sein Gespräch mit Minister Zoltán Balog

Der ungarische Schriftsteller und Historiker György Dalos kommentiert sein Streitgespräch mit dem Minister für Humanressourcen, Zoltán Balog. Das Gespräch fand im Dezember in Berlin, am Sitz des Springer-Konzerns, statt. Moderation: Thomas Schmid, Herausgeber der Tageszeitung WELT.

http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=183218

Es freut mich, dass Dalos die Vorgeschichte des Gesprächs erwähnt. Hierzu gehört auch die Rolle dieses Blogs beim Zustandekommen des Interviews Kálnoky-Dalos für die WELT.

Röviden az előzményekről: 2011 áprilisában bekapcsolódtam a Hungarian Voice nevű, német-magyar konzervatív hírportál polémiáiba, s az ott gyakran megnyilatkozó Boris Kálnoky, a Welt magyar származású törökországi tudósítója interjúra kért fel lapja számára. Ebben a mellesleg eléggé megvagdalt interjúban („Der Hass ist unerträglich”, Die Welt, 2011. szeptember 17.) a magyarországi gyűlöletkultúráról szólva a normális, tárgyilagos vita mellett érveltem.“

Ein Interview, das – wie Dalos betont – leider stark gekürzt abgedruckt wurde. Der Leser findet die ungekürzte Fassung hier:

https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/09/19/dalos-interview-die-unveroffentlichte-originalfassung/

Das Wort „polémia“ empfinde ich übrigens nicht als beleidigend, Herr Dalos 🙂

WELT: Auszüge aus dem Streitgespräch zwischen György Dalos und Zoltán Balog

Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen in der ungarischen Regierung, und der in Berlin lebende ungarische Schriftsteller György Dalos trafen sich am 18. Dezember 2012 zu einem Streitgespräch im Axel-Springer-Haus in Berlin. WELT-Herausgeber Thomas Schmid moderierte die Diskussion.

http://www.welt.de/politik/ausland/article112263986/Hass-beherrscht-das-Leben-in-Ungarn.html

Ein, wie ich finde, sehr wichtiges Gespräch: Nicht nur inhaltlich, sondern auch als Zeichen des Dialogs, das es setzt.

WELT-Interview mit György Dalos

Paul Jandl hat György Dalos für die Tageszeitung WELT interviewt:

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article107618343/Resignieren-gehoert-zum-Dasein-eines-Ungarn-dazu.html

Der Schriftsteller und Historiker György Dalos über die rechte Gefahr, den wachsenden Hass und die Sehnsucht nach neuen Werten in der ungarischen Gesellschaft

 

NZZ: György Dalos über „Horthy im Hoch“

Der ungarische Schriftsteller György Dalos hat einen längeren Beitrag für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) verfasst, in dem er sich kritisch mit der Geschichtswahrnehmung im heutigen Ungarn befasst:

„Wie wenige Länder in Osteuropa hadert Ungarn mit seiner Geschichte und seinem Selbstverständnis. Wo die Kommunisten einst den Internationalismus propagierten, findet heute unter konservativen Vorzeichen ein nationalistischer Revisionismus statt. Dubiose, ja sogar verbrecherische historische Figuren feiern ein Comeback.“

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/horthy-im-hoch-1.17306919

Märkische Allgemeine: Interview mit György Dalos

Die Märkische Allgemeine Zeitung bringt heute ein Interview mit György Dalos:

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12257677/62129/Gyoergy-Dalos-zum-Abbau-der-Demokratie-in-seinem.html

Im Bezug auf den Neujahrs-Protestbrief ungarischer Dissidenten, den auch Dalos unterzeichnet hatte (HV berichtete), betont Dalos, seine Übereinstimmung betreffe die Zielsetzung des Schreibens, nicht jedoch „die Nuancen„. Er selbst hätte das Schreiben „nicht so zugespitzt“ formuliert.

Dalos betont abermals die Bedeutung des Dialogs und kritisiert die Hasskultur, die – neben ihm – auch dem Journalisten Boris Kálnoky und der Tageszeitung WELT Schmähungen rechtsradikaler Kreise in Ungarn eingebracht hat.

 

Die WELT: Boris Kálnoky interviewt György Dalos

Boris Kálnoky hat den ungarischen Schriftsteller György Dalos für die Tageszeitung WELT zur innenpolitischen Zerrissenheit des Landes und zu möglichen Lösungen aus dieser gesellschaftlichen Krise interviewt.

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13610054/Der-Hass-ist-unertraeglich.html

Das Interview ist höchst lesenswert, werden doch seit langem wieder Lösungen angesprochen, die jenseits des „wählt Orbán ab!“-Rufes aus den Redaktionen der überwiegenden Zahl deutschsprachiger Publikationen liegen müssen: Ein demokratischer Minimalkonsens muss her, der auf beiden Seiten darauf verzichtet, dem Gegner reflexartig die demokratische Legitimität abzusprechen und wieder darauf gerichtet ist, miteinander zu reden. Ein Ansatz, der in gewisser Weise an den „Nationalen runden Tisch“ der Wendezeit erinnert und den die beiden Interviewpartner auch in der Diskussion auf diesem Blog als wünschenswert betrachteten.

Es bleibt spannend. Hoffen wir, dass sich auch aktive politische Akteure zu einem solchen Dialog überreden lassen. Die steigende Zahl der Nichtwähler sollte beiden großen Lagern Warnung genug sein.

György Dalos sieht Schlussakt im Kampf um die Medien: Ziel ist maximale Kontrolle

Deutschlandradio Kultur bringt ein Interview mit dem Buchautor György Dalos zum Thema Kampf um die Medien:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1502994/

Dalos betont, die Entlassungen zielten auf das „liberale Milieu“ und eine größtmögliche staatliche Kontrolle ab. Die staatlichen Medien seien bereits angepasst. Die Webseite enthält auch folgende Aussage: „Es sei nicht richtig, dass Ungarn kein Geld habe und daher in diesem Umfang rationalisieren müsse, sagte Dalos weiter. Auch, dass man die Sendeanstalten verjüngen wolle, sei nicht richtig, denn es würden auch junge Redakteure entlassen. Falsch sei es ebenfalls, wenn die Orban-Regierung beteuere, die Entlassungen, seien nicht rassistisch, denn es würden auch Rundfunk-Programme für Roma eingestellt und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter entlassen.“ (vgl. hier)