Gas-Deal zwischen MOL und Gazprom?

Die in der Schweiz erscheinende Handelszeitung berichtet über den Willen der USA, einen angeblich im Raum stehenden Deal zwischen dem ungarischen Energiekonzern MOL und der russischen Gazprom zu verhindern: Angeblich wolle MOL seinen Anteil an der kroatischen INA veräußern, gegebenenfalls könne Gazprom zum Zuge kommen und damit innerhalb der EU weiter Fuß fassen.

Die USA sollen derzeit mit Hochdruck daran arbeiten, den Deal mit Gazprom zu verhindern. Die etwas unter 50 prozentige INA-Beteiligung war schon in den vergangenen Jahren in die Presse geraten: Angeblich soll MOL an den ehemaligen kroatischen Premier Ivo Sanader Schmiergelder in Millionenhöhe bezahlt haben, um die Beteiligung zu erhalten. Gegen MOL-Vorstandschef Zsolt Hernádi war zeitweilig ein Haftbefehl der kroatischen Justizbehörden in Kraft.

Ob das jüngst verkündete Einreiseverbot für sechs „regierungsnahe“ ungarische Staatsbürger für die USA, das offiziell mit Korruptionsvorwürfen begründet wurde, auch mit dem seitens der USA „unerwünschten“ wirtschaftspolitischen Annäherungskurs Ungarns gegenüber Russland im Zusammenhang steht, scheint jedenfalls möglich. Die USA scheinen mitunter großes Interesse daran zu haben, eine ökonomische Annäherung auch einzelner EU-Mitglieder an Russland aus strategischen Gründen zu verhindern.

http://www.handelszeitung.ch/politik/usa-fuerchten-gas-bund-von-ungarn-und-russland-691365

Korruptionsskandal bei INA-Erwerb?

Mehreren Presseberichten zufolge soll der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL bei dem Erwerb eines Aktienpaketes am kroatischen Erdölkonzern INA Bestechungsgelder in Millionenhöhe bezahlt haben. MOL war seinerzeit als Sieger aus dem Bieterduell mit der österreichischen OMV hervorgegangen.

Der  ehemalige kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader soll einem Bericht in der kroatischen Presse zufolge auf Veranlassung des MOL-Chefs Zsolt Hernádi einen Betrag von 10 Millionen EUR erhalten haben. Hernádi bestreitet die Vorwürfe und spricht von böswilligen Gerüchten. Sanader befindet sich derzeit in österreichischer Auslieferugshaft.

Die ungarische Tageszeitung Népszava berichtet, dass ein einflussreicher kroatischer Geschäftsmann, Robert Jezic, den kroatischen Behörden über den Bestechungsfall berichtet habe.

Quellen:

http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=442881&referer_id=friss

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/672051/MOL-soll-Sanader-bestochen-haben?_vl_backlink=/home/index.do

http://index.hu/gazdasag/magyar/2011/06/21/mol/

http://www.fn.hu/penzugy/20110622/tamadas_alatt_mol/