Jungle World mit Ungarn-Special: Marsovszky, Pfeifer und Pusztaranger klagen an

Die linke Wochenzeitung Jungle World bringt in ihrer aktuellen Ausgabe einen Schwerpunkt zu Ungarn.

Magdalena Marsovszky, Kulturwissenschaftlerin, schreibt über die „völkischen“ Aspekte des neuen ungarischen Grundgesetzes. Karl Pfeifer, Orbán-Kritiker, stellt seine Sicht der Dinge über „Rassismus und Antisemitismus in der Politik der Regierung“ dar. Und die antifaschistische Bloggerin Pusztaranger gibt ein Interview über die „Schwierigkeiten der Opposition“.

Die Beiträge fasst Jungle World u.a. mit der Drohkulisse einer „scheibchenweisen“ Bewegung in den „Faschismus“ zusammen:

„Scheibchenweise Richtung Faschismus. Viktor Orbáns Regierung führt Ungarn Stück für Stück weiter nach ganz rechts außen, wo die Jobbik-Nazis darauf warten, mit der Fidesz ein Bündnis einzugehen. Nachdem Orbán die Verfassung ändern ließ, ist die Empörung groß in Europa, doch Konsequenzen scheut die EU bislang. Die autoritäre, völkische, rassistische und antisemitische Politik der Regierung stößt in Ungarn zwar auf Protest, doch die Opposition wird in ihren Rechten immer mehr beschnitten. Alles über faschistische Tendenzen mitten in der EU.“

„Donau-Taliban“: Jungle World über Ungarn

Die politische Linke ist offenbar 24/7 damit beschäftigt, sich neue Schimpfwörter für den ungarischen Ministerpräsidenten einfallen zu lassen. Die neueste Schöpfung von Jörn Schulz und der Jungle World ist der „Donau-Taliban“. Für diejenigen, die es vergessen haben sollten: Taliban sind die, die in Afghanistan einen Gottesstaat errichten wollten und noch heute Zivilisten in die Luft sprengen. Nachdem wir „Puszta-Putin“, „Brutalpopulist“ und „Faschist“ schon hatten, bleiben ab sofort als Steigerung wohl nur noch „Roter Khmer“, „Stalin“ und dann „Hitler“ übrig. Wer wird wohl den Rubikon wohl überschreiten?

http://jungle-world.com/artikel/2011/31/43725.html

Wie schön, immer wieder zu erfahren, was manch einer unter „Presse- und Medienfreiheit“ versteht. Was die Diktatorenvergleiche angeht, hatte Jörn Schulz dabei einst einen lichten Moment und schrieb in der Jungle World:

Ständig wollen irgendwelche Leute die Geschichte umschreiben, ohne sich die Mühe zu machen, sie zuvor einmal zur Kenntnis zu nehmen.“

Ganz genau so ist es, Herr Schulz.