dpa-Korrespondentin Kathrin Lauer sieht „Ungarn fest in Orbán-Hand“

Die Wiener Zeitung veröffentlicht einen Beitrag der dpa-Korrespondentin Kathrin Lauer zur kommenden Wahl am 6. April 2014. Lauer sieht die Wahl für die Opposition als praktisch verloren und legt ihre Sicht der Dinge zu den Gründen der Favoritenrolle der Regierungspartei Fidesz dar:

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europastaaten/?em_cnt=602295

Reinhard Olt im Gespräch mit der „Presse“

Reinhard Olt, der frühere und mittlerweile in Ruhestand getretene frühere FAZ-Korrespondent in Wien, spricht mit der Tageszeitung Die Presse über seine Arbeit.

http://diepresse.com/home/leben/mensch/1301003/-Reinhard-Olt_Mag-keinen-journalistischen-Einheitsbrei?_vl_backlink=/home/leben/mensch/index.do

Einige Auszüge:

In österreichischen wie auch in deutschen Medien ist eine starke Verknappung und ein Hang, an der Oberfläche zu verbleiben, festzustellen. Es wird immer weniger Tiefgründiges, Hintergründiges geboten. Alles wird mitgemacht, was uns abends das Fernsehen vorgibt, und es wird wiedergekäut, was von den Nachrichtenagenturen vorbestimmt ist. Die Redaktionen sind viel zu stark darauf fixiert, was in diesen Agenturen läuft.

„Bei meinen Beobachtungen zu Ungarn ist mir aber eines aufgefallen: Es gibt bei der Bewertung der innenpolitischen Lage in Ungarn ein paar Stichwortgeber. Und leider neigen Journalisten oft dazu, diese Stichworte sogleich für bare Münze zu nehmen. Das kann ich nicht akzeptieren.“

Ungarn ist heute eine tief gespaltene Gesellschaft – zwei Lager, die sich mit abgrundtiefem Hass gegenüberstehen. Ich sehe derzeit auch keine Möglichkeit, wie diese Spaltung zu überwinden wäre. Da müssten so viele Hände ausgestreckt werden.“

Ich stimme Olt nicht nur in Bewertung der Spaltung der ungarischen Gesellschaft zu, sondern auch in der These, dass die Agenturen das Bild (leider fast alleine) bestimmen – und weniger die eigene Recherche. Was dann zum Problem wird, wenn Agenturmitarbeiter sich weniger der Objektivität, sondern ihrer eigenen politischen Überzeugung verpflichtet fühlen. Jeder kann sich sein eigenes Bild darüber machen, ob Gregor Mayer und Kathrin Lauer, die maßgeblich das Ungarn-Bild im deutschsprachigen Raum durch ihre Agenturtätigkeit für die dpa (und andere Agenturen) mitbestimmen, dem Idealtyp des Agenturmitarbeiters entsprechen, wenn sie im übrigen auf Facebook gegen die aktuelle Regierung zu Felde ziehen und aus ihrer Verachtung kaum jemals einen Hehl gemacht haben. Dagegen, dass sie ihre eigenen (Facebook)-Beiträge über „Orbánistan“ verfassen, hat niemand etwas: Nur sollten die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen eben wissen, auf wen sie hier bauen. Nicht mehr und nicht weniger.

Man darf in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass es eben jene dpa war, die eine Falschmeldung über das ungarische Mediengesetz lancierte – und bis heute nicht das Rückgrat atte, sie zu korrigieren: https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/01/09/martonyi-stellt-klar-es-gibt-keine-geldbusen-bei-verletzung-des-gebots-der-ausgewogenheit/

Und auch die Stichwortgeber (außerhalb der Agenturen), die immer und immer wieder das Bild Ungarns im Ausland prägen – sozusagen die Lieblings-Interviewpartner – sind hinreichend bekannt. Auch insoweit besteht kein Problem, György Konrád zum einhundertsten Mal um seine Einschätzung zu bitten. Es wäre aber schön, wenn man auch die andere Seite zu Wort kommen ließe. Paul Lendvai sieht das offenkundig anders, wer seine tendenziöse und verzerrende jüngste ORF-Reportage gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Und wenn dann noch Gregor Mayer von einer „nüchternen Bestandsaufnahme“ spricht, weiß auch, welcher Wind uns von der dpa Budapest entgegen weht.

Kathrin Lauer in der TAZ: „Nazis unter sich“

Kathrin Lauer berichtet in der Tageszeitung (TAZ) über den Fall László Csatary und eine Antifa-Aktivistin, die von Rechtsradikalen bedroht und drangsaliert wird, seit sie vor der Wohnung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Csatáry demonstriert hat. Das Nazi-Portal kuruc.info hatte ihre persönlichen Daten veröffentlicht:

http://www.taz.de/Antisemitismus-in-Ungarn/!100057/

 

Der Tagesspiegel zur EU-Präsidentschaft

Der Tagesspiegel berichtet zum einen über die vergangenen sechs Monate ungarischer EU-Ratspräsidentschaft und benennt der Themen des beginnenden polnischen Vorsitzes.

http://www.tagesspiegel.de/politik/offen-nach-osten/4343876.html

Den beiden Verfassern Christopher Ziedler und Paul Flückiger gebührt Lob. Sie schaffen es nämlich, einen Beitrag aus Anlass und zugleich über das Thema Ratspräsidentschaft zu schreiben. Anders als Stefanie Bolzen in der WELT und Kathrin Lauer im Standard, die beide zwar den Anlass der Abgabe des Vorsitzes an Polen aufgreifen, jedoch ihre Beiträge schwerpunktmäßig dazu nutzen, in braver Umsetzung der Tradition beider Blätter zum Generalangriff gegen die Budapester Orbán-Regierung ausholen.