Wirtschaftsminister Matolcsy: Im Fidesz brodelt es, Orbán stärkt seinem Minister den Rücken

Nach einem Bericht des Online-Nachrichtenportals index.hu wächst der innerparteiliche Widerstand gegen Wirtschaftsminister György Matolcsy.

http://index.hu/belfold/2011/11/25/a_legkiabrandultabb_het_a_fidesz-frakcioban/

Die Ereignisse der vergangenen Tage, insbesondere die Herabstufung Ungarns durch die Rating-Agentur Moody´s auf Ramschniveau, hat innerhalb der Fidesz-Fraktion offenbar nachhaltige Spuren hinterlassen. Es herrsche Unverständnis, weshalb die Wirtschaftspolitik einem „Phantasten“ überlassen werde. Nach außen versucht die Partei, Einigkeit zu demonstrieren, Fraktionschef János Lázár verkündete, Matolcsy genieße noch immer „einhundertptozentiges Vertrauen“ .

Ministerpräsident Viktor Orbán hält seinem Minister derzeit weiter die Treue. Sein Sprecher, Péter Szíjjártó, betonte unmittelbar nach der Herabstufung Ungarns, Matolcsy bleibe im Amt.

 

Moody´s: Ungarn auf Ramschniveau

FOCUS berichtet:
„Die Ratingagentur Moody´s hat Ungarn auf Ramschniveau herabgestuft. Ungarns Wirtschaftsministerium reagierte empört. Die Einschätzung von Moody´s sei Teil von Finanzangriffen, mutmaßte das Wirtschaftsministerium.“

http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/ungarn-ratingagentur-moodys-stuft-ungarn-herab_aid_687788.html

FOCUS weiter:

„Die Analysten von Moody´s hatten ihre Bewertung damit begründet, dass es immer unsicherer werde, ob das Land angesichts seiner eingeschränkten Wachstumsaussichten seine mittelfristigen Ziele zur Konsolidierung der Finanzen und der Reduzierung der öffentlichen Schulden erreichen könne. Zudem sei die Schuldenstruktur des Landes dergestalt, dass das Land anfällig für Schocks von außen sei. Eine weitere Herabstufung der Bonität sei möglich, wenn bei der Umsetzung der Strukturreformen keine Fortschritte gemacht würden.

Stunden vor der Herabstufung durch Moody´s hatte Standard & Poor´s erklärt, den negativen Ausblick für Ungarn beizubehalten, doch die Gespräche Ungarns mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union abwarten zu wollen, bevor eine Entscheidung über eine etwaige weitere Herabstufung gefällt werde.“

http://www.moodys.com/research/Moodys-downgrades-Hungary-to-Ba1-negative-outlook–PR_231319

Mit der Herabstufung steht Ungarn nach der Moody´s-Bewertung schlechter als Bulgarien (Baa2), Rumänien und Kroatien (jeweils Baa3).