Kommt das „lex kuruc.info“?

Das ungarische Internetportal origo.hu berichtet über einen Gesetzentwurf, der in bestimmten Fällen die Sperrung gesetzwidriger Internetseiten für ungarische Nutzer ermöglichen soll, selbst wenn sie von ausländischen Servern aus betrieben werden. Grundlage für die Sperrung soll ein rechtskräftiges Gerichtsurteil sein.

http://www.origo.hu/itthon/20130510-jon-a-lex-kurucinfo.html

Ungarns Regierung wird, insbesondere seit 2010, im Zusammenhang mit der rechtsradikalen Hetzseite kuruc.info heftig kritisiert. Die Seite verbreitet, über einen US-amerikanischen Server, rassistische, antisemitische, antiziganistische und sonstige grob menschenverachtende Inhalte. Auch die Regierungspartei Fidesz wird regelmäßig beschimpft, dennoch wird ihr von linker und liberaler Seite vorgehalten, nichts gegen die Inhalte zu unternehmen und die Hintermänner unbehelligt zu lassen.

Kuruc.info, das über beachtliche Zugriffszahlen verfügt, wird international gerne als Beleg für rassistische Tendenzen in der ungarischen Gesellschaft herangezogen. Dabei ist keineswegs klar, ob die Zugriffsdaten a) korrekt sind und b) ob nur Anhänger des neonazistischen Spektrums die Seite aufrufen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil dürften gerade die Gegner von kuruc.info und Journalisten ausmachen, die die Seite zitieren.

Kathrin Lauer in der TAZ: „Nazis unter sich“

Kathrin Lauer berichtet in der Tageszeitung (TAZ) über den Fall László Csatary und eine Antifa-Aktivistin, die von Rechtsradikalen bedroht und drangsaliert wird, seit sie vor der Wohnung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Csatáry demonstriert hat. Das Nazi-Portal kuruc.info hatte ihre persönlichen Daten veröffentlicht:

http://www.taz.de/Antisemitismus-in-Ungarn/!100057/