MDF und SZDSZ: Das Ende einer kurzen Zwangsehe

Das Ungarische Demokratische Forum (MDF) und der Bund freier Demokraten (SZDSZ) haben ihre Zusammenarbeit beendet. Beide Parteien waren gemeinsam zur Parlamentswahl angetreten, um ihre Chancen, die 5%-Hürde zu erreichen, zu erhöhen. Die den politischen Prozess in den Jahren der Wende 1989-1990 maßgeblich mitbestimmenden Parteien (MDF stellte den ersten frei gewählten Ministerpräsidenten, József Antall) hatten in den letzten Jahren dramatisch an Bedeutung verloren. Während das MDF – 1998-2002 in einer Regierungskoalition mit Fidesz und den Kleinlandwirten – an der Abrenzung zum Fidesz scheiterte, war der SZDSZ seit 2002 Teil des Regierungsbündnisses und immer wieder in Korruptionsaffären verstrickt.

Die Trennung erfolgte auf den Wunsch des MDF.

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MDF-Vorsitzende Ibolya Dávid tritt nach verheerendem Wahlergebnis zurück

Die Vorsitzende des Ungarischen Demokratischen Forums (MDF), Ibolya Dávid, tritt von ihrem Amt zurück. Das MDF hat den Einzug ins Parlament verpasst. Spitzenkandidat des MDF war der frühere sozialistisch einanzminister Lajos Bokros.

Ibolya Dávid war in der Legislaturperiode 1998-2002 Justizministerin in der ersten Orbán-Regierung. Nach 2002 drifteten die Parteien jedoch auseinander und traten 2006 als Konkurrenten auf. MDF war eine der bestimmenden Wendeparteien und stellte den ersten frei gewählten Ministerpräsidenten József Antall.

Századvég-Umfrage: Jobbik fällt zurück, LMP an der 5%-Grenze

Das Meinungsforschungsinstitut Századvég bescheinigt in seiner April-Umfrage (Zusammenfassung HIER) der konservativen Oppositionspartei Fidesz einen voraussichtlichen Stimmenanteil von 59%, die Sozialisten liegen mt 18% auf Platz zwei, gefolgt von Jobbik mit 15%. Auch der Einzug der neuen Gruppierung LMP („Politik kann anders sein“) scheint möglich, sie käme auf ca. 5%. MDF und SZDSZ verfehlen den Einzug ins Parlament.

Umfrage: Fidesz bei 62%, MSZP 20%, Jobbik 13%

Nach der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Szonda-Ipsos kann die konservative Oppositionspartei Fidesz mit 62% der Wählerstimmen rechnen. Die noch regierenden Sozialisten (MSZP) kämen auf 20% der Stimmen, die rechtsradikale Jobbik fiel in der Wählergunst auf 13%, d.h. hinter das Ergebnis der Europawahlen 2009 zurück. Zuletzt wurde Jobbik auf bis zu 20% taxiert.

Die ungarischen Grünen (LMP) und das Demokratische Forum (MDF) würden den Einzug in das Parlament mit 3% bzw. 1% verfehlen.