RWE-Ausstieg in Ungarn?

Nach einem heute erschienen Bericht der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung Magyar Nemzet laufen aktuell Verhandlungen zwischen dem deutschen Energieversorger RWE und der staatlichen ungarischen Energieholding MVM Zrt. über den Verkauf des 49%-Anteils von RWE am Budapester Gasversorgungsunternehmen Főgáz. Würde die Transaktion durchgeführt, stünde Főgáz fortan wieder in staatlichem Besitz.

Die ungarische Regierung Orbán plant den Wiedereinstieg in die aus ihrer Sicht „strategisch bedeutsame“  Wirtschaftsszweige, u.a. den Energiesektor. Zuletzt wurde die ungarische Gassparte von E.on erworben (HV-Bericht hier), 2011 kaufte der Staat eine maßgebliche Beteiligung am Öl- und Gasversorger MOL Nyrt. von der russischen Surgutneftegas zurück (HV berichtete).

Orbán: Haben E.on-Gasgeschäft gekauft

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat heute in Moskau angedeutet, dass Ungarn das Gasgeschäft des Energiekonzerns E.on erworben habe. Weder zum Preis noch zu den Details des Geschäfts wurden Angaben gemacht.

http://hvg.hu/gazdasag/20130131_eon_szerzodes_orban

Bereits im Herbst 2012 hatte Orbán angekündigt, die ungarische Gassparte E.ons unter Ausnutzung einer Kaufoption erwerben zu wollen. Im November wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.