Handelsblatt: BayernLB will Ungarn-Tochter an OTP verkaufen

Das Handelsblatt berichtet unter Bezugnahme auf Insider, dass die Bayerische Landesbank ihre defizitäre Tochter MKB an die größte ungarische Bank, die Landessparkasse OTP, verkaufen möchte.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/insiderangaben-bayernlb-will-ungarn-tochter-loswerden/9708070.html

OTP-Chef Sándor Csányi im ATV-Interview

Der Generaldirektor der größten ungarischen Bank OTP, Sándor Csányi, sprach gestern mit Olga Kálmán im Privatsender ATV über die neuen Rettungsmaßnahmen für Fremdwährungsschuldner, seine kürzlich erfolgten massiven Verkäufe von OTP-Aktien und den Streit mit Staatssekretär János Lázár.

Lázár hatte Csányi kürzlich als „größten Wucherer des Landes“ tituliert. Csányi im Interview: „Die Auseinandersetzung mit Lázár ist an einem solchen Tiefpunkt angelangt, an dem ich sie nicht mehr fortsetzen möchte.“ Csányi sagte, er habe bereits Strafanzeige gegen Lázár erstattet, eine Zivilklage sei in Vorbereitung. Csányi betonte, dass die Regierung „nicht mit Lázár gleichzusetzen“ sei. Zahlreiche Regierungsakteure seien echte „Gentlemen“ (namentlich Orbán, Pintér, Fazekas, Varga).

Csányi betonte erneut, dass er seine OTP-Aktien veräußert habe, um Investitionen im Agrarbereich (u.a. ein Schlachthof) vorzunehmen. Allerdings räumte er ein, dass er womöglich weniger Aktien verkauft hätte, wenn die Regierung kein neues Rettungspaket für Darlehensnehmer angekündigt hätte.

Csányi spart nicht mit Kritik an der ungarischen Wirtschaftspolitik. Als Investor, der täglich sein eigenes Geld aufs Spiel setze und am Markt bestehe, sei es schwer zu ertragen, dass der Staat Konkurrenzunternehmen, die im Wettbewerb nicht bestehen können, mit Staatsgeldern rette und dann unter nicht marktkonformen Bedingungen (hohe Aufkaufs- und geringe Verkaufspreise) fortführe. Auf diese Art und Weise sei auch das Geflügelverarbeitungsunternehmen Hajdú-BÉT (seinerzeit eng verwoben mit der Holding Wallis Rt., in der Gordón Bajnai eine Führungsposition innehatte) in Konkurs gefallen: Nicht nur Managementfehler hätten zum Kollaps von Hajdú-BÉT geführt, sondern auch die staatliche Förderung der Konkurrenz (Bábolnai Baromfi).

Auch das Bodengesetz kritisierte Csányi in einem Nebensatz. Es sei nicht geeignet förderlich, die Produktivität und Leistungsfähigkeit der ungarischen Landwirtschaft zu fördern steigern.

http://www.atv.hu/videok/video-20130902-csanyi-olyan-szintre-sullyedt-lazarral-a-vita-amit-mar-nem-akarok-folytatni

Klagen gegen OTP und MKB: Holocaust-Überlebende scheitern vor US-Berufungsgericht

Wie der Nachrichtendienst Bloomberg gestern berichtete, ist eine Gruppe von Holocaust-Überlebenden und deren Erben mit dem Versuch gescheitert, Ansprüche gegen die ungarischen Banken OTP und MKB (eine Tochter der Bayerischen Landesbank) vor einem US-Gericht geltend zu machen.

Ein dreiköpfiges Berufungsgericht in Chicago wies den Antrag einstimmig mit der Begründung zurück, dass der Sachverhalt keinen ausreichenden Bezug zu den USA habe. Zugleich betonte das Panel, diese Entscheidung bedeute nicht, dass die Geltendmachung von Ansprüchen in den USA in jedem dieser Fälle ausgeschlossen sei.

Die Kläger verlangten im Rahmen einer Sammelklage 75 Mrd. US-Dollar an Schadensersatz mit der Begründung, die Institute hätten an der Vernichtung der Juden mitgewirkt.

Die selbe Kammer lehnte ein Gesuch der österreichischen Erste Bank ab, die ebenfalls die Abweisung von Ansprüchen beantragt hatte. Zudem verwies sie in Verfahren gegen die Ungarische Nationalbank und die Ungarischen Staatsbahnen (MÁV) die Fälle zurück an die Ausgangsinstanz, um die Frage der Zuständigkeit der US-Gerichte neu zu prüfen.

http://www.businessweek.com/news/2012-08-22/hungarian-banks-win-dismissal-of-holocaust-claims