Versöhnung: MSZP und Együtt 2014 einigen sich

Die Gefahr eines Auseinanderbrechens der beiden wichtigsten Akteure der ungarischen Linksopposition scheint gebannt. Die Sozialisten (MSZP) und das Wahlbündnis PM-Együtt 2014 (Dialog für Ungarn – Gemeinsam 2014), deren seit Monaten geplante Allianz für die Parlamentswahl im Jahr 2014 in der vergangenen Woche vor dem Scheitern stand, rücken wieder zusammen.

Die Führungen beider Partner um MSZP-Chef Attila Mesterházy und Ex-Ministerpräsident Gordon Bajnai einigten sich nun, zunächst keinen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zu benennen. Stattdessen beschränkte man sich darauf, vorerst nur die 106 Direktwahlkreise untereinander aufzuteilen.

Nach dem neuen, 2014 erstmals anzuwendenden Wahlrecht werden die Abgeordneten in einem einzigen Wahlgang (früher: zwei Wahlgänge) gewählt.106 Sitze im Hohen Haus werden über relative Mehrheitswahl (Einerwahlkreise) und weitere 93 über ein Verhältniswahlrecht (Landesliste) vergeben. Da das regierende Parteienbündnis Fidesz/KDNP in Umfragen konstant vor den Oppositionsparteien liegt, bestehen nach derzeitigen Meinungsumfragen nur dann Chancen für die Herausforderer von Ministerpräsident Viktor Orbán, wenn sie in den Einerwahlkreisen geeint auftreten, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen.

Die Einigung sieht vor, dass die Sozialisten 75, PM-Együtt 2014 31 der gemeinsamen Wahlkreiskandidaten stellen. Die Landeslisten bleiben hingegen getrennt. Mesterházy und Bajnai werden Spitzenkandidaten der jeweiligen Partei, jedoch ohne sich als Kandidat für das Amt des Premiers zu bezeichnen. Sollte die Opposition die Wahl gewinnen, soll derjenige sich der Wahl des Ministerpräsidenten durch das Parlament stellen, dessen Landesliste die meisten Stimmen erhalten hat.

Wichtig für beide Partner bei der Listenwahl ist, dass keiner der Partner dadurch Stimmen für das Gesamtbündnis aufs Spiel setzt, dass er an der 5%-Hürde scheitert. Bei den Sozialisten besteht diese Gefahr bei realistischer Betrachtung nicht, hingegen ist Együtt 2014 bei Umfragen eher volatil und muss, gemeinsam mit PM, 10% der Stimmen erhalten, da sie als Wahlbündnis auftreten.

Beide Partner wollen sich nun um weitere Mitstreiter bemühen.

http://index.hu/belfold/2013/08/29/kulon_indul_bajnai_es_mesterhazy/

Update vom 31.08.2013:

Nach Ansicht von Együtt 2014 sei es Aufgabe der MSZP, mit der Partei Demokratische Koalition um Ex-Premier Ferenc Gyurcsány Verhandlungen über eine Kooperation aufzunehmen. Die MSZP könne einzelne Direktwahlkreise an DK abgeben. Együtt 2014 werde dann den jeweiligen DK-Kandidaten unterstützen.

http://www.atv.hu/belfold/20130831-bajnai-az-mszp-dolga-hogy-gyurcsannyal-targyaljon

Auch Gyurcsány meldete sich zu Wort und sagte sinngemäß, die DK lasse sich nicht mit zwei oder drei Wahlkreisen abspeisen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werde die DK in allen 106 Wahlkreisen eigene Kandidaten aufstellen. Er selbst werde die Liste anführen, kandidiere aber nicht für das Amt des Ministerpräsidenten.

http://www.atv.hu/videok/video-20130830-gyurcsany-ferenc

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