Historiker Randolph Braham gibt ungarische Auszeichnung zurück

Der US-amerikanische Historiker und Holocaust-Überlebende Randolph L. Braham, zu dessen Forschungsschwerpunkt der Holocaust der ungarischen Juden gehört, hat entschieden, eine hohe Auszeichnung des ungarischen Staates zurück zu geben.

http://www.zeit.de/news/2014-01/26/usa-ungarn-d-geschichte-ns-juden-us-historiker-braham-gibt-ungarische-auszeichnung-zurueck-26144406

Der weltweit geachtete Braham, 1922 im rumänischen Dej geboren, war im Jahr 2011 für seine Holocaustforschung mit dem Mittelkreuz des ungarischen Verdienstordens ausgezeichnet worden. Dessen Rückgabe begründete Braham mit der aus seiner Sicht durch die Regierung betriebenen Versuche, das Horthy-System von der Mitverantwortung an der Ermordung von 600.000 ungarischen Juden reinzuwaschen. Braham schreibt, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte, sei der „feige Versuch“, durch Errichtung des geplanten Besatzungsdenkmals von der aktiven Rolle des Horthy-Regimes an der Ermordung der ungarischen Juden abzulenken und die Judenvernichtung mit dem Leid der Ungarn gleichzusetzen. Er könne, als jemand, dessen Eltern und andere Familienmitglieder ermordet worden seien, nicht zu diesen Vorgängen schweigen.

Der Forscher bat auch darum, seinen Namen nicht mehr mit dem Holocaust-Erinnerungszentrum in Budapest in Verbindung zu bringen.

Der Brief im Wortlaut: http://www.politics.hu/20140126/holocaust-historians-letter-on-why-he-returned-national-award/