Vorläufiges Fazit der Kommunalwahl

Die Neuwahl der kommunalen Selbstverwaltung (Gemeinde- und Stadträte, Bürgermeisterwahlen und Regionalwahlen) haben zu einer Stärkung der konservativen Regierungsparteien Fidesz-KDNP geführt. Das Parteienbündnis gewann die Mehrheit in allen Regionalvertretungen (megyei közgyülések), die Stadtrats- und Bürgermeisterwahl in Budapest und stellt – mit Ausnahme von Szeged – die Bürgermeister aller 23 Städte mit Komitatsrechten. Auch die bisherige Sozialistenhochburg Miskolc wird fortan konservativ regiert. In den kleineren Gemeinden liegen die Kandidaten von Fidesz-KDNP ebenfalls vorn, jedoch konnten auch unabhängige Kandidaten Erfolge erzielen. Der größte Erfolg unabhängiger Kandidaten ist Eszterom, hier unterlag der bisherige Fidesz-Bürgermeister Tamás Meggyes.

Die Sozialisten (MSZP) stagnieren – im Vergleich zur Parlamentswahl im April dieses Jahres – auf niedrigem Niveau, größte Erfolge sind der Wahlsieg des Bürgermeisterkandidaten im südungarischen Szeged und im XIII. Budapester Stadtbezirk (Angyalföld) bezeichnet werden.

Die rechtsradikale Partei Jobbik fiel gegenüber der Parlamentswahl in der Fläche leicht zurück, konnte jedoch in der Gemeinde Tiszavasvári 50% der Mandate im Gemeinderat erringen und stellt künftig den Bürgermeister. In den beiden Ost-Komitaten Szabolcs-Szatmár-Bereg und Hajdú-Bihar kam Jobbik in den Regionalvertretungen auf Platz zwei, in den übrigen Komitaten lag die MSZP jedoch wieder vor den Rechten. In Budapest landete Jobbik sogar nur abgeschlagen auf Platz vier.

Die grün-alternative LMP konnte, offenkundig wegen ihrer (noch) fehlenden kommunalpolitischen Verwurzelung, auf dem Land nicht  überzeugen.

Regionen: Fidesz führt in allen Komitaten

Der Wahlausgang in den ungarischen Regionen (Komitaten) deutet auf einen deutlichen Wahlsieg der Regierungsparteien hin. Fidesz-KDNP führt aktuell die Hochrechnungen in allen Komitaten an. Die Sozialisten liegen mit maximal 30% (Hauptstadt) abgeschlagen zurück, holen aber gegenüber Jobbik im Vergleich zu den Parlamentswahlen etwas auf.

Stand: 21.15 Uhr