Martonyi: Wiedervereinigung Siebenbürgens mit Ungarn ausgeschlossen

Der ungarische Außenminister János Martonyi äußerte in einem Interview für den rumänischen Rundfunk auf den Vorhalt, viele Rumänen wären in Anbetracht der Gebietsansprüche Ungarns im Bezug auf Siebenbürgen verunsichert: Eine Vereinigung Siebenbürgens mit Ungarn ist vollkommen ausgeschlossen. Martonyi sprach zugleich von den positiven Wirkungen einer möglichen Autonomie. Das Heimatgefühl der Minderheiten würde sich bei Gewährung von Selbstverwaltungsrechten wohl stärken lassen.

Verwaltungsneuordnung in Rumänien: Tökés sieht Nachteile für ungarische Minderheit

Das Portal punkto.ro berichtet:

Nach Meinung des ungarisch-reformierten Bischofs Laszlo Tökes, Vorsitzender des Nationalrats der Ungarn in Siebenbürgen (CNMT) und Vizepräsident des Europäischen Parlaments, betreiben die Behörden in Bukarest eine „post-Trianon und post-Kommunismus-Politik“, die − insofern ihr nicht umgehend ein Ende gesetzt werde − zum „Untergang“ der ungarischen Minderheit in Rumänien führen wird. Hinter der von den rumänischen Behörden ins Auge gefassten Verwaltungsreform des Landes stecke eine „propagandistische Methode“, durch die die ungarische Minderheit in Mega-Regionen verstreut werden solle, sagte der Politiker am Sonntag dem Nachrichtensender Realitatea TV.

Selbst Diktator Ceausescu sei „großzügiger gewesen¸ er hat zumindest die Gründung der Landeskreise Harghita und Covasna mit ungarischer Mehrheitsbevölkerung genehmigt“, verlautete Tökes.

Auch im mitregierenden Ungarnverband (UDMR) − der Hauptrivale von Tökes’ Nationalrat im Wettstreit um die Stimmen der ungarischstämmigen Wählerschaft − sorgt die geplante verwaltungsmäßige Neuaufteilung des Landes nach wie vor für Aufregung: So warnte UDMR-Chef Kelemen Hunor, dass es in Covasna und Harghita zu Straßenprotesten kommen könnte, sollten die beiden Landeskreise in Zuge der Verwaltungsreform mit anderen Verwaltungsgebieten (mit rumänischer Mehrheitsbevölkerung − Anm. d. Red.) zu einer Mega-Region zusammengeschlossen werden.“

Quelle:

http://www.punkto.ro/articles/Laszlo_Toekes_beklagt_Schicksal_der_ungarischen_Minderheit:_Wenn_diese_post-Trianon-Politik_nicht_aufhoert__ist_das_unser_Untergang-2453.html