Die Zeit: „Ungarn riskiert die Staatspleite“

Zeit-Autor Julian Kutzim kritisiert in einem Beitrag mit dem Titel „Ungarn riskiert die Staatspleite“ seine Sicht der Finanzlage und Wirtschaftspolitik der Regierung Orbán.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-07/ungarn-schulden-orban

Lesenswert sind auch die Kommentare!

Eurostat: Nettoneuverschuldung in Ungarn 2012 bei 1,9% des BIP

Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) betrug die Nettoneuverschuldungsquote in Ungarn im Jahr 2012 1,9% des BIP. Die Staatsverschuldung sank gegenüber dem Vorjahr von 81,4% auf 79,2% des BIP.

http://www.portfolio.hu/en/economy/eurostat_records_19_of_gdp_deficit_in_hungary_in_2012.25922.html

130422deficits

Ungarn platziert Anleihen im Wert von 3,25 Mrd. US-Dollar am Markt

Ungarn hat – erstmals seit 21 Monaten – wieder eine Emission von Staatsanleihen in Fremdwährung (US-Dollar) platziert. Das Volumen betrug 3,25 Mrd. USD. 2 Mrd. USD hiervon wurden in 10-jährigen Staatsanleihen, 1,25 Mrd. USD in 5-jährgen Papieren ausgegeben. Die Emission traf auf reges Interesse der Investoren.

http://online.wsj.com/article/BT-CO-20130212-710385.html#

http://www.businessweek.com/news/2013-02-12/hungary-registers-dollar-notes-after-21-month-eurobond-gap

Ungarn versucht nach seinem vorläufigen Rückzug aus den Verhandlungen um eine IWF-Kreditlinie, derzeit mit Erfolg, sich über die Märkte zu refinanzieren. Die jetzt durchgeführte Emission stellt etwas mehr als die Hälfte des für das ganze Jahr geplanten Volumens in Fremdwährungsanleihen (ca. 6 Mrd. US-Dollar) dar.

Experten vermuten, dass Ungarn und der IWF früher oder später an den Verhandlungstisch zurückkehren werden. Zwar sind die Finanzierungszinsen für ungarische Schuldpapiere seit vergangenem Jahr erheblich zurückgegangen, eine Kreditlinie würde jedoch weitere zur Stabilisierung des Marktes beitragen.

Anleiherenditen auf 7-Jahres-Tief

Wie das österreichische Wirtschaftsblatt berichtet, ist die Rendite für 10-jährige ungarische Staatsanleihen auf 5,85 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren gesunken.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa_cee/1328816/Ungarn-finanziert-sich-wieder-guenstiger

Die Schlussfolgerung der Zeitung: Ungarn könne sein Defizit problemlos auch ohne Hilfen des Internationalen Währungsfonds finanzieren.

Bei der heutigen Auktion konnten abermals Anleihen im Volumen von 75 Mrd. HUF und damit 25 Mrd. HUF mehr als geplant am Markt platziert werden.

Wirtschaftsblatt.at über die sinkende Staatsverschuldung in Ungarn

Das österreichische Wirtschaftsblatt berichtet über die sinkende Staatsverschuldung und Neuverschuldung in Ungarn, die gute Performance der Landeswährung Forint seit Anfang des Jahres 2012, sowie die aus Sicht von Analysten sinkenden Chancen auf eine Einigung mit dem IWF:

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa_cee/1314627/Ungarn-senkt-Staatsverschuldung

Audio: Parlamentsdebatte zum Thema „Wer trägt die Verantwortung“ für die Staatsverschuldung

Die heutige Parlamentsdebatte zur Frage, wer für die Staatsverschuldung verantwortlich ist, kann unter folgendem Link abgerufen werden:

http://hangtar.radio.hu/parlament#!#2012-11-06

Zu Wort meldeten sich u.a. Wirtschaftsminister György Matolcsy, Staatssekretär Zoltán Cséfalvay, Ex-Ministerpräsidet Ferenc Gyurcsány (DK), Jobbik-Vorsitzender Gábor Vona und der ehemalige Finanzminister János Veres (MSZP).

Bemerkenswert die Wortmeldung des Fidesz-Abgeordneten Imre Puskás (12:08).

Starke Nachfrage nach dreijährigen Forint-Anleihen – Zinssatz bei 8,44 %

BUDAPEST (dpa-AFX) – Das hoch verschuldete EU-Mitgliedsland Ungarn hat sich am Donnerstag nach einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf „Ramsch“-Niveau nur zu hohen Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen können. Allerdings habe das Land bei einer Versteigerung Staatsanleihen mit einem Volumen von 38 Milliarden Forint (etwa 125 Millionen Euro) am Markt verkaufen können, teilte die Regierung in Budapest mit. Das sind drei Milliarden Forint mehr als ursprünglich angepeilt.

Bei der Versteigerung von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren musste Ungarn aber einen einen Zinssatz von 8,44 Prozent in Kauf nehmen. Damit lag die Rendite noch etwas höher als bei einer vergleichbaren Auktion Mitte November, als die Rendite bei 8,38 Prozent lag. Bei der Versteigerung einer Anleihe mit Laufzeit bis 2017 meldete die Regierung eine Rendite von 8,7 Prozent, nach zuvor 8,68 Prozent. Papiere bis 2022 gingen mit einer Rendite von 8,78 Prozent an den Markt. Zuletzt entspannte sich die Lage am Sekundärmarkt etwas. Am Sekundärmarkt werde Anleihen zwischen Privatinvestoren gehandelt.

Ende November hatte die US-Ratingagentur Moody’s die Kreditbewertung Ungarns auf „Ramsch“-Niveau gesenkt. Kurz zuvor hatte das Land den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die EU um Finanzhilfe gebeten. Ungarn ist Mitglied der EU, gehört aber nicht zur Eurozone.

http://www.financial-informer.de/infos/ungarn_kann_nur_zu_hohen_zinsen_frisches_geld_besorgen_starke_nachfrage_2351625

 

Standard & Poor´s: Herabstufung Ungarns?

Die Agentur Standard & Poor´s hat Ungarn auf Beobachtungsstatus für eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit gesetzt. Reuters berichtet:

http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE7AB05N20111112

Ein Downgrading würde Ungarn bei der Kreditwürdigkeit auf Junkbond-Status setzen, was zu einer Verteuerung der Finanzierungskosten führen würde. Die Rating-Agentur begründet die Bewertung im wesentlichen mit unberechenbaren Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik.

Als Zeichen eines rückläufigen Investorenvertrauens ist auch zu sehen, dass die Ende Oktober 2011 durchgeführte Auktion 12-monatiger staatlicher Schuldverschreibungen erfolglos verlief.

Ende Oktober 2011 wies der Staatshaushalt gleichwohl einen Überschuss in Höhe von ca. 242 Milliarden Forint auf. Der Überschuss ist auf Einmalerlöse auf der Verstaatlichung der priaten Rentenversicherung zurück zu führen.

FAZ: Kurz, knackig, auf den Punkt

Ein kurzer, lesenswerter FAZ-Kommentar zu Ungarn und den Verlautbarungen der ungarischen Regierung, die Vorgänger wegen der Staatsverschuldung strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen:

http://www.faz.net/artikel/C30089/ungarn-politische-justiz-30478146.html

Peter Sturm sagt, was es zum Thema zu sagen gibt. Er übt berechtigte Kritik, warnt Ministerpräsident Orbán, er dürfe der Versuchung, eine politische Justiz einzuführen, trotz der Verantwortung der Vorgänger für die desolate Lage Ungarns nicht verfallen. All das ohne „Schaum vor dem Mund“, ohne die Begriffe „Faschismus“ und „Diktatur“. Er kritisiert, was es zu kritisieren gibt. Ganz ohne das Beiwerk, welches die letzten Tage ans Licht gefördert haben und das die Intention manch eines Ungarn-Experten sehr schnell entlarvt.

Danke, Herr Sturm!