Arbeitsgericht: Massenentlassungen beim Staatsrundfunk rechtswidrig

Das Hauptstädtische Arbeitsgericht hat den beim Staatlichen Rundfunk ausgesprochenen systematischen Stellenabbau – bislang waren über 500 Personen betroffen – für rechtswidrig erklärt. Das Gericht verfügte eine Aussetzung des Stellenabbaus.

Die Beklagtenseite vertritt weiterhin die Ansicht, dass der Stellenabbau gerechtfertigt sei, und hält auch dessen Durchführung für rechtmäßig. Der Arbeitgeber kündigte Rechtsmittel an. Das Gericht aber nicht beschlossen, dass der frühere Zustand wieder hergestellt werden müsse, die Entlassungen seien unumkehrbar.

Quellen:

http://nol.hu/belfold/dontott_a_birosag__jogellenesek_a_kozmedias_kirugasok

http://www.digitalfernsehen.de/Gericht-Massenentlassungen-bei-Ungarns-Staatsmedien-illegal.66267.0.html

György Dalos sieht Schlussakt im Kampf um die Medien: Ziel ist maximale Kontrolle

Deutschlandradio Kultur bringt ein Interview mit dem Buchautor György Dalos zum Thema Kampf um die Medien:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1502994/

Dalos betont, die Entlassungen zielten auf das „liberale Milieu“ und eine größtmögliche staatliche Kontrolle ab. Die staatlichen Medien seien bereits angepasst. Die Webseite enthält auch folgende Aussage: „Es sei nicht richtig, dass Ungarn kein Geld habe und daher in diesem Umfang rationalisieren müsse, sagte Dalos weiter. Auch, dass man die Sendeanstalten verjüngen wolle, sei nicht richtig, denn es würden auch junge Redakteure entlassen. Falsch sei es ebenfalls, wenn die Orban-Regierung beteuere, die Entlassungen, seien nicht rassistisch, denn es würden auch Rundfunk-Programme für Roma eingestellt und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter entlassen.“ (vgl. hier)

NZZ berichtet über Demonstrationen ungarischer Journalisten gegen die Entlassungswelle beim Rundfunk

Die heutige NZZ Online berichtet über Proteste ungarischer Journalisten gegen die Entlassungen bei den staatlichen Medien. An der heutigen Demo waren laut NZZ ca. 300 Teilnehmer anwesend. Für die kommenden Tage haben Journalisten zu weiteren Protesten aufgerufen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/ungarische_journalisten_gegen_die_regierung_1.11371532.html

Auch die österreichische Tageszeitung Die Presse befasst sich mit dem Thema.