Fremdwährungskredite: Lesenswerter Beitrag in der FAZ

Ein aktueller Beitrag in der FAZ zum Thema Fremdwährungskredite:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/immobilienmarkt-ungarn-wir-koennen-nur-noch-auswandern-12088366.html

Ergänzend verweise ich auf den Blogbeitrag von September 2011:

https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/09/12/fremdwahrungskredite-osterreichische-banken-erbost-uber-umschuldungsoption/

Anleiheauktion abermals erfolgreich

Ungarn konnte heute abermals erfolgreicher als erwartet Anleihen am Markt unterbringen:

http://www.wallstreetjournal.de/article/LL-CO-20121206-003887.html

Bei den 12-monatigen Schatzwechseln wurden 75 Mrd. HUF (geplant waren 50 Mrd.), bei den 3-jährigen Floatern 7,5 Mrd. HUF (statt 5 Mrd.) verkauft.

Emission             12-monatige Schatzwechsel 
Laufzeit             13. November 2013 
Volumen              50 Mrd HUF 
Bietungsvolumen      245,82 Mrd HUF 
Zuteilungsbetrag     75 Mrd HUF 
Bid-to-cover-Ratio   3,28         (2,56) 
Durchschnittsrend.   5,81%        (5,93%) 

Emission             3-jährige variabel verzinsliche Anleihen 
Laufzeit             22. Dezember 2015 
Volumen              5 Mrd HUF 
Bietungsvolumen      17,022 Mrd HUF 
Zuteilungsbetrag     7,5 Mrd HUF 
Bid-to-cover-Ratio   2,27         (2,67) 

Quelle: wall street journal

Erneute Verfassungsänderung ermöglicht entschädigungslose Enteigung der kommunalen Gebietskörperschaften

Ein von Justizminister Tibor Navracsics eingebrachter Gesetzesentwurf – noch die aktuell in Kraft befindliche Verfassung betreffend – soll die  entschädigungslose Übertragung kommunaler Vermögenswerte auf den Staat oder auf andere Gebietskörperschaften ermöglichen.

An die Stelle des aktuell geltenden § 12 Absatz 2 der Verfassung („Der Staat achtet das Eigentum der kommunalen Gebietskörperschaften„) soll folgender Satz treten:

Durch Gesetz kann bestimmt werden, dass Vermögenswerte der Kommunen ohne Gegenleistung auf den Staat oder andere Gebietskörperschaften übertragen werden.

Die Gesetzesbegründung spricht davon, dass durch die Neuregelung die Gewährung von Hilfe für verschuldete Kommunen erleichtert werden soll, indem man „den Kommunen zur Hilfe eilt und ihre aussichtlose Lage konsolidiert“ .

Genauere Erläuterungen dazu, wie die Übertragung von Vermögenswerten von den Schuldnern  auf andere Rechtsträger – d.h. die Verringerung ihres Vermögens – deren Verschuldung positiv beeinflussen sollte, sind im Entwurf nicht enthalten. Im Hintergrund der Regelung könnte der Plan stehen, Vermögenswerte verschuldeter Kommunen auf Dritte zu übertragen und somit einem Zugriff der Gläubiger zu entziehen bzw. dafür zu sorgen, dass die (u.a. in Fremdwährungskrediten verschuldeten) Kommunen keine Möglichkeit haben, diesen Teil des öffentlichen Vermögens zu veräußern. Und selbst nach Verbesserung der Finanzsituation wäre die Regelung ein Weg, Kommunen entschädigungslos zu enteignen.

Schweiz bindet Franken an den Euro – eidgenössische Währung fällt auf 230 Forint

Die Schweizer Nationalbank versucht, gegen den historisch starken Franken vorzugehen. Wie die SNB heute verkündete, will sie eine Mindestparität zum Euro von 1,20 CHF durchsetzen und ist – laut Focus-Bericht – bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen: „Die Schweizer Nationalbank toleriert ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter 1,20.“ Diese Ankündigung führte zu einer deutlichen Abschwächung des Franken.

Die Schweizer Exportwirtschaft und die Tourismusbranche leiden derzeit unter den historischen Höchstständen der Landeswährung. Ursache ist u.a. die Angst der Investoren im Euro-Raum, die für Kapitalabflüsse in die Schweiz sorgt. Die Situation der Schweiz lässt erahnen, in welche Situation die Bundesrepublik währungspolitisch ohne den Euro geraten würde.

Ob die Maßnahme der SNB dauerhaften Erfolg verspricht, bleibt abzuwarten. Auch Notenbanken können sich auf dem Devisenmarkt nur beschränkt gegen eine große Zahl von Spekulanten durchsetzen. Insbesondere der Investor George Soros hat in den 90er Jahren als „der Mann, der die Bank von England besiegte“, Geschichte geschrieben: Er sorgte durch massive Leerverkäufe von Britischen Pfund (10 Mrd. GBP) für einen Ausstieg Großbritanniens aus dem Europäischen Währungssystem (EWS) und eine Abwertung der Währung. Soros´ Hedgefonds verdiente mit der Transaktion geschätzte 1,1 Mrd. Pfund.

Die Ankündigung hatte auch unerwartete positive Auswirkungen auf den ungarischen Markt. Viele Ungarn haben sich zur Finanzierung von Immobilien und Konsumgütern (wegen des niedrigeren Zinsniveaus) insbesondere ab ca. 2004 in Schweizer Franken verschuldet und wurden durch die Abwertung des Forint in den vergangenen Jahren buchstäblich „kalt erwischt“. In den vergangenen Wochen waren Kurse von um die 270 Forint pro Schweizer Franken gehandelt worden. Die Abwertung hat für Ungarn jedenfalls eine mildernde Wirkung für die Betroffenen in Ungarn. Ein Verdienst der ungarischen Wirtschaftspolitik, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Kreditnehmern zu helfen, ist dies freilich nicht.

Neuverschuldung 2010 bei 4,2% des BIP

Die staatliche Neuverschuldung Ungarns lag im Jahr 2010 bei 4,2% des Bruttoinlandsproduktes. Das Ziel von 3,8% wurde damit verfehlt, was laut Wirtschaftsministerium an unerwartet hohen Defizitraten der kommunalen Selbstverwaltungen im letzten Quartal 2010 gelegen habe.

http://bbjonline.hu/economy/local-councils-deficit-main-reason-for-2010-deficit-overshoot-says-ecomin-_56976

Der Originalbericht des Zentralen Statistikamtes in englischer Sprache ist hier verfügbar:

http://portal.ksh.hu/pls/ksh/docs/eng/xftp/gyor/krm/ekrm21012.pdf