Standard-Interview mit dem Ökonomen Péter Róna

Der Ökonom Péter Róna legt András Szigetvári vom Standard seine Sicht über die ungarische Finanzlage dar:

http://derstandard.at/1324501645964/Ein-Land-legt-sich-quer-Pleite-Ungarns-wuerde-Oesterreich-hart-treffen

Róna gilt als Pragmatiker ohne überbordende ideologische Einbindung. Er war zwar Berater der Gyurcsány-Regierung im Zusammenhang mit den im Jahr 2008 geführten IWF-Kreditverhandlungen, vertritt jedoch auch Positionen der heutigen Regierung, etwa die Stärkung des heimischen Mittelstands an Stelle multinationaler Konzern. Róna hatte zudem frühzeitig die Praxis der Fremdwährungskreditvergabe in Ungarn als falsch bezeichnet und sogar Schadensersatzasprüche wegen dieses „felerhaften Produktes“ in den Raum gestellt.

Industrieproduktion im Dezember 2010 überraschend schwach

Die Industrieproduktion in Ungarn ist im Monat Dezember 2010 überraschend stark zurückgegangen. Gegenüber November 2010 war ein Rückgang von 11,8 Prozent zu verzeichnen (bereinigt um saisonale Effekte).

Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat stieg die Industrieproduktion um 8,5%.

http://www.forexyard.com/en/news/Hungary-output-disappoints-Slovakia-powers-ahead-2011-02-08T113820Z-WRAPUP-1

http://www.napi.hu/default.asp?cCenter=article.asp&nID=473182&place=kepnelkulivezeto1

Industrieproduktion in Ungarn erreicht Drei-Monats-Hoch / Industrienachfrage steigt stark

Die ungarische Industrieproduktion erreichte nach einem Rückgang im Oktober) im November 2010 ein Drei-Monats-Hoch. Die Zahl lag 14,56 % höher als im Vorjahresmonat. Ökonomen hatte einen Zuwachs von 8,6% erwartet.

Quelle: http://www.rttnews.com/Content/AllEconomicNews.aspx?Node=B2&Id=1527515

Die Industrienachfrage steig laut Budapest Business Journal um 1/3.

Quelle: http://bbjonline.hu/?col=1001&id=55532

Fusion von Finanz- und Wirtschaftsressort?

Die Zusammensetzung der Regierung nach dem 25.04.2010 nimmt weitere Gestalt an. Nach aktuellen Medienberichten plant Fidesz im Zuge der Verringerung der Zahl der Ministerien auch die Zusammenlegung der Ressorts „Finanzen“ und „Wirtschaft“.

Aussichtsreichster Anwärter für die Leitung des neuen Superministeriums ist György Matolcsy, der bereits relativ sicher für das Amt des Wirtschaftsministers im Gespräch war. László Varga, der als Finanzminister gehandelt wurde, sollte zuletzt einer der stellvertretenden Ministerpräsidenten werden. Zsigmond Járai, ebenfalls Anwärter auf das Finanzressort, dürfte in Anbetracht der Übernahme eines Führungspostens beim staatlichen MOL-Konzern (Öl-und Gas) aus dem Spiel sein.

Jahresinflation bei 5,9 %

Die Preise in Ungarn stiegen innerhalb des letzten Jahres der sozialistischen Regierung Gyurcsány/Bajnai um 5,9%. Während sich der Preisanstieg bei Lebensmitteln in Grenzen hielt, lag die Zunahme der Preise für Elektrizität (12,3%) und die in Ungarn weit verbreitete Fernheizung (18,6%) weit über dem Durchschnitt. Langlebige Konsumgüter wurden hingegen im Zuge der Krise billiger.

Die Jahresinflationsrate für 2008 hatte ebenfalls 6% betragen, die Zahl für 2007 lag bei 7,9%.

Ungarn hat damit – gemensam mit Rumänien – die höchsten Preissteigerungsraten in der Europäischen Union.

Kurzfilm über die wirtschaftliche Entwicklung Ungarns seit 2002 – aus oppositioneller Sicht

Ein Kampagnenfilm der anderen Art berichtet über die wirtschaftliche Entwicklung der letzten 8 Jahre:

Beispiele:
– Verdoppelung der Arbeitslosenrate (2002: 5,9%; 2009: 10,3 %)
– Versechsfachung der Schulden privater Haushalte
– Zahl der Insolvenzen mehr als verdoppelt (2002: 6.292; 2008: 11.622; 2009: 15.087)
– Entwicklung der Staatsverschuldung (in Mrd. HUF, 2002: 8.400; 2006: 15.993; 2010: 20.420)
– zweithöchste Steuer- und Abgabenlast in der OECD (54,1 %)
– niedrigstes BIP-Wachstum in der Region seit dem EU-Beitritt 2004 (Slowakei: 35,8%; Tschechien: 25,6%; Polen: 23%; Ungarn: 9,9%)

Zum Film

(leider nur auf ungarisch)