NZZ: Meret Baumann über das Wahlbündnis der Linksopposition

Meret Baumann berichtet für die Neue Zürcher Zeitung über die Entscheidung der ungarischen Oppositionsparteien MSZP und Gemeinsam 2014, das Bündnis mit Blick auf die Wahlen im April nun doch weiter zu vertiefen und – mit MSZP-Parteichef Attila Mesterházy– einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufzustellen.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/spaete-einigung-der-linksliberalen-opposition-1.18218145

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7 Kommentare zu “NZZ: Meret Baumann über das Wahlbündnis der Linksopposition

  1. Überzeugender, fairer, sachlicher Journalismus der NZZ.
    Information und Fragestellung, die dem Leser nichts diktiert.
    Fast schon die Ausnahme in Europa.

    „Ob er (Gyurcsány) der linksliberalen Allianz mehr Wähler bringt, als er abschreckt, ist deshalb fraglich. Zwingend ist darüber hinaus, dass die Opposition den Tausenden von Unentschlossenen, die die Wahl entscheiden werden, endlich eine inhaltliche Alternative aufzeigt, die über eine Verteufelung der Regierung Orban hinausgeht.“

  2. Inhaltlich finde ich den Artikel in Ordnung. Lediglich 3 Kleinigkeiten sind mir aufgefallen:

    1. Die MSZP als traditionsreich zu bezeichnen wird in meinen Augen wahrscheinlich der größte Euphemismus des Jahres bleiben. Wenn auch von Frau Baumann vermutlich anders gemeint.

    2. Gyurcsány als charismatisch zu bezeichnen halte ich für sehr gewagt. Abgesehen von seinen politischen Standpunkten wirkt sein Auftreten alles andere als gewinnend auf mich. Selbst wenn ich ihn politisch unterstützenswert finden würde, würde ich seine Art bestenfalls als arrogant und besserwisserisch empfinden. Menschlich ist er ein völliger Fehltritt. Zugegeben: Frau Baumann nannte ihn „den charismatischsten Politiker im linken Lager“, was ihn noch nicht zwangsläufig charismatisch macht. Dennoch würde ich Gyurcsány als den am wenigsten charismatischsten Politiker des linken Lagers einschätzen.

    3. Dass die Umfragewerte von Herrn Bajnai gesunken sind, liegt meiner Meinung nach weniger an der Fidesz. Seine eigenen Vorstellungen für die Zeit nach einem Regierungswechsel („fájni fog“, also „es wird weh tun“) sind schon Erklärung genug für die Entwicklung der Umfragewerte.Wie will man den Wählern vermitteln, dass der Bürger die Zeche für die Krise zahlen soll, die Politiker und Banken verursacht haben, während die Fidesz die Situation auch so zu stabilisieren vermochte und Bajnai damit sozusagen links überholt?`Gerade bei linken Wählern müsste Bajnai damit enorm an Glaubwürdigkeit verlieren. Eigentlich.

    • ein palóc zum verlieben:

      „Menschlich ist er ein völliger Fehltritt.“ grandios.

      was sollte man, ihrer meinung nach, mit menschlichen fehltritten machen?

      p.s.: palóc, lesen sie eigtl manchmal ihre eigenen texte?

  3. .*.das Bündnis mit Blick auf die Wahlen im April nun doch weiter zu vertiefen und – mit MSZP-Parteichef Attila Mesterházy- einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufzustellen.*

    Könnte natürlich auch sein, dass man evtl doch bemerkt hat,dass bei der Wahl die Chancen für Bajnai doch nicht so sind, wie man sich erträumt hat und nun Mesterhazy vorschiebt.Dann kann man ihm die Schuld in die Schuhe schieben, falls es bei der Wahl doch in „die Hose gehen“ sollte.
    Sehr clever!!!

  4. „Gyurcsány als charismatisch zu bezeichnen …“ – charismatisch finde auch ich ihn, palóc.

    Nur als Politiker ist er halt ein völliger Rohrkrepierer. Doch das soll mein Schaden nicht sein.

    PR

    • Tut mir leid, aber das müssen Sie mir erklären. Vielleicht unterscheiden sich ja unsere Definitionen von Charisma. Wikipedia bietet die folgende und wie ich finde treffende Definition: „An diese Bedeutung schließt sich auch die alltagssprachliche Verwendung des Begriffs an, die unter dem „Charisma“ eines Menschen dessen gewinnende „Ausstrahlung“ bezeichnet.“ Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass eine charismatische Person nicht nur auf einzelne eine gewinnende Ausstrahlung ausübt. Und ich frage mich, ob jemand der von vielen als abstoßend empfunden wird, objektiv betrachtet als charismatisch gelten kann.

      Eine gewinnende Ausstrahlung hat jemand meiner Meinung nach wenn er entweder einen fachlich kompetenten Eindruck erweckt oder über sympathische Charaktereigenschaften, wie zum Beispiel Engagement, verfügt, denn daraus erweckt Überzeugungskraft. Ich behaupte, dass es offensichtlich ist, dass Gyurcsány über keinerlei fachliche Kompetenzen verfügt. Was den Charakter betrifft, das ist sicherlich subjektiv. Ich jedenfalls empfinde es ob seiner selbstherrlichen und arroganten Art als Herausforderung ihm nur 5 Minuten zuzuhören. Ich könnte auch sagen, dass Guyrcsány niemand ist, der Meinungen formuliert, sondern Fakten. Seine spezielle Redeweise, wie zum Beispiel die gelegentlichen langen Pausen mitten im Satz, sowie den Tonfall als würde er mit einem kleinen Kind reden, tun ihr übriges. Mit dieser Ansicht bin ich mit Sicherheit nicht allein. Ich habe zwar keine Umfragen durchgeführt, aber ich würde dennoch so weit gehen zu sagen, dass es sogar vielen so geht wie mir.

      Es würde mich daher interessieren, inwieweit Sie Herrn Gyurcsány also charismatisch finden.

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