Regierung plant finanzielle Entschädigung für die Opfer der Roma-Morde

Wie das Internetportal Index.hu unter Bezugnahme auf die regierungsnahe Tageszeitung Magyar Nemzet berichtet, plant die ungarische Regierung eine finanzielle Entschädigung der Opfer der Roma-Morde von 2008-2009. Im Rahmen der gestrigen Regierungssitzung soll Ministerpräsident Viktor Orbán den Verwaltungs- und Justizminister Tibor Navracsics gebeten haben, einen Vorschlag für eine Entschädigungsregelung zu erarbeiten, von der die Familien der Todesopfer profitieren sollen.

In den Jahren 2008-2009 verübte eine Gruppe Rechtsradikaler Mordanschläge auf Mitglieder der Roma-Minderheit in Ungarn, bei denen sechs Personen – darunter ein fünfjähriges Kind – getötet wurden. Weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Haupttäter wurden Anfang August vom zuständigen Strafgericht für den Bezirk Budapest zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt, ein Gehilfe erhielt 13 Jahre Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

http://index.hu/belfold/2013/08/15/karteritest_kapnak_a_romagyilkossagok_aldozatai/

4 Kommentare zu “Regierung plant finanzielle Entschädigung für die Opfer der Roma-Morde

  1. Kein Geld der Welt kann den Verlust eines Menschenleben aufwiegen. Trotzdem wäre eine finanzielle Unterstützung der Opfer dieser schrecklichen Anschlagsserie bzw. der Hinterbliebenen eine ganz wichtige politische Geste.

    Die Regierung wird gegenüber der Öffentlichkeit allerdings auch gut begründen müssen, warum in diesem Fall Entschädigungen gezahlt werden sollen und in anderen Fällen vielleicht nicht. Vermutlich werden sich die Jobbiks dieser Welt mit „Begeisterung“ des Themas annehmen. Hoffentlich wird sich die absehbare politische Schlammschlacht in Grenzen halten.

    Nicht übersehen werden sollte das zivilgesellschaftliche Engagement und die Solidarität, die offenbar bereits fernab jeder Medienaufmerksamkeit geleistet wurde. Siehe: http://www.bauorden.de/709-0-Rackeve-2011.html

    Wie deutsche Medien berichteten, sollen nach den NSU-Morden übrigens rund eine Million Euro an die Berechtigten geflossen sein: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bundesregierung-zahlte-nsu-opfern-knapp-eine-million-euro-a-893263.html.

  2. Jetzt steht die Summe wohl fest, die an die Roma als Entschädigung gezahlt werden soll.
    Ausnahmsweise muss ich UF mal beipflichten, dass kein Geld der Welt ein Menschenleben ersetzen kann.
    Mag auch sein, dass man die Auszahlung „werbewirksam“ bis kurz vor die Wahl hinausgezögert hat (Die Presse sollte doch eigentlich dankbar darüber sein, hat sie doch gleich wieder einen Aufhänger zum Rumsülzen.) Nur wird leider dabei vergessen, dass die Menschenfreunde vorher nicht mal dazu in der Lage waren die Täter zu verurteilen, von Entschädigung ganz zu schweigen.
    Ob Verseck im Spiegel drüber ach berichtet?

    • @ Turó Rudi: Bitte bei Bezugnahmen nach Möglichkeit Links einfügen, damit die Leser Ihre Angaben nachverfolgen können. Danke.

      Ich habe folgende Information gefunden: 30 Personen erhalten einen Betrag von insgesamt 70 Mio. Forint (ca. 230.000 EUR).
      http://nepszava.hu/cikk/1012963-70-millio-a-romagyilkossagok-tuleloinek-karenyhitesere

      Bereits im Jahr 2010, so der Beitrag, habe die Regierung einen Betrag von 8,5 Mio. Forint (ca. 28.000 EUR) Soforthilfe zur Beseitigung von Schäden an vier von den Anschlägen betroffenen Häusern gezahlt; die Arbeiten seien mit Hilfe einer Roma-Organisation durchgeführt worden. Bereits dieser Umstand stellt die Behauptung Versecks im Spiegel, bei den Betroffenen sei bislang gar „nichts“ angekommen, in Frage.

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