SZ: Cathrin Kahlweit kritisiert die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die deutsche Besatzung Ungarns ab 1944

Cathrin Kahlweit kritisiert in einem heutigen Beitrag für die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung die Pläne zur Errichtung eines Denkmals auf dem Budapester Freiheitsplatz, das an die deutsche Besatzung Ungarns am 19. März 1944 erinnern soll. Grundtenor des Beitrags: Es handelte sich um keine Besatzung, Ungarn sei Verbündeter des Deutschen Reichs gewesen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/einmarsch-der-wehrmacht-in-ungarn-fast-wie-kameraden-1.1863210

Freilich ist die historische Bewertung der damaligen Ereignisse durchaus komplexer, als die Vertreter der Auffassung, die Besatzung sei keine gewesen, glauben machen wollen. Fest steht, dass die deutschen Truppen zur Durchführung des „Unternehmens Margarethe“ keine Kämpfe führen mussten. Die Mehrheit der Bevölkerung war den deutschen Divisionen gegenüber nicht feindlich gesinnt, das ungarische Offizierkorps hoffte, die Sache halbwegs schadlos und schnell überstehen zu können; hier gab es allerdings auch bekennende Anhänger der Nazis, die die Besatzung begrüßten. Weiterhin war – was bis heute in Ungarn ein unbeliebtes Thema ist – die Bevölkerung nebst Behörden und Staatsbahn, maßgeblich verantwortlich für die Deportationen ab April 1944 in die deutschen Vernichtungslager. An der Rolle Ungarns gibt es daher gewiss nichts zu beschönigen.

Man kann jedoch auch die historische Tatsache nicht unter den Tisch fallen lassen, dass Adolf Hitler über den Kurs des ungarischen Reichsverwesers Miklós Horthy in mehreren Punkten ungehalten war. Zum einen ließ Ungarn vor 1944 keine Juden aus Ungarn deportieren (eine Ausnahme bildet das Massaker von Kamenec-Podolsk im Jahr 1941, dem sog. „fremde Juden“ ohne ungarische Staatsbürgerschaft zum Opfer fielen, die in das vom Deutschen Reich besetzte Gebiet der Sowjetunion deportiert worden waren und von Angehörigen des deutschen Polizeibatallions 320 und SS-Angehörigen ermordet wurden – der für die Deportation verantwortliche Innenminister, Ferenc Keresztes-Fischer, soll von der Nachricht der Ermordung vieler der Deportierten geschockt gewesen sein). Das Land nahm sogar Juden aus den umliegenden, von Deutschland besetzten Gebieten (z.B. Österreich, Polen) auf. Zum anderen versuchte Horthy schon vor 1944, in der Vorahnung, der Krieg sei nicht zu gewinnen, ein Geheimbündnis mit den Westalliierten zu schließen mit dem Ziel, Hitler zum richtigen Zeitpunkt den Rücken zuzuwenden und aus dem Krieg auszusteigen. Von den Geheimplänen Horthys erfuhr Hitler jedoch über den nach Ungarn entsandten späteren Reichsbevollmächtigten Edmund Veesenmayer. Auch Joseph Goebbels bezeichnete Horthy und seinen Ministerpräsidenten Miklós Kállay recht unscharmant als „ausgemachte Schweine“. Es gibt auch Stimmen, die sagen, Horthy und Hitler hätten sich gegenseitig verachtet.

Hitler lockte Horthy wenige Tage vor dem 19. März nach Salzburg, mit dem Ziel, ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen (die Besatzungsdivisionen befanden sich an der ungarischen Grenze) und ihm zum Einlenken bzw. zur Abdankung zu zwingen. Bereits am 12. März hatte Generalfeldmarschall Maximilian von Weichs den Einmarschbefehl erhalten. Horthy wollte bei dem Gespräch mit Hitler zunächst nicht einlenken und wollte Schloß Kleßheim fluchtartig verlassen, schloss dann aber einen Kompromiss, der dazu führte, dass er weiter im Amt bleiben durfte (vgl. dazu die u.a. Ausführungen von Peter Gosztony in einer Ausgabe der ZEIT vom 18.3.1994).

Horthy war – was er stets bis zu seinem Lebensende betonte – Antisemit, Ungarn hatte unter seiner Führung Judengesetze erlassen, bevor Deutschland dies getan hatte. Juden litten in Ungarn zweifelsfrei auch vor 1944 unter Diskriminierung, waren allerdings – mit o.g. Ausnahme – nicht von Deportationen bedroht; dies führt zu der paradoxen Situation, dass Juden, die dem Tod entkommen waren, dem bekennenden Antisemiten Horthy nach dem Krieg sogar Dankbarkeit zum Ausdruck brachten (wovon in deutschen Publikationen praktisch nie zu lesen ist) – so ist sein Name auch auf einer Gedenktafel in Polen verzeichnet. Horthy verachtete zwar die Juden, äußerte aber auch ihre Bedeutung für die Wirtschaft und „dass er sie doch nicht alle umbringen könne“ (dies gegenüber Reichsaußenminister Ribbentrop).

Der (wenn auch ohne Gegenwehr erfolgte) Einmarsch der Wehrmacht im März 1944 stellte, was die Deportationen und den Handlungsspielraum Horthys anging, eine gravierende Zäsur dar. Einerseits unternahm Horthy nach seiner RÜckkehr aus Kleßheim nichts gegen die Deportationen der Landbevölkerung und trug damit Verantwortung für den Staatsapparat, den er unter sich hatte, und der sich an den Deportationen aktiv beteiligte bzw. die Vorgaben der Deutschan sogar übererfüllte (sodass die Konzentrationslager zeitweilig vollkommen überlastet waren). Auf der anderen Seite widersprach er, auch um den Preis, damit weiter in „Ungnade“ beim Deutschen Reich zu fallen, im Juli 1944 die Deportationen und bewahrte so einen Großteil der jüdischen Bevölkerung in Budapest vor der Deportation; nach seiner Absetzung im Oktober 1944 und Installation der Pfeilkreuzler-Regierung unter Ferenc Szálasi erreichte das dortige Morden seinen Höhepunkt. Die Person Horthy ist, ebenso wie die Rolle Ungarns im 2. Weltkrieg, somit eine sehr widersprüchliche.

Dass Ungarn nicht von der Wehrmacht besetzt war, geht aber in Anbetracht der anschließenden Ereignisse zweifellos an der Sache vorbei.

Ungarn wollte zwar, schon relativ früh im Krieg, durch die Kooperation mit dem Deutschen Reich seine Revisionsforderung gegenüber den Nachbarländern verwirklichen (Ungarn verlor im „Frieden von Trianon“ im Jahr 1920 2/3 seines Staatsgebietes an die Entente-Mächte, was die ) und erzielte insoweit auch – wenn man so will – „Erfolge“ in Form des Zweiten Wiener Schiedsspruchs (aus rumänischer Sicht: „Wiener Diktat“). Unter den Verbündeten Hitler-Deutschlands brach insoweit ein „Wettrennen“ um die Gunst des Führers aus, da etwa Rumänien und Ungarn beide auf Seiten des Deutschen Reiches Krieg führten. Ungarn versuchte hier, die Gebietsgewinne nicht wieder zu verlieren – und schickte an der Seite Hitlerdeutschlands 1943 mehrere hunderttausend Ungarn – darunter auch jüdische Zwangsarbeiter – am Don in den Tod (bekannt als „ungarisches Stalingrad“).

Allerdings war das „Unternehmen Margarete“ Folge der Hitler missfallenden Haltung Ungarns bei der Judenvernichtung und dessen Bestrebungen nach einem Geheimbündnis mit den Westalliierten.Das Deutsche Reich konnte es sich nicht leisten, Ungarn im Hinblick auf die nach Westen vorrückende Rote Armee zu verlieren, ferner hatte Deutschland es auf die Rohstoffvorkommen in Ungarn abgesehen.

Man sollte versuchen, die Rolle der damals Handelnden – u.a. Kállay und Horthy – unter den politischen Vorzeichen der Zeit zu sehen. Dass sie falsch handelten, steht fest, dass sich Ungarn am Holocaust aktiv beteiligte, ist unentschuldbar, ebenso wie der heutige Versuch, Ungarn als reines Opfer der Geschehnisse darzustellen, scheitern muss. Es kann dennoch nicht die Lösung sein, das Gewissen gerade der deutschen Leser dadurch erleichtern zu wollen, indem man die Besatzung als solche ausblendet und versucht, die Handlungen Ungarns ohne diese Zäsur und ohne die von Deutschland aktiv vorangetriebene Judenvernichtung zu bewerten. Man darf so weit gehen und sagen: Ohne die deutsche Besatzung hätte es wohl auch nach dem 19. März 1944 keine Massendeportationen gegeben – waren sie doch der Startschuss für jene sich aktiv beteiligenden Ungarn, sich straflos am Vermögen seiner jüdischen Mitbürger schamlos bereichern zu können. Insofern würde auch die sachlich-kritische Bewertung Horthys und das Auffinden des einen oder anderen gar vorsichtig positiven Aspektes seine Gesamthaltung ebensowenig entschuldigen wie die eines Großteils seiner Landsleute, darunter auch aktive Politiker, die das jüdische Vermögen zur Sanierung der ungarischen Volkswirtschaft verwerten wollten. Man täte gut daran, sich von der bis 1989 tragenden Staatsdoktrin des unschuldigen ungarischen Volkes zu lösen und die Aufarbeitung aktiv voran zu treiben. Aber auch den Versuch, die Person Horthy auf einen Verbündeten Hitlers zu reduzieren und den Eindruck zuzulassen, er habe vielleicht gar Deportationsbefehle unterzeichnet, führt in die Irre.

Erst wenn beide Seiten der politischen Auseinandersetzung – ein wahrer Kampf um die Deutungshoheit über die Vergangenheit – beginnen, die Argumente der anderen Seite zu Ende zu hören, werden trotzige Denkmalserrichtungen zu Ehren Horthys ebenso überflüssig sein wie versuche, Horthy als den ungarischen Hitler zu verzerren.

Was das an den 19.3.1944 erinnernde Denkmal angeht: Es lässt Deutungen zu, die man in einer auf Wahrheitserforschung gerichteten Debatte besser nicht zulassen sollte.

Der Beitrag von Peter Gosztony zum Unternehmen Margarethe aus der ZEIT, erschienen im Jahr 1994, kann hier als Ergänzungslektüre zu dem von aktueller Tagespolitik bestimmten Zwischenruf Kahlweits empfohlen werden:

http://www.zeit.de/1994/12/unternehmen-margarethe

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25 Kommentare zu “SZ: Cathrin Kahlweit kritisiert die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die deutsche Besatzung Ungarns ab 1944

  1. Man könnte das ganze auch so sehen, dass Nazideutschland zuletzt sogar seinen Verbündeten in den Rücken fiel. Dass Ungarn sich um einen Sonderfrieden bemühte, war eine logische Konsequenz – dass diese Bemühungen von vielen nicht getragen wurden, ist ein Zeichen der übrigens bis heute andauernden Loyalität weiter Teile der ungarischen Bevölkerung gegenüber Deutschland. Was die Wehrmacht und die SS aber in Budapest veranstaltet haben, ist widerwärtig. Ich frage mich übrigens, ob die Gefolterten und Hingerichteten etwa in Sopronköhida auch so begeistert über ihre deutschen Verbündeten waren. Ich vermisse manchmal das klare Bekenntnis der kommunistischen Zeit zu den antifaschistischen Kämpfern – die Propaganda hatte mehr mit der Wahrheit zu tun und hat mehr für den Frieden getan als die SZ oder HVs künstlich überparteiischer Artikel zusammen.

    • „Ich vermisse manchmal das klare Bekenntnis der kommunistischen Zeit zu den antifaschistischen Kämpfern – die Propaganda hatte mehr mit der Wahrheit zu tun und hat mehr für den Frieden getan als…“

      Dass die kommunistische Propaganda irgend etwas für den Frieden getan hätte oder dass es ein „klares Bekenntnis“ zu antifaschistischen Kämpfern gegeben haben soll, versehe ich mit einem Fragezeichen. Der Kommunismus hatte ein verlogenes, institutionalisiertes Verhältnis zum Antifaschismus (dessen Folgen wir heute sehen) und hat – trotz angeblicher Verdienste um den Frieden (ich traue meinen Augen nicht…) – nebenbei Millionen Menschen auf dem Gewissen. Zum Beispiel Raoul Wallenberg.

      Man kann sich keine Rosinen rauspicken.

  2. Fast wie Kameraden?

    „Rund 3000 patriotische und pro-westliche Politiker und Beamte, Aristokraten und Intellektuelle wurden binnen weniger Tage von der Gestapo und der mit dieser kollaborierenden ungarischen Gendarmerie und Polizei verhaftet und in Konzentrationslager nach Deutschland verschleppt.“
    (Paul Lendvai über die deutsche Besatzung 1944 in seinem Buch „Die Ungarn“)

    Der amtierende ungarische Ministerpräsident Miklós Kállay hat in der türkischen Botschaft Zuflucht gefunden, später wurde er festgenommen und kam erst ins KZ Dachau, dann nach Mauthausen. Der amtierende Innenminister, Ferenc Keresztes-Fischer wurde ebenso nach Mauthausen verschleppt.

  3. Dass es eine Besatzung war, steht doch für jeden, des Denkens fähigen Menschen außer Frage. Nur wie man sich daran erinnert, ist heikel und problematisch. Denn der Artikel von HV ist gut nuanciert und differenziert. Denkmäler tragen aber eher zu einem vereinfachten kollektiven Bewusstsein bei, d.h. dazu, dass sich der Durchschnittsungar denken wird, dass wenn es ein Denkmal als Erinnerung an die Besatzung gibt, dann waren wir doch damals (unschuldige) Opfer. Und das stimmt in dieser Einfachheit nun einmal nicht, wie es auch der obige Artikel beleuchtet.

    Kleine Anmerkung zum Artikel: Den folgenden Abschnitt (insb. den Inhalt der Klammer) finde ich etwa knapp: „Ungarn wollte zwar, schon relativ früh im Krieg, durch die Kooperation mit dem Deutschen Reich seine Revisionsforderung gegenüber den Nachbarländern verwirklichen (Ungarn verlor im “Frieden von Trianon” im Jahr 1920 2/3 seines Staatsgebietes an die Entente-Mächte, was die ) und erzielte insoweit auch – wenn man so will – “Erfolge” in Form des Zweiten Wiener Schiedsspruchs (aus rumänischer Sicht: “Wiener Diktat”). Unter den Verbündeten Hitler-Deutschlands brach insoweit ein “Wettrennen” um die Gunst des Führers aus, da etwa Rumänien und Ungarn beide auf Seiten des Deutschen Reiches Krieg führten. “

    Um die Nähe Ungarns zu Deutschland und auch die Unterstützung der ungarischen Revisionspolitik durch Deutschland zu verdeutlichen, hätte ich hier auch auf den I. Wiener Schiedsspruch 1938, die Besetzung der Karpato-Ukraine 1939 und der Vojvodina 1941 hingewiesen.

  4. @HV, “Ich vermisse manchmal das klare Bekenntnis der kommunistischen Zeit zu den antifaschistischen Kämpfern – die Propaganda hatte mehr mit der Wahrheit zu tun und hat mehr für den Frieden getan als…” – geht es in diesem Zitat nicht um eine ironische Äußerung und um den gewaltsamen „Frieden“ und Eindeutigkeit, die wir (zumindest ich) in einer Diktatur erleben durften?

    Das Denkmal wird, meines Wissens nach, errichtet, weil die Souveränität des ungarischen Staates am 19. März 1944 erloschen ist. Es ist keine Begrüßung der deutschen Besatzer, sondern vielmehr eine traurige, schmerzhafte Erinnerung. Ich finde es nur gut, wenn dieses Datum nicht in Vergessenheit gerät!

    • Ich meinte, dass im Sozialismus niemand anzweifelte, dass es sich um eine deutsche Besatzung handelte. Es stand so in den Schulbüchern, nach Bajcsy-Zsilinszky hat man Schulen und Strassen benannt. Heute nehmen sich irgendwelche in Moskau studierten SZ-Journalistinnen alles ‚raus, vor 30 Jahren wäre der Artikel nicht so geschrieben worden. Natürlich war der Umgang mit der Zeit früher verlogen, immerhin hat man die meisten, heute vergessenen Mitstreiter Bajcsy-Zsilinszkys im Sozialismus ermordet. Das weiss ich, meine Familie ist auch betroffen, aber für einmal möchte ich diesen Teil der Geschichte ruhen lassen (HV kann daher gerne darauf verzichten, einen Pfeifer in rechts zu spielen wie in seinem Kommentar weiter oben). Mir ging es einfach darum, dass es überhaupt keine Frage ist, dass es sich um eine deutsche Besatzung handelte, selbst die kommunistische Propaganda hielt es so. Mir gingen neben der SZ HVs pseudoobjektive Ausführungen auf die Nerven, ich kann es einfach nicht mehr hören, wie Konservative durch die Überbetonung der durch ungarische Kriminelle begangenen Verbrechen versuchen, objektiv zu wirken. Sie schneiden sich ins eigene Fleisch und verfestigen das unzutreffende Bild von Ungarn als Täterstaat. Dasselbe macht Fidesz und erhält von Agnes Heller prompt die Antwort, dass Fidesz die Opfer ein zweites Mal zu Opfern mache.

      • Von jemandem, der der kommunistischen Propaganda einen Verdienst für den Frieden und ein klares Bekenntnis zum Antifaschismus bescheinigt, zu hören, ich spielte den „Pfeifer in rechts“, trifft mich nicht besonders.

        Ich bezeichne Ungarn nicht als Täterstaat. Die unrühmliche Rolle, die große Teile der Bevölkerung damals gespielt haben, sollte aber, nach fast 50 Jahren kommunistischer Propaganda, die Ungarn zum reinen Opfer stilisierte (und stattdessen z.B. die ungarndeutsche Minderheit zur „Kolonne Hitlers“ machte um sie im Anschluss an die „Befreiung“ als nächstes zu verfolgen…), aufgearbeitet werden. Von Überbetonung der Täterrolle kann keine Rede sein, vielmehr davon, dass es viele Menschen nicht ertragen können, dass man am althergebrachten Geschichtsurteil rüttelt. Ich fühle mich mit Ungváry, dessen Auffassung ich in sehr vielen Punkten teile, und anderen in guter Gesellschaft. Man muss als Historiker und als historisch interessierter Mensch mit Vorhaltungen, man müsse doch einen Schlussstrich ziehen, leben.

        Aber ziehen Sie bitte nicht meine Motive in Zweifel. Ihr Vorwurf, ich wolle als „Konservativer“ objektiv „wirken“, ist fehl am Platz. Ich vertrete meine Meinung.

  5. Und hier die inoffizielle gestrige dpa-Meldung via Facebook (Gruppe: „Aufmarsch – die rechte Gefahr aus Osteuropa“). Verfasser ist der Fidesz-Frontbekämpfer Gregor Mayer.

    „Das Orbán-Land will in diesem Jahr ganz groß an den Holocaust erinnern, dem 1944/45 600.000 jüdische Ungarn zum Opfer fielen. Imagepflege für die Wahrnehmung im Ausland dürfte als Motiv eine starke Rolle spielen. Denn für den „Hausgebrauch“ lässt der Liebe Führer ein Mahnmal für die deutsche „Besatzung“ 1944 errichten – um den von der Rechten verehrten Hitler-Verbündeten Miklós Horthy weißzuwaschen. http://www.sueddeutsche.de/politik/einmarsch-der-wehrmacht-in-ungarn-fast-wie-kameraden-1.1863210

    Der Wahlkampf kann ja heiter werden.

  6. Guten Tag,
    Die Aussage „..die Bevölkerung nebst Behôrden und Staatsbahn massgeblich verantwortlich für die Deportationen..“ sollte m.E. auf „Teile der Bevölkerung“ korrigiert werden.
    Nichteinmal „grosse Teile der Bevölkerung“ wie Sie weiter unten schreiben, dürfte stimmen. Antisemit zu sein bedeutete längst noch nicht, dass man für Deportation und Vernichtung war.

  7. Frau Kahlweit, haben Sie die Memoiren des letzten Ministerpräsidenten des unabhängigen Ungarns (d. h. vor dem 19. März 1944) gelesen?

    Der Mann hieß Miklós Kállay.

    Vor zwei Jahren erschien in zwei Bänden eine Neuausgabe seiner Memoiren:

    Magyarország miniszterelnöke voltam („Ich war der Ministerpräsident Ungarns“).

    Diese Lektüre kann ich Ihnen wärmstens empfehlen. Viele Ihrer Behauptungen werden dort widerlegt.

    Freundliche Grüße,
    PR

  8. Lieber HV, ich schätze Ihre kritische Arbeit sehr, noch mehr, ich bin Ihnen sehr dankbar dafür, dass Sie das auf sich nehmen. Eines verstehe ich aber nicht und zwar Ihre Bewunderung und entschuldigen Sie, vielleicht etwas Kritiklosigkeit gegenüber Krisztián Ungváry. Ich, da ich in Ungarn geboren und aufgewachsen bin, sehe ich etwas kritischer oder gar misstrauischer seine Publikationen. Die historischen Arbeiten kenne ich allerdings nicht im Einzelnen – ich bin kein Historiker.
    Falls man die heutige Meinung über die Statue von ihm liest wird es einem schlecht. Es ist voller Unwahrheiten, subjektiven Äußerungen und vor allem Engstirnigkeit – könnte fast aus den Federn eines zeitgenössischen deutschen Journalisten stammen.

    http://hvg.hu/velemeny/20140121_Az_eleven_borzalom?fb_action_ids=592754114113891&fb_action_types=og.recommends&fb_source=other_multiline&action_object_map=%5B461046727328158%5D&action_type_map=%5B%22og.recommends%22%5D&action_ref_map

    • Ich habe den Beitrag von Ungváry im HVG gelesen. In vielen Punkten stimme ich ihm zu. Die Erklärungen der Künstler zur Symbolik des Denkmals sind teilweise haarsträubend. Die problematischen Stellen dieser Erklärungen geht Ungváry Punkt für Punkt durch und in allen acht Punkten ist seine Kritik absolut berechtigt.

      Zur Vorgeschichte dieses Denkmals habe ich nichts mitbekommen. Aus dem Beitrag von Ungváry habe ich den Eindruck, dass das Denkmal der deutschen Besatzung als Alternative zu einem Holocaustdenkmal gesehen wird. In der Konkurrenz zu einem Holocaustdenkmal würde ich dieses Denkmal auch ablehnen. Für mich ist aber nicht offensichtlich, dass es so ist.

      Der Auslöser der Besatzung war, dass ein Teil der politischen Elite Ungarns (mit Horthy und Ministerpräsident Kállay an der Spitze) den Krieg auf der Seite Deutschlands beenden wollten. Dieser Teil Ungarns, der auch die Massendeportationen der Juden abgelehnt hat, wurde durch die deutsche Besatzung ausgeschaltet. Danach kamen die ungarischen „Kameraden“ erst richtig zum Zuge. Mit großer Wahrscheinlichkeit wären die Opferzahlen des Kriegs und des Holocausts in Ungarn ohne die deutsche Besatzung um etliche Hunderttausend niedriger gewesen.
      Wenn also das Denkmal dafür stehen würde, wie es heißt, nämlich für die deutsche Besatzung, dann hätte es seine Berechtigung. Andererseits stimme ich Ungváry wiederum zu, dass dieses Denkmal die Schuld, die Ungarn vor der deutschen Besatzung auf sich geladen hat (Judengesetze, Pogrome, Kamenez-Podolsk…) nicht in Frage stellen darf.

      Ich sehe das Denkmal der deutschen Besatzung in Zusammenhang mit dem Holocaust-Gedenkjahr. Was vielleicht hier nicht gesagt wird, kann dort noch gesagt werden. Am Ende des Jahres kann man Bilanz ziehen. Das Jahr 2014 ist eine Chance, in der Verarbeitung der eigenen Geschichte ein gutes Stück voranzukommen.

      • Ich habe den Beitrag von Ungváry nochmal gelesen und schreibe gerne hin, was mich an dem stört. Ich gehe seine Punkte durch.
        Punkt 1. Ich weiß nicht was Eichmann gesagt hat, aber glauben tut das wohl wahrscheinlich Ungváry selbst nicht, das Eichmann bis 1944 keine derart schreckliche Brutalität erlebt hat!
        Punkt 2. “ A német megszállás nem béklyózta az ország lakosait“. Nach meinen Informationen aus dem eigenen Familien- und Freundeskreis hat es sehr wohl. Das jüdische Vermögen ging bei weitem nicht an die „Bevölkerung“ – wie das Ungváry behauptet – und Geld regiert vielleicht die Welt, aber doch nicht alle Menschen!
        Punkt 3. Die Aufnahme der polnischen Flüchtlinge hat nichts mit der deutschen Besatzung zu tun – sagt Ungváry. Da stellt er sich wohl absichtlich dumm. Diese Geste oder besser Hilfestellung seitens Ungarn hat sehr wohl mit dem Verhältnis zwischen den beiden Ländern Deutsches Reich/Ungarn zu tun und noch mehr mit der Haltung und Rolle von Ungarn.
        Punkt 4. „Sokaknak Magyarország 1944-ig csakugyan a béke szigete volt, de a zsidóságnak nem.“ Ich bin im Vergleich zu Ungváry bestimmt unbelesen und kann kann nicht alle Aspekte in Betracht ziehen. Ich verlasse mich in erster Linie auf die Aussagen meines im Jahr 1944 19-jährigen, also nicht mehr minderjährigen, hochintelligenten Vater, der derzeit in der Jugendorganisation einer zionistischen Bewegung tätig war. Das provinzielle Ungarn, im speziellen das Partium war vor der deutschen Besatzung sehr friedlich, zumindest haben es sehr-sehr viele Juden so erlebt. Die jüdische Bevölkerung hatte deutlich mehr Angst von den Rumänen als von den Ungarn, sie werden es schon gewusst haben warum.
        Punkt 5. und 6. Dass es in Ungarn Antisemitismus gibt und gab, beschreitet niemand, aber das als Eigenschaft der ungarischen Bevölkerung aufzuzeichnen, ist doch absurd. Die Brutalität war bestimmt allgegenwertig – ich bin mir sicher, dass diese Halbkriminellen bis heute in jedem Land dieser Erde schnell aktiviertbar sind. Aber das als ungarische Eigenschaft darzustellen – wie sich darum Ungváry bemüht – ist mehr als übertrieben.
        Warum würden die Täter durch Erzengel Gabriel in der Statue symbolisiert werden? Ist die ganze ungarische Bevölkerung „Täter“? Gibt es kollektive Schuld in Ungarn? Ich glaube Ungváry versucht die deutsche Geschichte mit der ungarischen zu verwaschen.
        Punkt 7. „A „nyilaskeresztes fiókáknak“ semmi közük nem volt a német megszálláshoz.“ Vielleicht nicht in ihrer Existenz, aber in ihrem Handlungskreis schon!
        Punkt 8. Ich habe grundsätzlich enorme Probleme mit dem Begriff „zsidó etnikum“. Das ist ein für mich hochantisemitischer Begriff, und Ungváry begeht den selben, bis zum Himmel schreienden Fehler mit der Verwendung dieses Ausdruckes, wie Sándor Szakály vor einigen Tagen, weswegen die halbe Welt sich – mit Recht – aufgeregt hat

        Im Weiteren: „alantas érvelés, hogy az emlékmü minden áldozatnak kíván emléket állítani“ – warum ist es derart abwägig?
        Wer wen zum Opfer gemacht würde ich auch ein wenig differenzierter sehen und die Rolle der Deutschen in der Ausrottung der ungarischen Juden nicht derart bagatellisieren, wie das Herr Ungváry tut.

        „Az a szándék, amely egy oldalra tereli a gyilkost és az áldozatot, több, mint szerencsétlen“ – das ist wohl war. Aber ich bezweifle das sehr stark, entgegen vielen Meinungen, dass mit der Aufstellung dieser Statue zum Andenken an die deutsche Besatzung, das passiert. Ich würde diese Statue sicher nicht als Alternative zu einem Holocaust-Denkmal sehen, ganz im Gegenteil, eher als Ergänzung zu der Geschichte Ungarns. Es gibt – zum Glück oder leider – sehr viele Orte, Stellen, die in Ungarn an den Holocaust erinnern oder dieses nicht in Vergessenheit kommen lassen. Die Gräber meiner Großeltern, Tanten und Verwandten, die ich ab und zu gerne besuchen würde, existieren aufgrund von Wahnsinnsideen und Verwirklichung dieser Ideen durch die Deutschen und weniger durch die Ungarn nicht! Das sollte auch Krisztián Ungváry nicht vergessen und die Geschichte nicht verwaschen!!!

  9. Qui tacet, consentire videtur.
    Oder mit Galut gesagt, heikel und problematisch ist, wie man sich an die deutsche Besatzung erinnern will. Ich meine, über Vergewaltigungen sollte man schon reden dürfen. Auch Fremdschämen ist besser, als die Traumata der Täter einer ungarischen Gartenzwergeintracht zu opfern.

    Nein, auf Geschichtsvergewaltigung statt -bewältigung zu setzen, ist dumm. Von solcher Dummheit schrieb Bonhoeffer, kurz bevor sie ihn ermordeten.

    „Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos … “ *
    Auch wenn sich die Dummheit wieder einmal in Stein meißeln lassen will:
    Qui tacet, consentire videtur.

    Quelle: Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. von E. Bethge. TB Siebenstern. Gütersloh 1985. S. 14 f.

  10. Zum Denkmal (falls es jemand noch immer nicht mitbekommen haben sollte):

    das Denkmal soll an die deutsche Besetzung Ungarns erinnern, mit der die ungarischen Pfeilkreuzler-Schergen den entsprechenden Rückhalt und grünes Licht für ihren Terror bekamen.

    Ohne die Besetzung Ungarns durch die Deutschen wäre es meiner Meinung nach nie zu den furchtbaren Exzessen zwischen dem 19. März 1944 und dem Frühjahr 1945 in Ungarn gekommen.

    Orbán heute:

    „Das Denkmal ist eine Verbeugung vor den Opfern.“

    Link: http://magyarhirlap.hu/orban-az-emlekmu-fohajtas-az-aldozatok-elottvideo

  11. Und hier die heutige inoffizielle dpa-Meldung des Korrespondenten und nebenberuflichen Kunstkritikers Gregor Mayer via Facebook:

    „Die nationale Kitsch-Ästhetik der Trianon- und Horthy-Denkmäler der Provinz erobert nun auch das Herz von Budapest. Das FIDESZ-dominierte Bezirksparlament des 5. Budapester Gemeindebezirks bewilligte heute die Auftstellung des auch inhaltlich völlig verlogenen „Besatzungsdenkmals“, mit dem das Orbán-Land am 19. März der sogenannten deutschen Besatzung von 1944 gedenken will, um das mit Hitler-Deutschland verbündete Horthy-Regime von der Verantwortung für die Deportation von mehr als 400.000 jüdischen Ungarn nach Auschwitz weißzuwaschen. Das Denkmal soll in knapp zwei Monaten auf dem Szabadság-Platz errichtet werden. Ohne jede Ausschreibung, ohne jede Begutachtung durch Architektur-, Denkmalschutz- und Kunstexperten wurde der eher unbekannte Bildhauer Péter Párkányi Raab mit der Anfertigung beauftragt. „index.hu“ veröffentlichte eine Skizze – sie lässt einem die Grausperlen aufsteigen. Die Komposition besteht aus einem „Erzengel Gabriel“ (das „unschuldige, himmlische Ungarn“), auf den sich ein aggressiver Raubvogel (der „deutsche Reichsadler“) herabstürzt. – O sancta simplicitas!“

    Zu bestaunen in der Facebook-Gruppe „Aufmarsch – die rechte Gefahr aus Osteuropa“.

    Offenbar bahnt sich das undifferenzierte Märchen von der „sogenannten Besatzung“ immer breiteren Raum. Die Deutschen können jetzt sicher besser schlafen. Wurde doch das „Unternehmen Margarethe“ aus dem Punktekatalog gelöscht. Noch ein paar Jahre und einige Experten dieses Schlages, und der Einmarsch in Polen stellt sich als Erfindung gemeiner Polen heraus…

    Und seien wir doch mal ehrlich: In Österreich sieht man sich ja bis heute nicht selten als das erste Opfer Hitler-Deutschlands. Wenn die Nachbarn aber von Besatzung sprechen, wird Wien unsachlich. Will man den Opferstatus vielleicht exklusiv?

    • Auch der Rabbiner Joel Berger meldet sich in der „Jüdische Allgemeine“ zu Wort und spricht vom Versuch, Ungarn „reinzuwaschen“. Ungarn wolle die Schuld am Holocaust allein den deutschen Besatzern zuschieben – ein Vorwurf, der in Anbetracht zweier offener Schuldeingeständnisse ranghoher Politiker (Vize-Premier Navracsics und UN-Botschafter Körösi) zur Mitschuld/Verantwortung Ungarns freilich nicht den Tatsachen entspricht.

      http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/18176

      Weißwaschen, reinwaschen. Bemerkenswert abgestimmte Vorwürfe. Laut Berger seien „die meisten Ungarn“ aktive Mittäter gewesen.

      • Na endlich, nach ihrer Kommasierung gewinnt Die Linke Front jetzt endlich auch inhaltlich etwas Kontur. Männeken Feri verspricht für den Fall eines Regierungswechsels mehr Ackerland fürs Burgenland und den Abriss des Deutschen Besatzungsdenkmals. Das lässt hoffen, zumal es Sachbeweise dafür gibt, dass Edmund Veesenmayer gar nicht der war, wofür ihn die Fidesz-Loser immer noch halten. Der Zerfall der Staaten in Ost- und Südeuropa wurde nämlich gar nicht nicht von ihm, sondern einem Vesenmeyer, E. forciert. Hier das Beweisfoto: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Edmund_Veesenmayer.jpg
        So, wie ja auch Demeter Stojakovits nur als ein Bote der Vorsehung kraftvoll und gütig von einem Ende der Welt zum anderen waltete (Weish 8,1) und Ungarn zum guten Ende, zur Befreiung durch die Rote Armee leitete.
        Ich kann ihn gar nicht mehr abwarten, den Neuanfang der Roten Front mit der Befriedung Österreichs und der Pazifikation Ungarns!

        P.s. Ich lege hier mal einen Gegenentwurf für das Besatzungsdenkmal auf dem Freiheitsplatz vor. Nach dem Abriss von Erzengel und Adler würde ich das Pärchen hier in Rotbronze gießen lassen: Ungarischer Wandersolyom erbeutet Deutsche Rassetaube!

  12. „Auch der Rabbiner Joel Berger meldet sich in der “Jüdische Allgemeine” zu Wort und spricht vom Versuch, Ungarn “reinzuwaschen.”

    Damit stößt der werte Rabbiner ins selbe Horn wie seine im Schwingen der Holocaust-Keule äußerst geübten Kollegen Ágnes Heller, György Konrád, Pál Lendai usw.

    Diese gehen meist nach dem folgenden Motto vor:

    ob oberflächlich und unbegründet oder nicht, Ungarn muss der Vorwurf des Antisemitismus so oft wie möglich in die Schuhe geschoben werden, da man so seine eigenen Interessen durchsetzt (Stichwort: „Druckmittel“; man erinnere sich auch an den berüchtigten Spiegel-Artikel des lieben Keno Verseck, der eine Aussage Orbáns vom Mai letzten Jahres – Überraschung! – mit dem Nazismus in Verbindung bringen wollte).

    Meiner Meinung nach will Orbán dieser infamen und unverschämten Instrumentalisierung des Holocaust durch diesen Klüngel ungarischer „Intellektueller“ und einer gut identifizierbaren Gruppe von Journalisten jetzt mit dem Denkmal einen Riegel vorschieben.

    Er tut gut daran.

    MfG,
    PR

  13. Den Artikel hatte ich am Tag seines erscheinens schon gelesen und hab ihn erstmal „sacken“ lassen.
    * Laut Berger seien “die meisten Ungarn” aktive Mittäter gewesen.
    Denn genau diese Aussage hat mich aber sowas von (vorsichtig ausgedrückt) erzürnt.Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ihr Leben riskiert haben, um gefährdete Mitbürger zu verstecken, ihnen ärztliche Hilfe angedeihen zu lassen o.ä.

  14. Und es wird noch schlimmer. Vorwiegend dann, wenn sich Magdalena Marsovszky zu Wort meldet. In einem Radiointerview mit dem Sender „Dreyeckland“ behauptet sie, das Massaker von Kamenec-Podolsk selbst sei von ungarischen Militäreinheiten begangen worden. Und das ganz ohne deutschen, sondern auf ungarischen Befehl.

    https://rdl.de/beitrag/antisemitismus-ungarn-im-holocaust-gedenkjahr-2014

    (Ab ca. 8:00 min)

    Gegen solche Geschichtsfälschungen hilft wohl nur noch ein Lehrbuch. Oder der Arzt.

  15. Ihr Geschwätz lässt sich auch nicht durch Trittschallschutz dämmen.
    Was mich vielmehr beunruhigt, ist die die offensichtlich bedingungslose Überzeugtheit des schätzenswerten Historikers Christopher Clark, der das Rationalitätsdefizit á la Frau Marsovszky überhaupt nicht für behandlungswürdig, sondern für tatsächlichen Antisemitismus in Ungarn zu halten scheint. Ich will Putins Schwulenfeindlichkeit und das Gestöhne der Vona-Wichser nicht als psychische Erkrankung aufwerten. Napoleon soll vor seinem Krimfeldzug ja auch masturbiert haben. Und Putin sollte das auch besser tun, als seine Soldaten in die Ukraine zu schicken. Was aber nichts zur Sache tut. Frau Frau Marsovszky ist und bleibt die Wunderwaffe. Sie wird als letzte Bastion des antifaschistischen Schutzwalls in die Weltgeschichte eingehen. Christopher Clark weiß das halt nocht nicht. Er kennt sich in Vergangenheiten halt besser aus.

    Quellen:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13503330.html
    http://www.precht.zdf.de/

  16. Pingback: Historiker Michael Wolffsohn übt scharfe Kritik an MAZSIHISZ | Hungarian Voice - Ungarn News

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