DRadio: Paul Lendvais Beitrag zum Wahlergebnis

DRadio bringt einen Beitrag von Paul Lendvai zum Ergebnis der ungarischen Parlamentswahl.

Der folgende Satz fasst Lendvais Position gut zusammen: „Wer Demokrat/Europäer ist, bestimme ich.“

http://www.deutschlandfunk.de/ungarn-verdientes-fiasko.858.de.html?dram:article_id=282697

Advertisements

5 Kommentare zu “DRadio: Paul Lendvais Beitrag zum Wahlergebnis

  1. „Illiberal“ – das finde ich gut! Nein, wirklich: seit der Wirtschaftskrise haben wir gelernt, dass wirtschaftsliberal völlig in die Hose geht. Und das auch gesellschaftspolitisch liberal in die Hose geht, davon bin ich auch überzeugt – insofern bin ich überzeugter Illiberaler!

    Bemerkenswert finde ich auch den Verweis auf Lendvais intellektuelle Freunde in Ungarn. Offenbar hält man in solch auserlesenen elitären Kreisen das Volk schlicht für zu blöd zum Wählen. Am besten ist, die Intellektuellen Ungarns lösen das ungarische Volk auf und wählen ein anderes (frei nach Brecht damit auch Herr Lendvai es versteht).

    Man kann ja darüber diskutieren, dass nicht wirklich 2/3 der ungarischen Bevölkerung für Fidesz gestimmt haben. Aber wenn die Fidesz eine 2/3-Mehrheit erreicht, weil die Wahlbeteiligung niedrig ist, kann man auch argumentieren, dass denjenigen, die nicht wählen gegangen sind, Fidesz nicht mehr oder weniger unrecht gewesen war als die übrigen Optionen. Insofern ist Fidesz am Ende trotzdem die Partei mit dem breitesten gesellschaftlichen Konsens und das muss man dann auch als Oppositioneller irgendwo mal akzeptieren. Wenn es eine vernünftige Alternative gäbe, würden die Ungarn schon auch anders wählen. Interessant finde ich auch die Andeutungen in der letzten Woche, sich jetzt auf eine außerparlamentarische Opposition zu konzentrieren. Vor der Wahl 2010 was das noch ganz böse die Leute bzw. die Politik auf die Straße zu bringen, aber da wollte das ja auch die Fidesz noch tun…

  2. http://www.168ora.hu/velemeny/valasztas-2014-ellenzek-ertelmisegiek-baloldal-magyarorszag-125736.html?utm_source=mandiner&utm_medium=link&utm_campaign=mandiner_201404

    …“Hogy változás legyen, ahhoz olyan sokkhatásnak kellene érnie Magyarországot, mint Németországot vagy Japánt a világháború végén. Olyan sokkhatásnak, amely totálisan kizárja még a lehetőséget is, hogy az Orbánhoz hasonló figurák a társadalomra rátelepedjenek. Enélkül ma már nem fog menni.”“.
    Haben Sie zweimal gelesen ? „totálisan „..

    Genau ! Wie Dresden´s Bombardierung und/oder Hiroshima Nagasaki.

    Das ist noch nicht Budapest , wie Krémer es gerne hätte.

    • Schön, wenn solche Meinungen mal in die Öffentlichkeit gelangen. Man sieht, mit wem man es auf der Seite der „Demokraten“ zu tun hat. Da fällt schon die Akzeptanz eines Wahlergebnisses schwer.
      Kurz gesagt: „Ahol nem mi vagyunk hatalmon, ott nincs demokrácia, ott csak diktatúra van.“ Und jetzt? Soll der UN-Sicherheitsrat Sanktionen verhängen, Herr Krémer?

  3. “Wie Pianist (András) Schiff treffend formulierte, sei es das große Glück der Schmäher, dass nur wenige Beobachter in Europa ungarisch verstehen” So stand es in der “die Zeit” 2011.
    Mal wieder hinters Licht geführt, der dumme Nichtversteher. Ich kann als Deutscher fast jeden ungarischen Text verstehen und füge hinzu: Den erneuten Wahlsieg Orbáns kann man nur
    verstehen, wenn man die Jahre zwischen 2002 und 2010 unter MSZP und SZDSZ erlebt hat,
    und Gyurcsánys Wahlbetrug von 2006. Darüber würde ja kaum einer aufgeklärt. Orbán läßt sich auf Lendvais Art und Weise nicht erklären. Dieser Dummkopf, der immer noch denkt,
    mit unsachlicher Retorik sei Ungarn auf den liberalen Weg zu zerren. Weit aus gefährlicher für die Demokratie als Orbáns autoritärer Führungsstil ist das Versagen der ganzen politischen “linken” Truppe, die eigentlich hier dringend als Korrektiv gebräucht würde und die den kleinen heutigen finanziellen Spielraum durch ihre katastrophale Schuldenpolitik zu verantworten hat. Statt über die Reflexe rechter Politiker auf das internationale Finanzkapital zu fabulieren, sollte er mal lieber die Sache mit den Devisenkrediten seinen Österreichern genau erklären.

  4. Über Wahlsysteme zu streiten ist unsinnig. In England haben wir sogar einen reinen relativen Mehrheitswahlrecht, was noch mehr die tatsächlichen Ergebnisse verfälscht und Parteipluralismus verhindert. Die ung. Wahlsystem verhindert vorerst, dass Jobbik an Bedeutung gewinnt und das ist gut so.Stabilität hat auch ein Wert an sich, was durchaus die jeweiligen Regierungen handlungsfähig macht.
    Übrigens die Opposition verkündete laut, dass alle die zu Hause bleiben Orbán wählen und das sind mehr als 2/3.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s