Überbleibsel des Kalten Krieges: „Klein-Moskau“

Die Bewohner von Tótvázsony nennen den Ort „Klein-Moskau“. 15 km nordwestlich von Balatonfüred, dem beliebten Ferienort am Nordufer des Plattensees, befindet sich das auf keiner offiziellen Karte eingezeichnete, etwa 40 Hektar umfassende Gelände einer mittlerweile verfallenen ehemaligen sowjetischen Kaserne. Zweck der im Jahr 1968 fertiggestellten Anlage war die Lagerung eines Teils der russischen Atomsprengköpfe für landgestützte Trägerraketen (Raketenbrigaden Tapolca und Dombovár) sowie von Bomben, die in den auf dem Gebiet der VR Ungarn stationierten Bomberstaffeln zum Einsatz gekommen wären.

Das Areal ist seit dem Abzug der sowjetischen Hausherrn im Jahr 1990 verlassen. Pläne zur anderweitigen Nutzung – etwa zur Lagerung der Goldreserven der ungarischen Notenbank – kamen zwar auf, wurden jedoch nie verwirklicht.

Index.hu besuchte die Geisterstadt, Lenin-Bilder inklusive:

http://index.hu/belfold/2012/08/11/a_szovjet_hadsereg_elveszett_vilaga/

http://galeria.index.hu/belfold/2012/08/07/kismoszkva_foldalatti_letesitmenyei/1

Eine weitere, sehr gelungene Fotostrecke von HVG:

http://hvg.hu/nagyitas/20120404_kis_moszkva_atombomba_nagyitas_fotogaleri

Weitere Fotos und Videos:

http://www.youtube.com/watch?v=OhlHI9Yae_o

http://www.youtube.com/watch?v=ecTWPwNAQkU

http://www.youtube.com/watch?v=KZ1lKXxgKF4

http://www.panoramio.com/photo/47331750

http://www.panoramio.com/photo/48863261

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2 Kommentare zu “Überbleibsel des Kalten Krieges: „Klein-Moskau“

  1. Aufgelassene, verfallene Kasernen gibt es einige…
    Ich selbst habe mit dem Gedanken gespielt eine aufgelassene Radarstation auf enteignetem Széchényi-Grund in der Somogy zu kaufen – doch kaum wurde mein Name bekannt, stiegt der Preis ins Astronomische 🙂

  2. Nun ich möchte nicht wissen, wie verseucht (und womit? ) das dortige Erdreich ist.
    Die Beseitigung der Hinterlassenschaften an Giftstoffen dürfte um einiges teurer sein, als der Kaufpreis.
    Nehmen wir mal -rein theoretisch an- es würde von staatlicher Seite dort alles soweit wieder hergestellt, das man die Wohnungen an „Bedürftige“ vermieten könnte, dann wäre das Geschrei von Ghettoisierung auch gleich wieder gross.
    Man muss jedoch sagen, es gibt auch positive Beispiele.
    Ich denke hier an die Frigyes-laktanya in Györ.Nach dem Abzug der Russen ein Schandfleck und jetzt sind sie eine Augenweide.

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