Boris Kálnoky in der WELT: Putschversuch oder Kampagne gegen Viktor Orbán?

Boris Kálnoky hat für die WELT Online einen Artikel über jüngst erschienene Pressemeldungen verfasst, Viktor Orbán habe im Rahmen einer Fidesz-Klausurtagung den US-Fernsehsender CNN verdächtigt, einen Putschversuch gegen ihn unternommen zu haben. Orbán habe auch auf der Opposition nahestehende Diplomaten sowie „Rebellen“ innerhalb des Fidesz hingewiesen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article13862478/Putschversuch-oder-Kampagne-gegen-Viktor-Orban.html

Jánor Lázár, Fraktionschef des Fidesz im ungarischen Parlament, dementierte die Meldung sehr entschieden.

Die entscheidende und auch von Kálnoky behandelte Frage ist: Hat Orbán tatsächlich so gesprochen oder versuchen Orbán-kritische Kreise, ihn als Phantasten und Verschwörungstheoretiker darzustellen? Fest steht: Die Meldung wurde zunächst von oppositionsnahen Zeitungen wie HVG und Népszabadság verbreitet, heute brachte dann auch der offen Orbán-kritische dpa-Korrespondent Gregor Mayer („Aufmarsch – die rechte Gefahr aus Osteuropa“) die Meldung via Agentur.

72 Kommentare zu “Boris Kálnoky in der WELT: Putschversuch oder Kampagne gegen Viktor Orbán?

  1. Anmerkung:

    Boris Kálnoky erwähnt in seinem Beitrag die Falschmeldung über das Mediengesetz von der Jahreswende 2010/2011. Auch diese Falschmeldung wurde übrigens von den Agenturen in die Auslandspresse getragen (neudeutsch „seeding“ 🙂 ), wie mir sowohl der MDR als auch ein Redakteur der Süddeutsche Zeitung seinerzeit auf Anfrage bestätigten.

    Wer stellt eigentlich sicher, dass die Multiplikatoren der Agenturen in ihrer praktischen Tätigkeit nicht einer bestimmten politischen Richtung unangemessen wohlgesonnen sind und somit „schiefe“ Meldungen in einer Form in die Presse getragen werden?

    In Anbetracht der Aussagen von Chales Gati (Gyurcsány-Fan) und György Konrád (ex-SZDSZ) zum Sturz von Orbán halte ich mittlerweile alles für möglich. Allerdings auch das Gegenteil von allem 🙂

  2. Koll Kálnoky stellt die richtigen Fragen. Wenn die Regierungsnahen Medien das offenkundige Plagiat des Pál Schmitt bestreiten, dann ist Vorsicht geboten.
    D.h. seiner Meinung kann es sein, dass Orbán wirklich paranoid wird, es kann aber auch sein, dass ihm das in die Schuhe geschoben wird.
    Tatsache ist, dass in einigen Fidesznahen Medien wie Magyar Hirlap und ECHO TV die angebliche Weltverschwörung gegen Ungarn (was natürlich nur bedeutet gegen Orbán und Fidesz) fast tagtäglich verkündet wird.
    Es spricht also vieles dafür, dass Orbán wirklich glaubt, man wolle ihn absetzen. Denn in den oben genannten Medien sitzen doch seine guten Freunde, denen er großes Lob zollte, weil sie doch die Demonstration gegen die Kolonisierung Ungarns mit einigen EU-feindlichen Transparenten organisiert haben.
    Eine Charmeoffensive hat nur dann einen Sinn, wenn man in Ungarn nicht anders spricht als im Ausland. Bislang glaubten Orbán und sein Kreis, dass dieses mit zwei Zungen zu sprechen im Ausland nicht auffallen wird. Dabei unterschätzen sie das Interesse der Medien.
    Die brüsken Methoden des Umgangs dieser Herrschaften, denen die „Wahlkabinenrevolution“ in den Kopf gestiegen ist, haben vielleicht mit dazu beigetragen, dass bei der letzten EU Anhörung die Verteidigung der ungarischen Regierung – ausser von Rechtsextremisten wie den Italiener Borghezio und einen Polen recht lahm war. Manches, was die ungarischen Fidesz-Abgeordneten da sagten, war für die Fideszanhänger in Ungarn sicher das was sie erwartet haben, doch konnten sie andere nicht überzeugen.

    Heute hörte ich mir auch die Teile an, die ich gestern nicht anhören konnte.
    Tatsächlich hätte man sich vieles ersparen können, wenn man nicht versucht hätte Klubradio zum Schweigen zu bringen. Arató hat das sehr gut auf den Punkt gebracht.

  3. „Hat Orbán tatsächlich so gesprochen oder versuchen Orbán-kritische Kreise, ihn als Phantasten und Verschwörungstheoretiker darzustellen?“

    schliesst denn das eine das andere aus? und war nicht auch schon vorher klar, dass die aus verfolgungswahn und allmachtsfantasie geborenen rhetorischen mittel benutzt werden, um eindruck zu schinden?

  4. sehr verehrter herr kálnoky,

    nur eine sehr kleine anmerkung meinerseits.

    ihr artikel hätte sicherlich den gleichen sinn- und wertgehalt auch dann erhalten, wenn sie nicht die zitierte presse dem leser bereits als vorkategorisiert (links/rechts o ww oppositionell/regierungsfreundlich) präsentiert hätten. ansonsten: nah dran und zeitnah dargeboten. gut.

    • In Ländern ohne neutrale Presse (wie Ungarn), und wo der deutsche Leser meist nicht von sich aus weiss, zu welchem politischen Lager die jeweiligen Medien gehören, ist es wichtig, das klarzustellen. Ich achte auch immer darauf wenn es um Berichte zur Türkei geht.

  5. HV tut mir Leid wegen gestern abend, aber in der Regel gehe ich um diese Zeit schlafen. Ich brauche nur meine Chronik aufzumachen und finde das gewünschte URL. Ich habe natürlich nur den Teil gestern angeschaut, den ich vorgestern nicht sah.
    In Zukunft, wenn Sie solche Probleme haben, können Sie mir eine mail zusenden und wenn ich gerade am PC bin erhalten Sie sofort die Antwort.

    Die von mir sehr geschätzte Prof. Eva Balogh (Yale) hat ihre Eindrücke von dieser Sitzung beschrieben
    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2012/02/the-hungarian-case-in-the-european-parliament.html

    Der österreichische MEP Dr. Hannes Swoboda (SPÖ)
    „Budapest – Die ungarische Regierungspartei Fidesz fährt schwere Geschütze gegen den Fraktionschef der Sozialdemokraten im Europaparlament, Hannes Swoboda, auf. Swoboda habe Ungarn „mit grundlosen, hinterhältigen Lügen verleumdet“, sagte Fidesz-Sprecherin Gabrielle Selmeczi am Freitag. Das Treffen der europäischen und ungarischen Sozialisten (MSZP) in Budapest sei „ein neuer Beweis“ dafür, dass die „internationale Linke einen politischen Angriff gegen Ungarn und die ungarische Regierung gestartet haben“, behauptete Selmeczi in einer Aussendung.“

    „In der gemeinsamen Pressekonferenz erklärten Swoboda und MSZP-Vorsitzender Attila Mesterhazy, „es gibt keinerlei europäische Verschwörung, die gegen Ungarn gerichtet wäre“. „Es gibt keine Verschwörung, keinen Staatsstreich gegen Ungarn, doch wir bestehen auf die Verwirklichung der Gesetze und des Rechts“, betonte Swoboda. „Viktor Orban ist keine solch wichtige Person in Europa, dass sich jemand gegen ihn verschwören würde“, sagte er nach Angaben der Tageszeitung „Nepszabadsag“.
    http://derstandard.at/1328507497231/Fidesz-Swoboda-hat-Ungarn-mit-grundlosen-hinterhaeltigen-Luegen-verleumdet#forumstart

    Interessant sind auch die Aussagen von R,.Polenz (CDU)
    http://nol.hu/kulfold/20120210-az_ellenzek_jogait_is_tiszteletben_kell_tartani

    In der Werbung sei nur eines wichtig, in dem Medien oft genannt zu werden, meinen einige. Und tatsächlich wie immer man über Orbán urteilt, es ist gelungen, nie zuvor wurde Ungarn in den Medien so oft genannt wie jetzt.
    Leider sinkt der Wert des Forints (trotzdem?) wieder.

  6. Vor einiger Zeit gab es schon mal Gerüchte in der ungarischen Presse, wonach in Washington über Orbáns Ablösung nachgedacht worden sei. Gut möglich, dass das bei der Fraktionssitzung in Eger jetzt wieder Gegenstand eines Pausengesprächs oder einer Fußnote in einer Rede gewesen ist. Wie gesagt: nichts Genaues wissen wir nicht.
    Ich fand seinerzeit schon die o. g. Meldung, die ich im Netz leider gerade nicht mehr finde, ziemlich lächerlich. Vielleicht haben Ungarn-Analysten in Washington tatsächlich darüber nachgedacht, ob es überhaupt realistische Alternativen zu Orbán gibt – eine vollkommen legitime Frage, wenn man sich ernsthaft mit diesem Land beschäftigt. Daraus machen Teile der Presse dann gleich Umsturzpläne. Wie kreativ!
    Mir wird in Ungarn insgesamt zu viel über Geheimdienste spekuliert. Wir erinnern uns: Im Zusammenhang mit der parlamentarischen Untersuchung zu Gyöngyöspata war schon die Rede davon, nach der Abwertung durch Moody’s beauftragte die Regierung medienwirksam ihre Schlapphüte mit der Untersuchung der „spekulativen Attacken gegen Ungarn“ — und jetzt halt wieder. Vergleichbar sinnfrei sind Behauptungen in Ungarns rechter Presse, wonach die internationale Debatte um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ungarn quasi das Resultat verletzter westlicher Wirtschaftsinteressen sei.
    Um auch das noch einmal festzuhalten: Das ganze Gerede von einer „Kampagne gegen Ungarn“ nährt solche Konspirationstheorien. Wir wissen alle, dass Journalisten teilweise von einander abschreiben und nicht immer jeden Satz auf die Goldwaage legen. Genauso handeln Politiker oder Nutzer des Netzes 2.0. Was da am Ende herausgekommt, ist oft genug eine unschöne Kakophonie, aber bestimmt nicht das Ergebnis einer zentral gesteuerten Kampagne. Halten wir hier lieber die einzelnen Themen weiter fein säuberlich auseinander.

    • Ich denke nicht, dass an den Gerüchten, Orbán habe Befürchtungen abgesetzt zu werden, etwas dran ist. Ich erinnere mich auf den Seiten des Pester lloyds gelesen zu haben, Martonyi und Orbán würden sich nicht mehr verstehen weshalb der Außenminister bald zurücktreten würde. Nichts ist passiert.

      Nichtsdesto trotz denke ich, dass es eine Art Kampagne gegen Orbán gibt. Sie ist nicht gelenkt, verfolgt aber dennoch das Ziel Orbán zu schwächen. Es geht dabei weniger um Orbán persönlich, sondern eher um das was er tut. Ich bin überzeugt, dass im Westen ein großer Unterschied zwischen dem besteht, wie die Mehrheit der Bevölkerung denkt und wie die Medien berichten. Beispielsweie glaube ich, dass Guttenberg dem linken Lager unbequem war, weil er dem Wahlvolk sympathisch war. Die Hexenjagd auf ihn dürften die meisten für übertrieben gehalten haben. Ich finde es auch nicht richtig wie über Wulff berichtet wurde: das Thema wurde künstlich am Leben gehalten in dem Details nur stückchenweise veröffentlicht wurden, obwohl sie zumindest der Bild bereits am ersten Tag bekannt waren. Zwar schätze ich Wulff nicht und finde er hätte abtreten sollen, aber die Berichterstattung war so nicht seriös (ich meine auch außerhalb der Bild).
      Orbán versucht nun den Einfluss der Medien zurückzudrängen und auch sonst wäre er vielen auch in Deutschland sympathisch, weil es klartisch macht, statt sich hinter Floskeln zu verstecken. Würde dieses Beispiel auch in Deutschland Schule machen, würde auch hier der EInfluss der Medien schwinden (das ist durchaus nicht als Zensus zu verstehen, sondern als gesunde Mäßigung) – das ist natürlich nicht im Interesse der deutschen Medien. Darüberhinaus sind von den Vorgängen in Ungarn bereits jetzt auch deutsche Medien betroffen – einfaches Beispiel: RTL Klub. Im Grunde geht es also vorallem auch um wirtschaftliche Interessen.
      Die Politiker wiederrum nutzen die Medienkampagne bzw. verstärken sie durch ihre Aussagen, weil sie die Konkurrenz fürchten.

      Es ist also durchaus nicht von Geheimdiensten und derlei die Rede, insofern gibt es keine Verschwörung. Jedoch treten die einzelnen Interessengruppen (ungesteuert) für ihre Machtpositionen ein.

    • Lieber Ungarnfreund, darf ich Sie um einen Gefallen bitten? Ich suche nach dem richtigen Wort. Heißt es nun richtig „Spin-Doctor“ oder „spinnmeister“? Oder soll ich den Oberarzt fragen? Krieg nämlich gleich den Rotlauf, wenn die Wortfindungsstörung wegen der Läsion in der dominanten, also der linken Hemisphäre …
      Weiß schon wieder nicht, was Sie sagen wollten!

      • Lieber Herr Herche,

        ich verstehe Sie leider auch nicht immer. Oben wollte ich unabhängig davon, was in Eger gesagt oder nicht gesagt wurde, zum Ausdruck bringen, dass mir in Ungarn einfach zu viele Verschwörungstheorien im Umlauf sind. Damit kann man prima von einer ernsthaften Diskussion über politische Inhalte ablenken, kommt am Ende aber kein Stück weiter. Ich mag außerdem den Ausdruck „Kampagne gegen Ungarn“ nicht. Kampagnen sind aus meiner Sicht per definitionem (zentral) gesteuert. Auch die Formel „Angriffe gegen Ungarn“ halte ich nicht für zielführend. Diese ganze Konstruktion von „wir“ und „die“, die künstliche Grabenziehung zwischen „Heimat“ und „Ausland“. Ich möchte mehr Differenzierung, Faktentreue, Rationalität, kurz: echten Austausch über die Zweckmäßigkeit einzelner politischer Maßnahmen, nicht immer nur Allgemeinplätze und Klischees.

  7. der, sei es vermeintliche oder tatsächliche, putschversuch bringt zumindest wieder seine person in den mittelpunkt des interesses – statt zb die situation der bevölkerung. das könnte, bei unbedarfter anteilnahme, zu einer erhöhten wertschätzung führen. und ganz nebenbei lässt sich auch wieder stimmung gegen das böse aussen machen.

    motto: seht her, wie wichtig ich bin (für euch) – nur ich kann euch schützen

    es ist aber vllt nicht mehr als ein taktischer winkelzug.

    • Sie vergessen aber, wem dieses Manöver nützt. Für Orbán steht seine Glaubwürdigkeit auf dem Spiel („Ist der noch bei Verstand?“), ich sehe nicht was er gewinnen könnte. Für die Zwecke die Sie anführen, bräuchte er sich gar nicht anstrengen, denn der Westen ‚liefert ihm schon genug Steilvorlagen‘ (um Herrn Pfeifer zu zitieren).

      • man kommt schwer umhin auch festzustellen, dass bei seinen auftritten auch eine gewisse portion selbstverliebtheit im spiel ist – und diese ist auch dem gewöhnlichen ungarn nicht fremd. „volk“ und führer teilen diese eigenschaft. nützen wird es auf längere sicht leider niemandem von beiden…von der glaubwürdigkeit und ansehen im ausland darf mmn getrost geschwiegen werden.

  8. Aus der Frage, um die es hier ging: Wird eine Lüge in Umlauf gebracht, um Orbán zu diskreditieren? – ist eine Diskussion geworden, ob es zutrifft, dass es eine Kampagne gegen ihn gibt, und ob er unabhängig von diesen Berichten daran glaubt, und ob er spinnt, wenn er das glaubt.

    Diese Fragen sind leicht zu beantworten.

    Es gibt hier drei verschiedene Ebenen: Medien, EU, USA.

    Ja, die USA betreiben eine „Kampagne“ gegen Orbáns Politik, insofern als ihre Außenpolitik, wie aus den Wikileaks ersichtlich, weltweit und dankenswerter Weise versucht, die Idee der Demokratie, so wie sie in den USA verstanden wird, voranzubringen. Dafür wird typischerweise finanzieller Druck ausgeübt und es werden weltweit prodemokratische Medien und Organisationen gefördert (Beispiel Ägypten). Im Fall Ungarn zeigen die Interventionen Clintons, und der Botschaft, und der Rückkehr zu einer ungarischen Antenne von RFE, dass diese Art von Druck gegen Budapest ausgeübt wird; das Ziel ist eine Revidierung der ungarischen Politik, was unter anderem durch eine Ablösung Orbáns gewährleistet würde. Das wird aber sicher wohl nicht als Ziel direkt angestrebt.

    EU: Es kann kein Zweifel herrschen, dass Orbán in Brüssel sehr unbeliebt ist, und dass erheblicher Druck ausgeübt wird, um ihn zur Umkehr seiner Politik zu zwingen, durchaus auch indem man ihm aufzeigt, dass man durch finanzielle Strafen zu seiner Abwahl beitragen kann, wenn er störrisch bleibt. Das ist Politik, die darauf abzielt, seine Politik zu negieren, was durch seine Abwahl gewährleistet wäre. Sicher nicht das erklärte Ziel, aber niemand wäre traurig, wenn es so käme.

    Medien: Natürlich gibt es eine „Kampagne“ gegen ihn, aber nur im Sinn einer „feeding frenzy“ – die meisten Journalisten und Medien sind liberal eingestellt, zudem: selten war es so leicht und befriedigend, fetzige Artikel und Schlagzeilen zum Wohle der Menschheit und der jeweiligen Publikationen und Verfasser abzusetzen. Dass man dabei mitunter in Widerspruch zu den Fakten steht, stört kaum.

    Ist das alles zentral koordiniert und von heimlichen Mächten gelenkt? Natürlich nicht. Es ist einfache, berechenbare Politik bzw Medienrealität.
    Spinnt Orbán, wenn er eine Kampagne sieht, auch wenn er es nicht gesagt haben sollte? Nein, denn es gebt eine, zumindest wie oben beschrieben; aber wo er wirklich versagt: Er müsste diese Kräfte als Politiker analysieren können und im Rahmen dieser Realität Ungarns Interessen fördern. Da gibt es klare Defizite – eine gewisse Blindheit für die politischen Kräfteverhältnisse außerhalb der eigenen Landesgrenzen.

    • Interessante Ausführung, Herr Kálnoky.
      Darf ich – wohl wissend, dass dies ggf. nochmals einige Zeilen „Arbeit“ für Sie mit sich bringt – fragen, warum Ihrer Meinung nach:
      1. die USA ein Problem mit dem „Demorkatieverständnis“ à la Orbán hat, inwifern es also vermeintlich anders oder gar konträr zum eigenen steht?
      2. Orbán „in Brüssel sehr unbeliebt“ ist?
      3. Medien wie die FAZ und auch die Springer-Blätter sich mehrheitlich der „Kampagne“ anschließen – und nicht aufgrund ihrer poilitischen Grundausrichtung sich in andere Stellung bringen? Im Zweifelsfall sollte es doch, vielleicht naiv gedacht, genau zum Gegenteil führen und – trotz der relativen Unbedeutsamkeit des kleinen Ungarns – zu einer (trotzigen) Gegenreaktion führen? Kein Ehrgeiz, keine Lust greift zu kurz, oder?

      • Die USA sehen Checks and Balances als wesentlich an. Orbán und Navracsics haben beide gesagt, dass Checks and Balances nur in einem präsidiellen System wichtig sind. In Ungarn kann man sie sich demnach sparen. Hinzu kommen Äusserungen wie im jüngsten Orbán-IV in Le Monde wo er anmerkt, die liberal-demokratische Welt sei in der Krise, und dass Länder wie China leistungsstärker sind, obwohl nicht demokratisch – dass man mithin irgendwann gemeinsam über die Zukunft der Demokratie nachdenken müsse.

        Teilweise hat er Recht: Beispielsweise kann sich niemand in der EU vorstellen, dass Griechenland seine Krise mit den Mitteln einer sich sebst überlassenen liberalen Demokratie lösen kann. Die würde da nur stören. – Aber natürlich ist die Infragestellung der (liberalen) Demokratie, kombiniert mit einer lobenden Erwähnung Chinas, nicht geeignet, die Amrikaner zu begeistern.

        EU: Man ist zu dem Schluss gelangt, dass man eine Art europäischen Staat braucht, um die Krise zu meistern – Orbans Politik eines ungarischen Sonderweges macht da nervös, vor allem weil er im Erfolgsfall Nachahmer finden könnte. Zudem hat man vor einem Jahr umgeschwenkt von der Politik der Stimulation, wohin sein sein Programm der Steuergschenke gut gepasst hätte, zu einer Politik der Austerität, wogegen er sich sperrt.

        FAZ ist eigentlich ausgewogen, insofern Hr. Hefty mitmischt. Was unsere Zeitung betrifft, deren Einstellung und auch die Sensibilitäten der führenden Köpfe sind meiner Einschätzung nach eher liberal (meinetwegen rechtsliberal) und dezidiert säkular. Orbán ist weder das eine noch das andere.

    • Danke Herr Kálnoky. Sie liefern eine klare Analyse.

      Aber!

      Der kluge Machiavelli geriet nach Rückkehr der Medici unter Verdacht, wurde verhaftet, gefoltert und verbannt. „Il Principe“, das Handbuch für Politikinteressierte schrieb er erst nach der Folter. Selbst Machiavelli wurde erst aus eigenem Schaden klug.

      Warten wir es doch erst einmal ab, wie das so weiter geht, ob es alles gut geht: Irak, Afghanistan, Ägypten, Syrien, der absehbare Realeinkommensverlust in den Wohlstandsländern und die scheinbar unlösbaren Konflikte: Palästina, Iran, Pakistan. Ob das gut geht, der Technologietransfer nach China? Die Deindustrialisierung des Ruhrgebiets oder die Staus auf der A 3, der A 5, der A 6 am Freitag und die Ströme von Wanderarbeiter am Sonntag von Ost nach West, von Nord nach Süd?

      Die zweite Heimat von György Dalos bleibt jetzt mal außen vor.

      Israel.

      Mein Ungarn ist eine Nussschale. Wie hätte ihm in den Stürmen der Geschichte je ein Kompass helfen können?

      Viele gingen über Bord, einige von ihnen ertranken. Die es überlebten, leiden heut noch darunter.

      Aber wer will eine Nussschale versenken?

      Und da kommen Sie mir mit dem blinden Kapitän!

    • Lieber Herr Kálnoky,

      ob eine Lüge in Umlauf gebracht wurde oder nicht, scheint mir im Moment eine reine Glaubensfrage zu sein. Alle Varianten sind möglich. Überprüfen können wir nichts davon, weil wir in Eger nicht dabei waren. Deshalb bin ich von Ihrem ursprünglichen Thema abgewichen und habe versucht, meine generelle Ablehnung von Verschwörungstheorien zum Ausdruck zu bringen. Zu Ihren drei Punkten:

      Der Begriff „Kampagne“ ist mir zu negativ konnotiert, um ihn für eine Beschreibung der amerikanischen Politik gegenüber Ungarn zu verwenden. Ich glaube wie Sie, dass es den Amerikanern hier tatsächlich um Werte bzw. sehr langfristige Demokratisierungsinteressen geht. Die amerikanischen Wirtschaftsinteressen in Ungarn sind gering. Außerdem ist die sicherheitspolitische Zusammenarbeit (Afghanistan) mit Ungarn gut, aber nicht besonders wichtig für Washington. Insofern gibt es keine versteckte Agenda in der amerikanischen Politik gegenüber Ungarn.

      Wenn Orbán in Brüssel oder im Westen „unbeliebt“ ist, dann wahrscheinlich deshalb, weil er nicht zuletzt aufgrund seiner 2/3-Mehrheit als nur schwer kalkulierbar erscheint. Irritierend ist vor allem sein Stil des brachialen „Durchregierens“, seine oft unverblümte Sprache, der Umgang mit politischen Gegnern (die freilich oft genug auch nicht zimperlich sind), der übertriebene Nationalismus, die Kompromisslosigkeit seiner Politik. Frau Merkel macht auch eine Politik zu Gunsten von Familien, verweist auf die christlichen Wurzeln ihrer Überzeugungen und spricht sich für einen gesunden Patriotismus aus. Aber das wirkt bei ihr anders als bei Orbán nie beunruhigend oder ausgrenzend.

      Es tut immer gut, mal über den Tellerrand zu blicken. So lernt man Gelassenheit. Sie haben Recht, wenn Sie auf die allgemeine „Medienrealität“ verweisen. Nicht nur die Ungarnfreunde sind unzufrieden mit der ausländischen Berichterstattung über „ihr Land“. Den Afrika- oder Russlandfreunden geht es doch ganz genauso. Medien selektieren, spitzen zu, wollen nicht nur informieren, sondern auch verkaufen. Da ist Ungarn wirklich kein Einzelfall.

      • Lieber Ungarnfreund – d’accord. Natürlich geht es den Amerikanern in punkto Demokratie um Werte, und das Wort Kampagne passt in diesem Sinne höchstens aus der subjektv empfindenden Sicht in Fidesz. Gemeint ist „Druck“.

  9. Alles ganz falsch.
    Das Gerücht hat Orban mit Absicht in die Welt gesetzt, damit die “ freie Berichterstattung damit flugs zu einem versuchten, politischen Putsch mutiert. Logische Fantasie-Folgerung: Alle kritischen Medienanalysen könnten künftig in Ungarn derart kategorisiert und als staatsfeindlicher Akt unterbunden werden. “
    Sagt Frau Rubina Möhring von den Reportern ohne Grenzen.
    Wäre aber evtl nicht so ganz ohne, wenn man sicher selber wohl doch hin und wieder Grenzen (hinsichtlich des guten Geschmacks) setzen würde.. Frau Röhring..
    Dies erscheint mir logisch, oder??

  10. *…selbstverliebtheit im spiel ist – und diese ist auch dem gewöhnlichen ungarn nicht fremd.*

    na dann hat d e r Ungarn und d e r Deutsche ne ganze Menge mehr gemeinsam, als man annimmt.

  11. g.stillt,

    danke für den link, damit scheint die Sachlage geklärt.

    Aber: Ich weise Ihre Wortwahl „Volk und Führer“ vorhin scharf zurück.

    • nicht unabsichtlich habe ich diese terminologie gewählt. üben wollte ich mich ein wenig im umgang mit der 30er-jahre wortwahl, die auch in ungarn noch gepflegt wird.

      túró rudi kann ich ebenfalls nur zustimmen.
      —————
      nun zu einer ihrer weiteren ausführungen herr kálnoky,

      „…dass man mithin irgendwann gemeinsam über die Zukunft der Demokratie nachdenken müsse.

      Teilweise hat er Recht: Beispielsweise kann sich niemand in der EU vorstellen, dass Griechenland seine Krise mit den Mitteln einer sich sebst überlassenen liberalen Demokratie lösen kann. Die würde da nur stören. – Aber natürlich ist die Infragestellung der (liberalen) Demokratie, kombiniert mit einer lobenden Erwähnung Chinas, nicht geeignet, die Amrikaner zu begeistern.“

      über zukunft und gegenwart der demokratie nachzudenken lohnt sich immer. sie aber einzutauschen oder abzuschwächen zugunsten einer besser funktionierenden wirtschaft führt in die sackgasse. menschen verstehen sich mittlerweile nicht mehr allzu gerne nur als leistungserbringer wirtschaftlichen wachstums. vielmehr so, als ob ein es ungleich höheres potential zu wecken gilt. eine lobenswerte erwähnung erwähnung chinas käme für mich auch nicht in frage, solange die frage der menschenrechte offen ist. zudem möchte ich nicht denken, dass grundlage ihrer aussage ein nicht aufgearbeiteter anti-amerikanismus ist.

      • “ zudem möchte ich nicht denken, dass grundlage ihrer aussage ein nicht aufgearbeiteter anti-amerikanismus ist.“ — ??

        Ich bin Amerikaner 🙂 Kann man leicht googeln.

        Die Frage nach der Geeignetheit der liberalen Demokratie, in der neuen Wirtschaftsumgebung dem Gemeinwohl zu dienen, ist komplex, mein eigenes Nachdenken darüber im Fluss; klar ist, dass alle Versuche aller Beteiligten, in Griechenland die Katastrophe zu verhindern, darauf hinauslaufen, die dortigen demokratischen Institutionen, inklusive Wahlen, unwirksam zu machen (indem man die Parteien verpflichten will, dem Wähler ein politikveränderndes Mandat zu verweigern – egal was der Bürger will und wählt, die EU-Linie muss weiter gefahren werden, wohl über mehrere Legislaturperioden hinweg)

        Orbán war für Ungarn zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Für seine Wirtschaftsstrategie brauchte er eine zentralere Machtstruktur und dachte wohl auch, es seien mehrere Legislaturperioden nötig. Für den Fall einer Wahlniederlage baute er Sicherungen ein, die künftige Regierungen wirtschaftspolitisch festlegen würden, eigentlich genau so wie die EU die griechische Politik abkoppeln will von Wahlergebnissen.

        Warum dann der Konflikt? Weil Orbáns Strategie jener der EU inhaltlich zuwiderlief, und weil er auf nationaler Ebene entscheiden will, statt Brüssel die Zügel zu überlassen.

  12. Immerhin können wir nun,dank Kósas Erklärungen, die Frage abschliessen: Orbán sagte wohl sinngemäss, die Schläge kamen so dicht und aus so vielen Richtungen, dass man zuweilen den Eindruck hatte, die ganze Welt habe sich gegen Ungarn gewandt.

    Was, bei Licht betrachtet, ja auch stimmt.

    Ihn deswegen als paranoid darzustellen, darin besteht die eigentliche Kampagne, Das ist unlauter.

    • nun, leider ist aber nicht ganz unschuldig an der derzeitigen kritik seines regierungsstils… und zur präsentation seiner retterrolle ist sie allemal hilfreich und wird ja auch genüsslich ausgekostet.

      dass er seiner und der demokratischen entwicklung in ungarn, falls von ihm beabsichtigt, dabei im wege steht, bleibt zu vermuten.

    • Boris,

      Orbán is way outside the mainstream of modern democracy. He appointed the god mother of his children to be in charge of judicial administration and to appoint all judges in Hungary. That is a grave violation of checks and balances. One person, a member of the executive branch and a personal friend of the Prime Minister, has the power to select all judges. And all appointed judges are under five year probation – to be judged by the executive branch of government. By the god mother of Viktor Orbán’s children.

      Over 170 judges are currently contesting their forced by this government, which has replaced all of them with loyal Fidesz party members.

      Your comments here are shocking distortions.

      – An American living in Budapest.

  13. Csaba Molnar, Vizechef der Parti „Demokratische Koalition“, hat laut ATV-Bericht einen Brief an den Vizepräsidenten des Senders CNN gesendet, um den Sender „über die Aussagen des ungarischen Ministerpräsidenten“ in Kenntnis zu setzen.

    War Molnár denn auf der Fraktionssitzung des Fidesz dabei und weiß, was Orbán gesagt hat?

    Neben Molnár gibt es eine weitere „Instanz“, die die angeblichen Aussagen Orbáns über einen Putsch als Tatsache behandelt: Den Pester Lloyd. Erkennbar am Indikativ:

    „Geheimdienstler, eine CNN-Kampagne, „globale“ Intellektuelle und Altdiplomaten sollen versucht haben einen Putsch anzuzetteln, um Orbán von der Macht zu entfernen. Das behauptete der ungarische Premier allen Ernstes auf einer Klausurtagung seiner Fraktion. Verhaftungen gab es bisher keine, aber Treuschwüre der Hofnarren und sehr plausible Erklärungen.“

    http://pesterlloyd.net/2012_06/06putsch/06putsch.html

    • http://pesterlloyd.net/2012_06/06putsch/06putsch.html

      Im Pester Lloyd hat die Nachrichtenlage eine neue Stufe der Mutation erreicht. Während die ersten Berichte noch etwas Raum für Spekulationen darüber ließen, was Orbán tatsächlich gesagt hat, hat er laut Pester Lloyd über einen tatsächlichen, operativ angelaufenen Putschversuch gesprochen.

      „globale“ Intellektuelle… …sollen versucht haben einen Putsch anzuzetteln“

      „Orbán seien entsprechend konzertierte Pläne bekannt geworden“

      „Orbáns “geleakte” umfangreiche Ausführungen darüber, dass er knapp einem „Putsch“ entkam, „um mich von meinem Posten“ zu entfernen.”

      „er benannte tatsächlich auch drei Gruppen, die an der Verschwörung gegen seine Person beteiligt gewesen sein sollen“

      „Groß war die Erleichterung in der Fraktion als Orbán gleichzeitig verkünden konnte, dass „man den Putsch niederschlagen konnte.“ „

      Die Elemente dieser Formulierungen, die zur Nachrichtenmutation beitragen, habe ich bis jetzt bei keiner der mir bekannten Quellen gefunden so gehe ich davon aus, das sie der Kreativität und „Wohlwollen“ des Autors zu verdanken sind.

      • Herr Schicker kann vom Tonfall her auch ganz anders, wenn man seine Interviews für DRadio, seine Beträge für ZEIT und Tagesspiegel sieht/hört. Er spricht also, wie man es Herrn Orbán so gerne vorwirft, mit gespaltener Zunge. Seine Leser mögen den Schicker, der sich hier im Blog zu Wort gemeldet hat (siehe „Kontrovers“), offenbar lieber, wie man an den Kommentaren erkennt. Da wird wieder mit Stalin-Vergleichen und dem Vorwurf operiert, Orbán sei geisteskrank.

  14. HV nachdem Sie den Brief von Hankiss veröffentlicht haben, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr machen. Aber damit es nicht langweilig wird, so sehe ich haben Sie schon ein Imre Kertész Interview publiziert.
    Ist doch alles paletti. Wie der Herr Pesty im ECHO TV (siehe oben die URL) erklärt hat, sind „csúnya dolgok“ („hässliche Sachen“) mit der Familie von Hankiss passiert, aber als Fidesz MEP spricht sie laut einem Echo TV „úriember“ in der inkriminierten Sendung „für das ungarische Judentum“.

    Es lohnt sich auch die Fidesznahe Tageszeitung Magyar Hirlap anzuschauen, der ehemalige Staatssekretär in der ersten Regierung Orbán und ehemaliger Spitzel der kommunistischen politischen Poliezei László Bogár wird da zitiert, der tatsächlich im königl. Rundfunk heute erklärt hat
    http://www.magyarhirlap.hu/online/bogar_laszlo_az_imfrol_ez_vedelmi_penz_.html
    nicht Ungarn braucht eine Anleihe, und dass der IWF von Ungarn sozusagen Schutzgeld erpressen will
    Nicht vorenthalten darf den Lesern seine Schlussfolgerung:
    „Jedoch immer mehr erkennen, dass man ein neues Bündnis braucht, deren Unmisse in unserer Umgebung, Polen, Tschechien, den baltischen Staaten [sichtbar werden], und es formiert sich ein globales Einigkeitssystem, weil mit dem jetzigen herrschenden System, über große Macht verfügenden Rollenspieler -. z.B. China, Russland, Iran, Indien nicht einverstanden sind, formulierte der auch im Magyar Hirlap regelmäßigb pulizierender Wirtschaftsfachmann“

    Wenn man also Bogár Glauben schenken könnte, dann braucht Ungarn keine Garantie und keine Anleihe, denn damit würde Ungarn nur das tun was die IWF und EU wünschen, weil diese Österreich von der (wirtschaftlichen) Katastrophe retten wollen.

    Was mir unverständlich bleibt, warum hört Orbán nicht auf den guten Rat seines ehemaligen Staatssekretärs und bittet, China, Russland, Iran und Indien um eine Anleihe oder eine Garantie. (Ironie)

  15. „Im Hinblick auf die jüngeren Erfahrungen schließe ich die Kommentarfunktion ausnahmsweise.“

    darf dem geneigten hv-leser etwas über diese jüngeren erfahrungen mitgeteilt werden?

  16. Ich habe den Pester Lloyd in den letzten zwei Jahren intensiv gelesen und für mich so analysiert:
    Er ist auch Urheber und Überbringer von Halbwahrheiten.
    Kommt der Schwindel raus, wird geschwiegen.
    Leserbriefe und Kommentare werden selektiert.
    Teilweise kommen sie aus der eigenen Redaktionsstube.
    Herr Schicker hat beste Kontakte zur westlichen Presse, auch zur EU (Lambsdorff und Schulz).
    Er ist zwiespältig, intelligent, sehr von sich eingenommen, manchmal primitiv (z.B. in seinen Kommentaren im Standard), manchmal auch Lehrling des Karl-Eduard von Schnitzler.
    Über den PL sollte sich keiner sorgen. Er wird spätestens Mitte der nächsten Orban-Legislatur frustriert aufgeben.

    • Ach, Sie sind es gewesen ! ich wusste nicht, wer dafür Geld bezahlt hat ! 🙂

      Wer finanziert eigentlich heute die „unterdrückte“ Presseprodukte ?

    • *Über den PL sollte sich keiner sorgen. Er wird spätestens Mitte der nächsten Orban-Legislatur frustriert aufgeben*

      oh, oh, wenn Sie sich da mal nicht irren.die Anhängerschaft des gen.Presseorgans wird immer grösser und man hat einen Leserkreis der sich wohl eher vergrössert und der die frohe Botschaft in die Welt hinaus trägt.
      und die meisten finden sie göttlich.
      So nach dem Motto, was Zeitung schriebt ist wahr.Was deutsche Zeitung in Ungarn schreibt muss noch wahrer sein.

  17. PL-Leser können Sie uns ein konkretes Beispiel geben, wo der Redakteur von Pester Lloyd „Lehrling des Karl-Eduard von Schnitzler“ ist?

  18. HV jetzt aber haben Sie mich wirklich erwischt. Mea culpa, mea maxima culpa.
    Ich schreibe virtuell – wie ich es in der Volksschule im Helenental in Baden bei Wien machen mußte – 100 mal Chefredakteur.

  19. Herr Pfeifer, HV hat die Frage schon beantwortet. Schnitzler war nicht nur der Schwarze Kanal, den ich mir bis zu meinem Abitur in den 60ern 4 Jahre im Internat jeden Montag ansehen „durfte“. Herr M. Schicker dürfte ganz genau wissen, was ich meinte. Nach seinem Dialekt kommt er aus der Oberlausitz (Tal der Ahnungslosen ohne Westfernsehen).
    Vielleicht wären Sie auch zufriedener, hätte ich KP als seinen Lehrmeister genannt (Witz!?).

  20. PL-Leser, was hat die Aussprache von Herrn Chefredakteur Sch. damit zu tun, dass Sie ihn beschuldigen ein Schüler von K.E. Schnitzler zu sein?
    Können Sie uns ein konkretes Beispiel geben, das Ihre Behauptung begründet?

  21. Nachfolgenden Satz hätte ich vor 45 Jahren blind Schnitzler zugeordnet:

    „Marco Schicker, Pester Lloyd: Somit bedient er sich der gleichen manipulativen Techniken wie HV dies ständig tut, allein mit dem Unterschied, dass P. etwas mit Ungarn zu tun hat, der andere nur nostalgische Traumvorstellungen davon, die er aus dem gut gepolsterten Ausland, assistiert von Fürstbischof K. ins Internet dünkelt, an jeder Frechheit der Regierenden noch etwas von Auferstehung erkennen kann, ohne nur die geringste Ahnung vom realen Leben in Ungarn zu haben. Jeder Balaton-Tourist ist mehr Ungar als diese beiden zusammen.“ (aus HV Kontrovers)

    Zugegeben, ein Lehrling hat oft viele Meister.

  22. Mit der Hetze des Sudel-Ede (Karl Eduard von Schnitzler) hat, meiner Meinung nach, der Text von Herrn Schicker nichts zu tun. Ich habe mir einige seiner Sendungen angeschaut und schon damals festgestellt, dass in Ungarn eine solche Tonart während der achziger Jahre nicht mehr üblich war .PL-Leser, man muß nicht mit den Wertungen des Herrn Schicker einverstanden sein und kann das sicher kritisieren, aber deswegen sollte man ihn nicht in die Nähe des Sudel-Ede rücken.

    Ich habe kein Problem damit, dass hier vielleicht die Mehrheit der Leser und HV selbst mehr oder weniger Fidesz sympathisch finden. Subjektiv sind wir ja alle. Über Sympathien diskutieren wir hier in der Regel nicht, sondern über ungarische Politik und wie darüber im Ausland berichtet wird.

    Solange wir uns hier gesittet streiten, ist das O.K. Wenn aber auch hier die Manieren eines Zs. Bayer einreißen würden, dann hätte es keinen Sinn hier weiterzudiskutieren.

    • Ja ich dachte damals auch, nach diesem Schicker-Beitrag, dass ich als Angegriffener etwas im Sinne von „gesittet“ erwidern sollte, 🙂 aber ich dachte mir dann, Reden ist Silber, und solcher Stil entlarvt sich selbst. Das wäre dem Vater übrigens nie passiert.

      Schnitzler ist MS nicht, denn der war Stütze der Macht, und ich glaube ganz ehrlich, Schicker würde tatsächlich gegen jede ungarische Regierung opponieren. Außer vielleicht eine LMP-Regierung. Apropos, warum hat denn die LMP schon wieder mit Jobbik gemeinsame Sache gemacht zu Orbáns EU-Wende?

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