Berliner Zeitung: Ágnes Heller über Marx, Ungarn und die Zukunft Europas

Ágnes Heller in „Topform“:

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/marx-und-die-oekonomische-krise–philosophen-geben-uns-spirituelle-nahrung-,10809150,15194294.html

Ich bin auf die Anmerkungen der Leser gespannt.

 

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64 Kommentare zu “Berliner Zeitung: Ágnes Heller über Marx, Ungarn und die Zukunft Europas

  1. Im anderen anderen Heller-Thread gepostet, gehört aber eher hierhin:

    bin nicht ganz sicher was in der Interviewfrage “einheitliches und demokratisches Europa” bedeuten mag. Reinster Fidesz-Geist – bloss keinen Pluralismus!

    Hellers Aussage, Fidesz sei faschistisch-fundamentalistisch, ist blanker Unsinn, und hoffentlich nicht der Grund, warum sie den Preis erhielt.

    • Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kommt mir dieses „einheitliches und demokratisches Europa“ wie eine Freudsche Fehlleistung vor. Heißt es nicht immer freiheitlich und demokratisch?

      Das mit der Einheitlichkeit sehe ich gerade auf SED-Plakaten aus seliger DDR-Zeit vor mir (Abi-Büffeln mit Tochter). Hat vielleicht was mit der Zeitung zu tun.

      • „Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kommt mir dieses “einheitliches und demokratisches Europa” wie eine Freudsche Fehlleistung vor.“

        Na dann Prost Philosophin!

        Das ist zweifelsohne eine sog. Freudsche Fehlleistung par excellence, ein echtes Armutszeugnis für eine Philosophin!

        Wenn man als Ungar dieses schwachsinnige Interview „Philosophen geben uns spirituelle Nahrung“der Berliner Zeitung liest, dann kommt man schnurstracks zur Quintessenz der ganzen Übung: „Nesze semmi, fogd meg jól“ (Da hast du Nichts, doch halt es gut fest.)

        Dann zum Schluss noch die obligate Idiotie über Ungarn, damit die Kosten wenigstens unter einem europaweit bekannter Position verbucht werden können.

        PS.:
        Wenn bloss dieser Herr Michael Hesse etwas schlauer gewesen und dem Publikum diese geistige Nahrung einige Tage früher verabreicht hätte…?

        Er hätte dann in Oldenburg nach der Goldmedaillengewinnerin Agnes heller mit Recht die Silbermedaille beanspruchen können.

      • „Dennoch ist (er) heute relevant, wenn man in der Philosophie NICHT die TATSACHENWAHRHEIT in den Vordergrund stellt.“

        .. sonder einfach für schnödes pecunia darauf los FABULIERT.

        Herr Kálnoky,

        Mir kommt es vor, dass womöglich auch in dieser philosophischen Erkenntnis-Bekenntnis dieser Philosophin, zwar auch etwas versteckt, doch Tiefenpsychologie von Freud steckt oder lässt grüssen?

        Oder ist es bloss die reflexartige Anwendung von Selbstkritik einer gestandenen Kommunistin, die von der Wille des Individuums völlig losgekoppelt ist?

        Oder Beides?

        Angesichts der Komplexität der Persönlichkeit dieser Ausnahmeerscheinung in der Geschichte der Philosophie, tippe ich auf die dritte Möglichkeit.

        Sie bringt es doch fertig, auf dem Balkon ihrer bescheidenen Heim im vornehmen Buda, in Nerz-Pelz gehüllt (siehe entsprechende Photos der sie hochjubelnden Medien), für die Ärmsten der armen Ungarn, wie Gyurcsány, Kóka oder der moderne „Ludas Matyi“ Gordonka Bajnai, bittere Tränen zu vergiessen.

        So betrachtet, nimmt es einen gar nicht Wunder, dass sich die schon immer etwas romantischen Deutschen Sirenentönen „freudig“ hingeben. (Vergessen wir nicht, dass sich der Loreley-Felsen von Oldenburg nicht gar so weit weg befindet!)

  2. Ok, ich poste dann auch hier weiter. Herr Richter, mir geht es um das ganze Land, nicht bloß um eine Seite dieser gespaltenen Gesellschaft. Sie vermute ich in einer Ecke, in die ich mich nicht begeben möchte. Aber ich lade Sie ein, gelegentlich ein Stück in Richtung Mitte zu gehen. Wenn Sie nicht immer nur nach Bestätigung Ihrer eigenen Vorurteile suchen würden, könnten Sie da mitunter erstaunliche Dinge sehen und hören.

    Frau Heller hat mit dem Ausdruck „fundamentalistisch-faschistisch“ völlig daneben gegriffen. Das habe ich hier in diesem Blog schon an anderer Stelle festgestellt. Auch die Fragen der Berliner Zeitung zu Ungarn sind tendenziös. Ob das nun was mit der Vergangenheit des Blattes zu tun hat, weiß ich nicht. Das hätte ich eher bei dem ausgeprägten Interesse des Fragenden an Marx vermutet. Übrigens: Ist Ihnen aufgefallen, dass die angeblich immer noch „marxistische“ Philosophin die Lehren ihres angeblichen Meisters in dem Interview ganz schön kritisiert?

    Die rechte Presse begnügt sich natürlich nicht mit der Zurückweisung von Hellers Kampfbegriff, sondern holt gleich selbst die ganz große Keule raus: Magyar Nemzet veröffentlichte heute einen langen Leitartikel mit der Überschrift „Heller, die Lügnerin“. Da ist es wieder, dieses Unwort, das in politischen Debatten — oder sollten man sagen: Grabenkämpfen — in Ungarn so häufig gebraucht wird. Ist es wirklich so unerträglich für die ungarische Rechte, dass diese alte streitbare Dame einen Preis bekommen hat?

    Herrschaften, das sind doch keine normalen Zustände in diesem Land! Ich glaube, ich brauche mal ne Auszeit…

    • Fidesz als faschistisch-fundamentalistisch zu bezeichnen, das tut sie sicher nicht weil sie dumm ist. Dafür ist sie zu preisgekrönt 🙂 Man muss aber schon entweder dumm sein oder nichts über Ungarn wissen um dies anders als mit verzerrender Absicht zu behaupten. Ich stelle mal die These auf: Sie sagt es absichtlich, wohl wissend, dass es nicht stimmt, um eine politische Wirkung zu erzielen.

      Sie haben an anderer Stelle erwähnt, dass es noch Leute geben soll, die nicht politisch korrekt sprechen. Wissentlich etwas sagen, was nicht stimmt, um damit wine Wirkung zu erzielen, ist nunmal lügen. (aber sie war ja auch nach 1956 sehr flexibel mit der Wahrheit)

      • Herr Kálnoky, mir fällt auf, dass in ungarischen Zeitungen ständig geschrieben wird, das irgend jemand „lüge“. Ich denke, sie beherrschen die schöne magyarische Sprache auf muttersprachlichem Niveau. Kann es sein, dass „hazugság“ weniger stark negativ konnotiert ist als die deutsche „Lüge“?

        Falls es keine Bedeutungsunterschiede gibt, würde ich unseren lieben ungarischen Freunde wirklich mal empfehlen, über ihren Sprachgebrauch nachzudenken. In Deutschland kommt es in normalen politischen oder medialen Debatten so gut wie nie vor, dass man den Gegner so angreift. Ok, bei uns nennt auch niemand aus dem Mainstream die Regierung faschistisch-fundamentalistisch…

        Aber lesen Sie bitte mal den gestrigen Leitartikel in Magyar Nemzet und sagen Sie mir, ob Sie dieses Stück für eine angemessene Reaktion auf Hellers Entgleisung in dem BZ-Interview und die Preisverleihung halten. Da ist z. B. von „als Liberale getarnten Kryptokommunisten“ die Rede, da wird Carl von Ossietzky (dem der Oldenburger Preis seinen Namen verdankt) als „Hochverräter“ dargestellt etc. pp.

        Mir geht dieser Stil, ob nun von links oder rechts, inzwischen dermaßen auf den Wecker! Wie erholsam ist es, eine deutsche Tageszeitung aufzuschlagen. Da wird über die eigene Innenpolitik sehr viel differenzierter und auch distanzierter geschrieben.

        Zu guter Letzt: Wissen Sie, ich bin keineswegs „Heller-Fan“. Ich habe noch kein einziges ihrer Bücher gelesen. Aber ich habe das Bedürfnis, sie hier angesichts ihrer Lebenserfahrung, ihres Schicksals und auch ihres Engagements für die liberale Demokratie gegen überzogene Vorwürfe zu verteidigen, das freilich nicht distanzlos.

      • HV, Ich sehe keinen Bedeutungsunterschied zwischen den Begriffen, und verurteile im übrigen den Artikel – ich reagierte nur auf Ungarnfreunds Einwurf, den ich dahingehend verstand, man dürfe Fr Heller nicht der Lüge bezichtigen.

        Ich persönlich war nie ein Freund der Verbannung des Wortes Lüge aus dem politischen Repertoire und ärgere mich noch heute, wenn zb in Frankreich von „Contreverité“ die Rede ist – um zu sagen, das jemand lügt, nur bloß nicht das Wort benutzen. Hellers „faschistisch-fundamentalistisch“ ist eine klassische „contreverité“, wenn das genehmer ist.

      • Lieber Ungarnfreund,

        „Dennoch ist er heute relevant, wenn man in der Philosophie nicht die Tatsachenwahrheit in den Vordergrund stellt.“

        Lieber Ungarnfreund,

        Es ist beinahe ein Gemeinplatz, wenn man ausspricht, dass Sie den Casus Hungaricus, den Fall Ungarn, differenzierter behandeln, als der „grosse alte Mann“ dieses Blogs, unser geschätzter Karl Pfeiffer, zur Zeit in Erholung, es tutet. So auch den Fall Agnes Heller.

        Angenommen, Sie würden sich in die Philosophie dieser Philosophin etwas vertiefen und sie nicht wie ihr Bewunderer von der Berliner Zeitung nur anhimmeln, wie würden Sie diese abgrundtiefen Erkenntnisse interpretieren?

        Für mich, profan denkender Ungar, der ich auch bin, ist es eine glatte philosophische Begründung ihrer Abgewandtheit der Wahrheit gegenüber, ihrer Lügereien im Allgemeinen, und in Bezug auf Ungarn, die Ungarn, Orbán und die FIDESZ im Speziellen.

        Wie beurteilen Sie diesen tiefschürfenden Spruch?

      • Herr Kálnoky, vielleicht finden Sie doch die Zeit, den Leitartikel „Heller, die Lügnerin“ (Heller, a hazug) von Matild Torkos in der Magyar Nemzet zu lesen. Hier ist der Text zu finden: http://mno.hu/vezercikk/heller-a-hazug-1075075.

        Torkos bezeichnet darin folgende Behauptung Hellers in dem Interview mit der Berliner Zeitung als „gigantische Lüge“ (orbitális hazugság): Fidesz trichtere den Menschen ein: „Wir waren immer die Größten, wir waren immer die Besten, wir wurden immer missverstanden. Und jetzt missversteht uns auch noch die EU, die nicht verstehen will, dass wir anders als andere Völker in Europa sind, sie sollten vielmehr von uns lernen, aber sie kritisieren uns.“

        Hierzu folgende Anmerkung: Hellers Aussage stellt meiner Einschätzung nach eine Meinungsäußerung dar, eine Interpretation der Fidesz-Politik, keine einfache Tatsachenbehauptung. Heller spitzt ihre Beobachtungen zu, über Meinungen soll man streiten. Aber eine Meinung als „Lüge“ zu diffamieren, ergibt einfach keinen Sinn. Eins muss klar sein: wenn jemand eine abweichende Meinung vertritt, dann lügt er nicht. Er interpretiert die Wirklichkeit nur anders. Wenn ich will, dass er die Dinge anders sieht, muss ich ihn überzeugen und dabei riskieren, dass sich in dem Diskurs auch meine eigene Position verändern kann. So sollte das laufen in einer Demokratie!

        Was die Akzeptanz des „Lüge“-Begriffs und verwandten Vokabulars angeht, schlage ich Ihnen ein (Gedanke-)Experiment vor: Übersetzen Sie den Torkos-Artikel und bieten Sie ihn deutschen Zeitungen zum Nachdruck an. Kein seriöses Blatt wird so ein hasserfülltes Pamphlet bei uns drucken. Da bin ich mir ziemlich sicher. Man wird sagen: Das ist irgendwas zwischen Kindergarten und Giftküche, aber ganz sicher kein Journalismus.

        Heller hat zwar mit der Vokabel „faschistisch-fundamentalistisch“ zum ersten Schlag ausgeholt. Das rechtfertigt aber keine solchen überzogenen Reaktionen. Oder soll ich Sie demnächst einen „Lügner“ schimpfen, weil Sie der Meinung sind, Heller habe ein unklares Verhältnis zu 1956 und das aufgrund einer Veröffentlichung der ach so ausgewogenen „Magyar Hirlap“? Im Interesse der Debattenkultur werde ich das nicht tun, sondern Sie lediglich bitten, gelegentlich ein paar echte Heller-Zitate zu 1956 aus jüngerer Zeit zu präsentieren, um Ihre Meinung zu untermauern.

      • Herr Unger, ich vermute, dass Sie mir mit diesem Zitat sozusagen mit Hellers eigenen Worten zeigen wollen, dass die Dame ein ambivalentes zur Wahrheit habe. Auf diese schiefe Ebene folge ich Ihnen ausdrücklich nicht. Ich denke, Heller will schlicht Folgendes sagen: Die Philosophiegeschichte ist ein Steinbruch. Wenn sich eine große Theorie als falsch erwiesen hat, muss das nicht heißen, dass andere Ideen oder einzelne Aussagen deselben Autors nicht trotzdem weiterhin interessant und inspirierend sein können.

    • Der Leitartikel von Matild Torkos in Magyar Nemzet ist sicherlich kein journalistisches Highlight. Mit ihrer Formulierung “faschistisch-fundamentalistisch” in Verbindung mit der ungarischen Regierung liefert Ágnes Heller einen sehr hohen Ball, der mit der angemessenen Antwort „gigantischen Lüge“ leicht zu verwerten wäre. Statt dessen schlägt Matild Torkos ins Leere und verwendet den Begriff „gigantischen Lüge“ an anderer Stelle, wo es nicht angebracht ist. Die Folge ist, dass der Leser sich nicht nur über Ágnes Heller Gedanken macht, sondern auch über das Niveau von Magyar Nemzet.

      • Danke, Herr Halász, dass Sie sich — von der anderen Seite her kommend — am Streben nach Ausgewogenheit beteiligen. Ihren zweiten Satz kann ich zwar noch nicht ganz unterschreiben, weil auch das für Fidesz unangemessene und falsche Etikett „faschistisch-fundamentalistisch“ letztlich eine Meinungsäußerung ist (keine Tatsachenbehauptung). Ich hätte aber Verständnis dafür gehabt, wenn Magyar Nemzet den Ausdruck „gigantische Verleumndung“ verwendet hätte.

        Dass sowohl Heller als auch Torkos so reden bzw. schreiben, wie sie es eben tun, zeugt von einer jahrelangen Verhärtung der Debatte, in deren Verlauf sich beide Seiten nichts geschenkt haben.

        Neulich las ich in einem Artikel über die Einführung der Rente mit 67 in Polen, dass die nationalkonservative Kaczynski-Partei den dortigen nationalliberalen Ministerpräsidenten Tusk mit Adolf Hitler verglich. Andere Gegner Tusks von der Solidaritäts-Bewegung verbrannten öffentlich sein Porträt oder hängten es an einen symbolischen Galgen. Es steht also auch in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas schlimm um die politische Kultur.

        Sicherlich hinkt der Vergleich, aber auch in der Bundesrepublik wurde rund 20 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur noch auf vergleichbarem Niveau gestritten. Vielleicht ist es also einfach eine Zeitfrage.

      • „Sicherlich hinkt der Vergleich, aber auch in der Bundesrepublik wurde rund 20 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur noch auf vergleichbarem Niveau gestritten. Vielleicht ist es also einfach eine Zeitfrage.“

        Lieber Ungarnfreund,
        der Vergleich hinkt in keiner Weise, was die Diskussion und das Unvermögen, sich mit der Geschichte angemessen zu befassen, angeht. Und großes JA: Es ist eine Zeitfrage.

    • Hallo terrier,

      Es ist gut, dass der Herr Michael Hesse von der Berliner Zeitung „Philosophen geben uns spirituelle Nahrung“ nicht Ungarisch kann,
      denn von der geistigen Nahrung, die sie da aus dem Munde dieser armen Irren anbieten:

      „Heller Ágnes: kicsit hazudtam (levél az MSZMP-hez)“,

      müsste ihm für längere Zeit den Appetit verderben.

  3. Hier eine kleine Kostprobe aus den „Sternstunden der Phlisophie“ á la Heller.

    „Frau Heller, könnte Marx in der gegenwärtigen ökonomischen Krise helfen?

    Agnes Heller,Jahrgang 1929.

    Das ist eine sehr schwere Frage. Die Marxsche Philosophie hat vier Grundpfeiler gehabt. …. Alle vier sind zusammengebrochen. Nichts stimmt hier.

    Tatsächlich stimmt bei Marx überhaupt nichts.“

    Na dann Prost ungarische Linke und MSZ(M)P.

    Der arme linke Philosophen-Patriarch Georg Lukács dreht sich jetzt bestimmt wie ein Kreisel im Grabe. Gut, dass er nicht mehr erleben musste, wie seine Lieblingsschülerin ihren Geistigen Vater samt der Ideologie Marxismus-Leninismus, die sie in Budapest an der Karl MarxUniversität quasi wie ein trockener Schwamm in sich aufgesogen, nun wie in einem Italo-Western für ein „handvoll Dollar“ mir nichts dir nichts in die nächste Ecke schmeisst.

    PS.: Ob die SPD mit ihrer Fraktion unter der Regie von Martin Schulz sich nach diesen Offenbarungen Hellers gegen Ungarn für sie und Konsorten im EU-Parlament weiterhin stark macht?

  4. Dieses Interview ist eine wahre Fundgrube für philosophisches Aufstossen (ung.: „böffentés“ ist noch passender)

    „Tatsächlich stimmt bei Marx überhaupt nichts.

    Dennoch ist er heute relevant, wenn man in der Philosophie nicht die Tatsachenwahrheit in den Vordergrund stellt.“

    Mit diesem Spruch schiesst Agnes Heller vollends den Vogel ab.

    Das ist wahrlich der Beweis vom…

    SIEG DER MATERIE ÜBER DEN GEIST! (oder umgekehrt?)

    Sie hat offensichtlich nicht die leiseste Ahnung über uralte menschliche Erfahrungen, wie:

    „Es ist nichts gross, was nicht gut ist; und ist nichts wahr, was nicht besteht.“

    Es müsste für jeden mit gesundem menschlichem Verstand klar sein, ein Agens Heller nichts geben kann, was sie selbst nicht hat.

    Dazu kommt, dass sie moralisch dermassen defekt ist, dass ihr – wenn er noch lebte – nicht einmal Siegmund Freud helfen könnte.

    Gute Nacht allerseits.

  5. Mag es daran liegen das ich gut und gerne auf „spirituelle Nahrung“
    verzichten kann und mir Leibniz als Butterkeks lieber ist,
    aber Aussagen wie diese: „Nur von der europäischen Demokratie haben die ungarischen Staatsbürger sehr wenig Ahnung. Nur in einigen Städten, unter den Intellektuellen und Teilen der Mittelklasse ist dies anders, sie wissen, wie es in Europa vor sich geht…“ sind in meinen Augen an Arroganz nicht zu überbieten.

    • Da denkt eine(r) oder ein Kreis von Personen, nur sie verstünden die Welt. Auch ich finde das bodenlos arrogant. Frau Heller sollte endlich begreifen, dass sie nicht übers Wasser laufen kann. Diese Art von Aussagen erinnert mich an ihre These, die Kritik an ihrer Person habe mit (sinngemäß) „kleinen, neidischen Philosphen“ zu tun. Sowas lässt doch sehr tief blicken. Heller ist eben nicht nur eine große Philosophin. Leider hält sie sich auch selbst für eine.

      Ihre pauschale Aussage von den „Armen“ und darüber, was „die“ so über die EU denken, erinnert mich wiederum an Artikel aus der Süddeutschen Zeitung aus den 90er Jahren: Damals wollten uns die Bussi-Bussi-Journalisten hinter ihren 4m-Thujenhecken im noblen Grünwald erklären, wie die Menschen am Hasenbergl (für alle, die es nicht wissen: ein Münchner „sozialer Brennpunkt“) die Integration von Ausländern richtig machen müssen. Offenbar sind also – egal, wo auf der Welt – diejenigen, die sich für intellektuell halten und das nach außen kehren, mit das Uneinfühlsamste und Dümmste, was auf der Welt kreucht und fleucht. Sie meinen, Menschen abwerten und belehren zu können, mit deren Lebenssituation sie aber auch rein gar nichts zu tun haben.

      Wer Facebook nutzt, der könnte – zur Abrundung – auch mal bei der Diskussionsgruppe zu „Aufmarsch – die rechte Gefahr aus Osteuropa“ reinschauen. Da schwadroniert einer, der von sich behauptet, 7 Jahre an der TU Budapest doziert zu haben, über die schlecht ausgebildeten Ungarn und darüber, dass ihm in dieser Zeit keine sieben talentierten Studenten begegnet seien. Ist doch genau das, was wir brauchen: Elitäres Denken auf dummdreist, Lehrer, die ihre Schüler zu Deppen erklären. Ach, wie habe ich dieses pseudo-elitäre Gesocks doch schon in der Schule geliebt…die gibt es nämlich überall. Ich meine, wenn man 7 Jahre an der Uni lehrt und keine Talente sieht, mag das ja vielleicht an der eigenen Inkompetenz oder an Vorurteilen liegen.

      Warum erzähle ich das? Weil es offenbar Mode unter so genannten „Intellektuellen“ ist, sich durch Abwertung anderer selbst in höhere Sphären zu hieven. Wem´s gefällt, bitte sehr. Ich nehme mir das Recht, so etwas als lächerlich zu bezeichnen. Und finde es bemerkenswert, wer sich heutzutage alles für die crème de la crème hält 🙂

      • Sie haben recht ! ich würde diese Ideologie von Heller & Co. einfach geistlicher Cauvinismus nennen.
        Kertész Á. : „“a magyar genetikusan alattvaló…(..)..boldogan dagonyázik a diktatúra pocsolyájában, röfög és zabálja a moslékot, és nem akar tudni róla, hogy le fogják szúrni..(..)se tanulni, se dolgozni nem tud és nem akar, csak irigyelni, és ha módja van legyilkolni azt, aki munkával, tanulással, innovációval viszi valamire.
        Spiró :Spíró:
        “ Jönnek a dúlt-keblü mélymagyarok megint,

        füzfapoéták, füzfarajongók, jönnek a szarból,

        csönd van. Senki se pisszen. Alantról..(…)

        Ó, ha gyilkolni szabadna újra,

        csámcsogva, hersegve szívnák a vért –

        Kornis :
        „Mi sokkal jobban gyu“lölünk titeket, mint ti minket“

        I.Kertész :
        „Hazugok és antiszemiták országa“

        Und Berlin macht beiden Augen zu.

      • @HV
        da hab ich mich mal bei der von Ihnen genannten facebookseite auf Spurensuche begeben und dabei hat sich mir sofort die Frage aufgedrängt:Wo waren denn unsere Helden und Kämpfer gegen rechts (von denen m.W.viele in Ungarn leben) am vergangenem WE als „mehrere tausend Neofaschisten und ihre Anhängerschaft in Budapest demonstrierten“?
        Wieso haben die keine Gegendemo organisiert?
        Es ist halt ein Unterschied ob man grosse Reden schwingt oder Zivilcourage zeigen sollte.
        Jetzt bin ich allerdings- mal wieder – vom Thema abgewichen.

  6. Ágnes Heller: „Es waren gerade einmal 30 Prozent der Bevölkerung, die sie gewählt haben. Von den Parteien erhalten sie in der Tat die größte Unterstützung der Menschen in Ungarn. Es ist faschistisch-fundamentalistisch, was sie tun.“

    Wie bitte anders kann man verstehen, wenn jetzt Schriftsteller wie Albert Wass, József Nyirö und Dezsö Szabó in den Lehrplan genommen werden?

    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2012/05/the-third-conservative-writer-in-the-new-hungarian-curriculum-józsef-nyirő.html

    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2012/05/conservative-writers-in-the-curriculum.html

    • Hat Ágnes Heller irgend etwas zu Wass, Nyirö und Szabó gesagt? Oder versuchen Sie, Heller´s Behauptung durch Bezugnahmen auf Themen, die im Interview gar nicht angesprochen wurden, zu rechtfertigen?

      Ganz konkret: Brauchen wir immer Sie, Herr Pfeifer, der uns und anderen Lesern von Heller-Interviews erklärt, was sie gemeint hat? Kann ja irgendwie nicht sein, oder? Heller sollte, als große Intellektuelle, schon selbst erklären können, was sie von sich gibt.

    • Habe leider nur Nyirö gelesen und zwar die Totempfähle und A Madefalvi veszedelem, und fand beides ganz schön. Konnte speziell im letzteren eher Antigermanismus entdecken als Antisemitismus, (es geht um das Massaker an Skékler Bauern durch die Österreicher in Madéfalva 1764) und Faschismus eerkannte ich in keinem der beiden Bücher?

      Lieber Herr Pfeifer, welches seiner Werke ist denn das antisemitischste und faschistischste? Ich lasse mich gerne überzeugen wie böse er war, wenn es denn stimmt.

  7. Lieber Herr Kálnoky,
    1) Empfehle Ihnen den Artikel von Eva S. Balogh zu Nyirö zu lesen.
    2) Können Sie sich vorstellen, dass in Deutschland abgetakelte Nazischriftsteller wieder in den Lehrplan aufgenommen werden?

    HV ich habe Heller lediglich korrekt zitiert. Sie hat nicht wie oben erklärt, behauptet Ungarn wäre ein faschistisches Land. Sie hat Fidesz vorgeworfen faschistisch zu agieren. Da gibt es also einen Unterschied.
    Daher halte ich die künstliche Aufregung, die ihr Interview ausgelöst hat für ein wenig übertrieben.

    • Haarspalterei, Herr Pfeifer. Haarspalterei. Ich denke, die Aufregung ist berechtigt (nicht aber der zum Teil ergriffene Tonfall). Und ich gehe weiter:Heller wollte diese Reaktionen hervorrufen. Man kann das getrost als Provokation bezeichnen.

    • Herr Pfeifer, klassische Ausweicherei. Meine Frage an Sie war präzise: Welches von Nyirös Werken gilt denn als das faschistischste und antisemitischste aus seinem Opus? Was von ihm haben Sie denn gelesen und besonders widerlich gefunden? Wie gesagt, ich kann mir bislang nur aufgrund der von mir gelesenen Bücher eine Meinung bilden und das ist nichts, was ich als abgetaktelt nazihaft bezeichnen würde.

  8. Deutscland hat 2009 etwa 82 MIO Einwohner gehabt. Wahlberechtigt waren 62,2, MIO. Gewählt haben 70,8 % = etwa 44 MIO. Davon haben 33,8 % Union gewählt= etwa 14,9 MIO. Das bedeutet, daß großzügig 18,2 ( achtzehnkommazwei ) % der Bevölkerunk Frau Merkel gewählt hat.

    Für wie blöd hält man eigentlich die Leute?
    Der Allmächtige soll die Tatkraft von Ánges Heller erhalten, so ist FIDESZ 2014 wieder der Gewinner !

    • Danke, terrier, für die interessante Vergleichsrechnung. Einen wichtigen Unterschied zwischen Fidesz und der CDU haben Sie übersehen: Fidesz hält sich für die einzig legitime Regierungspartei (das schließe ich daraus, wie diese Partei mit der Opposition umgeht). Die CDU hat solche Anwandlungen –derzeit jedenfalls– nicht und würde es seelisch-moralisch durchaus verkraften, wenn irgendwann mal wieder ein SPD-Kanzler regieren würde. Als CDU und SPD 2005-2009 mit einer 2/3-Mehrheit in einer Großen Koalition regierten, waren beide im Übrigen bestrebt, bei jeder wichtigen Entscheidung entweder die FDP oder die Grünen mit an Bord zu haben, um den Eindruck einer „Tyrannei der Mehrheit“ zu vermeiden.

      Fidesz hingegen spricht zwar von einem „System der nationalen Zusammenarbeit“, das man errichten wolle, allerdings ohne dass die Opposition darin in der Praxis irgendeine ernst zu nehmende Rolle hätte. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Fidesz gelegentlich daran zu erinnern, dass eine 2/3-Mehrheit im Parlament mitnichten einer 2/3-Mehrheit in der Bevölkerung entspricht. Eine Demokratie braucht sowohl die Selbstbeschränkung der Mehrheit gegenüber der Minderheit als auch die Rücksichtnahme der Minderheit gegenüber der Mehrheit, um vernünftig funktionieren zu können (das stammt nicht von mir, sondern meines Wissens von Christian Graf von Krockow). Andernfalls gerät die Legitimität des gesamten demokratischen Systems ins Wanken.

      Letzter Satz hierzu: Sie haben hoffentlich bemerkt, dass mein Hinweis auf die Mitverantwortung der politischen Minderheit einen Appell an die Opposition in Ungarn mit einschließt. Auch da liegt einiges im Argen.

      • „Fidesz hält sich für die einzig legitime Regierungspartei “ So ist es zur Zeit! !!! Wer hätte die “ Legitimation“ ? SzDSz ? oder JOBBIK ? Kann Á.H. und alle Anderen die die Legitimation der FIDESZ Regierung durch diese primitive Begründung anzweifen, keinen Menschen, der zwei Klassen als der Zug hat, beeinducken. Im Gegenteil:.
        Sie brauchen mich über die Demokratie nicht zu belehren . Ich bin auch gegen Agitprop geimpft.

      • Gibt es einen Grund dafür, dass Sie MSZP und LMP nicht erwähnen? Sie müssen diese Parteien ja nicht mögen. Aber Sie sollten die Vorstellung ertragen lernen, dass die irgendwann mal (wieder) mitregieren. Nur Jobbik halte ich grundsätzlich für nicht regierungswürdig. SZDSZ hat keine Aussicht auf Wiederauferstehung.

        Ich hatte oben versäumt, auf die Nichtwähler hinzuweisen. Rund 50% der wahlberechtigten Ungarn können sich derzeit auf keine Partei festlegen. Man kann Fidesz auch deshalb nur davor warnen, sich für die einzig legitime Kraft im Land zu halten. Überall die eigenen Leute zu platzieren und ohne die geringste Zurückhaltung die eigenen Wertvorstellungen in Verfassung und Kardinalgesetzen einzubetonieren, fördert massiv die zentrifugalen Kräfte.

        Jobbik radikalisiert sich zunehmend. Die Polarisierung zwischen FIDESZ und MSZP hat eine Art Allzeithoch erreicht. Selbst LMP hegt in Bezug auf die Chancen einer Etablierung eines anderen politischen Stil kaum noch Illusionen. Misstrauen, Hass und Verleumndungen prägen den politischen Alltag in diesem Land. Koalitionen zwischen den vier genannten Parteien sind deshalb so gut wie ausgeschlossen.

        Kurz: die politische Kultur in Ungarn ist auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen und FIDESZ hat den Schlüssel dazu in der Hand, hieran etwas zu ändern. Aus der aktuellen Position der Stärke heraus könnte man durchaus ein bisschen mehr Großzügigkeit walten lassen, d. h. mehr mit der Opposition konsultieren und die politische Rhetorik insgesamt etwas mäßigen.

      • Immerhin ist Gyurcsány aus der MSZP ausgetreten und der erst 38-jährige Mesterházy konnte in der Partei- und Fraktionsführung überwiegend Leute seiner Altersklasse unterbringen. Die Postkommunismus-Keule wird Fidesz somit, zumindest was das aktuelle MSZP-Führungspersonal angeht, immer weniger glaubhaft schwingen können.

  9. Kollege Kálnoky, ich las vor vielen Jahren Uz Bence und fand das Buch langweilig.
    Doch Nyirö war natürlich nicht nur Schriftsteller, sondern auch begeisterter Pfeilkreuzler. Also ein abgetakelter Pfeilkreuzler, der jetzt als wichtiger Schriftsteller hingestellt wird.

    • Nyirös Schreiben ist wohl am besten als lokalpatriotisch zu bezeichnen. Ich kenne nicht sein ganzes Werk, und bin auch nicht sicher ob er ins Curriculum gehört, anders als im Szeklerland – aber ich denke, da ist vermutlich nichts priori Faschistisches. Wahrscheinlich schlug er sich auf die einzige Seite, von der er sich den Erhalt Siebenbürgens versprach, und fand dann nicht mehr heraus.

      Wass Albert finde ich sehr problematisch aber ihn würde ich schon deswegen lehren, weil er sich einer großen Renaissance erfreut, und das muss man diskutieren dürfen – möglichst kritisch. Schauen Sie sich mal in den Alexandra-Buchkaufhäusern die Albert Wass-Ecke an. Da wird richtig was verkauft.

      Das eigentliche Thema scheint aber zu sein, künftig die Bewegung der népi irók der 20er-30er Jahre im Unterricht zu behandeln. Und die gehören auf jeden Fall ins Curriculum, sozusagen als Gegenpol zur zeitgleichen Großstadtliteratur der, sagen wir, Dadaisten.

      Ich lese von den népi irók sehr gerne Kodolányi János beispielsweise und finde die akribisch soziografische Herangehensweise vieler dieser Schreiber bereichernd, wenn auch ein wenig museal. Es ist halt ein wenig düster, diese ganze Stimmung des allenthalben vom Untergang bedrohten magyarischen Volkes, und bedingt dadurch zuweilen – speziell bei Wass – ziemlich regressiv, und (bei ihm) offen antisemitisch, und das alles kann natürlich durchaus auch faschistoid werden.

      Ob es das aber wirklich war und warum, das würde ich schon als wichtige und interessante Frage betrachten, die im Unterricht sinnvoll und gewinnbringend behandelt werden kann. Wenn es nicht in Beweihräucherung ausartet, wie zu befürchten steht. Das wird am Ende bei den Lehrern liegen.

      • Ich finde den Ansatz, dass man die „népi írók“ (ich würde „népi“, anders als Frau Marsovszky, übrigens nicht mit dem deutschen Wort „völkisch“, sondern mit „volkstümlich“ oder „populär“ übersetzen) kritisch im Unterricht behandeln sollte, vom Grundsatz her richtig. Aber Herr Pfeifer fährt hier offenbar wieder eine andere Schiene und vermutet, dass die népi irók kritiklos angepriesen werden sollen. Sonst wäre die Aufregung völlig fehl am Platz.

        Hitler steht in Deutschland auf dem Lehrplan. Regt sich darüber wer auf, unterstellt irgendwer, das sei ein Zeichen von faschistischen-fundamentalistiscen Tendenzen? Wohl keiner, der bei Verstand wäre.

        De Befassung mit den Schriftstellern der Zwischenkriegszeit ist Teil einer umfassenden Behandlung dieser Phase. Man kann sie nicht totschweigen, auch wenn man bislang versucht hat, sie auf diese Weise aus dem Gedächtnis zu tilgen. Wie man sieht: Ohne Erfolg. Es ist also Zeit für einen neuen Ansatz.

    • Jemanden hinstellen als = jemanden zu etwas machen, was er nicht ist.

      Nun, Herr Pfeifer, ohne dass ich das Werk Nyirös kenne, glaube ich, dass die rein künstlerische Frage, ob jemand ein „wichtiger“ Schriftsteller ist oder nicht, doch den Literaturkritikern überlassen werden sollte, oder? Die politische Sittenpolizei hat sich bei der Beurteilung von Literatur bis dato immer als Totalausfall erwiesen. Und dass Sie Uz Bence „langweilig“ und nicht „empörend“ fanden, spricht doch eher für dieses Werk. Im übrigen gilt: Geschmack ist eben vielseitig; ich fand z.B. Effi Briest ein schreckliches Stück Literatur, langweilig, bedeutungslos. Man wird deshalb aber nicht behaupten dürfen, dass Fontane unbedeutend ist. 🙂

      Die Frage nach dem antisemitischen Inhalt der Stücke haben Sie immer noch nicht beantwortet. Mich würde die Auflösung ebenso interessieren wie Herrn Kálnoky.

  10. Zur Debatte darüber, wie „rechts“ Fidesz eigentlich ist, noch ein grundsätzlicher Gedanke: Ich habe allen sensationalistischen Artikeln in der deutschen Presse zum Trotz durchaus den Eindruck, dass die Fidesz-Führungsriege weitgehend frei von Gedankengut ist, das man in Deutschland als „rechtsradikal“ o. ä. einstufen würde. Sie spielt allerdings gelegentlich mit dem Feuer und achtet wahrscheinlich zu wenig darauf, welche Wirkungen ein immer wieder erkennbarer nationalistischer Tonfall der Parteiführung in den unteren Etagen der Partei erzielt.

    Gerade von dort gibt es immer wieder Meldungen, die glauben machen, dass der Abstand zwischen Fidesz und Jobbik an sich gar nicht so groß wäre. Letztes Beispiel waren aus meiner Sicht die antisemtischen Ausfälle von Fidesz-Leuten im Stadtrat zu Eger – siehe: http://www.politics.hu/20120509/jewish-group-reports-eger-councilor-over-racist-remark/

    Sowas wäre in der CDU nahezu undenkbar. Nahezu schreibe ich, weil es vor einigen Jahren den Fall Martin Hohmann gab, der allerdings wegen seiner zweifelhaften Einlassungen umgehend aus der Partei ausgeschlossen wurde. Auch das hat Fidesz beim Parlamentsabgeordnten Oszkár Molnár (der dann 2010 seinen Wahlkreis als „Unabhängiger“ gewann!) schon einmal durchexerziert. Die Partei sollte weiterhin so konsequent sein und auch den fraglichen Abgeordneten aus Eger zur Rechenschaft ziehen.

    • Mal ganz ohne Hintergedanken gefragt:
      Darf sich ein „Künstler“ alles erlauben??
      „Székhelyi József, aki 2005-ben, az SZDSZ országos kongresszusán pamfletjében – a Himnuszt parafrazálva, vulgáris kifejezésekkel – kifigurázta Orbán Viktort.“*
      Ich persönlich muss in diesem Falle Herrn Pfeifer zustimmen, wenn er des öfteren behauptet , dass bei vielen hier im Land das Niveau der Ausdrucksweise ziemlich unter aller Würde ist.
      *ich hätte das genau so hinterfragt, ween es jemanden anders betroffen hätte

      • Ja, Székhelyi hat Privilegien. So wie Róbert Alföldi, der eine Ausstellung im Nationaltheater zuließ, in der die zwölf Apostel als Homosexuelle dargestellt wurden. Alles im Rahmen der „Kunstfreiheit“. Ein György Dörner genießt diese Art von Privileg ersichtlich nicht. Eine Bewertung erspare ich mir.

      • Turó Rudi, das sind keine Gründe, die es rechtfertigen würden, dass ein Stadtrat diesen Schauspieler als „stinkenden Juden“ beschimpft und ihn mit „Auftrittsverbot“ belegen will. Man kann die Auswüchse „modernen“ Theaters oder Eskapaden des politischen Gegners auch auf zivilisierte Weise kritisieren.

        HV, ich sehe schon einen Unterschied zwischen Alföldi und Dörner. Wenn Alföldi die zwölf Apostel als Homosexuelle darstellt, mögen das Menschen, denen christliche Werte wichtig sind, geschmacklos finden. Eine solche Inszenierung ruft aber per se nicht zum Hass zwischen gesellschaftlichen Gruppen auf. Alföldi glaubt wahrscheinlich sogar, er fördere mit einem solchen Tabubruch die allgemeine Toleranz.

        Bei Dörner steht durchaus Schlimmeres zu befürchten. Er gilt als wichtigster Schüler des rechtsextremen Demagogen Csurka und unterstützt mit seinen Auftritten auf Jobbik-Veranstaltungen eine offen chauvinistisch-ultranationalistische, antisemitische und antiziganistische Partei.

      • Lieber Ungarnfreund –

        Alföldi wollte Toleranz fördern? Durch gezielte Provokation? Dann sind die Mohammedkarikaturen wohl auch ein gutherziges Friedenswerk. – Es wird wohl mehr Mediengeilheit gewesen sein.

        bzgl Stadtrat – Soweit ich es verstand, nannte niemand Szekhelyi einen stinkenden Juden, sondern einer der Anwesenden, der für den Auftritt war (nicht für dessen Verbot), erklärte, dass es deswegen Widerstände gebe, weil Sz. nach Meinung mancher Leute ein „stinkender Jude“ sei. Das war aber – soweit ich es verstehe – weder seine eigene Meinung, noch hat es jemand im Ernst gesagt.

        Meine Meinung: Wie schon bei Alföldi ist dies ein Spiel, bei dem nicht die Künstler die Heiligen und die Politiker die Teufel sind. Sondern es kommt vor, dass Künstler sich aus niedriger Gier nach Publizität mit billigen Provokationen oder politischen Hasstiraden (etwa gegen Orbán), die nichts mit Kunst zu tun haben, in Szene setzen. Sie tun das nicht um die Menschheit zu retten, sondern um gesehen zu werden, mediale Präsenz ist in dem Gewerbe alles.

        Sie wissen dabei ganz genau, dass sie harte Reaktionen riskieren, kalkulieren kühl, dass das eventuell kein Problem ist, weil es noch mehr Medienpräsenz bringt, und ziehen das Ding also durch.

        Wer austeilt, muss auch einstecken können.

      • Es scheint bei vielen ein Zeichen von „Toleranz“ zu sein, wenn man Gläubige verspottet. Lesen Sie sich mal die Beiträge und die Bildunterschriften im Pester Lloyd an, da schäumt einer offenbar vor Verachtung gegenüber dem christlichen Glauben. Ich selbst bin, wie ich bereits mehrfach betont habe, kein Kirchgänger und für Toleranz gegenüber ALLEN Religionen. Wenn in München, Berlin oder Wien eine Moschee gebaut wird, ist das für mich völlig in Ordnung.

        Aber ich erwarte von den Toleranzpredigern, dass sie sich an ihren eigenen großen Worten messen lassen, wenn es um Toleranz gegenüber dem Christentum geht. Ich teile die Auffassung, dass Toleranz gleichbedeutend ist mit dem Ansatz ist, das Heidentum zum Maß aller Dinge zu erklären, nicht. Ich teile auch die Auffassung nicht, dass man das Kreuz im Schulzimmer oder die Burka auf französischen Straßen verbieten sollte.

      • Herr Kálnoky, ich dachte, ich hätte deutlich genug zum Ausdruck gebracht, dass ich eher zu denen gehöre, die Nacktszenen, Blasphemie, Kot auf der Bühne und ähnliche Tricks aus der Mottenkiste „moderner“ Inszenierungen gähnend langweilig finden und von den ständigen „Tabubrüchen“ im zeitgenössischen Theater inzwischen die Nase ziemlich voll haben.

        Ich versuche aber diejenigen, die das immer noch propagieren zu verstehen. Ich denke, jemand wie Alföldi will weiterhin schockieren, weil er selbst das vermutlich für ein probates Mittel hält, um den z.B. Homosexuelle diskriminierenden Spießbürgern etwas entgegen zu setzen. Ob er damit letztlich wirklich mehr Toleranz erzeugt, halte ich für sehr fragwürdig.

        Dass es –nur– um Pubilcity im Sinne von bloßem Narzismus gehen soll, halte ich für abwegig.

    • György Várkonyi, der den skandalösen Satz in Eger gesprochen hat ist kein Fidesz-Politiker. Er ist der Leiter eines kommunalen Unternehmens und nahm an der Sitzung in dieser Eigenschaft teil. Der Bürgermeister von Eger hat sich mit Székhelyi getroffen und gesprochen. Székhelyis Auftritt in Eger wird doch stattfinden. Der Vorfall wird untersucht und die notwendigen Konsequenzen werden gezogen – versprach der Bürgermeister.

      http://atv.hu/belfold/20120514_habis_laszlo

      • Politics.hu behauptet was anderes über Várkonyi: Local Fidesz-Christian Democrat council member György Várkonyi was quoted in the recording as saying that “Székhelyi cannot come here as he is a Free Democrat stinking Jew”. Wem soll ich nun glauben?

        Gut, dass der Bürgermeister den Vorfall aufklären will. Schaden ist in jedem Fall entstanden, denn der israelische Botschafter hat eine Reise nach Eger abgesagt, der Verband jüdischer Gemeinden (MAZSIHISZ) hat Anzeige erstattet und viele Internetnutzer glauben offenbar, dass in Eger offener Antisemitismus fröhliche Urständ feiert.

  11. „Kollege Kálnoky, ich las vor vielen Jahren Uz Bence und fand das Buch langweilig.“

    Geschätzter Karl Pfeifer,

    Wollen Sie sich jetzt zu allem Übel den Ungarn auch noch als literarischer Gourmet verkaufen. Was Sie aber da an diesem Blog an gehässigen Lektüren gegen Ungarn von monomanen Schreiberlingen anpreisen, wie Marsowszki,
    Agnes Heller, Akos Kertesz, György Konrad, bei den zwei letztgenannten gibt es je ein einziges Produkt von etwas Wert (nach dem Motto: auch ein blindes Huhn findet mal einen Korn) ist Ramschware für literarisch und ästhetisch Minderbemittelte.

    Auch die Ihr neuer Protegier Eva S. Balogh scheint das Lager der Geschmacksverirrten zu mehren.

    Wenn Sie an solchen minderwertigen Produkten Ihre masslose Freude haben und diese in grössten Mengen konsumieren, deshalb sind Sie noch lange kein GOURMET sondern bloss ein GOURMAND.

    Das französische Gourmand heisst auf Deutsch: Vielfrass!

  12. „Doch Nyirö war natürlich nicht nur Schriftsteller, sondern auch begeisterter Pfeilkreuzler. Also ein abgetakelter Pfeilkreuzler, der jetzt als wichtiger Schriftsteller hingestellt wird.“

    Geschätzter Karl Pfeifer,

    Nyirő, mögen Sie ihn titulieren, wie es Ihrem Geschmack entspricht, war in seinem politischen Denken auf alle Fälle ein Mahner, der auf die bolschewistische- und kommunistische Gefahr (siehe die mehr als 100 Millionen Opfer dieser Ideologie) hinwies. Nebst den Hekatomben von Opfern östlich von West-Europa, hat die Beseitigung Sowjetkommunismus – des Zwillingssystems des Nazismus – Jahrzehntelang die grössten Anstrengungen auch des Westens abverlangt.

    Nyirő war also mehr als nur ein sehr guter volksverbundener Schriftsteller der Szekler-Ungarn. Er war ein nüchtern denkender Mensch, der sich von den hehren Idealen der Sowjetideologie nich in die Irre führen liess, und die wahre Fratze dieses menschenverachtendes Systems erkannte. Das scheint Sie gewaltig zu stören.

    Karl Pfeifer, wäre es langsam nicht an der Zeit, dass endlich auch Ihnen die Augen aufgehen?

    Wie kommt es, dass Sie die Produkte(„den neuen sozialistischen Menschentyp“) dieses kommunistischen Systems, das nach dem 2. Weltkrieg den Ungarn mit allerbrutalsten Mitteln aufgezwungen wurde, so hemmungslos bejubeln? (Heller, Konrád, Akos Kertész, Gyurcsány, Bajnai, Horn, Tamas Bauer, Dembszki usw. um nur die bekanntesten zu nennen)

    Menschen und Politiker, die aus den ererbten Trümmern ein wirklich demokratisches Ungarn aufbauen wollen (wie Orbán und die überwiegende Mehrheit von Ungarn), bloss weil sie diesen widerlichen Menschen-Typ mit seinem pervertierten Habitus ablehnen, mit kaum zu bändigendem Hass verfolgen.

    Die Frage alle Fragen an Sie:

    Was ist der wahre Grund dafür, dass Sie, um ABGETAKELTE ungarische KOMMUNISTEN mit den verschiedensten moralischen Defekten politisch zu demokratischen Lichtgestalten umzugestalten, offensichtlich bis zum letzten Atemzug sich abzurackern bereit sind?

  13. Ignac Unger, können Sie hier mitteilen wann ich „Konrád, Akos Kertész, Gyurcsány, Bajnai, Horn, Tamas Bauer, Dembszk“ (sic!) hemmungslos bejubelt habe?

  14. Ignac Unger, Sie stellen eine Menge sehr gewagter Behauptungen auf und auf konkrete Fragen, geben Sie keine Antwort.
    Wann und wo habe ich die von Ihnen genannten Personen „hemmungslos bejubelt“?

    • „Ignac Unger, Sie stellen eine Menge sehr gewagter Behauptungen auf und auf konkrete Fragen, geben Sie keine Antwort.“
      Erlauben Sie mir eine nicht ganz ernst gemeinte Bemerkung: Herr Unger hat mit diesen beiden Eigenschaft einiges mit Ihnen gemeinsam. 🙂

      • Finden Sie diese Bemerkung etwa besonders geistreich?

        HV, nicht so vorschnell mit Ihrem Obulus an Karl Pfeifer auf meine Kosten.

        Ich wüsste nicht, dass ich mich mit Antworten an Karl Pfeifer und Gehilfen je verweigert hätte.

        Ich nehme freiwillig teil an den Diskussionen, ergo, auch wenn ich im Leben etwas wählerisch zu sein mag, hier akzeptiere ich, was ich vorgesetzt bekomme.

    • Hallo Karl Pfeifer,

      Ich bin richtig froh, dass Sie während Ihres verlustreichen Nyirö-Feldzugs kurz zum Atemholen endlich zu mir gefunden haben.

      Ich beehrte Sie nämlich vor bald einer Woche mit meinen Bemerkungen, doch Sie waren, wie üblich, wieder mit für Sie hoffnungslosen Geplänkeln mit Herrn Kálnoky beschäftigt.

      Ich muss Ihnen gestehen, dass ich Sie mitlerweile fast gänzlich vergass, und mich für andere Themen interessierte. Doch, wenn Sie sich mal von der Front zurück melden, stehe ich Ihnen zu Diensten.

      Also, alles der Reihe nach, doch werden Sie ja nicht zukurz kommen:

      Geschätzter Karl Pfeifer, ich stellte am 17.05.12:

      „Die Frage aller Fragen an Sie:
      Was ist der wahre Grund dafür, dass Sie, um ABGETAKELTE ungarische KOMMUNISTEN mit den verschiedensten moralischen Defekten politisch zu demokratischen Lichtgestalten umzugestalten, offensichtlich bis zum letzten Atemzug sich abzurackern bereit sind?“

      Wenn Sie á bout de souffle (d.h. ausser Atem) sind, dann nehmen Sie sich zur Beantwortung ruhig etwas Zeit. Ich kann weiter warten.

  15. HV wollen Sie mich tatsächlich mit I.U. auf eine Stufe stellen?
    Ich nehme an, Sie zielen auf die Sache Nyirö. Ich habe meine Quelle mit URL angegeben, nämlich die Protokolle des Szálasi Rumpfparlament in Sopron.(Törvényhozók Nemzeti Szövetsége). Jeder der Ungarisch kann, ist in der Lage meine Behauptung zu überprüfen.
    Da ich darüber einen Artikel veröffentliche, werde ich nicht diesen durch eine Publikation bei Ihnen sabotieren.
    Auf ATV sah ich heute den Kommunikationschef dieser Nyirö-Aktion – seinen Namen habe ich nicht notiert – der behauptet hat, auch bei der politischen Tätigkeit von Nyirö gibt es nichts wofür man sich schämen müßte. Ich zitiere dies aus der Erinnerung.
    Interessant war ein Zitat aus der katholischen Wochenzeitung „Új Ember“ (Juli 2003) in dem festgestellt wird die Zeitschrift Magyar Erö, die Nyirö redigierte, hat Nazi Ideen propagiert.
    Ein interessanter Artikel ist auf Pester Lloyd erschienen, der am Rande auch die Bestattung von Nyirö betrifft.
    http://www.pesterlloyd.net/html/1221rassentheologie.html

    • „HV wollen Sie mich tatsächlich mit I.U. auf eine Stufe stellen?“

      Geschätzter Karl Pfeiffer,

      Das würde HV mit all seinen Fähigkeiten, mit denen er Ihnen so leicht zusetzt nicht schaffen, denn Sie befinden sich mir gegenüber gewaltig im Hintertreffen.

      Wenn ich mich nicht täusche, Sie versprachen HV vor gut einem Jahr den Wahrheitsgehalt Ihrer aus der Luft hergeholten leeren Behauptungen belegen zu können.

      Sie rackern sich mit dieser selbstgestelleten Aufgabe bis dato ohne das geringste Ergebnis ab.

      Sie, andererseits, baten mich, die Abgrenzungs-Offenbarungen ihrer Magdalena Marsovszky auch zu beweisen. Ich tat, wie von Ihnen gewünscht.

      Doch Sie sind dermassen mit der Verleumdung des Szekler Schriftstelles beschäftigt, dass Sie sich für meine Nettigkeit noch gar nicht bedankten.

      Ich warte Herr Pfeifer! In Ihrem Interesse, damit Sie den Anschluss zu mir nicht verpassen.

    • Ich erlaube mir zu der von Herrn Pfeifer aufgeworfenen Frage nach der Abstammung von Marsovszky Magdolna alias Magdalena Marsovszky einige Anmerkungen:

      Filiationsproben werden heute nur noch selten durchgeführt. Von daher ist zu vermuten, dass der Frage nach Marsovszkys Abstammung keine wirkliche Bedeutung mehr zukommt, zumal, so wage ich zu behaupten, die politisch motivierte Zwangsform des Abstammungsnachweises, der sogenannte Ariernachweis in Deutschland längst nicht mehr verlangt wird, das Orbán-Regime ihn aber noch nicht eingeführt hat.

      Und selbst ein genetischer Fingerabdruck darf in Deutschland nur auf richterlichen Beschluss hin genommen werden.

      So handelt es sich bei Frau Marsovszky wohl eher um ein Identitätsproblem.
      Die Frage der Népszava: “ Milyen identitástudatunk legyen? Vagy ne is legyen? Önnek sincs?“, hat sie im Jahr 2010 doch tatsächlich so beantwortet:

      „Már hogyne lenne identitástudatom! A körülményekhez képest mindig változik, most éppen zsidó, cigány és buzi vagyok.“

      Die als Selbst erlebte innere Einheit ihrer Person erlebt Marsovszky und findet Marsovszky offensichtlich in unterschiedlichen Entitäten. Sie behauptet, sich je nach Angebot und Nachfrage als Jude, Zigeuner oder Lesbe zu erleben.

      Das ist die Realität. Sie sagt mal dies und sagt mal das. Sie sagt die Sachen einfach so dahin.

      Was aber ist ihre Wesenheit? Was sind ihre wesentlichen Merkmale, die bei allen ihren Veränderungen doch immer gleich bleiben?

      Die Antwort darauf habe ich in diesem ihrem Satz gefunden:

      „Az etnikai nemzettudatot, ha kulturálisan vagy politikailag erősítjük, akkor abból előbb vagy utóbb nyílt erőszak lesz.“

      /Wenn wir das ethnische Nationalbewusstsein kulturell oder politisch stärken, wird dies früher oder später in offene Gewalt umschlagen. (Zitat Magdolna Marsovszky)/

      Why, then ‚tis none to you, for there is nothing either good or bad but thinking makes it so. To me it is a prison.

      Zur Erklärung für den Herrn Literaturwissenschaftler und József Nyírő Experten, Herrn Karl Pfeifer: Hamlet nennt den beiden Hofleuten Rosenkranz und Güldenstern gegenüber seine Heimat Dänemark einen Kerker. Das brachte die beiden ethnischen Nationalisten und völkischen Trottel natürlich in Rage.

      Und wenn Sie immer noch nicht verstehen, was ich Ihnen damit sagen will, dann schauen Sie sich doch einfach mal die Hamlet-Aufführung im Theater an der Wien an. In der wird dem Tod der schönen, zarten Frau, die ohne die Liebe des Mannes den Verstand verliert, ein ganzes Bild gewidmet. Womit ich, abgesehen nur von der Grande hystérie, nicht behauptet haben will, dass Marsovszky schon Ophélia ist.

    • „Sie behauptet, sich je nach Angebot und Nachfrage als Jude, Zigeuner oder Lesbe zu erleben.“

      Hallo Herr Pfeifer,

      Wo schleichen Sie denn schon wieder herum?

      Peter Herche scheint über den Identitäts-Wirrwarr der Magdalena Marsovszky gut Bescheid zu wissen, aber wie steht es mit Ihnen?

      Und ich verstehe Ihre Frage:

      Ignac Unger, wo und wann hat Frau Marsovszky gesagt, sie sei keine Jüdin?“

      noch immer nicht.

      Hat sie denn Ihnen gebeichtet, was sie tatsächlich sei, bloss erlaubt sie Ihnen nicht ihr wahres Geheimnis preiszugeben? Das sind Fragen, die scheinbar abschliessend nur sie und Sie beantworten können.

      Also, was ist sie nach Ihrer Rückfrage bei Ihr?

      Und welchen der bereits bekannzten Aggregatszustände der Kulturphilosophin schätzen Sie am höchsten?

  16. Ignac Unger, versuchen Sie doch mal auf meine Frage zu antworten.
    wenn Sie das nicht können oder nicht wollen, dann erübrigt sich jede Diskussion mit Ihnen, zumal Sie in einer Tonart schreiben, die keine Antwort erfordert.

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