Boris Kálnoky über ein hartes Strafurteil gegen ungarische Zigeuner

Boris Kálnoky berichtet in der Welt über ein aktuelles ungarisches Strafurteil, durch das neun Angehörige der Roma-Minderheit zu Haftstrafen von (addiert) mehr als 27 Jahren verurteilt wurden. Die Verurteilten hatten Sympathisanten der rassistischen jobbiknahen „ungarischen Garde“ angegriffen.

Das Gericht bewertete die Straftat als „rassistisch motiviert“, da einer der Verurteilten (unstreitig) „Wir bringen Euch um“ und „Ihr sterbt, stinkende Ungarn“ gerufen haben soll. Am Vortag der Tat waren allerdings Mitglieder der rechtsradikalen „Ungarischen Garde“ im Ort aufmarschiert und hatten die Minderheit eingeschüchtert.

http://www.welt.de/politik/ausland/article116040706/Rassismus-gegen-Rassisten-Haftstrafen-fuer-Roma.html

Advertisements

33 Kommentare zu “Boris Kálnoky über ein hartes Strafurteil gegen ungarische Zigeuner

  1. Hmmm… das ist ein bischen wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Wie Herr Kálnoky andeutet, beschweren sich die Bürger besonders im Osten des Landes über die Zigeunerkriminalität / hohe Kriminalitätsrate seitens der Roma. Nicht, dass ich die Einschüchterungsmethoden der Gradisten für richtig halte oder mir die „Opfer“ dieses Falls Leid tun würden, aber wundern tue ich mich auch nicht darüber.

    Wenn ich mir nun den vorliegenden Fall ansehe, dann finde ich nichts besonderes am Urteil. Auf Grundlage des Aufrufs teile ich die Einschätzung des Gerichts und insgesamt neun 27 Jahre für 9 Angeklagte scheint mir auch nicht zwangsläufig übertrieben, denn das wären im Schnitt 3 Jahre pro Angeklagter. Als Vertreter des deutschen Rechtssystems wird HV mir da sicherlich nicht zu stimmen, aber ich finde die Strafen, die heutzutage in Deutschland üblich sind, ohnehin zu niedrig – das sollte kein Maßstab sein. Der Bildungsstand der Angeklagten lässt sie mir auch nicht unbedingt sympathischer erscheinen. Indes habe ich Zweifel daran, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten jemanden dazu zwingend könnten die Grundschule (entspricht etwa Grund- + Mittelschule nach deutschen Verhältnissen auf 8 Jahre zusammengestutzt) nicht abzuschließen. Ich könnte es durchaus nachvollziehen, wenn jemand deshalb einen schlechteren Abschluss erreichen würde und / oder weiterer Bildung fern bleiben würde. Nur 4 Jahre Schule besuchen hat normalerweise andere Gründe. Kurzum: keine Ausreden für die Angeklagten bitte, für ihr Versagen müssen sie auch selbst Verantwortung übernehmen.

  2. Kleine Ergänzung zum Thema: die sächsische Zeitung hat es heute tatsächlich mal fertig gebracht mal nichts negatives über den ungarischen Staat unter Orbán zu berichten. Sie schreibt über die Verurteilung einiger ungarischer Neonazis, weil diese rassistische Beleidigungen gegenüber Teilnehmer des WJCs ausriefen respektive Nazigrüße. Einer der verurteilten wurde zu 3 Jahren verurteilt: http://www.sz-online.de/nachrichten/ungarische-neonazis-schuldig-gesprochen-2571252.html
    Für die Sz im speziellen und den deutschen Medien im Allgemeinen stellt dies bereits ein großes Lob dar 😉

    Man kann jetzt darüber diskutieren, ob das Strafmaß in den beiden Fällen fair war wenn man sie gegenüber stellt. HV kann das sicherlich besser beurteilen als ich, aber im Falle der Neonazis kam es scheinbar zu keinen tätlichen Angriffen, weil die Polizei diese verhinderte. Das Nichtzustandekommen bzw. Fehlen des Angriffes könnte demnach das Strafmaß beeinflusst haben.

  3. Es gab jetzt in kurzer Reihenfolge ein Urteil gegen „rassistische“ Roma, gegen Antitziganismus (der Bayer-Artikel, leider nur die Zeitung verurteilt) und gegen antisemitisches Gebrüll. Das große Bild ist jenseits der einzelnen Urteile – Ungarn greift nunmehr durch in Sachen Hass gegen Volksgruppen. Das ist, bei aller gerechtfertigten Diskussion über das Augenmaß der Urteile, eine willkommene Entwicklung. Mittlerweile sollen auch verunglimpfende Webseiten dichtgemacht werden, selbst wenn die Server im Ausland sind (siehe kurucinfo). Schon sehe ich auf Twitter erste Empörungsrufe auf linksliberaler Seite: Zensur! Orbán Diktator…

    • Genau das habe ich auch gedacht als ich „nebenan“ den Beitrag von Herrn Pfeifer über antiziganische Codes in der Demokrata gelesen hatte: wenn man jetzt gegen diese Artikel vorgehen würde, würden sich dieselben Leute über Zensur aufregen. Wie ich schon früher sagte: Orbán kann machen was er will, er macht es immer falsch.

    • Aha. Also fassen wir zusammen:

      Verbietet die Regierung den „Gib Gas!“ Motorradaufmarsch nicht, ist sie neonazistisch, d.h. wie Jobbik. Das würden dann z.B. Karl Pfeifer, Keno Verseck und Hans Rauscher schreiben. Verbietet sie ihn, ist Fidesz aber diktatorisch.

      Tut die Regierungsmehrheit nichts gegen kuruc.info, ist das Mittäterschaft, ergo: Neonazismus oder Beleg für völkisches Denken. Sperrt sie kuruc.info, ist das wiederum Diktatur.

      Erwartet die Vereinigte Antifa, dass Orbán ein Motorradtreffen zu „Ehren“ Adolf Hitlers nicht unterbindet, so empört sich Pusztarangerin schon mal präventiv über das böse Nazi-Ungarn. Findet der Aufmarsch dann aber gar nicht statt, weil die Polizei den Mummenschanz unterbindet, so ist das was? Rischtiiisch! Ein Zeichen der Diktatur.

      Spricht Orbán im Parlament davon, die Ungarn würden ihre jüdischen Mitbürger schützen, kritisiert Karl Pfeifer das, weil so etwas kein anderer Premier sagt. Sagt Orbán aber nichts als Reaktion auf antisemitische Ausfälle im Parlament, hält ihm derselbe Wiener Journalist vor, nicht die Stimme gegen Antisemitismus im Parlament zu erheben und den „völkischen Block“ mit Jobbik zu zimmern.

      Nimmt Fidesz-Fraktionschef Antal Rogán an einer überparteilichen Kundgebung gegen Antisemitismus teil, wirft Karl Pfeifer der Partei Heuchelei vor. Wäre kein führender Fidesz’ler erschienen , hätte er ihr Mittäterschaft vorgeworfen.

      Man sieht, Orbán kann es gar nicht richtig machen. Macht er nix, wird er zum Naziverbündeten. Greift er durch oder bekennt Farbe, ist er wahlweise ein autoritärer Herrscher oder ein Heuchler. Selbst Ágnes Heller empörte sich auf dem Marsch der Lebenden mehr über das Verbot von „Gib Gas!“, als über diese unerträgliche Provokation jobbiknaher Neonazis.

      Ich glaube nicht, dass Ágnes Heller diese Naziaufmärsche wirklich will. Sie glaubt nur, in einer liberalen Welt müsse man damit leben. Ich denke das nicht.

      Andere schauen erstaunt über Hellers Worte und ziehen ggf. den falschen Schluss, sie würde die Auftritte ein paar verirrter Neonazis befürworten, um sie gegen Orbán ins Feld führen zu können…

  4. … warum schreibt die deutsche Presse noch nicht einmal über solche Schandtaten der ungarischen Zigeuner, die deutsche Staatsbürger betreffen? Z. B. hier (Mann: halb tot geschlagen, seine Frau vergewaltigt; die Täter natürlich Angehörige der armen, unterdrückten Minderheit …):

    http://www.kecskemeti-hirhatar.hu/hirek/ok-voltak-a-janoshalmi-rablok-riport-es-fotok

    Man liest jede Woche über neue Widerlichkeiten, die von Zigeunern in Ungarn an wehrlosen Menschen begangen werden – nur das dringt halt nicht mehr bis zu den deutschen Medien durch, nein:

    wäre ja auch noch schöner! Nur weil n‘ paar alte Ungarn/Ungarinnen vergewaltigt oder abgemurkst werden? Ist ja nicht die Tinte wert.

    Mal im ernst: todtraurig ist sowas!!!

    In was für einer (schein-)korrekten Welt wir doch leben …

    • Ich glaube nicht, dass jemand eine „Schandtat“ begeht, weil er „Zigeuner“ oder „Jude“ ist. Genauso würde auch ich niemals einen Mord begehen, schon gar nicht, weil Marco Schicker mich zum Hundeführer erklärt oder Frau Wolf hier „Pantoffel“ keift.
      Nein, töten kann jeder, aber nicht jeder tötet einen (oder gar seine) Mitmenschen.

      Menschen töten nicht, weil sie „Zigeuner“, „Juden“ oder in den Augen von „Zigeunern“ „Hundeführer“ und „Pantoffelhelden“ sind.

      Menschen, die andere Lebewesen töten, haben kein Mitgefühl mit ihren Opfern. Es fehlt ihnen oder es wurde ihnen ausgetrieben. Es soll auch Fälle gegeben haben, in denen Menschen aus Angst getötet haben.

      Über Marco Schickers Angstreaktionen wundere ich mich bei seiner Familiengeschichte zum Beispiel überhaupt nicht. Wenn sich mein Vater in den frühen 90-ern nach Ungarn abgesetzt hätte, um mit András Heltai-Hopp dort ein Hetzblatt aufzumachen, würde ich heute vielleicht auch jede Woche drei, vier Morddrohungen bekommen. Wer mit ständigen Morddrohungen zu leben hat, verliert jedes Maß.

      communis opinio

      Töten kann jeder. Aber nicht jeder wird zum Rufmörder.
      Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist: Allen Mördern fehlt dasselbe!
      Nach der herrschenden Lehrmeinung töten Menschen nicht, weil sie „Zigeuner“ sind, „Juden“ oder gar „Scherenschleifer“.
      Nur die werden zu Tätern, denen es an Empathie mit den Opfern fehlt.

      Wenn Täter sich vernünftigerweise selbst zum Opfer erklären, ist das helfende Gnade.

      Pfui Geier!

      • Ach, Herr Riekmann, Ihr Beitrag ist so haarsträubend, dass ich gar nicht anders kann, als ausnahmsweise Herrn Herche beizupflichten – und das will was heißen! Welche Rolle spielt denn Ihrer Meinung nach der ethnische Hintergrund eines Straftäters? Die Zeiten, in denen man glaubte, dass die Kriminalitätsneigung im „Blut“ oder modern gesprochen in den „Genen“ liegt, die sollten doch eigentlich schon lange vorbei sein. Wenn Sie an die Erbsünde glauben, dann bleibt mir nur, Ihnen reiche Erkenntnis beim Studium der deutschen Geschichte zu wünschen.

      • @ Ungarnfreund:

        „Welche Rolle spielt denn Ihrer Meinung nach der ethnische Hintergrund eines Straftäters? Die Zeiten, in denen man glaubte, dass die Kriminalitätsneigung im „Blut“ oder modern gesprochen in den „Genen“ liegt, die sollten doch eigentlich schon lange vorbei sein.“

        Schrieb Herr Rieckmann denn etwas von „Blut“ oder „Genen“? Oder wurden wir gerade Zeugen Ihres aufgeklärten deutschen Reflexes?

        Nehmen Sie es mir nicht übel, aber die Erwähnung der ethnischen Herkunft von Straftätern ist zwar ein rotes Tuch für Funktionäre. Aber nicht immer gleich Rassismus. Haarsträubend finde ich das, was Sie gerade zum Besten gaben. Und ich will Ihnen gerne erklären, warum ich dieser Auffassung bin.

        Sehen Sie mal, Romavertreter wollen naturgemäß nicht, dass man über Roma als Täter spricht, als Opfer hingegen schon. So sind Lobbyisten halt. Sind Roma Täter, werden sie anonymisiert zu Rumänen, Ungarn, Bulgaren. Der Zentralrat der Sinti und Roma meint, das Problem gelöst zu haben und ist zufrieden. Tatsächlich wird die Gefahr der Diskriminierung und der Vorurteile aber nur verlagert: Von der ethnischen Minderheit auf die nationale. Denn nun heißt es, dass „der Bulgare, der Rumäne, der Ungar“ z.B. in Duisburg die Prostitution befeuert und Einbrüche begeht. Obwohl es junge Romnija waren (oft genug zwangsprostituiert durch bulgarische Roma-Clans), die auf den Strich gingen, ebenso wie junge Zigeuner für eine Vielzahl von Einbrüchen verantwortlich waren…wie auch das BKA zuerst feststellte, aber dann auf den Protest der Funktionäre hin aufhörte, das Kind beim Namen zu nennen. Was bringt das denn? Treibt man es auf die Spitze, kommen als nächstes die Vertreter der Rumänen, Ungarn und Bulgaren und verlangen, dass man sie – schließlich haben auch sie Anspruch auf den Schutz als Minderheit in Deutschland – nicht im Zusammenhang mit diesen Taten nennen solle.

        Die Lösung? Hab ich! Man spricht nur noch über „Europäer“, oder noch besser „Einige Menschen gingen in Duisburg gestern unerlaubt der Prostitution nach.“ Man nennt noch nicht mal „Frauen“, sogar Alice Schwarzer kann also beruhigt sein.

        Würde Sie das besser schlafen lassen?

        Sagen Sie mir, ob man durch Verschweigen irgend etwas löst. Ich denke nicht. Zudem stört mich die Inkonsequenz, die in Willkür endet. Warum ist es verwerflich, die ethnische Zugehörigkeit zu erwähnen, aber in Ordnung, die nationale zu nennen? Hat denn die nationale Herkunft (mehr als die ethnische) etwas mit der Straftat zu tun?

        Um es klar zu sagen: Nicht jeder, der sagt „Zigeuner begehen abscheuliche Verbrechen“, sagt damit, dass sie es tun, WEIL sie Zigeuner sind.

        Lesen Sie die erschreckende Statistik über die von Roma begangenen Verbrechen und die Gewaltorgien, die dort teilweise „gefeiert“ wurden. Der Fall Lajos Szögis ist nicht der einzige Fall. Hier geht es offenbar um puren Hass, möglicher Weise geboren aus der gesellschaftlichen Ächtung, der sozialen Ausgrenzung. Nicht aus den Genen. Aber es bleibt ein Problem, das man lösen, dessen Ursachen man auf den Grund gehen muss. Und das blutleere, reflexartige, gewissensberuhigende Betonen der Lernfähigkeit durch Verweis auf die deutsche Geschichte ist nicht immer sehr konstruktiv. Sie demonstrieren damit nur, dass Ihnen trotz vier Jahren Zeit (seit Einzug der Jobbik in das Europäische Parlament) für die Analyse bis heute das Verständnis fehlt, warum Jobbik so stark werden konnte. Wodurch Ihnen auch die Rezepte fehlen, die helfen könnten, diese Gruppierung wieder dahin zu schicken, wo der Pfeffer wächst. Schade!

        Die Frage wird trotz allem erlaubt sein, warum es bestialische Verbrechen, begangen von Roma, gibt, denen alte und wehrlose Menschen, überwiegend auf dem Land, zum Opfer fallen, die man nicht nur ihres letzten Hab und Gutes beraubt, sondern sie auch verprügelt, vergewaltigt, verstümmelt oder tötet. Ohne irgendeinen Sinn. Es ist die exzessive Gewalt, die mich hier erschüttert, ebenso wie mich schreckliche Morde schockieren, denen Roma zum Opfer fallen. Aber offenbar interessiert eine über 80jährige vergewaltigte und dann getötete alte Dame keinen der Journalisten, die sich in Gyöngyöspata herumtrieben. Und auch nicht Sie, der Sie in der Erwähnung solcher trauriger Fakten unverzüglich bösen Rassismus riechen.

      • Sorry, Herr Rieckmann, dass ich oben das c in Ihrem Namen unterschlagen habe. War keine Absicht.

        HV, ich weiß gar nicht, was ich Ihnen nach dieser Einlassung noch entgegnen kann. Wir zwei leben wohl wirklich in verschiedenen Welten. Immerhin könnte es Ihnen doch zu denken geben, dass ich mich in dieser Frage mit Herrn Herche einig weiß. Wenigstens hat er sich bislang noch nicht über meinen für ihn sicher ungewohnten Beifall beklagt.

        Schauen Sie, wenn bei einem Verbrechen Rassismus als Motivation für den Täter eine Rolle spielt, dann kommt man nicht umhin auf die ethnische Kontexte hinzuweisen, wobei der Nachweis der exakten Gesinnung der Beteiligten sicherlich oft genug sehr schwierig ist und ethnische Verweise immer zum Missbrauch einladen. Wie viele Verbrechen geschehen zudem ohne diese rassistische Komponente, obwohl Minderheiten-Zugehörige involviert sind? Was bringt es denn unterm Strich, amtlich-statistisch nachzuweisen, dass Roma bspw. in den ungarischen Gefängnissen überrepräsentiert sind?

        Sie teilen doch sicher die Einschätzung, dass eine Minderheiten-Zugehörigkeit niemals ursächlich für die Kriminalitätsneigung einer Person sein kann. Da mag es auf den ersten Blick statistische Korrelationen geben, aber eben keine Kausalitäten. Niemand tötet, wie Herr Herche drastisch und richtig ausführt, weil er Roma, Ungar oder Deutscher ist. Ursächlich sind andere Faktoren wie mangelnde Bildung, fehlende Lebenschancen, eine verkorkste Psyche, eigene Gewalterfahrungen usw.

        Wer sich gegen die grundlose Nennung des ethnischen Hintergrundes von Straftätern wendet, verweist dabei meist auf den Grundsatz, dass Schuld im strafrechtlichen Sinne immer individuell und niemals kollektiv sein kann. Es geht darum zu verhindern, dass politische Rattenfänger ganze Volksgruppen für Vergehen einzelner in Sippenhaft nehmen können, zumal die ethnische Zugehörigkeit — wie oben ausgeführt — eben zumeist nichts erklärt.

      • „Was bringt es denn unterm Strich, amtlich-statistisch nachzuweisen, dass Roma bspw. in den ungarischen Gefängnissen überrepräsentiert sind?“

        Stellen Sie die Frage ernsthaft?

        Was es bringen könnte, ist, dass die Kenntnis solcher Umstände eine ehrliche Debatte darüber auslöst, was die Ursachen sind, dass es soweit kommen konnte. Man könnte z.B. untersuchen, bei welchen Delikten eine Überrepräsentation vorliegt: Sind es Bagatelldelikte, würde mich das letztlich sogar beruhigen, denn kleinere Diebstähle sind ohne weiteres sozial zu erklären. Wäre die Überrepräsentation allerdings bei der Schwerstkriminalität gegeben (was ich nicht weiß und auch nicht unterstelle), so würde diese einfache Erklärung wohl nicht mehr greifen. Dann muss man nach Ursachen suchen, forschen. Und kann ggf. gegensteuern durch gezielte Prävention. Es gibt mit der Kriminologie sogar einen Wissenschaftsbereich, der sich hiermit befasst. Die könnte kompetente Antworten geben, anstelle von politisch gewollten. Und den jetzigen Zustand überwinden, in dem Minderheiten oft genug zwischen Rechtsradikalen und linken Eiferern zerrieben werden, ohne dass sich ihre Situation signifikant zum Besseren hin ändert.

        Was es bringt? Wissen. Im Idealfall um das Warum. Immerhin besser, als die Käseglocke drüber zu stülpen und zu sagen: “ Nein, das sagen wir besser nicht, denn das Wissen könnte von Rattenfängern missbraucht werden“. Dieser Drei-Äffchen-Ansatz klappt nicht: In Ungarn wird seit je her die ethnische Herkunft nicht in der Kriminalitätsstatistik ausgewiesen. Hat das das Erstarken von Jobbik verhindert?

        Nehmen wir ein anderes Beispiel: Wer sich der Tatsache verschließt, dass es ein gravierendes Problem mit Zwangsprostitution zu Lasten von Romnija gibt, und hier sozusagen Opfer und Täter Roma sind, der wird nicht die richtigen Ansätze finden, zu helfen. Es ist hierzu zwingend erforderlich, die ethnische Herkunft zu nennen, weil man sonst die gesellschaftlichen Strukturen und Abhängigkeiten nicht in seine Überlegungen einbeziehen kann. Dasselbe gilt z.B. beim Thema „Zinsknechtschaft“ oder Zwangsheirat. Sagen Sie mir bitte nicht, letztere sei unter Gadsche ebenso verbreitet wie unter Zigeunern…

        Wissen ist, dachte ich immer, ein Schlüssel zu Lösungen. Ich muss aber befremdet feststellen, dass Sie hier die Ansicht vertreten, man solle Wissen unterdrücken, wenn es politisch missbraucht werden könnte. Man könnte so etwas Zensur nennen.

        Kriminelle Verantwortung ist immer individuell. Lösungen führen aber, gerade wenn die Ursachen in signifikanter Häufigkeit auftreten (schlechte Bildungschancen, fehlende Erziehung als zwei Beispiele), aber eben auch über ein Kollektiv. Wer das sagt, spricht nicht den Unsinn aus, jemand sei genetisch für Kriminalität anfälliger als andere. Letztgenannte und unhaltbare These überlasse ich kuruc.info.

      • Am Wochenende scheint ein weiteres „Olaszliszka“ nur knapp verhindert worden zu sein. Die Ähnlichkeit ist erschreckend: Vorfahrtberechtigter Autofahrer kollidiert mit einem kleinen Jungen. Er steigt aus, will helfen, worauf drei Mitglieder der Familie des Jungen ihn attackieren. Die Polizei verhinderte diesmal Schlimmeres.

        Dem Jungen geht es gut. Drei Personen sind in Gewahrsam.

        http://www.police.hu/hirek-es-informaciok/legfrissebb-hireink/bunugyek/orizetben-a-pocsaji-garazdak

      • Gerade habe ich eine Handvoll Cocktail-Tomaten verspeist. Auf der Packung stand „Roma Tomaten“. Keine Ahnung, ob der Hersteller auf die italienische Hauptstadt oder die größte Minderheit in Europa anspielen möchte. Ich würde die Firma jedenfalls – so viel kann ich zu Ihrer Beruhigung sagen – wegen dieses Markennamens nicht in die rassistische Ecke stellen.

        Auf dem Gebiet der Kriminalprävention dilettieren wir sicherlich beide, aber ich stellte die oben aufgegriffene Frage durchaus im Ernst. Ihre Motive (Straftaten vorbeugen) möchte ich nicht in Abrede stellen, allein mir graut vor den nicht-intendierten Folgen Ihres Ansatzes.

        Die Schwierigkeiten fangen schon im Praktischen an. Ein Grundsatz der in Europa üblichen Minderheitenpolitik ist das subjektive, freiwillige Bekenntnis zu einer Minderheit. Was, wenn Ihre Probanden dazu keine Angaben machen wollen? Soll dann vermeintlich objektiv anhand der Hautfarbe u. ä. Kriterien eine Entscheidung getroffen werden? Wollen Sie Kommissionen einsetzen, die wissenschaftlich feststellen, welcher Knastbruder Zigeuner, Halbzigeuner usw. ist?

        Meine ehrliche Vermutung ist, dass Roma in ungarischen Gefängnissen wirklich überrepräsentiert sind. Ob es darüber hinaus Unterschiede hinsichtlich der Schwere der begangenen Straftaten gibt, vermag ich nicht abzuschätzen. Aber ich zweifele an der Zweckmäßigkeit Ihres Ansatzes. Mit Blut und Genen hat die Kriminalitätsneigung nichts zu tun; da sind wir uns hoffentlich einig.

        Eher geht es um soziale und kulturelle Faktoren. Armut und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit, das Aggressionsverhalten im persönlichen Umfeld, auch Ausgrenzung durch die Mehrheit scheinen mir die Kriminalitätsneigung eines Menschen zu erklären (abgesehen von Wirtschaftsdelikten). Und dann kommen Sie unweigerlich zur Gretchenfrage: Wie kann es sein, dass in Ungarn die meisten Roma arm und die meisten Armen Roma sind? Und wie kommt man da raus?

        Ich denke, dass die Ursachen komplex sind. Individuelles Fehlverhalten erklärt mir zu wenig. Ein Mensch ist an seinem Unglück selten völlig unschuldig, aber meist auch nicht allein schuldig. Diskriminierung und Ausgrenzung, plus Selbstisolierung spielen eine entscheidende Rolle. Sozio-ökonomische Faktoren stehen ganz oben.

        Die Praxis zeigt es doch: In Ungarn wird gern auf die unterschiedliche Situation der Roma im Nordosten und im Südwesten des Landes verwiesen. Im armen Nordosten finden Sie alle ungünstigen Faktoren in Potenz. Im Südwesten, wo es den Menschen allgemein besser geht, haben auch die Roma weniger Probleme.

        Und diese Formulierung ist übrigens bewusst gewählt: Roma sind kein Problem, sie haben allenfalls Probleme oder werden zu einem Problem erklärt, sprich stigmatisiert. Noch so eine unintendierte, aber erwartbare Folge Ihres Ansatzes: die Stigmatisierung einer ganzen Minderheit mit Hilfe amtlicher Statistiken. Das können Sie nicht wollen.

  5. Herr Herche und Ungarnfreund:

    auch mir ist das Ethnikum der Straftäter egal.

    Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass weitaus mehr Straftaten von Roma und Sinti in Ungarn begangen werden, als von Nicht-Roma und -Sinti, dass diese Tatsache aber in den deutschsprachigen Medien praktisch keine Beachtung findet.

    In diesem Sinne sollten sich gewisse deutsche Menschenrechtler vielleicht nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnen, sondern sich die Mühe machen, nach Ungarn zu kommen und die Verhältnisse vor Ort zu prüfen.

    Die Antwort auf diese Frage ist nämlich nicht schwarz-weiß:

    auf der einen Seite die stets gewaltbereiten, tumben und unterbelichteten Ungarn, auf der anderen die armen, unterdrückten, nach Hilfe schreienden Zigeuner: diese Lesart ist ausgemachter BLÖDSINN.

    Was für katastrophale Folgen eine einseitige Betrachtung hat, zeigt sich, wenn man nach Stuttgart blickt, wo eine gewisse Andrea Moses ein Stück auf die Bühne bringt, in dem Gardisten (Magyar Gárda) auf Zigeuner einprügeln.

    Jetzt mal im Ernst: wann gab es dafür ein konkretes Beispiel in Ungarn? Frau Moses, bitte?

    Ich würde mich freuen, wenn die Hungarin Voice in dieser Frage deutlicher Stellung beziehen würde (trotz der zu erwartenden Schelte).

    • Wer es leid ist, immer nur die selben Runden zu drehen, das Gewäsch von Pfeifer und neuerdings auch Fagarasch zu hören, dem möchte ich das „Kamingespräch“, das Elmar Theveßen auf Phoenix mit Romani Rose führte, ans Herz legen.

      Anders als bei den gekauften Ungarnhassern und Schreiberlingen wird von Rose ein Bild gezeichnet, in dem zwischen Balog, Ungarn und Jobbik unterschieden wird.

      Worin sich Rose als eminenter Vertreter einer Opfergruppe von den Schreihälsen in der jüdischen Fraktion unterscheidet, ist sein abwägender und vergleichender Umgang mit der Frage des Rassenwahns der deutschen Nazis. Allerdings sollten neben den Euthanasieopfern, die Rose erwähnt, auch die Opfer aus den slawischen Völkern, so insbesondere auch die russischen Kriegsgefangenen nicht länger totgeschwiegen werden.

      http://www.phoenix.de/content/222258

  6. @ Hungarian Voice:

    erst jetzt sehe ich, dass Sie ja schon deutlich Stellung bezogen haben (4. Juni 2013 um 21:02). Diesen Kommentar kann ich vorbehaltlos unterstützen.

  7. Hier der bizarre Fall an der Staatsoper Stuttgart in „Fausts Verdammnis“ (Angehörige der Ungarischen Garde verprügeln auf der Bühne vor einer ausgebreiteten ungarischen Fahne Zigeuner):

    http://hetivalasz.hu/itthon/ciganyvero-gardistakkal-sokkoljak-a-nyugati-operakedveloket-64643/

    Wann werden wir das umgekehrt in Stuttgart auf der Bühne sehen?

    Z. B.:

    Zigeuner umstellen das Auto eines Lehrers, zerren ihn heraus, prügeln ihn zu Tode und vergewaltigen um ein Haar die beiden im Auto sitzenden kleinen Kinder …

    Denn im Unterschied zur drolligen, der Phantasie entsprungenen Szene in der Darstellung von Andrea Moses ist meine Schilderung des vorherigen Falles bitterer Ernst
    (geschehen 2006, Opfer: Lajos Szögi, Lehrer).

    Na, Frau Moses?

    • Dass die beiden Töchter von Lajos Szögi nur um Haaresbreite einer Vergewaltigung entgangen sein sollen, höre ich zum aller ersten Mal. Gibt es dafür irgendwelche Belege?

    • Herr Rieckmann, da Sie sich ja etwas in Ungarn auskennen, sollten Sie eigentlich auch wissen, dass es dort so gut wie keine Sinti gibt. Aber auf diesem Punkt will ich mal nicht herumreiten.

      Die Stuttgarter Oper schreitet zu ziemlich krassen Mitteln. Ich wollte es nicht glauben, bis ich den Trailer sah, den Heti Válasz da veröffentlicht hat. Vor allem, dass die ungarische Fahne im Großformat hinter der Szene erscheint, finde ich in diesem Zusammenhang schockierend. Vermutlich wollen die Macher genau das erreichen, dass die Zuschauer schockiert sind. Aber die Sache ist ambivalent: Hier besteht die Gefahr der Stigmatisierung eines ganzen Landes.

      Was Sie übersehen an meiner Haltung ist Folgendes: Ich bin nicht nur skeptisch, was die ethnische Bezeichnung von Straftätern angeht, sondern auch von Opfern. Führt das nicht zu gegenseitiger Aufrechnung und Polarisierung? Ich denke, statistisch sollte man das überhaupt nicht erfassen. Und in der Medienberichterstattung sollte man diese Kategorien nur erwähnen, wenn sie wirklich zum Verständnis des Falls notwendig sind, wenn also Rassismus auf Seiten der Täter als ein wichtiges Motiv nachweisbar ist.

      • „ … dass es dort so gut wie keine Sinti gibt.“ Da haben Sie wohl recht, Ungarnfreund. Habe ich wohl aus (unbewusster, sogar mir eingeimpfter) politischer Korrektheit heraus getan, da in einem anderen Artikel Roma und Sinti zugleich erwähnt werden.

        Interessant ist: die Zigeuner, mit denen ich bisher in meinem Leben in Ungarn gesprochen habe, wollen Zigeuner genannt werden. Bei dieser Bezeichnung bleibe ich daher jetzt auch.

        „Und in der Medienberichterstattung sollte man diese Kategorien nur erwähnen, wenn sie wirklich zum Verständnis des Falls notwendig sind, “

        – halten wir jetzt mal eines fest:

        die Medien schlagen eindeutig und unmissverständlich politisches Kapital aus Nachrichten, in denen Zigeuner den Kürzeren ziehen.

        Da zählt es dann auf einmal, dass der Täter, sagen wir mal, Ungar ist! Im entgegengesetzten Fall erfährt man oft nicht oder erst später, dass der Täter ein Zigeuner war (doch auch so liest man noch fast täglich über von Zigeunern begangene Straftaten).

        Sonderbar, nicht?

        Was die Statstiken angeht: die Fakten MÜSSEN klar auf den Tisch gelegt werden. Wir können uns um die Fakten nicht herummogeln. Wenn z. B. von 100 Straftätern 87 Zigeuner sind, sollen die Statistiken dies auch ausweisen.

        Dies hat nichts mit Stigmatisierung zu tun: wenn dies die Tatsachen sind (und ich sage, „wenn“), müssen wir Zugang zu diesen Tatsachen haben.

        Warum? Weil es sehr zum Verständnis der Überrepräsentiertheit von Zigeunern in Kriminalstatistiken (sofern diese gegeben ist) beitragen würde.

        Ungarnfreund, seien Sie mir nicht böse, aber mir kommt es vor, als würden Sie nicht in Ungarn leben (ich kann mich auch irren!). Wenn Sie Tag für Tag lesen würden, was für bestialische Taten von Zigeunern in Ungarn begangen werden, würden Sie sich auch über eine größere Transparenz bei der statistischen Erfassung von Straftaten freuen, einfach nur, um sich über die eigene „gefühlte Wirklichkeit“ Klarheit zu verschaffen.

        Ich denke, dies ist nachzuvollziehen. Dies hat nichts mit Stigmatisierung zu tun: es ist einfach die Erfahrung, die man macht, wenn man hier lebt (und ich lebe in Ungarn). Aus der Ferne lässt sich Vieles, aber nicht alles beurteilen.

        Noch einen schönen Abend: P. R.

      • Es gibt Zeitungen in Ungarn, die besonders gern darüber berichten, dass irgendwelche Roma oder Zigeuner ein Verbrechen begangen haben. Dieselben Zeitungen (es sind wohl nicht gerade Qualitätsblätter) finden den ethnischen Hintergrund meist völlig belanglos, wenn die Täter aus der Mehrheitsgesellschaft stammen. Platt gesagt: Weiße Männer mit Vorurteilen schreiben diese Artikel für weiße Männer mit Vorurteilen. Man sollte sich als Leser hüten, sich von soviel „objektiver Berichterstattung“ beeindrucken zu lassen.

  8. … so erinnere ich mich.

    Wenn Ihnen diese Stelle zu schlecht belegt ist, könenn Sie sie ruhig streichen.

    Doch selbst Wikipedia schreibt Folgendes:

    Wikipedia: der Lynchmord von Olaszliszka (olaszliszkai lincselés):

    http://hu.wikipedia.org/wiki/Olaszliszkai_lincsel%C3%A9s

    „Lajos Szögi flehte, seine Töchter zu verschonen, die Lynchmörder schrien die Mädchen danach jedoch erst recht an, das Maul zu halten oder sie würden sie vergewaltigen.“

    (Szögi Lajos könyörgött, hogy a lányait ne bántsák, a lincselők viszont ezután csak azért is azt ordították a két kislánynak, hogy ha nem fogják be a szájukat, akkor meg fogják erőszakolni őket.)

    • Diese Information kannte ich noch nicht, Herr Rieckmann.

      Allerdings wurde von Seiten einer Täterin laut Urteilsbegründung „bringt ihn um, den Ungarn!“ geschrien. Das zeigt für mich zum einen, dass bei den Tätern eine Menge aufgestauter Hass im Spiel gewesen ist, der diese Tat erst möglich gemacht hat. Und ich wage zu behaupten: Wäre Szögi Zigeuner gewesen, hätte man ihn womöglich nicht gelyncht. Ich bin mir dessen sogar sicher.

  9. Danke für den guten Buchtipp, Hungarian Voice! Die Schwarte werde ich mir sicher mal zulegen.

    Interessant auch dieser Satz von Bauerdick:

    „ … (daher) reagieren manche “Sinti und Roma-Freunde”, sobald das Wort “Zigeuner” fällt, mit Pawlowschem Reflex.“ Ganz meine Rede:))

  10. „Dieselben Zeitungen (es sind wohl nicht gerade Qualitätsblätter) finden den ethnischen Hintergrund meist völlig belanglos, wenn die Täter aus der Mehrheitsgesellschaft stammen.“

    Sehen Sie, Ungarnfreund:

    genau darum müsste in den Kriminalstatistiken genaustens erfasst werden, welcher ethnischen Gruppe der Täter angehört. Damit alle subjektiven Elemente ausgeschlossen werden können (z. B. Blätter, die nur über Täter einer bestimmten Abstammung berichten usw.).

    Übrigens: ich bin schon sehr wählerisch, was die Auswahl meiner Lektüre angeht. Und ich denke hier an gedruckte Tageszeitungen (nicht Blogs oder Online-Zeitungen).

    Deutschland ist in dieser Hinsicht leider ein vollkommen hysterisiertes Land, das sich noch heute eine Schuld einreden lässt, mit der die jüngeren (und mittlerweile auch älteren) Generationen nichts zu tun haben. Aber gegen Neurosen kommt man halt nicht an.

    So, langsam kann ich nichts mehr zu diesem Thema beitragen. „Túl van tárgyalva,“ wie der Ungar sagen würde.

    Allen eine Gute Nacht,
    P. R.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s