Deutsche Medienrealität: Von einem Ungarn-Bericht, der nie gesendet wurde…

Ich bin heute auf einen Beitrag der Journalistin Dr. Anat Kálmán aufmerksam geworden. Frau Kálmán hatte einen Bericht für einen öffentlichen-rechtlichen deutschen Sender erarbeitet, diesen dann jedoch wieder zurückgezogen, nachdem sich die Redakteure geweigert hatten, den Beitrag zu senden.

Die Journalistin hat auf ihrem Blog ihren Protest zum Ausdruck gebracht:

http://belanat.canalblog.com/archives/2011/12/26/23047392.html

Der vom deutschen öffentlichen-rechtlichen Rundfunk nicht gesendete bzw. produzierte Bericht ist dort als Manuskript abrufbar und sei hier zum Nachlesen empfohlen:

http://storage.canalblog.com/46/79/571142/71356801.rtf

Bemerkenswerte Erfahrungen einer Journalistin, die – unter Bezugnahme auf Experten wie Andreas Oplatka, Attila Pók und andere – einen ausgewogenen Bericht über Ungarn ohne die üblichen Schmäh-Vokabeln platzieren möchte, dabei jedoch – so meine Bewertung – gegen die Wand eines linksliberalen Meinungsoligopols läuft. Selbstzensur der (mit Zwangsbeiträgen finanzierten) deutschen Öffentlich-Rechtlichen, ganz ohne Mediengesetz. Eine Tendenz, die von den wenigen Stammgästen, deren (politische) Auffassung in der hiesigen Presse meinungsbildend ist, immerzu als verschwörungstheoretisch abgetan wird, aber nicht nur von Frau Kálmán, sondern auch von anderen Beobachtern wahrgenommen wird – wie zuletzt auch ein Gastbeitrag des Wiener Juristen Marc Vecsey in der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ zeigt:

http://diepresse.com/home/718801/An-Oesterreichs-Wesen-soll-die-ungarische-Verfassung-genesen

90 Kommentare zu “Deutsche Medienrealität: Von einem Ungarn-Bericht, der nie gesendet wurde…

  1. Für eine Freie Journalistin einen solchen Beitrag zurückzuziehen, um die Wahrheit nicht zu verzerren, und damit auch längerfristig den Verlust einer Einkommensquelle zu riskieren, das erfordert Mut – ganz anders als die vorwiegende Lemming-Berichterstattung der Medien. Hut ab.

  2. Habe versucht, die Sendung mir anzuschauen, sie aber auf der Seite von Frau Kalman nicht gefunden. Kannt mir jemand helfen und hier einen Link dazu setzen? Danke im Voraus!

  3. Ein interessanter Beitrag. Leider haben sich zwei Ungenauigkeiten eingeschlichen:

    1. Die Deportation von über 400.000 ungarischen Juden wurde nicht erst von den Pfeilkreuzlern, sondern noch in der Horthy-Zeit unter Anleitung durch das SS-Sonderkommando Eichmann im Frühjahr 1944 durchgeführt. Die Pfeilkreuzler kamen mit deutscher Hilfe nach dem Sturz Horthys im Oktober 1944 kurzzeitig an die Macht. Unter ihrer Verantwortung fanden Todesmärsche in Richtung Reichsgebiet statt. Außerdem waren sie für zahlreiche Massaker in Budapest verantwortlich, aber eben nicht für die Deportationen.

    2. Die „Ungarische Garde“ wurde nicht erst 2010 durch die Regierung Orbán, sondern bereits 2009 durch ein ungarisches Gericht verboten.

    • @ Ungarnfreund:

      Hierzu eine kleine Anmerkung von mir zu 2.: Im Jahr 2011 wurde dann allerdings eine Verordnung erlassen, welche es diesen selbsternannten Bürgerwehren erschweren soll, Möchtegern-Polizei zu spielen und die Menschen zu verängstigen. Auslöser waren die Vorgänge in Gyöngyöspata.

      Ich finde ebenfalls, der Beitrag von Frau Dr. Kálmán ist bemerkenswert – in positivem Sinne. Die Aussagen von Oplatka, Pók und anderen lassen sich hören, wahrscheinlich hört man diese Stimmen in den üblichen Publikationen deswegen so selten. Sie zeigen, dass alles ein wenig komplexer ist. Ein Lob auf Orbán stimmt sie gewiss nicht an – man gerät allerdings schnell in den Verdacht, „fidesznah“ zu sein, wenn man in das allgemeine Dreckwerfen (Faschismus, Puszta-Putin usw.) nicht einstimmt. So sieht er eben aus, der Pluralismus, von dem manche Medien zu sprechen scheinen: Wir geben die Losung des Tages aus (wie bei Fox News), und wer das Lied nicht mitsingt, verlässt bitte den Raum. 🙂

      Wie ich oben schon schrieb: Für diese Art von Selbstzensur braucht es in Deutschland nicht einmal ein ungarisches Mediengesetz.

    • ad 1.
      wie erklären Sie dann, daß Dr Ruben Hecht, später Berater von Premier M. Begin, sich persönlich 1945 bei Reichsverweser Horthy für dessen Einsatz um die Rettung zigtausender Juden bedankt hat?

  4. Ein Hinweis vielleicht: Dass die ungarische Garde schon 2009 von einem ungarischen Gericht verboten wurde, wusste ich. Nur, sie hatten ja versucht, unter anderem Namen wieder aufzutauchen und da hat FIDESZ dann reagiert.

    Ich habe das nicht erwähnt, weil – Sie kennen ja das Metier – Journalismus ist nun mal leider „die Kunst des Auslassens“, wie eine Zeit-Redakteurin richtig sagte. Man hat einfach nur und so viel Minuten, und darum wird alles, was nicht unbedingt und unmittelbar für das Argument wichtig ist, gestrichen oder gerafft werden müssen… von daher rutschen natürlich immer wieder kleine Ungenauigkeiten rein.

    Herzlichen Dank für die Richtigstellung

  5. Nochmal ganz kurz zur Idee “ man gerät in Verdacht „fidesznah“ zu sein“.

    Daran wäre ja auch nichts auszusetzen. Es gehört zu den Grundprinzipien der Demokratie, dass ich auch den argumentativ verteidigen kann, dem ich nahe stehe. Es ist eine falsche Idee von „Objektivität“, die da vermittelt wird und die auch nichts mit der Realität zu tun hat. Denn diejenigen, die den so genannten Sozialisten nahe stehen, kommen ja zu Wort. Von den anderen wird aber verlangt nur nicht fidesznah zu sein. Da wird mit zweierlei Maß gemessen;

  6. Frau Dr. Anat Kalman behauptet von sich selbst „Ungarnkennerin“ zu sein und muss sich von „Ungarnfreund“ über elementare Daten der ungarischen Zeitgeschichte belehren lassen.
    Ich habe jetzt nicht die Zeit, um einige andere Ihrer Behauptungen zu analyisieren. Daher nehme ich jetzt nur ein Beispiel für ihre Schludrigkeit (sloppiness, manque de rigueur)
    In ihrer Stellungnahme behauptet Dr. Kalman: „- Die Affäre András Schiff. Immerhin erlaubt sich der Herr zu sagen, die jetzige Regierung wäre ein antisemitisches und rassistisches Regime. Das ist ein gewaltiger Vorwurf!“
    Frau Dr. Kalman belegt nicht ihre Behauptung. Daher habe ich nachgeschaut was denn der vom Fideszjournalisten und Orbán Freund Zsolt Bayer beschimpfte „Schiff“ tatsächlich in der „Washington Post“ geschrieben hat:.
    Er schrieb: „The latest news is indeed alarming. Tolerance levels are extremely low. Racism, discrimination against the Roma, anti-Semitism, xenophobia, chauvinism and reactionary nationalism – these symptoms are deeply worrying. They evoke memories that we have hoped were long forgotten. Many people are scared.“.
    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2011/01/01/AR2011010102177.html
    Kann uns Frau Dr. Anat Kalman mitteilen, wo und wann András Schiff gesagt habe, die „jetzige Regierung wäre ein antisemitisches und rassistisches Regime“?

  7. HV HIer geht es um eine von Ihnen bejubelte „Ungarnkennerin“ Dr. Anat Kalman, die sehr sehr schludrig mit Fakten umgeht.
    Kann uns Frau Dr. Anat Kalman mitteilen, wo und wann András Schiff gesagt hat, die „jetzigen Regierungt wäre ein antisemitisches und rassistisches Regime“?

    • Ein netter Versuch der Provokation, Herr Pfeifer :-), allerdings „bejubele“ ich niemanden. Mich interessiert der Inhalt des Berichts, und in diesem ist vn András Schiff meines Wissens gar keine Rede. Ich halte insbesondere die Aussagen von Attila Pók und András Oplatka für sehr interessant, jedenfalls für interessant genug, sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Leider hat sich der von Mediengesetzen und jeglichen anderen Einflussnahmen (Achtung, Ironie!) freie deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk geweigert, seinen Hörern diesen Bericht zugänglich zu machen.

      Ich weiß zwar, Sie werden diese Frage mit großer Wahrscheinlichkeit nicht beantworten, aber ich versuche es dennoch: Was sagen Sie zu den im Bericht gefallenen Aussagen dieser Herren? Etwa zu dieser von Pók:

      „Wichtige Kritik wird oft mit Pauschalvorwürfen vermengt. Und diese an feste Klischees gebundenen Vorwürfe, sowie der nach außen getragene Hass zwischen den politischen Widersachern, werden von den westlichen Medien leider allzu oft einfach Wort für Wort übernommen. Dabei wird außer Acht gelassen – so Attila Pók – dass es, wie bei jedem Streit, zwei Verantwortliche gibt.“

      Auch die Aussage von Zsuzsa Hegedüs wäre zumindest einer Diskussion wert:

      „Der FIDESZ war nie eine rechtsextremistische Partei und dieses ständig beschwörte Gespenst des Antisemitismus erlaubt in erster Linie den sozialistischen Kreisen und ihren Intellektuellen große Reden zu halten. Besonders schwerwiegend finde ich, dass sie in Kontakt mit der westlichen Presse stehen und dieses völlig falsche Bild weitergeben.“

      Ich habe eine Ahnung, dass Ihnen solche Aussagen nicht gefallen. Man könnte aber jedenfalls darüber offen vor einem größeren Publikum darüber sprechen, als solche Stimmen einfach seinem Publikum vorzuenthalten, damit erst gar keine Diskussion entsteht.

  8. “ Der Fall des neu „ernannten“ Theaterdirektors Csurka: Er wurde tatsächlich vom Budapester Bürgermeister ernannt, das kam bis in die deutschen Medien, dass aber Viktor Orban dann Anfang Dezember diese Ernennung untersagt hat, fehlt wieder einmal.“ © Dr. Anat Kalman

    HV da unterstellt die „Ungarnkennerin“ Dr. Anat Kalman dem ungarischen Regierungschef, er würde in die Kompetenzen des Budapester Oberbürgermeisterns eingreifen.
    Außerdem wurde István Csurka nicht vom Oberbürgermeister zum Theaterdirektor ernannt, sondern von seinem guten Freund G. Dörner zum Theaterintendanten. Und Dörner hat darauf folgend der Bitte vo nTarlós verzichtet.

    Ich warte gespannt auf die Reaktion von Dr. Anat Kalman.

    HV Kann es sein, dass Sie für pro-Fidesz Schludrigkeit Verständnis aufbringen?

    • Hegedüs, Oplatka und Pók, Herr Pfeifer. Ich spreche über die Aussagen der im Bericht zu Wort kommenden Persönlichkeiten.

      Ihre Aussage zum schludrigen Umgang mit Fakten lasse ich besser unkommentiert. Jeder Leser dieses Blogs weiß, warum.

  9. lieber herr pfeifer, exakt diese frage hab ich frau kalman auch gestellt.
    auf ihrem blog!
    http://belanat.canalblog.com/archives/2011/12/26/23047392.html#comments
    auch ich habe gebeten, mir ihre behauptungen klar zu belegen.
    konnte sie natürlich nicht.
    zweimal musste ich sie bitten, nachdem die erste antwort gerade lachhaft mager war.
    interessanterweise spricht sie öfter von herrn SCHIFFER. 🙂

    erste antwort:

    BETREFF ANDRAS SCHIFFER
    Was die offiziellen Bemerkungen von Herrn Schiffer anbelangt, so haben sie hier alles zusammengefasst

    cf HetiVálasz vom 10.92011:Schiff András: „A magyarországi fellépés igen kellemetlenné válhatna“
    „Művészet a cenzúra légkörében“ címmel közölt cikket hazánkról a német Die Zeit. Az írás újraidézi az utóbbi hónapok magyar művészeinek külföldi megszólalásait.

    hirdetés .„Magyarország nacionalista kormánya tűri az uszítást a melegek és a zsidók ellen, és fojtogatja a kulturális életet“ – áll a német Die Zeit című orgánum minap megjelent cikkének bevezetőjében. Az írás sajátos víziót tár olvasói elé, amiben gyakorlatilag végigveszi az utóbbi hónapok azon nyilatkozatait, amelyeket magyar művészek külföldön tettek. A hangulatos bevezető után (de szép is a budapesti villamossal zötyögni a Művészetek Palotája felé) a szerző – Volker Hagedorn- fölgyűri ingujját, s nekikezd az érdemi tárgyalásnak.

    A meglehetősen hosszú írás gyakorlatilag Tarr Béla emlékezetes megfogalmazása mentén haladva Magyarországot olyan államként mutatja be, ahol Kulturkampf zajlik. Mint ismeretes: Tarr februári interjújában többek között kifejtette: magát szabad embernek tekinti, aki azonban „olyan országban él, amely már nem szabad. Magyarország az utóbbi húsz évben szabad volt, ami boldogságot jelentett, ám ez mára elmúlt. A magyar művészek tiltakoznak a kormány kultúrpolitikája ellen“, ennek a jele volt Schiff András zongoraművész januári nyilatkozata „a kormány és annak rasszista uszítása ellen“, valamint filmes alkotók tiltakozása munkafeltételeik tönkretétele ellen. Utóbbit 40 külföldi kolléga is aláírta. (Az idei Berlinale Ezüst Medve-díjas rendezője a Der Tagesspiegelnek adott interjújában fejezte ki magát a rossz emlékeket idéző Kulturkampf fogalommal. Mint ismert, Tarr később elhatárolódott az interjútól, amelyet ennek ellenére a berlini Der Tagesspiegel továbbra is honlapján szerepeltet. A mostani, Die Zeitban megjelent írás pikantériája, hogy annak idején ők sem haboztak átvenni a Der Tagesspiegel-interjút.)

    Amint azonban a Die Zeit e heti cikkéből kiderül, a Tarr Bélával készített interjú visszavonása mögött a német újságíró a magyar hatalom nyomásgyakorlását sejti. „Az elvonások azonban nehezen kibogozható módon összefonódnak a konzervatív-nacionalista kormány politikájával, Tarr Béla kritikus filmrendező megrendszabályozásával, a liberális filozófusok »pazarlóként« való, nem is titkoltan politikai indíttatású üldözésével, és a gyűlölettel, amely a nemzetközileg egyik legnevesebb magyar muzsikus felé csap hazájában“ – áll a cikkben. Az Olaszországban élő Schiff András a cikk szerint egyelőre nem akar Magyarországon fellépni. „Az ottani fellépés igen kellemetlenné válhatna számomra, és nem szeretnék testőrökkel mászkálni“ – idézi a Die Zeit a zongoraművészt.

    Schiff András nem először emeli fel hangját külföldön: januárban a Washington Post Megkérdőjeleződött Magyarország EU-szerepe címmel közölte a zongoraművész olvasói levelét. Ebben többek között leírta, hogy Vlagyimir Putyin Oroszországa nem tagja az Európai Uniónak, viszont Orbán Viktor miniszterelnök Magyarországa igen. Majd hozzátette: „a toleranciaszint Magyarországon rendkívül alacsony, a rasszizmus, a romák diszkriminációja, az antiszemitizmus, az idegengyűlölet, a sovinizmus és reakciós nacionalizmus nagyon aggasztó“. „Mindezek olyan emlékeket ébresztenek, amelyeket, azt hittünk, régen el lehet felejteni“ – folytatta akkor a Kossuth-díjas művész.

    Az APA osztrák hírügynökség a Die Welt című német napilap februári cikke nyomán ismertette Bayer Zsolt közírónak a Magyar Hírlapban megjelent publicisztikáját. A konzervatív irányultságú német lapnak a tudósításban idézett megfogalmazása szerint Bayer Zsolt „az Orbán köréhez tartozó Magyar Hírlapban“ „alig leplezett antiszemita kódolással“ keltett hangulatot „a Kohnok“ ellen, élesen bírálva Schiff Andrást éppúgy, mint Nick Cohent, a The Guardian újságíróját és Daniel Cohn-Bendit európai parlamenti képviselőt, s a szöveg abban a mondatban csúcsosodott ki, hogy: „Sajnos nem sikerült mindegyiket nyakig elásni az orgoványi erdőben“.

    „Ez nyilvánvalóan jelképes halálos fenyegetés. Nem reszketek. De komolyan veszem, mert komolyan gondolják“ – idézte akkor a zongoraművészt az osztrák hírügynökség, hozzátéve, hogy Schiff András a fenyegetések miatt átmenetileg minden magyarországi koncertjét lemondta.

    zweite antwort:

    So- und nun drittens: Ich gehe ich mal davon aus, dass Sie ein Zitat von einer Paraphrasierung unterscheiden können. Ich zitiere Herrn Schiff nicht, sondern fasse seine Vorwürfe zusammen. Vielleicht klappt es ja mit einer Brille, Sie werden feststellen, es fehlen die Anführungs-zeichen. In einem Artikel macht man das so – wie eben Herr Schiff und all die anderen auch. Da wird ja auch nicht differenziert und belegt.

    Trotzdem, ich werde Ihnen im Februar(denn ich bin bis dahin auf Reisen) alle Zitate und von ihm offensichtlich genehmigten Behauptungen, die in seinem Namen publiziert finde, zumailen. Hier über dieses Medium.

    die dritte antwort:
    Die Zitate werden Sie bekommen, denn das ist doch die Methode Ihrer Kammeraden, mit vielen Anspielungen EIN BIld zu erzeugen – ganz der Methode GOEBBELS. Das ist auch etwas , was man den Studenten zeigen kann, wenn man erläutern will, was tatsächlich fiarer Journalismus ist und was NICHT.

    wir warten also BEIDE auf eine antwort:)
    Anspielungen, vage Vermutungen, zweifelhafte KOnjunktionen -und vor allem VIEL VIEL MEINUNG.

    Wozu auch den Leser mit Fakten belästigen, wenn man ihn mit der Meinung gleich in die Hosentasche steckt

  10. Mich würde in diesem Zusammenhang mal interessieren, wie denn die Anmerkungen ausgesehen hätten, wenn der Beitrag von Anat Kalman in Ungarn abgelehnt worden wäre??

  11. wolf, vielen Dank für diese Info. Sie haben sich sehr fair mit Dr. Kalman auseinandergesetzt. Die Art wie sie Ihnen antwortet spricht dafür, dass die Dame schludrig arbeitet.

    Frau Dr. Kalman – das hat Ungarnfreund hier bewiesen – hat keine Ahnung von ungarischer Zeitgeschichte. und wenn Dr. Kalman dann ihre Kritiker mit Goebbels in Verbindung bringt, wird sie auch noch unverschämt.
    Denn die Aussage von Ungarnfreund hat Dr. Kalman nicht dementieren können.
    Allein Dr. Kalmans Behauptung über Viktor Orbán und Csurka zeigt, dass sie keine Ahnung hat. Sie soll doch hier den Beweis für Ihre Behauptung antreten, dass Orbán dem Oberbürgermeister von Budapest die Anstellung von Csurka „untersagt“ hat.

    Mich interessiert nach wie vor, wo András Schiff die von ihr gebrachte Aussage getätigt hat. Und als erfahrene Journalistin sollte sie doch den Unterschied kennen, zwischen einer Behauptung über besorgniserregenden Rassismus & Antisemitismus und der Beschuldigung die Regierung wäre antisemitisch.
    Nachhilfeunterricht für Dr. Anat Kalman:
    Wenn ich behaupte, die Arbeitslosenrate war im Oktober 2011 in Ungarn 10.8% dann haben wir es mit einem Fakt zu tun. Und dann muss ich den Beweis für meine Behauptung antreten.
    Wenn ich aber behaupte, die Arbeitslosenrate in Ungarn im Oktober war besorgniserregend, dann haben wir es mit einer Wertung zu tun. Und während bei Wertungen verschiedene Meinungen durchaus zulässig sind, ist das bei einem Fakt nicht so.
    Um jetzt auf Ihre Behauptung über Andras Schiff zurückzukommen, wenn er meint der Rassismus und Antisemitismus in Ungarn sei besorgniserregend, dann haben wir es mit einer Wertung zu tun und wenn dazu Frau Dr. Anat Kalman meint, András Schiff hätte damit Unrecht, und sie sei überhaupt nicht besorgt über Rassismus und Antisemitismus in Ungarn, dann haben wir es mit ihrer zulässigen Wertung zu tun.
    Wenn Dr. Kalman aber unterstellt András Schiff hätte behauptet die ungarische Regierung wäre antisemitisch, dann sollte sie nicht lange Zitate, die nichts aussagen aus ungarischen Medien bringen, sondern die Aussage von Andras Schiff. Und genau das kann sie nicht tun.

    • lieber herr pfeifer,
      frau kalman hat es ohnehin mit den NS-vergeichen.
      ich werde mit goebbels, pusztaranger, ein von uns beiden geschätzter blog wird mit dem „stürmer“ in verbindung gebracht.
      http://pusztaranger.wordpress.com/2011/12/22/frequenz-des-letzten-linksliberalen-radiosenders-von-strohfirma-aufgekauft/#comment-1783

      eine frau mit stil 🙂
      nun ja, es freut mich, daß ich nicht mehr alleine auf eine antwort von AK in der causa schiff warten muss.

      • Herr Schiff hat nicht gesagt, die „Regierung sei antisemitisch“. Herr Schiff ist ein kluger Mann und würde derartiges in dieser Form nicht zum Ausdruck bringen. Die Aussage von Frau Kálmán ist in diesem Punkt also nicht korrekt.

        Wenn man sich aber so empört wie Wolf und Herr Pfeifer, könnte man ein wenig ausholen und darauf hinweisen, was Schiff so alles von sich gab, und vor allem: Wann. Denn wie es Ákos Doma gestern bei DRadio sagte, Probleme wie Rassismus und Antisemitismus gab es schon vor dem 1.1.2011, warum hat sich Schiff seinerzeit nicht kritisch geäußert? Ich hoffe doch, die Bedenkenträger halten Rassismus und Antisemitismus unabhängig davon für schlimm, wer regiert. Vielleicht haben Wolf und Herr Pfeifer hier eine Vermutung, was den Zeitpunkt des Leserbriefes anbetrifft.

        Nun zu Schiff. Er hat zunächst einmal in den Raum gestellt, dass Ungarn wegen des dort existierenden Rassismus und Nationalismus unwürdig sei, die EU-Ratspräsidentschaft zu übernehmen. Der Zeitpunkt und die Wortwahl waren sicher nicht zufällig, sondern zielten auf die Regierung ab. Warum sonst sollte eine Regierung „unwürdig sein“?

        Bösartige Auslegung? Glaube ich nicht. Wie kamen die Wort Schiffs denn an?

        Wikipedia (ungarisch): „2011. január 1-jén a Washington Postban kritikus írása jelent meg, amelyben megkérdőjelezte Orbán Viktor alkalmasságát az Európai Unió elnökségének betöltésére, faji megkülönböztetéssel, idegengyűlölettel és reakciós nacionalizmussal vádolta a magyar kormányt, kritizálta a magyar médiatörvényt.“

        Am 16.1.2011 äußerte sich Schiff dann nochmals in der FAZ. Ungarn erinnere ihn an „manch schlimme Diktatur“. Und weiter: „Ungarisch ist fast wie eine Geheimsprache, sehr wenige verstehen es. Das ist das große Glück dieses Mobs, der dort derzeit das Sagen hat.“ Wieder spricht Schiff, ein intelligenter Mann, nicht von denen, die „regieren“, sondern denen, die „das Sagen“ haben. Aber wen hat er wohl gemeint, gerade in Anbetracht seines beredten Schweigens vor Mai 2010.

        http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/gespraech-mit-dem-pianisten-andras-schiff-in-ungarn-fehlt-es-an-mutigen-stimmen-1575706.html

        Was also wollte Herr Schiff seinen Lesern mit diesen Aussage mitteilen?

        Später nochmals ein Interview für die SZ:

        „Als Haiders FPÖ an die Macht kam, isolierten 14 EU-Staaten Österreich. Haider hatte zwanzig Prozent, Orbán hat eine Zweidrittelmehrheit. Ich rede nicht von einem einzelnen Mediengesetz, sondern von einer allgemeinen Stimmung, von einer Verhetzung der Gesellschaft, gegen Juden, gegen alles Fremde.“

        Ist das kein Versuch, die Regierung für eine allgemein verhetzende Stimmung verantwortlich zu machen? Kein Versuch, für eine Isolation der Regierung Stimmung zu machen?

        http://www.sueddeutsche.de/kultur/ungarn-andrs-schiff-im-gespraech-leute-werden-kaltgestellt-1.1082634-2

        Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass man jedenfalls ein Spalt breit das Türchen zum Antisemitismusvorwurf öffnet. Der sich hier lauthals echauffierende Herr Pfeifer schrieb vor der Wahl 2010 gegen Fidesz an, was das Zeug hielt. Sein gutes Recht. In der Jungle World schrieb er aber folgendes:

        „Aber auch die Fidesz glaubt, keinen Wahlkampf ohne massiven Antisemitismus führen zu können, und so durfte Ferenc Szaniszló im Echo TV, dessen Eigentümer auch der Besitzer von Magyar Hirlap ist, der Millionär Gábor Széles, fordern, »die Diebe, die ihre Macht und ihre Abstammung missbrauchen, auf die Anklagebank zu setzen«.“

        Fidesz und „massiver Antisemitismus im Wahlkampf“ . Nachdem uns Herr Pfeifer hier den Unterschied zwischen Tatsachenbehauptung und Wertung erläutert hat, in welche Kategorie fällt denn die o.g. Aussage? Als hätte die Partei mit dem, was der Ekel-Journalist Szeniszló sagt, direkt etwas zu tun. Übrigens wurde EchoTV, ein Sender, der nur wenige Zuseher hat (zum Glück), von der „Fidesz-Medienbehörde“ in diesem Jahr wegen eben dieses Szaniszló verwarnt. Der Wahlkampf von Fidesz war weder „massiv antisemitisch“, noch „antisemitisch“ .

        Die Aussagen von Karl Pfeifer kann man zwar Herrn Schiff nicht zurechnen. Immerhin lässt sich aber ablesen, dass mit totalitären Begrifflichkeiten mitunter nicht sehr sorgsam umgegangen wird. Scheinbar unter dem Motto „die anderen sind noch schlimmer“, wie es vor kurzem ein Fidesz-kritischer Poster sagte. Und genau das ist es, was mich und manch einen Leser dieses Blogs stört. Das allein wird natürlich nichts an dem Verhältnissen ändern, aber man darf es aussprechen, zur Diskussion stellen.

        Die Verärgerung über journalistische Fehler kann ich nachvollziehen. Nicht aber den Versuch, die obigen Zusammenhänge auszublenden. Und Sie, Herr Pfeifer, verzeihen mir sicher, dass ich mir jedesmal, wenn Sie über journalistische Tugenden dozieren, ein Grinsen nicht verkneifen kann.

      • HV,
        Herr Schiff hat nicht gesagt, die „Regierung sei antisemitisch“. Herr Schiff ist ein kluger Mann und würde derartiges in dieser Form nicht zum AUsdruck bringen. Die Aussage von Frau Kálmán ist in diesem Punkt also nicht korrekt.
        danke, genau darum ging es mir und auch herrn pfeifer.
        ich bin es eben auch leid, undiffenzierte und FALSCHE behauptungen zu lesen, vorallem, wenn sich jemand als intime kennerin ungarns aufplustert.
        bemerkenswert nachlässig für ein journalistin für die sich hält.
        ihr nachsatz zu ihren vorwürfen lautet: „Auf die Aussage von Herrn Schiff hätte ich persönlich eine Klage eingereicht, mit Forderung nach Richtigstellung.“
        bodenlos, und so warten auch wir auf richtigstellung, nämlich ihre.
        aber, wie wir sowieso schon gesehen haben, ist das nicht die einzige unwahrheit, die sie als faktum auf ihrere seite stehen lässt.

        im übrigen bin ich dankbar für die zusammenstellung über schiffs äusserungen, ich finde sie nämlich recht treffend.

  12. @ Herrn Karl Pfeifer

    Über Weihnachten war alles so fair hier. HV wünschte allen, die „fortiter in re, suaviter in modo“ über Ungarn herziehen können, ein gesegnetes und friedliches Christfest. Die Stille war so unheimlich , dass ich schon fürchtete, Sie könnten entschlafen sein. Aber nun sind Sie ja wieder da …, [ich lass die Schere in meinem Kopf arbeiten, nenne Sie nicht „mein lieber Sophist“, nein, ich möchte auf gar keinen Fall unter den Marshovszky-Verdacht geraten!]

    Sie schreiben, verehrter Herr Pfeifer, WOLF habe sich „fair mit Dr. Kalman“ auseinandergesetzt und lösen damit Verblüffung aus. Ich habe deshalb extra noch mal in meinen alten Duden nachgeschlagen:
    fair [] [engl. fair < aengl. fæger = schön, lieblich; vgl. asächs., ahd fagar = schön]

    Sie finden es also "schön", wie der von Ihnen hochgelobte wolf gegen Frau Dr. Kálmán geifert. Meinen Schönheitssinn hat es gestört

    Und dann ziehen Sie vom Leder:

    – die Dame arbeitet schludrig
    – sie hat keine Ahnung von der ungarischen Zeitgeschichte
    – sie wird auch noch unverschämt
    – sie hat die Aussage von Ungarnfreund nicht dementiert* [schnipp, schnapp!]
    – ihre Behauptung [sicc!] über Orbán und Csurka zeigt, dass Sie keine Ahnung hat und Nachhilfe braucht.
    – als erfahrene Journalistin sollte sie den Unterschied zwischen Behauptung und Beschuldigung kennen

    Nett von Ihnen, dass Sie Frau Dr. Kálmán Nachhilfeunterricht erteilen, wirklich sehr uneigenützig von Ihnen.

    Was Herrn Schiff angeht, hat der in der jüngeren Vergangenheit sehr wohl ein Bild von Ungarn gemalt, das als Angstprojektion jenes Vorzeige-Ungarn aus der Kádár-Ära Aufmerksamkeit verdient. Mehr aber nicht. Es ist das Bild seiner gefühlten Wirklichkeit.

    Zum Thema "gefühlte Wirklichkeit – medial vermittelt" gibt es hier einen ganz passablen Text:

    http://www.perspective-coaching.de/weblog/2008/08/gefhlte-wirklichkeit-medial-vermittelt.html

    Ihnen aber, sehr verehrter Herr Karl Pfeifer, wünsche ich einen guten Rutsch! [schnipp, schnapp, wo doch eh schon alles verrutscht ist, ich meine die Wirklichkeit und das medial vermittelte Bild über Ungarn.

    @ hungarianvoice
    Factum illud; fieri infectum non potest.

    * (Dementieren, frz. frz. 'démentir' im Sinne von 'Lügen strafen' hat vordergründig ja nichts mit seniler Demenz zu tun, doch frage ich mich … [schnipp, schnapp]

    ** [Nachhilfe für alle, denen es schwer fällt, bis Drei zu zählen: Syntaktisch zusammengehörige Satzteile schreien nach Kongruenz!]

    • Was Herrn Schiff angeht, hat der in der jüngeren Vergangenheit sehr wohl ein Bild von Ungarn gemalt, das als Angstprojektion jenes Vorzeige-Ungarn aus der Kádár-Ära Aufmerksamkeit verdient. Mehr aber nicht. Es ist das Bild seiner gefühlten Wirklichkeit.

      frau kalman behauptet, herr schiff hätte etwas gesagt, was er nie tat.
      etwas sehr konkretes und das muss sie klar belegen.denken sie nicht?

      was sie über schiff schreiben teile ich zwar nicht, ist ihre meinung, mehr nicht. persönliche meinungsbildung ist doch was schönes 🙂
      trotzdem,noch eine frage.
      wieso denken sie schiff war kadars vorzeigeungar?
      er ist mit 25 jahren nach england emigriert und hat die britische staatsbürgerschaft angenommen.

      • András Schiff ist sicherlich ein ehrenwerter Mann.
        Aber wenn ich bei Wikipedia lese, dass „Schiff András 1953-ban született Budapesten egy zsidó családba.[1] Tanulmányait a Fővárosi Zeneiskolában 7 évesen kezdte meg 1960-ban, majd 1968 és 1974 között a Liszt Ferenc Zeneművészeti Főiskola növendéke, Kadosa Pál és Rados Ferenc professzorok tanítványa volt. Londonban George Malcolmnál is tanult.

        1974-ben a moszkvai Csajkovszkij verseny díjazottja volt, 1975-ben megnyerte a Leedsi Nemzetközi Zongoraverseny I. díját.

        1975 és 1983 között a Liszt Ferenc Zeneművészeti Főiskola tanársegédje volt. „, dann frage ich mich, was das heißt: „1979-ben emigrált Nagy-Britanniába.“

        Wenn Sie verstehen, was ich meine.

        Kurz nachdem ich im Januar 1978 nach Ungarn „emigrierte“, bekam ich sehr schnell einen Eintrag in meinen DDR-Reisepass, gültig für alle Länder der Welt und für Westberlin. Devisenrechtlich war es allerdings von Vorteil, wenn man seinen Wohnsitz nicht in Ungarn hatte, wenn Sie verstehen, was ich meine. Ab 1980 hatte ich auch einen deutschen Pass. Als „deviza-külföldi“ musste ich mein in den Semesterferien in Deutschland hart erarbeitetes Geld nicht gleich nach der Rückkehr der ungarischen Nationalbank opfern. Wenn Sie verstehen, was ich meine.

        Aber das hat sicher gar nichts mit Herrn Schiffs Leidensweg zu tun, der 1979 nach England emigrieren musste.

      • da sie ja im lateinischen sehr firm zu sein scheinen, wundere ich mich, daß ich ihnen das wort „emigrieren“ erklären muss.
        emigrieren heißt zunächst nichts weiter als auswandern.
        was ich sagte war also, andras schiff sei mit 25 jahren ausgewandert.
        das kann man doch mal so stehen lassen,finde ich.
        emigranten verlassen ihre heimat entweder freiwillig oder erzwungen aus politischen, wirtischaftlichen oder religiösen gründen.
        warum herr schiff ausgewandert ist, weiß ich nicht.
        sie auch nicht.
        ich danke für ihren schönen lebenslauf.
        bin nicht sicher, spielen sie darauf an herr schiff sei ausgewandert, um seine gagen nicht „teilen“ zu müssen?
        das ist ja eigentlich nicht gerade vorzeigewürdig unter kádár, oder?

        auszüge aus schiffs lebenslauf:
        ja, er hat in budapest studiert.noch kein verbrechen.noch nicht verdächtig.
        er hat zwei wettbewerbe gewonnen. musikwettbewerbe.
        da gewinnt man nicht seiner gesinnung wegen, wie sie anzunehmen scheinen, sondern wegen seines musikalischen könnens.
        als orchestermusiker, habe ich herrn schiff einige male begleitet,ich kann ihnen versichern, die preise gewann er zurecht 🙂
        den tschaikowsy wettbewerb gibt es übrigens immer noch, falls sie es nicht wissen sollten.
        im fach cello gewann beispielsweise vor einigen jahren der deutsche daniel müller-schott aus münchen den wettbewerb.
        sie fabrizieren hier etwas was schiff sicher nicht war.
        die witt ungarns.

      • ‚emigrál’: a ´Magyar Értelmező Szótára szerint azt jelenti: „politikai okok miatt hazáját elhagyva önkéntes számüzetésbe megy“.
        Akadémiai Kiadó

        emigrieren: sein Land [freiwillig] aus wirtschaftlichen, politischen, religiösen u. a. Gründen verlassen; auswandern
        Dudenverlag

        siehe auch „Märchen“ und „Jagdgesellschaft“, aufgeschrieben von Charles Perrault und den grimmigen Brüdern : Ein Wolf fraß ein kleines Mädchen und dessen Großmutter.

        Wohl bekomm’s!

        Prost Neujahr!

      • da muss sich herr herche an die ungarische wikipedia wenden.
        mein kommentar war auf deutsch, habe nichts übersetzt, also gilt auswandern.
        gerne würde ich aber genau wissen, warum er schiff für einen vorzeigeungarn aus der kadar-ära hält.

  13. frau kalman hat leider sämtliche kommentare auf ihrem blog gelöscht.
    auch jene von herrn pfeifer, der sehr höflich war, aber die gleiche frage hatte, wie ich.
    frau kalman behauptet überhaupt eben gerne etwas.auch über die Verhaftung von Oppositionellen am 23.12., die sie bestreitet und leugnet.
    konnte die polizeistation ausfindig machen, etwas wonach sie mich sehr „gebeten“ hat.
    H-1024 Budapest, Gyorskocsi utca 31. Telefon: (+36-1) 457-5747
    IRM: 53-814 Fax: (+36-1) 457-5758 IRM fax: 66 416 E-mail: elbir@budapest.police.hu
    der artikel dazu:
    http://kanadaihirlap.com/2011/12/23/karacsonyi-lazadas-gyurcsany-ferencet-letartoztattak-lmp-blokad-a-parlament-korul/
    irgendwie muss man schon an der gewissenhaftigkeit von frau kalmans recherchen zweifeln.

    • Sehr geehrter Wolf,

      wer den von Ihnen verlinkten Beitrag lesen kann, der sollte bezüglich der angeblich „elhurcolt“ – der „verschleppten“ – Sozialisten einmal die Pressemitteilung der Budapester Polizei lesen. Und wird sich ein Lachen nicht verkneifen können: Mehrere Politiker der MSZP-Fraktion setzen sich in ein Polizeiauto – in diesem befanden sich drei in Gewahrsam genommene Zivilpersonen – und weigerten sich trotz entsprechender Aufforderung, dieses wieder zu verlassen. Sie wurden daraufhin mitgenommen und verließen im Innenhof des Polizeigefängnisses das Auto (endlich). So sieht bestimmt keine „Verschleppung“ in einer „Diktatur“ aus.

      http://www.police.hu/brfk/aktualis/brf-20111223_n6.html

      Diese ganze Verhaftungsstory ist – jedenfalls soweit sie die MSZP-Politiker betrifft – ein einziges lächerliches Pressetheater. Stellen Sie sich mal an den Münchner Landtag und versuchen Sie, die Parlamentarier am Zugang zu hindern. Was glauben Sie, was man mit Ihnen macht?

      Ein Teil des Zirkus, den Ákos Doma als „Zerrbild“ bezeichnet hat. https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/12/30/akos-doma-bei-dradio-es-wird-einfach-nicht-differenziert/

      So lange es die Opposition bei all den berechtigten Kritikpunkten nötig hat, sich in derartigen Blödsinn zu verbeißen und Dinge zu erfinden bzw. zu provozieren, so lange scheint sich die Regierung recht sicher fühlen zu können. Denn inhaltliche Kritik der Opposition kommt bei den Menschen nicht glaubwürdig rüber – sind Sie überrascht?

      • lieber hungarianvoice,
        es war eine protestaktion, deren zweck aufgegangen ist, nämlich zu ärgern, die show zu stehlen und staub aufzuwirbeln. das hat sie geschafft, mehr war es nicht, sollte es auch nicht.
        und, ja, ich glaube, daß die meisten mit einem lächeln ins polizeiauto gestiegen sind, sie haben genau das erreicht, was sie wollten. übrigens waren es mehr als drei, aber das ist eigentlich auch egal.

        was mich ärgert, sind behauptungen mit denen man hantiert,die man nicht belegen kann. das ist einfach unseriös.
        frau kalman behauptet es gab keine verhaftungen, natürlich gab es sie.
        so lächerlich sie auch gewesen ein mögen. aber es gab sie.

        in bayern wären die demonstranten wahrscheinlich in den kessel geraten, wenn sie nicht schon angekettet gewesen wären 🙂

        nein, es überracht mich nicht, daß die opposition nicht glaubwürdig ist, sie hat sich selbst zuzuschreiben,daß sie da ist ,wo sie jetzt steht. die letzten 20 jahre ungarischer politik war lausig.
        ich hoffe auf eine neue generation, eine neue partei, unverbrauchte und unbelastete politiker – da werde ich wohl aber noch warten müssen.

        ah, frau kalmans blog:
        Leider musste ich die Option „Kommentar“ vorerst schließen, ich habe hier zwei Verrückte, die mir den Blog mit niveaulosen Beschimpfungen vollmüllen. Bitte wenden Sie sich an „Kontak mit dem Autor, da kann ich dann auswählen, was ich lese und poste und was nicht. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.

        das wäre dann herr pfeifer und ich. 🙂
        soviel zum geiffern , herr herche.
        AK hielt sich auch nicht zurück.
        aber egal .urbi et orbi.

      • @ wolf:

        Ja, die neue Opposition, auf die warten viele – auch ich – schon sehr lange. Sogar viele Fideszanhänger, die ich kenne, sehnen sich danach.

        Aber: So lange die Postkommunisten und ihre Erben bei jeder neuen Bewegung versuchen, diese aufzusaugen, sie zu kaufen oder sonstwie für sich zu vereinnahmen (sehen Sie sich mal die Arschkriecherei der MSZP/DK bei der LMP an), so lange wird das nichts. Die MSZP hat, ob es den ehemaligen Dissidenten gefällt oder nicht, auch schon ihre heftigen Gegner von der SZDSZ gekauft, und zwar mit einer Kombination aus Machtteilungsversprechen und dem Schreckgespenst „wieder aufkeimender Faschismus“, ein System, das seit mehreren Jahrzehnten hervorragend funktioniert. Lesen Sie hierzu Gyula Józsa, ich denke, er bringt die Sache auf den Punkt. Wir sollten nicht so naiv sein und glauben, diese Nazigerede hätte 1998 oder gar erst 2010 begonnen.

        Da die MSZP und ihre Stecklinge von der DK, so viel steht nach 8 Jahren Megyó, Fletó und Bajnai fest 🙂 , kein Deut besser sind als Orbán und Fidesz – jedenfalls sieht das immer noch eine Mehrheit derer so, die wählen würden – so lange sollte man konstruktive Kritik an der ungarischen Politik üben, anstatt seinen deutschen bzw. österreichischen Diktatur-Phantomschmerz auszuleben. Ich spreche hier nicht von den verständlichen Sorgen der Holocaustüberlebenden und deren Nachkommen bezüglich rechtsrechter Umtriebe, sondern von der deutsch-österreichischen Journaille: Dort sucht man heute in Ungarn all das, was man an der eigenen Geschichte so hasst. Wer ausschert, wird attackiert, ins Lächerliche gezogen, vielleicht sogar diffamiert. „Fidesz-Apologet“ ist so ein Wort, dass hier schon mehrfach verwendet wurde. Die von Ihnen selbst andernorts verwendete, vielleicht lustig gemeinte, aber unpassende Anspielung auf die Horthy-Zeit („weißes Pferd“), von der wir wissen, wohin sie führte, ist eines der vielen Symptome dieser – ich sags mal überspitzt – Nazi-Kokettiererei. Die Briten berichten diesbezüglich um Klassen sachlicher, aber gleichfalls heftig kritisch.

        Ich gehe sogar so weit und sage, dass bei einigen (hoffentlich nicht vielen) dieses ewige Abstempeln als demokratisch unreifes Volk, als Idioten sozusagen, zu Trotzreaktionen geführt und Jobbik erst richtig populär gemacht haben könnte. „Seht her, die hassen uns alle, wir lassen uns davon nicht beeindrucken.“ Multikausalität der Ursachen. Ich habe noch nie einen Linken gesehen, der sich darüber mal kurz Gedanken gemacht hätte, es kommt immer gleich die Behauptung, man wolle die Kritiker mundtot bzw. die Täter zu Opfern machen und umgekehrt. Dabei will man nur einen moderaten Tonfall anmahnen.

        Finden Sie nicht, dass Ákos Doma mit vielem, was er sagt, Recht hat? Ich denke ja. Wie ich schon oft sagte: Man muss Orbán nicht mögen, soll ihn kritisieren. Aber so lange es keine Alternativen gibt, muss man seine Mehrheit zur Kenntnis nehmen und mit ihm leben. Demokratie heist nämlich auch, ein Wahlergebnis zu respektieren und nicht postwendend die Wähler zu attackieren, Menschen, die von viel größeren Sorgen geplagt sind (z.B. in Ostungarn) als sich das die Damen und Herrn Schriftführer hinter ihren thujenbewachsenen Gartenhecken vorstellen können.

      • Mein Witz hatte geradezu seherische Qualitäten, ist das Pferd doch kurze Zeit später in die wunderbare Kerényi Ausstellung eingeritten.
        Blondi Bayer,ich sehe Sie zucken, hatte in seinem Artikel folgendes geschrieben:
        „Lei­der ge­lang es nicht alle bis zum Hals im Wald von Or­go­va­ny zu ver­schar­ren“ Sie erinnern sich?
        Wenn sich ein so hohes Parteimitglied (Ungarnkennerin Kalman hält ZS.B. übrigens für ein kleines Licht im Machtgefüge der FIDESZ) in dieser Form äussert, muss man mit Ihrer „Nazi-Kokettiererei “ leben. Und das ist nocht das wenigste.
        Wie halten Sie es eigentlich überhaupt damit, daß man einen Rassisten und Antisemiten,Sie wollen das nicht ernsthaft bezweifeln, nicht aus der Partei entfernt?
        Ich hoffe, Sie finden die Vergleiche von Frau Kalman, Pusztaranger-Stürmer, ich Goebbels, die nicht als Scherz gemeint waren, ebenso „unpassend“?

  14. Herr Herche, zunächst einmal danke, dass Sie meinen Namen nicht verhunzen. Wir diskutieren hier und gehen davon aus, dass wir sehr oft nicht einer Meinung sind, halten uns aber an Gebote der elementaren Höflichkeit. Schon aus dem Grund: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt das Echo.
    Ich wünsche Ihnen auch einen guten Rutsch.
    Herr Wolf hat – wofür ich ihm danke – schon beschrieben, was da passiert ist mit Frau Dr. Kalman, die wenn ihr kritische Fragen höflich gestellt werden kneift und allerlei billige Ausreden erfindet, um nicht antworten zu müssen.
    Ich gehe mit dem Eigenschaftswort „faschistisch“ sehr sparsam um. Vor Jahren hatte ich mit einem sektiererischen Kommunisten bei einer Zeitzeugentagung eine heftige Diskussion, weil er meinte, 1938-45 herrschten die Faschisten in Österreich. Ich meinte, dass es die Nationalsozialisten waren.
    Auch in der DDR liebte man die 12 Jahre NS-Herrschaft als „faschistisch“ hinzustellen.
    Und was Ungarn betrifft, bin ich immer wieder der bei Linken häufig anzutretenden Meinung entgegengetreten, Ungarn wäre vor der deutschen Besatzung (19.3.1944) ein faschistischer Staat gewesen.
    Auch behaupte ich äußerst selten von jemand er/sie sei antisemitisch. Dazu muss man schon eine ganze Masse antisemitische Texte veröffentlichen.

    Und selbstverständlich bin ich gegen Pauschalurteile. Da hat zum Beispiel Frau Dr. Kalman auf ihrer Homepage behauptet die ungarischen Juden hätten seit 1990 die Konservativen mit Hass verfolgt. Als ich sie aufmerksam machte, dass doch Fidesz sich konservativ gibt und sie selbst auf die vielen jüdischen Mitglieder von Fidesz hingewiesen hat, gab sie – was ihr als Leistung anzurechnen ist – zu, sich geirrt zu haben. Als sie dann Pauschalurteile von der ungarischen Elite, die angeblich jüdischer Abstammung sei, fällte und ich sie dazu befragte, antwortete sie schnippisch, sie führe keine Judenlisten.
    Für eine „Ungarnkennerin“, die sie behauptet zu sein, ist sie erstaunlich uninformiert und als Journalistin arbeitet sie sehr schludrig.

    Ich ergreife die Gelegenheit HV und allen Lesern ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Neues Jahr zu wünschen (BUÉK).

  15. HV ich habe keinen Anlaß die Herren Oplatka und Pók zu kritisieren. Ich hörte in Budapest einen ausgezeichneten Vortrag von Herrn Pok über Trianon und den ungarischen Holocaust. Ich zweifle nicht an seiner Kompetenz als Historiker
    Hingegen sind die Aussagen von Dr. Anat Kalman zur ungarischen Geschichte skandalös, denn wenn sie als „Ungarnkennerin“ das Horthyregime bis zum deutschen Einmarsch als faschistische Diktatur hinstellt, bzw. behauptet die Pfeilkreuzler würden die Verantwortung für die Deportation der mehr als eine halbe Million ungarischer Staatsbürger 1944 tragen, dann sagt sie entweder bewußt die Unwahrheit oder aber ist eine Ignorantin, die sich als Ungarnkennerin aufspielt.
    Dr. Kalmans Kommentar abzulehnen war vollkommen gerechtfertigt.

  16. Liebe Frau Széchenyi,
    ich rate Ihnen das Buch „Ungarn und der Holocaust / Kollaboration, Rettung und Trauma“ zu lesen. Das ist ein vom Berliner Metropol Verlag 2005 publizierter Sammelband.

    Inhalt
    Wolfgang Benz
    Die Erfahrung des Genozids
    Biografische Anmerkungen zum Judenmord in Ungarn

    Randolph L. Braham
    Rettungsaktionen: Mythos und Realität

    Krisztián Ungváry
    Der Getriebene und der Treiber
    Das Verhältnis zwischen ungarischer Politik
    und deutschen Deportationsplänen

    Gábor Kádár – Zoltán Vági
    Theorie und Praxis
    Die ökonomische Vernichtung der ungarischen Juden

    László Csösz
    Antisemitismus und Agrarpolitik: Die Landreformen von 1942

    Judit Molnár
    Die Königlich Ungarische Gendarmerie und der Holocaust

    László Karsai
    Zentrale Aspekte des Völkermords an den ungarischen Roma

    Szabolcs Szita
    Todesmärsche ungarischer Juden

    Ferenc Erös
    Psychische Spätfolgend des Holocaust
    Forschungsergebnisse und – erfahrungen

    András Kovács
    Jüdische Gruppen und Identitätsstrategien
    im post-kommunistischen Ungarn

    Brigitte Mihok
    Erinnerungsüberlagerungen oder der lange Schatten
    der Geschichtsverzerrung

    Wenn Sie wenig Zeit haben, dann lesen Sie die ausgezeichnete Arbeit von Krisztián Ungváry. Er ist einer der jungen ungarischen Historiker, die sich auch im Ausland großen Respekt verschaffen haben.

    Es gibt in ungarischer und englischer Sprache das klassische Werk von Randolph L. Braham „The politics of genocide“ (2 Bände, insgesamt 2,198 Seiten) über das Thema.

    Interessant ist auch das Buch von Pfarrer György Kis: Gezeichnet mit dem Kreuz Christi und dem Stern Davids, mit einem Vorwort von Karl Rahner und einem Nachwort von Otto von Habsburg. Kis hatte katholiche Theologie in Innsbruck studiert und beschreibt in diesem Buch das Schicksal eines katholischen Priesters „jüdischer Abstammung“ während des Zweiten Weltkriegs und nachher.

    Um es klar zu machen, das Horthyregime war keine westliche liberale Demokratie, jedoch war es bis zur deutschen Besatzung kein faschistisches oder nationalsozialistisches System. Es gab seit 1938 Juden diskriminierende Gesetze, und es gab eine fulminante Rede der sozialdemokratischen Parlamentsabgeordneten Anna Kéthly gegen diese Gesetze, es gab 1941 eine schreckliche Deportation von Juden nach Kamenets-Podolsk, die von Innenminister Keresztes-Fischer gestoppt wurde und es gab in der heutigen Vojwodina im Jänner 1942 Massaker hauptsächlich an Serben und Juden. Und es gab Endre Bajcsy-Zsilinszky der dagegen im ungarischen Parlament seine Stimme erhob. Schon aus diesen paar Sätzen sehen Sie wie widerspruchsvoll die Geschichte war.
    Die Pfeilkreuzler haben Tausende Juden zu Fußmärschen, die zu
    Todesmärschen wurden, gezwungen und fürchterliche Verbrechen begangen.
    Aber für die Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau tragen nicht sie die Verantwortung.

    Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft geholfen zu haben, damit Sie selbst Ihre Schlüsse ziehen können.

    • Lieber Herr Pfeifer,
      Danke sehr für Ihre wertvolle Auskunft zu diesem traurigen, komplexenThema.

      HV, auch Ihnen danke ich für den Hinweis/link auf den Historikerstreit Karsai vs Ungváry.

      Alles erdenklich Gute für 2012!

    • Nun kenne ich zwar die anderen von ihnen erwähnten Bücher nicht und will hier auch keine „literarischen“ Abhandlungen beginnen,nur fällt mir da kurz ein.
      „..das man zum Arbeitsdienst eingezogen Juden durch das Dorf treibt …..Die übrige Gruppe wurde von den Gemeindemitgliedern liebevoll mit Speise und Trank versorgt“

      Interessant, finde ich…zumindestens im Zusammenhang mancher Aussagen hier und anderswo, wie denn in besgater Zeit das Verhalten der der Völkergruppen zueinander gewesen sei????

  17. Bis jetzt ist noch kein seriöser Historiker darauf gekommen, zu behaupten, die Nazis seien es „auf gar keinen Fall“ gewesen.

    ja, verständlichweise.
    ich fand ihre aufzählung interessant:)

  18. Das Problem, mit dem alle Journalisten konfrontiert werden, die über Geschichte schreiben, ist es diese so darzulegen, dass dem Leser auch komplexe Sachverhalte korrekt aber doch allgemeinverständlich dargeboten werden.
    Ich beschäftige mich nachweislich seit Jahrzehnten mit Ungarn, würde es aber nicht wagen zu behaupten, ich wäre ein „Ungarnkenner“. Und doch erlaube ich mir auf zwei tief verwurzelte Vorurteile in Ungarn hinzuweisen. Nämlich, dass während der Zwischenkriegszeit in Ungarn die gesamte Rechte antisemitisch und die gesamte Linke gegen den Antisemitismus eingestellt war.

    War die gesamte Rechte Ungarns in der Zwischekriegszeit antisemitisch?

    Wer zum Beispiel weiß im heutigen Ungarn, dass einige Juden oder Personen „jüdischer Abstammung“ eine prominente Rolle in der Konterrevolution von Szeged und Arad gespielt haben? Wie kam es, das bereits 1919 die fanatischen antikommunistischen „weißen“ Führer Juden erlaubten ihnen beizutreten?
    Die Pfeilkreuzler kritisierten auch deswegen während der dreißiger Jahre den Gentry-Konservatismus der Szegediner heftig.
    Fakt ist, dier meisten Mitglieder der ungarischen gesellschaftlichen Elite standen politisch rechts, sie nahmen gegen jede soziale Änderung Stellung und sie waren strikt antikommunistisch und antisozialistisch, viele von ihnen waren „Legitimisten“ (wollten eine Restoration der Habsburger). Aber sie verwarfen die These von der jüdischen Gefahr und arbeiteten mit dem jüdischen Großbürgertum zusammen. Viele mißtrauten den Nazis und manche auch den Deutschen. Dieser konservative Rechte (hauptsächlich Legitimisten und Christlichsoziale) müssen unterschieden werden von den konservativen Teil der Regierungspartei, die eine antisemitische Politik befürworteten, auch wenn manche ihrer Führer auf gewissen Gebieten gelegentlich Juden als Partner akzeptierten.

    Hat sich die gesamte ungarische Linke während der Zwischenkriegszeit gegen den Antisemitismus gewendet?

    Nehmen wir doch gleich den ehemaligen Minister in der revolutionären Károlyi-Regierung Oszkár Jászi, der jüdischer Abstammung war und fast in rassistischen Tönen über Juden herzog. Er griff den „betrügerischen und unaufrichtigen“ Antisemitismus des Horthy-Regimes an.
    1935 publizierte das theoretische Organ der Sozialdemokraten „A szocializmus“ einen Artikel unter dem Titel „Der linke Antisemitismus“ in dem die Ursachen von antijüdischen Gefühlen im Proletariat analysiert wurden.

    • @ Herrn Karl Pfeifer

      „Wir liebten uns im alten Jahre,
      Und unsre Freundschaft sei
      Bis zu der schwarzen Totenbahre
      Uns immer hold und neu!
      Des Lebens Freud‘ umkränze Dich,
      Das ist das höchste Glück für mich.

      (Quelle:poetische Bibliothekar, 1845)

      Verehrter Herr Karl Pfeifer,

      ich sehe das Problem mit gewissen „Journalisten“ darin, dass Sie sich nach eigenem Gutdünken der (ungarischen) Geschichte bemächtigen, um Geschichtspolitik zu betreiben. Noch schlimmer wird es, wenn sich „Journalisten“ dabei auf Frau Marsovszky stützen und aus der Spielerei ein jüdisch-christlicher Kulturkampf wird.

      Dessen ungeachtet rechne ich es Ihnen hoch an, dass Sie zum Jahresausklang keine blindwütige Attacke gegen Ungarns Königliche geritten sind, sondern einmal weniger pauschal urteilen und stattdessen Eulen nach Athen tragen. Denn dass die „gesamte Rechte Ungarns in der Zwischenkriegszeit antisemitisch“ war, hat wohl nicht einmal Béla Biszku geglaubt.

      Es ist ein Kreuz mit den „JOURNALISTEN“, die sich der ungarischen Geschichte bemächtigt haben.

    • Herr Pfeifer,

      „Leider musste ich die Option „Kommentar“ vorerst schließen, ich habe hier zwei Verrückte, die mir den Blog mit niveaulosen Beschimpfungen vollmüllen. Bitte wenden Sie sich an „Kontak mit dem Autor, da kann ich dann auswählen, was ich lese und poste und was nicht. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.“
      So schrieb Frau Kalman auf ihrem Blog. Interessante Aussage, für jemanden, der sich über niveaulose Beschimpfungen beschwert 🙂

      Nun hat sie sich enschlossen, dies zu löschen und Ihre Kommentare, Herr Pfeifer, wieder ins Netz zu stellen.
      Ich glaube allerdings, daß sie nicht all Ihre Kommentare online gestellt hat.
      Wollte Ihnen das nur geschwind mitteilen, weiß nicht, ob sie das interessiert, aber ich dachte, ich informiere sie darüber.
      frohes neujahr, habe mich ein wenig auf diesem Blog umgeschaut und finde Ihre Beiträge sehr wertvoll, danke.

  19. .zu wolf 1.Januar 8Uhr 59
    *ich bin es eben auch leid, undiffenzierte und FALSCHE behauptungen zu lesen, vorallem, wenn sich jemand als intime kenner/in ungarns aufplustert/n*

    nun das lässt auf viele Beiträge hoffen, die helfen werden einiges über Ungarn richtig zu stellen.Ich befürchte nur, dass Sie da mit dem Richtigstellen gar nicht nachkommen, wenn ich da an die vielen Zeitungen und blogs denke.(spontan fällt mir da péntek und der seregélykert ein, ließe sich aber beliebig fortsetzen)

    • zu kullancs
      hübscher name und passt wohl auch ganz gut.
      naja, viele zeitungen und blogs.
      eine zeitung und 3 blogs, dazu zähl´ich diesen, frau zensur kalmans und PRs .
      seregélykert war bisher noch nicht dabei 🙂
      wenn sie das dann noch richtigstellen würden.
      ich muss sagen, ein sehr lustiger blog ist das hier.

      • *wenn sie das dann noch richtigstellen würden.*
        Klar doch aber gerne.
        also
        wenn ich da an die vielen Zeitungen und blogs denke
        !!Achtung!!
        ….für die Sie dann schreiben müssten (um einiges richtigzustellen.)

        Hochachtungsvoll!
        kullancs

  20. Sehr geehrter Herr Herche,
    wir werden nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen bezüglich der wissenschaftlichen Arbeit von M. Marsovszky, die ich hoch schätze. Es ist einfacher über die Zeit vor 50-100 Jahren zu schreiben als über das heutige Geschehen. Weil sie den Finger auf Wunden legt, gibt es Empörung. Doch wenn Sie glauben, sie irre sich, dann haben Sie ja die Möglichkeit Ihre Meinung dazu zu äußern.
    Es wird schon so sein, dass ich Ihnen mit meiner kurzen Geschichtsbetrachtung nichts Neues sage, aber es gibt sehr viele Menschen sowohl in Ungarn als auch außerhalb, die der Meinung sind, das Horthyregime wäre faschistisch gewesen und für die Deportation der mehr als einer halben Million ungarischer Staatsbürger im Frühjahr und Frühsommer 1944 seien die Pfeilkreuzler verantwortlich. Während man über Meinungen streiten kann, sind Fakten heilig. Und da sollte man nichts verfälschen. Allerdings macht die jetzige ungarische Regierung eine fragwürdige Geschichtspolitik und einige ihr nahe stehenden Publizisten benehmen sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.
    Doch am meisten schadet der jetzigen Regierung nicht ihre Geschichts- oder Kulturpolitik sondern ihre Wirtschaftspolitik.

    Lieber Herr Wolf,
    vielen Dank für Ihre Informationen. Dr. Kalman hat nicht alle meine Zuschriften zugelassen obwohl die höflich formuliert waren. Das ist ihr gutes Recht.
    Dr. Anat Kalman ist anscheinend in Panik verfallen und hat den einfachsten Weg gewählt, Sie und mich als „verrückt“ hinzustellen. Dr. Kalman hätte ja auch andere Alternativen gehabt, auf Fragen hätte sie antworten können oder aber die Fragen unbeantwortet lassen. Sie hätte sich auch bedanken können für sachliche Hinweise auf ihre Fehler.
    Ironischerweise wendet Dr. Kalman das Lieblingsmittel der von ihr angeblich verabscheuten Diktatur an und zensuriert. Womit wir und ihre Leser leben müssen, denn das steht ihr genauso zu wie es angesehenen deutschen Medien zusteht ihre Berichte nicht zu veröffentlichen. Dass Dr. Kalman das schockiert hat, kann ich verstehen. Was ich nicht verstehen kann, warum sie den Fehler nicht zuerst bei sich selbst gesucht hat.
    Vielleicht wurde sie von ihren „Freunden“ schlecht beraten.
    Ich hoffe, dass Dr. Kalman die Lehre daraus zieht und sich nicht mehr auf ihre „Freunde“ verlässt, sondern selbst recherchiert. Es gibt keine Verschwörung der Medien oder gar der westlichen Welt gegen Ungarn. Wenn es also zur Katastrophe kommt, dann sind in erster Linie diejenigen verantwortlich zu machen, die den Karren – bewusst oder unbewusst -. gegen die Wand fahren. Hoffentlich tritt dieser Fall nicht ein.

    • Verehrter Herr Karl Pfeifer,
      ich freue mich immer, wenn HV meine Beiträge zensiert,bzw. zensuriert, wie es in Ihrem Heimatland Österreich heißt.
      Ich finde es auch hilfreich, weil ich es gelegentlich selbst nicht merke, wie peinlich mein Benehmen ist. Manchmal wünschte ich mir, er würde mich sperren.
      Das sollte jetzt ein Play-do-jé für die Internet-Zensur sein.
      Bei Inkontinenz fragen wir ja auch unseren Arzt oder Apotheker.

      Auf die „Wissenschaftlichkeit“ der Kultur-Ergüsse Dritter komme ich später zurück.

      • @herche

        ich wage nicht daran zu denken, was HV alles von Ihnen zensuriert,ich hoffe, Sie kennen die Bedeutung des Wortes, (Fremdwörter sind ja nicht Ihre Stärke, wie wir ja schon herausgefunden haben) wenn das Gequirrle, das man hier von Ihnen lesen muss, schon das Maximum,oops,egal schlagen Sie nach, ist, was Sie uns hier anbieten können.
        Was müssen Ihre zurückgehaltenen Kommentare für ein Stuß.

        Sie sind der Vorzeige Blogclown der HV-Ära:)

        Testimonium paupertatis, noch ein letzter Gruß an den alten Lateiner herche.

  21. Lieber Herr Pfeifer,

    stimmt, Frau Kalman hat sich hier ganz klassisch ins Knie geschossen.
    Abgetaucht ist sie auch noch – verständlich, wenn man mit dem Rücken zur Argumentationswand steht. Wie billig.
    Aber ,ich glaube, ich lasse Frau „Zensur“ Kalman jetzt mal bis auf weiteres ruhen 🙂

    Als Abschiedsgeschenk, ich verlasse diesen sehr lustigen Blog, schicke ich Ihnen einen Facebookeintrag unserer großen „Ungarnkennerin“ , er hat mich erheitert. Es hat mich sehr gefreut, Herr Pfeifer.

    Auf ihrer Facebookseite hat sie Pusztarangers Beitrag “ Nachrichtenmanipulation in den staatlichen Medien: Journalisten packen aus – Hungerstreik“ verlinkt mit folgendem ungarnkennerischen Kommentar, den sie im übrigen in der „Zeit“ und anderen Zeitungen hinterlassen hat.
    Sie glaubt, sie hat da was ganz schlaues gesagt.

    Was man im Ausland nicht weiß. Dass die Medien bis 2010 einzig in den Händen der Reformkommunisten waren, dass Orban nun auf die dümmste Weise dies zu ändern versuch, dass es dabei aber nicht um die Errichtung einer FIDESZ Hegemonie geht, sondern um das, was Europa in den anderen Ländern bereits etabliert hat: Um Pluralismus. Denn in Ungarn herrscht kein Faschismus – Jobbik ist genauso virulent wie die NPD in Deutschland – sondern der Kampf der Eliten. Den Helden, die jetzt in Hungerstreik treten, war es bis 2010 vollkommen egal, dass Andersdenkende/ Konservative keinen Zugang zu staatlichen Medien hatten. Die Konservativen hatten ihr nur über Kabel zu erreichendes Hir-TV, anderswo wurden sie als Faschisten (im stalinistischen Sinne) verunglimpft.
    Eien Sendung, die das ausführlich bearbeitete, durfte nicht ausgestrahlt werden -und zwar in einem öffentlich rechtlichen Sender in Deutschland. Die Redakteure hatten Angst – nicht vor Orban, sondern vor seinen Kritikern.

  22. Danke lieber Herr Wolf, Dr. Kalman scheint von der ungarischen Realität abgekapselt zu leben. Sie überschätzt sich maßlos. Und sie hält „das Ausland“ für blöd und uninformiert. Zu behaupten „Dass die Medien bis 2010 einzig in den Händen der Reformkommunisten waren“, zeigt, dass Dr. Anat Kalman ahnungslos ist, denn dass sie bewußt die Unwahrheit schreibt, will ich trotz ihrem unmöglichen Benehmen nicht glauben. Sie versucht ihre Ignoranz durch Dreistigkeit zu kompensieren.
    Wenn OSCE, EU, die USA Regierung und die wichtigen Journalistenorganisationen (denen Dr. Kalman doch hoffentlich nicht unterstellen möchte in den Händen von Stalinisten zu sein)
    gegen die Abschaffung des Pluralismus in den ungarischen Medienwelt protestieren, behauptet Dr.Kalman das Gegenteil, was sie natürlich nicht mit Fakten untermauern kann.
    Fidesz leistet Dr.Kalman einen Bärendienst (disservice, un mauvais service) und jetzt, da sie sich geoutet hat ist sie für Fidesz wertlos.

  23. Herr Pfeifer, Sie machen sich lächerlich. Das gerade Sie darüber belehren, dass andere ordentlich recherchieren sollen, statt auf ihre Freunde zu hören, das finde ich schon unverschämt. Zwar schließe ich nicht aus, dass Frau Kálmán einen Fehler gemacht hat, und das wäre selbstverständlich kritikwürdig, jedoch haben gerade Sie nicht das Recht, sie deswegen zu belehren. Sie sollten sich lieber in Demut üben. Wenn Sie bereit sind anzuerkennen, dass auch die FAZ einen schweren Fehler begangen hat und Sie sich selbst in der Kritik die Sie Frau Kálmán gegenüber zum Ausdruck brachten, nicht ausnehmen (man merke übrigens, dass ich Sie nie kritisiert habe, weil Sie Müll abgeschrieben haben, sondern nur deswegen, weil Sie es nachher nicht zugeben konnten), dann können wir weiterreden.

    Was wolf betrifft, so bin ich, man sehe es mir nach, nicht traurig über seinen Abgang. Wenn jemand so herablassend ist, dass er die Diskussion hier bzw. den Blog lustig findet, dann hat er hier auch nichts mehr verloren.

    Möglicherweise ist mir da auch etwas entgangen, aber hat Frau Kálmán jemals Sie beide persönlich beschuldigt, Beleidigungen geäußert zum haben? Oben steht nur etwas von 2 Personen, nicht wer diese beiden Personen sind. Und selbst wenn Sie gemeint sind, haben wir nur Ihr gutes Wort (?), dass diese Anschuldigen falsch sind.

    Was das Zensieren von Blogeinträgen sowie Lesermeinungen anbelangt, so habe ich grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden und ich darf daran erinnern, dass Sie, Herr Pfeifer, das ebenfalls schon gefordert haben, als es darum ging, das Menschen auf Webseiten konservativer ungarischer Zeitungen beschimpft wurden. Ein weiteres Beispiel dafür wäre gewesen:

    „Ich lese gerade in frei zugänglichen und definitiv nicht zensierten Zeitungen der Bundesrepublik Berichte über zwischenzeitliche Festnahmen von Demonstranten in Budapest. An der Spitze der Festgenommenen war auch der langjährige Ministerpräsident Gurcsanyi. Egal, wie man zu seiner Politik steht, so zeigt diese Situation doch, dass Ungarn zu einer destruktiven, repressiven, nationalistischen Republik verkommen ist, die man besser aus der europäischen Landkarte weg denken sollte. Dieser Gnom, Viktor Orban heisst er wohl, mit seinem Marionettentheater (Regierung genannt) und einem Staatspräsidenten, der hier schon oft als fragwürdig gekennzeichnet worden ist, sollte sich auf den Mond schiessen lassen. Da beträgt die Anziehungskraft nur einen Teil der Erdanziehung. Dort könnte er dann wirklich abheben und schwebend über den Satelliten regieren. So ein armer Wicht, so ein geistig verwirrtes Land. Wo, bitte schön, wo ist die Intelligenz, wo sind die Arbeiter, wo sind die Studenten, die diese Regierung aus dem Land jagen. Wer schickt, um mal beim Thema zu bleiben, wer schickt die Jobbik-Nazis dazu mal in den Steinbruch. Da gibt es doch den Umweltschaden im Westen Ungarns, dort, wo schon längst wieder gegen sämtliche Umweltgesetze verstossend produziert wird. Dorthin könnte man diese ganze Truppe auch entsenden. Sie könnten dann mit Teelöffeln den Dreck im wahrsten Sinne des Wortes löffeln, den dieses Land überlagert.“

    Hierbei handelt es sich um eine Zuschrift beim Pester Lloyd und solche Äußerungen sind dort keine Seltenheit. Als ich vor einigen Monaten dort herumstöberte, fand ich mit Leichtigkeit Meinungen, laut denen Ungarn faul sind und nur betrügen und sich schmieren lassen. Oder eben wie hier, dass Ungarn ein geistig verwirrtes Land ist (verdrehen Sie nicht die Tatsachen HerrPfeifer, denn es ist doch so, dass laut deutschsprachigen Medien wir Ungarn blöd sind). Da ich diese Beiträge lesen konnte, ist klar, dass der Pester Lloyd sie nicht zensiert hat, obwohl sie an Volksverhetzung grenzen. Ich habe selbst 3 mal versucht, meine Meinung ebenfalls kund zu tun, aber sie wurde nie veröffentlicht. Ab und zu wird mal ein gemäßigt konservativer oder offenkundig minderbemittelter zu Wort kommen gelassen, sozusagen, um die Optik zu wahren. Echter Widerspruch ist Mangelware. Das wirft kein gutes Licht auf den Pester Lloyd, der sich offensichtlich ebenfalls der Zensur bedient. Und auch hier nur folgendes Statement seitens der Redaktion (gelesen hat sie den Beitrag also…):

    Kommentar: Den Bericht zu den Ereignissen des Tages finden Sie auf unserer Webseite. 18:32 Uhr, PL, MFG Redaktion

    (Der Vollständigkeit halber noch der von der Redaktion angesprochene Artikel: http://www.pesterlloyd.net/2011_51/51demos23/51demos23.html)

    Und wie bereits gesagt, wir wissen nicht, was jene 2 Personen Frau Kálmán gegenüber von sich gegeben haben. Sollten es Beiträge wie der obige sein, dann wäre Zensur angemessen gewesen.

  24. Oh, da habe ich mich wohl zu sehr auf „meinen Freund“ Karl Pfeifer verlassen. Ich hätte wohl besser recherchieren sollen, denn offenbar ist wolf eine Dame. 😉

    • sehrn sie recherchieren ist gar nicht so schwer,das können sogar sie.
      bringen sie es mal ihrer „journalistin“ zensur kalmam bei:))))

      • In Ordnung, da aber Herr Pfeifer sich schon vorher den „Schuss ins Knie“ geleistet hat, einigen wir uns doch darauf, das wir das alle zuerst Herrn Pfeifer beibrigen, dann machen wir bei Frau Kalman (ich werde mich ab jetzt an der Schreibweise orientieren, die sie selbst gewählt hat) weiter. Tut mir Leid, diesen Sarkasmus konnte ich mir nicht verkneifen 😉

  25. Nach dem Lesen der Beiträge in dieser Themenfolge drängt sich mir schon lange der Verdacht auf, dass Frau Dr. Kalman irgendwie jemanden gewaltig auf die Füsse getreten sein muss.
    Im übrigen findet sich eine Mege „Lesestoff“ im Internet, der es mal dringend nötig hätte korrigiert werden zu müssen.
    * …die öffentlichen Büchereien zu gehen und dort die Bücher von verhassten linksliberalen Schriftstellern wie György Konrád, Péter Nádas und Péter Esterházy „zu stehlen und zu vernichten“. Solche „Ideen“ fallen in Ungarn auf fruchtbaren Boden. *
    Können die armen Leute sich selber keine Bücher kaufen??
    Stehen doch massenweise in den Buchläden und sind sogar online bestellbar.
    Aber ich schweif jetzt wohl ab??

    • Fest steht, dass Herr Pfeifer – aus Zeitmangel 😉 – sich nicht mit dem verlinkten Gesamtbericht befassen will, sondern Frau Kálmán zu disqualifizieren versucht. Dafür ist, ausweislich des Umfangs seiner Ausführungen, Zeit vorhanden. Er bedient sich damit einer Strategie, die er andernorts, wenn er sie vermutet, heftig kritisiert.

      So ging leider eine Diskussion über die Aussagen der von Frau Kálmán interviewten Personen, Andreas Oplatka, Attila Pók und anderen, unter. Eine solche ist entweder „aus zeitlichen Gründen“ nicht möglich oder eben unerwünscht.

      Über eine weitere Neuigkeit freue ich mich: Herr Pfeifer hält Fakten für „heilig“ und die eigene Recherche für unentbehrlich. Ein schöner Vorsatz für 2012. Ich hoffe, er hat lange Bestand. 🙂

  26. Faszinierend, welche Wellen meine Sendung schlägt. Und vielen Dank für Ihre Unterstützung.

    Hier gleich eine Meldung aus Frankreich:

    The newspaper „Libération“ admits mistake:

    Die französische Tageszeitung Libération gibt Falschmeldung zu

    cf. La Libération du 29.12.2011

    Page 15

    Rectificatif: Dans la tribune publiée lundi „Hongrie“: l’extrême droite remonte sur scène, de Benedek Varkonyi, une formulation malencontreuse nous a fait écrire que l’acteur Dörner allait „diriger le théâtre avec son maître à penser István Csurka, auteur dramatique et politicien d’extrême droite“ Il fallait comprendre que Dörner allait diriger le théâtre en s’inspirant des idées de son ami et „père spirituel“ Csurka.

    En effet, Csurka ne sera pas officiellement employé par le théâtre. Toutes nos excuses à nos lecteurs et à l’auteur

    Ich wünsche gutes Weiterdiskutieren. La pensée ne s’arrête jamais !!!!

    Allen ein gesundes und glückliches Jahr 2012

    • Ich hatte zwar 3 Jahre lang Französisch, doch sind meine Fähigkeiten ganz schön eingerostet. Andere haben vielleicht gar kein Französisch gelernt. Würden Sie uns bitte eine kurze Übersetzung geben? Vielen Dank.

  27. Ach nun hat sich das Wespennest mit seiner Vulgärsprache bei Ihnen eingenistet. Nachdem ich sie daran gehindert habe, mir meinen Blog vollzumüllen. Das tut mir sehr leid, das wollte ich nicht.

    Na ja über „Fehler“ sprechen wir später… kurz nur die Übersetzung:

    Richtigstellung – der am letzten Montag in der Tribune veröffentlichte Artikel „Ungarn- die Rechtsextremen gehen auf die Bühne“ von Benedek Varkonyi, hat in einer unglücklichen Formulierung zum Ausdruck gebracht, dass der Schauspieler Dörner das Theater zusammen mit seinem geistigen Vorbild István Csurka, dem Theaterautor und rechtextremistischen Politiker, das Theater leiten wird. Wir wollten damit eigentlich sagen, dass Dörner das Theater leiten würde, indem er sich von seinem geistigen Vater inspirieren lässt.
    Tatsächlich wird Csurka vom Theater offiziell nicht angestellt. Wir entschuldigen uns daher beim Publikum und unserem Autor.

    Geschickt und diplomatisch… immerhin wird hier zum ersten Mal etwas richtig gestellt.!!!

  28. Und noch etwas…

    Bücherlisten statt eigenständiges Denken. Wenn man keine Argumente hat, dann listet man „Autoritäten“ auf. Ja, das nenne ich eine Debatte unter mündigen Bürgern ! Es lebe das Räteregime, indem nur „Experten“ noch das Sagen haben, der Rest der Menschheit lernt dann alles nur noch auswendig – wie ?

    Weshalb ich von einer faschistischen Diktatur spreche, habe ich ausführlich in meiner Antwort an Herrn Neumann erklärt. Es steht unter dem Brief von Herrn Neumann.
    Ich spreche jedem Mitbürger das Recht zu mitzudenken und Begriffe für sich und andere neu zu formulieren. Sicher kann man dann darüber diskutieren. Doch diksutieren ist nicht sich gegenseitig bespucken. Nur durch eigenes Nach-Denken erarbeitet sich jeder Mensch seine Mündigkeit und das ist die Basis für Bürgertum und Demokratie. Darum tritt man einem anderen Menschen nicht mit Häme und Verachtung entgegen . Natürlich machen alle Fehler und natürlich ist weder ein Buch, noch ein Artikel, noch irgendein Gedanke je „fertig“ oder gar „zu Ende gedacht“. Wie heisst es so schön – Du wirst das Werk nicht vollenden, aber du musst daran teilhaben“. Darum ist der, der sich hier über andere aufschwingt, einfach lächerlich.

    im Übrigen finde ich den Pusztaranger tatsächlich von einer nicht zu überbietenden Häme, die ich bislang tatsächlich nur in EINER Zeitung noch gefunden habe….

    Und wer sagt denn, ich beziehe mich nur auf Freunde … ? was ist das ûberhaupt für ein Größenwahn so von jemandem zu sprechen, den man selbst im Leben nie getroffen hat. Das ist mehr als schludrig oder etwa nicht ?

    Und wer meint, es gäbe keine internationale Kampagne gegen die amtierende Regierung, der irrt sich gründlich. Aber ich fühle mich hier nicht verpflichtet irgendwelchen Leuten, Material zu besorgen. Stecken Sie Ihre Nasen doch selber in die Presse und finden sie die Passagen.

    So und jetzt tauche ich wieder ab –

    tschüss

  29. Ich bin erstaunt über die Heftigkeit der Angriffe von Leuten, die sich sonst nie über fehlerhafte Berichte über Ungarn aufregen (oder leugnen, dass es Fehler seien) wenn nur die Fehler ins eigene Konzept passen.

  30. Lieber Kollege Kálnoky,
    ich wäre Ihnen und allen Lesern von HV sehr dankbar, wenn Sie mich auf Fehler in meinen Artikeln über Ungarn aufmerksam machen würden. Bei mir werden Sie allerdings keine groben Geschichtsfälschungen finden.
    Meinen Sie Herr Kollege, dass grobe Geschichtsfälschung wenn sie im vermutlichen Interesse vo n Fidesz begangen wird, eine läßliche Sünde sei?
    Sie schrieben:
    „Für eine Freie Journalistin einen solchen Beitrag zurückzuziehen, um die Wahrheit nicht zu verzerren, und damit auch längerfristig den Verlust einer Einkommensquelle zu riskieren, das erfordert Mut – ganz anders als die vorwiegende Lemming-Berichterstattung der Medien. Hut ab.“
    Ist denn auch die Ungarn Berichterstattung der Welt eine „Lemming-Berichterstattung“?

    Sehr geehrte Frau Dr. Kalman,
    Ich gratuliere zu Ihrem Erfolg. Liberation hat also einen Fehler korrigiert. Das ist gut so.
    Zu Ihrer Bemerkung über die Liste der Bücher.
    Frau Agathe Széchenyi wandte sich mit einer Frage an mich. Ich bin im Gegensatz zu Ihnen kein „Ungarnexperte“ und beziehe meine Kenntnisse über ungarische Zeitgeschichte aus wissenschaftlichen Werken. Daher habe ich einige wenige Bücher erwähnt. Ihnen könnte die Lektüre auch helfen, damit Sie nciht mehr behaupten, die Pfeilkreuzler wären für die Deportation von mehr als ein halber Million ungarischer Staatsbürger in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verantwortlich.

    • „Ist denn auch die Ungarn Berichterstattung der Welt eine „Lemming-Berichterstattung“?“

      Ich kann nur für mich sprechen, will das aber an dieser Stelle gerne tun. Berichte wie diese hier

      http://www.welt.de/politik/ausland/article11869003/Puszta-Putin-Victor-Orban-fuehrt-2011-Europa-an.html –> „Puszta-Putin“

      http://www.welt.de/politik/ausland/article11785996/Der-Fuehrerstaat-Ungarn-gefaehrdet-die-EU.html –> „faschistische Tendenzen“, „Führerstaat Ungarn“

      sind unangemessen und verzerrend, und fallen in die Kategorie, die Ákos Doma hier zu Recht kritisiert hat:

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/12/30/akos-doma-bei-dradio-es-wird-einfach-nicht-differenziert/

      Ich halte es da wie Herr Kálnoky und einige Leser: Die Deutschen sollten vorsichtig sein, wenn sie nach außen mit dem Finger zeigen und Faschismus kreischen. Der Verdacht liegt nahe, dass man hier die eigene Geschichte relativieren möchte. Und das, Herr Pfeifer, halte ich als Bürger der Bundesrepublik Deutschland für nicht angebracht. Es handelt sich um die Auslagerung (neudeutsch: Outsourcing) lästiger Erinnerungen.

      Vielleicht finden Sie ja die Zeit, einzuschreiten, wenn die WELT das nächste Mal über den „Horthy-Faschismus“ schreibt. Sie selbst sagten ja, diese Bezeichnung sei falsch.

    • Zwar werde ich hier wieder auf einem toten Gaul rumreiten, aber dennoch. HV hat Sie doch bereits auf einen Fehler aufmerksam gemacht, als Sie von der FAZ abschrieben. Sofern mir nichts entgangen ist, haben Sie es immernoch nicht über das Herz gebracht, den Fehler der FAZ als solchen anzuerkennen, stattdessen phantasieren Sie von zwei Versionen. Erklären SIe uns doch bitte was daran anders ist, als das was Sie Frau Kalman im Bezug auf Schiff vorwerfen. Ihr Fehler und der der FAZ fallem zwar nicht in die Rubrik „Geschichtsfälschung“, jedoch war er seitens der FAZ grob.

  31. „Bücherlisten statt eigenständiges Denken“ : das eine schließt das andere nicht aus – hoffe ich zumindest…

    Es wäre interessant zu erfahren, wie Dr Kalman den Begriff „faschistisch“ definiert.

  32. LIebe Frau Széchényi,
    Ich wundere mich überhaupt nichts mehr. Frau Dr. Kalman hat mich als „verrückt“ charakterisiert, obwohl ich ihr höfliche Fragen gestellt habe. Und sie spricht mir auch „eigenständiges Denken“ ab, weil ich auf Bücher aufmerksam machte. Hingegen hat sie nicht gemerkt, dass ich einging auf die ungarische Wirklichkeit und nicht bereit war darüber so undifferenziert zu urteilen wie sie.
    Seriöse ungarische Historiker haben bereits während der Kádárzeit nicht über „Horthyfaschismus“ geschrieben. Und ich tue das auch nicht.
    Sehr geehreter HV
    ich glaube nicht, dass man in Deutschland mit der kritischen Berichterstattung über Ungarn von der eigenen Geschichte ablenken möchte. Denn diejenigen, die die Nazivergangenheit schönreden, die äußern ihre Sympathien für die jetzige ungarische Regierung ganz unverhohlen. Ich habe bereits darüber hier geschrieben.
    Niemand hat das Recht über irgendein Land ein Pauschalurteil zu fällen. Selbstverständlich auch nicht über Ungarn. Und sicher gibt es auch unter den kritischen deutschen Journalisten welche, die sehr sorglos mit dem Eigenschaftswort „faschistisch“ umgehen. Doch wenn es jetzt vielen Ungarn so scheint, als ob Orbán und seine Regierung den Karren an die Wand fahren läßt, dann kann man die Schuld nicht einer jüdischen, liberalen, linken oder anderen Weltverschwörung in die Schuhe schieben. Ich weiß HV dass Sie das nicht tun, aber leider versuchen das einige fidesznahe Publizisten.
    Ich sah gerade auf ATV ein Gespräch mit dem ehemaligen ungarischen Botschafter in Washington, der den Ernst der Lage und die Selbstisolierung beschrieb, er sieht die Gefahr einer Diktatur. Wenn Mark Palmer, ehemaliger Botschafter der USA in Ungarn (1986-1990) den Vorschlag ernst erwägt, dass RFE wieder Ungarisch sendet, dann ist das sehr ernst und kein Faschingscherz.
    Palmer kann sicher nicht beschuldigt werden ein Feind Orbáns gewesen oder antiungarisch eingestellt zu sein.

    • Lieber Herr Pfeifer,
      „Ernst der Lage“, „Selbstisolierung“, „Gefahr einer Diktatur“ – genau diese Schlagwörter und Parolen bekommen wir doch, bereits vorgekaut, tagtäglich vorserviert.
      Berater von Außenminister Clinton denken jetzt an die Wiederaufnahme des Sendebetriebs von Radio Free Europe in Ungarn. Ich frage mich was damit erreicht werden soll: Verbreitung von Durchhalteparolen (wieder einmal), Stimmungsmache gegen die Politik eines demokratisch gewählten Ministerpräsidenten?

  33. Ja, ja die Autoritäten… zählen wir sie nur weiter auf. Sind das jetzt Ihre Freunde, die sie da zitieren ?

    Wenn Herr Wichtig, der Herr Auch Wichtig und der Herr noch Wichtiger vor dem Fernsehen was sagen, dann hat das zu stimmen und dann wird auf keinen Fall WIDERPRIUCH erlaubt. Hauptsache man wiederholt es ständig, als Gehirnwäsche besonders geeignet für das dumme Volk …

    Was Sie mir hier an Vorstellung liefern ist ein Trauerspiel … Sorglos mit dem begriff „faschistisch “ umgehen. Herr Pfeifer halten Sie die Luft an. Eben weil ich nicht sorglos damit umgehe, sondern auf die Reaktionen von Menschen achte, die vor den bronzenen Schuhen am Budapester Ufer stehen, während ich Ihnen was von faschistoid und autoritär daher palavere, das aber doch nicht faschistisch und auch nicht nationalsozistisch gewesen wäre, nein – nur die gleiche perverse Brutalität an den Tag gelegt hat, wie der deutsche Nationalsozialismus. Ihr faschistoides, autoitäres System ist damals umgekippt und war zum Schluss genauso widerwärtig faschistisch-nationalsozialistisch wie das System in Deutschland. Man hat Menschen nicht nur getötet, nein, man musste sie zuvor noch entwürdigen. Aber nein – bitte brav bei den angeblichen Definitionen bleiben,

    Herr Pfeifer, steigen Sie von Ihrem vermeintlichen Ross. Auch Ihr Sammelsurium an Historikern und Botschaftern und Politikern hat die Wahrheit nicht mit goldenen Löffeln gefressen.

    Höflich Sie ?????? Na ja ist wie bei der Reklame… Hauptsache man behauptet etwas. Was sich dahinter verbirgt, ist gleichgültig.

    Und ja Frau Széchenyi .. Bücherlisten statt eigenes Denken – die Betonung liegt auf auf „Listen“ und nicht auf Bücher !!!! Das ist der feine Unterschied.

  34. Wirklich Herr Pfeifer, Ich habe mir Ihren Brief oben kopiert – bestes pädagogisches Material zum Thema „Sophismus“. Ich danke Ihnen herzlich !

    Und nun ein allerletztes, weil es tatsächlich verrückt ist, hier so lange auf jemanden einzuprügeln, nur weil die Person sich erlaubt anders zu denken, als man selbst. Das ist schon psychotisch. Und von daher werde ich ab jetzt nicht mehr auf diese Seite des Blogs gehen.

    Nur noch eins: Wir wissen doch alle, warum Orban von bestimmten Mächtigen so angegriffen wird. Er will die Banken wieder unter staatliche Kontrolle bringen, er wollte auf Kredite des IWF verzichten und das sind die zwei Totsünden des Jahrhunderts. In Frankreich sind die Menschen sehr wach Dort ist die Debatte kein Privileg von Historikern und Politikern, sondern gehört zur Allgemeinkultur und viele haben sehr schnell erfasst: Da geht es um etwas ganz anderes, um Finanzinteressen. Hier rührt Orban an eine Heilige Kuh und nur darum wird er auf so niederträchtige Weise niedergemäht.

    Ich würde denen, die sich hier über Ungarn auslassen, mal herzlichst empfehlen, ihre Energie eher darauf zu verwenden, darauf aufzupassen, dass wir im Westen in diesem Jahr keinen finanziellen Zusammenrbruch erleben.

    Und jetzt schreiben Sie meinetwegen, was Sie wollen. Ich habe gesagt, was zu sagen ist. Schweigen werde ich aber deshalb noch lange nicht … nur nicht mehr auf diesem Blog, den ich weiter empfehle und auch weiterhin lesen werde.

  35. Liebe Frau Széchenyi,
    Kann Orbán und Matolcsy beweisen, dass Ungarn weder IWF noch die Zentralbank der EU braucht? Es warnen konservative Wirtschaftsfachleute, doch auf die wurde bis lang nicht gehört.
    Wenn also der ehemalie USA Botschafter in Ungarn Kritik übt an der jetzigen Politik Ungarns, dann gibt es meiner bescheidenen Meinung nach Grund, um diese Kritik ernst zu nehmen. Niemand zweifelt daran, dass Ungarn eine demokratisch gewähltes Parlament hat.

    Werte Frau Dr. Kalman,
    also jetzt bin ich Ihrer Meinung nach nicht mehr „verrückt“ sondern „psychotisch“. Ich habe nicht auf Sie eingeprügelt, sondern darauf aufmerksam gemacht, dass Sie keine Ahnung von ungarischer Zeitgeschichte haben. Wie immer Sie es drehen und wenden, es gibt seriöse Historiker auf der einen Seite und Unwissende wie Sie auf der anderen, die sich die Geschichte zurechtbiegen.
    Für die Deportation ungarischer Staatsbürger nach Auschwitz-Birkenau waren nicht die Pfeilkreuzler verantwortlich. Diese waren für andere Verbrechen verantwortlich, die sie nach ihrem Putsch am 15.10.1944 begangen haben.
    Was aber die Kritik an der ungarischen Regierung anlangt, so geht es nicht darum, ob Ungarn Anleihen von IWF nimmt oder nicht, sondern um den stückchenweise Abbau der Demokratie. Gerade lese ich die Erklärung ehemaliger Mitglieder der demokratischen Opposition, die auch von György Dalos unterzeichnet ist. Ich bin optimistisch und hoffe, dass Ungarn zurückkehrt und Republik Ungarn wird.
    Im übrigen finde ich es amüsant, dass unter den acht Ministern drei Mitglieder der MSZMP waren und sich diese Leute gegen MSZP aufplustern.

  36. HV ich finde es seltsam, wenn Sie mich bitten, bei der Welt zu intervenieren, wenn die vom Horthyfaschismus schreiben. Da ist doch der liebe Kollege Kálnoky näher als ich und kann auch leichter ein kollegiales Wort einlegen.
    Was mich betrifft, verwende ich dieses Wort nicht bezugnehmend auf das Horthyregime. Mich hat noch während des Kádárregimes 1979 oder 1980 der ungarische Historiker Miklós Szabó aufmerksam gemacht, dass es unter den ungarischen Historikern einen Konsens gibt, wonach man nicht vom Horthyfaschismus schreibt.
    D.h. natürlich nicht, dass Szabó und andere Historiker nicht kritisch dieses Regime analyisiert hätten.

  37. War einige Tage nicht hier, bin erstaunt über die Emotionalität der Debatte und möchte auch niemanden belehren. Folgender Hinweis zum „Új Színház“ scheint mir aber doch noch angebracht. Laut dieser Veröffentlichung des Verbands jüdischer Gemeinden in Ungarn:

    http://mazsihisz.hu/2011/11/10/uj-szinhaz-ugy–%E2%80%99a-kozponti-kormanyzat-nem-avatkozhat-be%E2%80%99-4610.html

    hat der stellvertretende Ministerpräsident Navracsics dem Vorsitzenden des Jüdischen Weltkongresses Lauder, der sich zuvor in einem Schreiben an Ministerpräsident Orbán über die Personalie Dörner/Csurka beschwert hatte, sinngemäß mitgeteilt, dass die Verantwortung allein beim Oberbürgermeister liege. Eine Einmischung der Zentralregierung käme einer Verletzung des Prinzips der kommunalen Selbstverwaltung gleich.

    Vor diesem Hintergrund kann ich mir nicht vorstellen, dass Orbán die Beschäftigung Csurkas am „Új Színház“, wie im Beitrag von Frau Kalman behauptet, „untersagt“ hat. Allenfalls könnte es vertrauliche Gespräche auf der Parteischiene gegeben haben, aber dafür gibt es meines Wissens keine überzeugenden, öffentlich zugänglichen Belege.

  38. Der Richter, so oft habe ich doch nicht danebengegriffen. Beweis: die Volksrepublik Ungarn hat mich in den Jahren 1980-87 viermal wegen meiner Berichte über das Kádárregime ausgewiesen.
    Und wenn ich über ungarische Zeitgeschichte schreibe, dann recherchiere ich genau.
    Im übrigen, wenn ich geschrieben hätte, dass Orbán dem Budapester Oberbürgermeister Weisungen erteilt, dann hätte man mich hier scharf angegriffen. Dr. A.K. wirft man das nicht vor. Warum?

  39. zum artikel in der budapester zeitung

    „In Ungarn herrschte zwischen 1920 und 1945 dagegen ein autoritär konnservatives Regime, das sich mit Hitler-Deutschland verbündete und dann
    vom ihm überrannt wurde, was zur Deportation von über vierhunderttausend ungarischen Juden führte.“

    man könnte daraus bei oberflächlicher betrachtung den voreiligen schluss ziehen, dass es in ungarn zuvor keine judenfeindlichen handlungen gab. gefahr wird auch hier standardgemäß als von aussen kommend wahrgenommen und beschrieben (so wie heute auch noch). kann man dieses kohärente weltbild noch aufrechterhalten?

    „Hochkomplexe ungarische Zusammenhänge
    werden instrumentalisiert“

    erst einmal müsste geklärt werden, ob es sich tatsächlich um solche handelt, oder ob diese beschreibung nicht eher dazu geeignet ist, von einer schonungslosen beschäftigung mit der ungarischen geschichte abstand zu nehmen. will sagen: wir sind zu kompliziert, da hochkomplex, um von euch verstanden zu werden? sonderstatus für ungarn?

    im übrigen fällt ein vorwurf der instrumentalisierung nicht selten auf den autor zurück. (mir wird dort auch entschieden zuviel ideologisiert.)

    „Hören Sie auf, auf Personen und Zusammenhänge einzudreschen, die Sie
    nicht wirklich kennen.“

    unliebsame werden der unwissenheit bezichtigt, weil man von ihnen mehr zurückhaltung wünscht, anstatt auf sie zuzugehen und aufzuklären. eine einladung zum kritischen dialog sieht anders aus, oder?

    (und wer hat hier überhaupt die interpretationshoheit, den alleinigen anspruch auf die „richtige“ kenntnis“?)

    „Denn wer starre Feindbilder produziert, malt den Teufel an die Wand, den er selbst im Leib hat. Auch das hat uns die Geschichte gelehrt.“

    und dieser artikel.

    • Lieber g.stillt,

      ich erlaube mir kurz einige Antworten auf Ihre Fragen:

      1. Die von Ihnen als „Weltbild“ bezeichnete Auffassung, die Ungarn hätten mit den Deportationen nach dem 19.3.1944 nichts zu tun, kann man schon lange nicht mehr aufrecht erhalten. Krisztián Ungváry hat hierüber einen Beitrag verfasst, den Sie oben über die Suchfunktion finden. Er kritisiert daher auch zu Recht die historische Auslegung in der Präambel der neuen Verfassung.

      2. „Hochkomplexe Zusammenhänge…“
      Ich empfehle Ihnen hierzu die Webschau von DRadio Wissen:
      http://wissen.dradio.de/audioarchiv.55.de.html?drau:searchterm=webschau&drau:from=04.01.2012&drau:to=04.01.2012&drau:page=1&drau:audio_id=82667&drau:play=1
      Kein vernünftiger Mensch verlangt für Ungarn einen „Sonderstatus“. Es wäre schon ausreichend, wenn man unterschiedliche Meinungen in etwa gleich gewichten würde. Und es wäre schön, wenn man Ungarn nicht als „Neandertaler“ darstellen (geschehen im Standard) würde und sich unwahre Behauptungen über das Mediengesetz erspart hätte. Meine Auffassung zum fehlenden Augenmaß bei der Ungarn-Berichterstattung entspricht derjenigen von Andreas Oplatka:
      https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/02/11/nzz-kommentar-von-andreas-oplatka-uber-ungarn-die-mitte-und-das-augenmas/

      Ergänzend empfehle ich die Ausführungen von Gyula Józsa, abrufbar rechts unter „Blogs, Info und Politik“.

      Dass es zum Teil haarsträubende Berichte gibt, zeigt dieses traurige Beispiel:

      http://www.european-circle.de/machtpolitik/meldung/datum/2012/01/03/buerger-verteidigen-die-demokratie.html

      Über die Wertungen des Verfassers möchte ich mich nicht streiten, bewerten darf jeder, wie er mag. Aber über den Umgang mit Fakten – Grundlage für jede korrekte Bewertung – kann ich nur den Kopf schütteln. Der Artikel ist so durchsetzt mit inhaltlichen Fehlern, dass einem der Atem stockt. In solchen Fällen sollte man wirklich einmal still schweigen und dem Drang, sich zu allen aktuellen Themen zu Wort melden zu müssen, widerstehen. Stattdessen herrscht folgende Praxis: Man schreibt voneinander ab, ohne Kenntnis mancher Zusammenhänge oder ohne jede Kenntnis von Rechtstexten (Fall Mediengesetz).

      Wenn Sie die mindestens 7 groben Fehler inhaltlicher Art in dem European Circle Beitrag nicht finden sollten, können wir den Beitrag gerne gemeinsam durchgehen 🙂 …

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