TGM: Pressekonferenz der Linken in Straßburg

Der international angesehene ungarische Philosoph Gáspár Miklós Tamás („TGM“) war auf Einladung von Lothar Bisky, EU-Abgeordneter der deutschen Linkspartei , zu Gast in Straßburg. Die Pressekonferenz mit dem englischen Betrag von TGM ist hier abrufbar:

http://ec.europa.eu/avservices/player/streaming.cfm?type=ebsvod&sid=172508

Auch englischsprachige Besucher können somit die Gedanken von TGM zur Situation in Ungarn nachvollziehen.

4 Kommentare zu “TGM: Pressekonferenz der Linken in Straßburg

  1. TGM liebt jetzt nicht mehr den Kapitalismus und prangert die frühere Regierung an. Er zeigt dann aber auf was faul ist im Königreich Orbáns.
    Nicht viel Neues, außer man gehört zu jener hysterischen Gemeinschaft, die glauben Viktor Orbán wäre der Messias und schöpft seine Informationen aus den staatlichen Medien bwz. as den Magyar Demokrata Hirlap Nemzet bzw. Echo oder Hir TV.

    • Im Gegensatz zu jener objektiv-intellektuellen, einzig demokratischen und toleranten Gemeinschaft, die sich nur aus den ganz objektiven Quellen, wie Népszava, ATV, stop.hu, Galamus, Hungarian Spectrum, Pusztaranger, etc. informiert und glaubt, Orbán sei Lucifer persönlich, der aus Ungarn nicht nur eine Diktatur, sondern die Hölle schlechthin machen wird und dort alle, die nicht Fidesz gewählt haben, jetzt schon persönlich mit seinem Dreizack verfolgt. 🙂

  2. Rudolf sie vergleichen – bitte verzeihen Sie mir den Ausdruck – Äpfel mit Birnen.
    Da haben Sie auf der einen Seite einen charismatischen nationalistischen Führer, der von einer satten Mehrheit jener Ungarn gewählt wurde, die überhaupt zu den Wahlurnen gingen. Und viele seiner Wähler glauben an Viktor, dessen Namen sie enthusiastisch skandiern.
    Was sie auf der anderen Seite nennen, das sind sehr verschiedene Medien, die aber viel weniger Menschen mobiliiseren können.
    Niemand verteufelt Orbán. Mir und meinem Freund – den allzufrüh verstorbenen Zoltán Zsille, hat er als wir im Winter 88 zur Konferenz der neuen wissenschaftlicher Gewerkschaft mit dem Zug nach Budapest kamen schöne Blumen überreicht.
    In den von ihnen genannten Medien konnte ich Kritik an Orbán und Fidesz feststellen, verteufelt wird er als Regel nicht. Sie finden in keinem dieser Medien einen Fäkalsprache wie bei Z. Bayer. Und es gibt da auch keine Haßtiraden. Das unterscheidet sie auch von den von mir beanstandeten Medien und Schreiber.

    • Sie verallgemeinern. Erstens haben sehr viele Leute genug von Viktor, glauben nicht an ihn, haben aber trotzdem Fidesz gewählt. Der Mythos vom dummen, antisemitischen, rassistischen, kritiklos orbángläubigen Fidesz-Wähler trifft sicher auf einen Teil der Fidesz-Wähler zu, Sie, sehr geehrter Herr Pfeifer und viele andere, wie Eva Balogh, Pusztaranger, etc. verallgemeinern dies und möchten fast alle Fidesz-Wähler in diese Ecke rücken. Dabei vergessen Sie, dass es im Fidesz auch andere Leute, wie z.B. Navracsics, gibt, und vergessen schlicht und einfach die Realpolitik. Sie be- und verurteilen diese Leute mit einem idealistischen Maßstab, führen aber nirgendwo eine Alternative an. Wen hätten denn die Menschen im April 2010 wählen können? Was für eine Alternative gab es denn für die meisten Menschen?

      Hier zeigt sich auch, dass, wenn der Großteil der Fidesz-Wählerschaft so charakterisiert werden könnte, wie Sie und viele andere das gerne hätten, diese Leute wohl Jobbik gewählt hätten. (Merkwürdigerweise ergaben die Wählerstromanalysen jedoch, dass sehr viele MSzP-Wähler nun Jobbik gewählt haben.)

      Das alles aber nur so nebenbei, denn eigentlich haben Sie den Inhalt meines Kommentars verkannt: Sie – wie viele andere – stellen auf stilistische Unterschiede ab, die zugegebenermaßen sehr wichtig sind.
      Ob man eine Lüge, ob man Propaganda, in einem guten Stil oder in einem schlechten Stil vorbringt, ändert jedoch nichts daran, dass der Inhalt der Aussage nicht stimmt.

      Was all diese (von mir genannten) Medien, Blogs, etc. nämlich verbindet, und sie keinen Deut von denen, die Sie aufgezählt haben, unterscheidet, ist, dass sie absolut nicht auf die Argumente der Gegenseite eingehen, sie stellen ihre Sicht der Dinge dar und zählen dafür jene Tatsachen auf, die für ihre Sicht förderlich ist. Alle anderen Tatsachen, alle anderen Argumente lassen sie außen vor.

      Das können sie auch gerne machen, ich habe nichts dagegen, jeder hat seine Meinung, jeder hat seine Einstellung. Aber dann soll man so ehrlich sein und das als das bezeichnen, was es ist: es ist keine Berichterstattung, objektive Berichterstattung schon gar nicht, denn diese würde einen Dialog, das ehrliche Aufzählen der eigenen und der gegnerischen Argumente, das Abwägen und die logische Begründung der eigenen Sichtweise aufgrund ALLER Argumente beinhalten. Es ist nicht mal mehr die Präsentation einer subjektiven Meinung. Es ist Politik. Es ist die politische Unterstützung der eigenen politischen Gruppe, ohne wenn und aber.

      Wie gesagt, dies ist jedermanns Recht. Das aber als objektive Berichterstattung oder als Meinung aufgrund aller Tatsachen zu prästentieren – und dann dem Leser aber eben NICHT alle Tatsachen zu präsentieren (oder die Tatsachen schlecht zu präsentieren, z.B. aufgrund nachlässiger Recherche), ist – diplomatisch formuliert – scheinheilig.

      Und in diesem Punkt sind – wie gesagt – die von mir genannten Medien und Quellen keinen Deut besser, als die von Ihnen genannten.

      Hinzu kommt, dass trotz dessen, dass sie bei den von mir Genannten keine Fäkalsprache vorfinden wollen, die Präsentation dieser eigenen „Meinung“ (politischen Sicht) mit einer Autorität geschieht, die genausowenig andere Meinungen gelten lässt, wie dies in den von Ihnen aufgezählten Medien geschieht.

      So wird der anderen Seite andauernd das Recht abgesprochen, Demokrat und Antirassist zu sein. GyF und die gesamte liberale Seite in Ungarn bezeichnet sich – quasi im Gegensatz zu allen anderen – als „Demokraten“.

      Schließlich: was die Mobilisierungskraft von Medien mit dieser Sache zu tun hat, weiß ich nicht.

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